Siegerlandmuseum, 25. Juni bis 03. September 2017

Antwerpen hat eine sehr wechselvolle Geschichte vorzuweisen. Mal katholisch, dann wieder calvinistisch, nahm die Entwicklung eine neue Wende, als die 1595 zu neuen Statthalter der Niederlande ernannten Albert VII. von Österreich (1559-1621) und die Spanische Infantin Isabella Clara Eugenia (1566-1633) im April 1609 einen zwölfjährigen Waffenstillstand mit den nördlichen Provinzen erreichten. Antwerpen wurde zu einer der Hochburgen der Gegenreformation. Alle Mönchsorden ließen sich in der Stadt nieder, förderten das Theologiestudium und wurden zu Schulen der später führenden Intellektuellen. Verklärte Gottesfurcht und die allmächtige katholische Kirche prägten das tägliche Leben in der Stadt und bestimmten Lehre wie Kunst. Gebetbücher und fromme Schriften für das Volk, Lehrbücher der Jesuiten-, Augustiner- und Dominikanerschulen wurden in der flämischen Hafenstadt gedruckt. Sie stammten nicht selten aus der Werkstatt Plantin-Moretus, den Monopolisten und Lieferanten der spanischen Krone und der Kolonien. Weiterlesen
Archiv des Autors: Stadtarchiv Siegen
Vortrag „Orte – Personen – Themen: 200 Jahre Geschichte des Altkreises Siegen“

Das Kreishaus in Siegen auf einer Ansichtskarte mit Laufzeit November 1906 (Vorlage: Stadtarchiv Siegen)
In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird der Regionalhistoriker Dr. Bernd D. Plaum am Donnerstag, den 8. Juni 2017, um 18.30 Uhr im Siegener KrönchenCenter die Wirkungsstätten der Kreisverwaltung und ihrer leitenden Personen (Landräte) in den Blickpunkt des Jubiläums „200 Jahre Kreis Siegen und Wittgenstein“ rücken. Damit wird nicht nur die Geschichte der beiden Altkreise skizziert, sondern fernab der gängigen Schwerpunkte der regionalen Geschichtsschreibung (wie Hauberg und Bergbau) in anschaulicher Weise auch unbekannte Aspekte und Akteure der jeweiligen Verwaltungstätigkeiten vorgestellt. Die nachgezeichneten politischen Strukturen und Entwicklungen bieten wertvolle Einblicke in den Lebensalltag der Menschen. So sah sich das Siegener Landratsamt bereits 1895 mit den Beschwerden Gosenbacher Arbeiter konfrontiert, die Umweltzerstörungen und gesundheitliche Beeinträchtigungen wegen der Rauchgase in ihren Arbeitsstätten beklagten. Weiterlesen
Archiv der Waldgenossenschaft Eisern im Stadtarchiv Siegen

Stadtarchivar Ludwig Burwitz mit Willi Brandl, Jochen Grisse und Richard Georg (von links nach rechts) bei der Übernahme des Archivs der Waldgenossenschaft Eisern. (Quelle: Stadt Siegen)
Die Geschichte der Waldgenossenschaften aus Eisern geht wie die vieler anderer auch die auf die langjährige Tradition einer Haubergsgenossenschaft als Vorgängerin zurück. Dementsprechend alt sind die jetzt dem Stadtarchiv übergebenen Dokumente. Die Überlieferung setzt ein mit den ältesten Lagerbüchern, beginnend mit dem Jahr 1831. Hier sind die Namen aller Anteilsbesitzer über Jahrzehnte hinweg nachzuvollziehen. Eine Fundgrube für die Dorfgeschichte! Verständlich daher der Wunsch der Vorstandsmitglieder Willi Brandl, Richard Georg und Jochen Grisse, die Bestände des Archivs auch für zukünftige Generationen gesichert zu wissen. „Kaum eine andere Institution und kein Verein haben über einen so langen Zeitraum das dörfliche Leben mitgestaltet, ja sogar den Tagesablauf bestimmt“, betonten sie bei der jetzt erfolgten Unterzeichnung des Depositalvertrages. Weiterlesen
„Die Kugeln flogen und pfiffen derart um den Kopf herum…“

Louis Ernst auf einem 1866 angefertigten Porträt als Soldat (Vorlage: Familie Ernst, Frechen)
– Die Feldpostbriefe des Siegener Bürgers Dr. Louis Ernst aus dem Preußisch-Österreichischen Krieg 1866″
Ludwig Burwitz, Siegen; Olaf Wagener, Kreuztal; Armin Nassauer, Siegen, im: Siegener Forum, Vorträge und Diskussionen nicht nur zur regionalen Geschichte am 18. Mai 2017
Der so genannte „deutsche Krieg“ zwischen Preußen und seinen Verbündeten auf der einen und Österreich und seinen Bundesgenossen auf der anderen Seite steht im Mittelpunkt der kommenden Veranstaltung der Vortragsreihe „Siegener Forum“. Gleich drei Referenten werden sich am 18. Mai 2017 um 18.30 Uhr im KrönchenCenter der Biografie des auch heute noch bekannten Siegeners und seiner Kriegserlebnisse widmen.
Während des Feldzugs hielt der Siegener Bürger Dr. Louis Ernst seine Angehörigen in der Heimat durch regelmäßige ausführliche Berichte auf dem Laufenden. Etwa jeden zweiten Tag verfasst Ernst einen Brief, insgesamt über fünfzig während der viermonatigen Kampagne. Nach seiner Rückkehr bindet er diese zu einem Buch, seiner persönlichen Kriegschronik. Rund 150 Jahre später findet der Siegener Antiquar Armin Nassauer dieses Büchlein und überträgt die handgeschriebenen Briefe in eine dem heutigen Zeitgenossen vertrautere (Computer-) Schrift. 2016 haben die drei Referenten die Briefe, die heute im Kreisarchiv verwahrt werden, als Buch herausgegeben. Weiterlesen
Stadtarchiv Siegen übernimmt das Vereinsarchiv des Männergesangverein „Union“ Trupbach

Siegens Stadtarchivar Ludwig Burwitz (links) mit dem Vereinsvorstand des MGV Union Trupbach.
Unbekanntes Gemälde von Ludwig Heupel-Siegen im Stadtarchiv
Im Rahmen einer Schenkung erhielt jetzt das Stadtarchiv Siegen ein Portrait des Siegener Kaufmanns Hermann Kippenberger. Das Gemälde aus dem Jahre 1927 stammt von dem heimischen Maler Ludwig Heupel-Siegen, ist aber im Werksverzeichnis von Alexander Wollschläger (1970) nicht aufgeführt.
Hermann Kippenberger war ein Sohn des Kaufmanns Peter Kippenberger, dessen Eisenwarenhandlung er nach dessen Tod übernahm. Auf dem Gemälde wird er war als mit Orden ausgezeichneter Teilnehmer des Ersten Weltkrieges dargestellt. Anhand zahlreicher Todesanzeigen ist nachzuvollziehen, dass er sich in verschiedenen Vereinen engagierte.
Sein Vater Peter Kippenberger (1820-1890) stammte wie auch sein Bruder Jean (1816-1898) aus Osthofen bei Worms, beide ließen sich in Siegen nieder.
Peter gründete einen Eisenwarenhandel mit Sitz zunächst in der Löhrstraße, später in der Poststraße.
Auch Jean betätigte sich als Kaufmann und gründete eine Wein- und Eisengroßhandlung. 1844 erweiterte er diese dann um ein Bankhaus, das sich seit mindestens 1887 am Löhrtor befand. Die Provinzbank machte sich unter ihresgleichen in Deutschland bald einen Namen. Zusammen mit der Siegener Bank für Handel und Gewerbe, welche 1905 den Vorgängerbau der heutigen Filiale der Deutschen Bank an der Koblenzer Straße errichten ließ und 1925 mit dieser fusionierte, bildete sie die Basis für die Deutsche Bank in Siegen. Das Bankhaus Kippenberger hingegen schloss sich 1917 dem Schaaffhausen´schen Bankverein an, der 1929 durch die Discontogesellschaft übernommen wurde, im gleichen Jahr aber ebenfalls in der Deutschen Bank aufging.
Das Portrait von Hermann Kippenberger kann bis auf Weiteres im Lesesaal des Stadtarchivs Siegen besichtigt werden.
Quellen:
- Dokumentation Jean Kippenberger (Bestand Stadtarchiv Siegen)
- Dokumentation Hermann und Peter Kippenberger (Bestand Stadtarchiv Siegen)
- Irle, Lothar: Siegerländer Persönlichkeiten- und Geschlechterlexikon, Siegen 1974
- „Siegener Bankunternehmen mit 130jähriger Tradition- Bemerkenswerte Entwicklung
der Deutsche Bank AG Filiale Siegen“, in: Siegerländer Heimatkalender, 1974
Text: Sonja Schäfer, Praktikantin im Stadtarchiv
Eröffnung der Abteilung Stadtgeschichte „Vom Mittelalter bis heute – 790 Jahre Stadt Siegen“
Siegerlandmuseum, Sonntag, 23. 9. April 2017, 11 Uhr:
Im Mittelpunkt wird ein physikalisches Modell der Kernstadt Siegen stehen. Es wird im Maßstab 1:850 im 3-D-Druckverfahren von der Universität Siegen – Fachbereich Wirtschaftsinformatik (Computerunterstützte Gruppenarbeit CSCW) hergestellt und mit IT-Systemen gekoppelt, die nicht nur Informationen liefern, sondern auch Interaktionen erlauben werden. Ergänzt wird das Bild der Stadt durch regionale Erinnerungsorte, anhand derer die sinngebende Bedeutung der Vergangenheit für die Gegenwart besonders gut hinterfragt werden kann. Kooperationspartner des Museums ist für diesen Bereich der Fachbereich Didaktik der Geschichte der Universität Siegen. Weiterlesen
Vortrag: „Wie die Reformation in das Siegerland kam“
20. April 2017, 18:30 in Siegen, KrönchenCenter, Markt 25

Wilhelm „der Reiche“ Graf zu Nassau, Katzenelnbogen, Vianden und Diez (1487-1559). Vorlage: Stadtarchiv Siegen
Linktipp: Kooperation zwischen Stadtarchiv Siegen und Gesamtschule Eiserfeld
Das Blog der Gesamtschule Eiserfeld berichtet ausführlich über die beginnende Kooperation zwischen dem Stadtarchiv und der Schule. Ein Besuch der Fachkonferenz Gesellschaftslehre bereitete die Zusammenarbeit weiter vor, die hoffentlich in eine Bildungspartnerschaft „Archiv und Schule“ mündet.
Vortrag „Reise ohne Rückkehr – Erste Deportation von Siegerländer und Wittgensteiner Juden vor 75 Jahren“

Bildunterschrift: Originaladresszettel an Inge Frank (oben), deportiert nach Zamosc (Vorlage: Traute Fries).
Traute Fries, Siegen, im Siegener Forum – Vorträge und Diskussionen nicht nur zur regionalen Geschichte
In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird Traute Fries am Donnerstag, den 16. März 2017, um 18.30 Uhr im Siegener KrönchenCenter über die ersten Deportationen jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Siegerland und Wittgenstein vor 75 Jahren referieren.
Bereits am 1. März 2008 befasste sich der Workshop „Reise nach Zamosc – Reise in den Tod“ in der Dortmunder Mahn- und Gedenkstätte Steinwache mit der Aufarbeitung der Deportation von rund 800 südwestfälischen Juden Ende April/Anfang Mai 1942. Historiker, Archivare und interessierte Laien trugen Kenntnisse und Dokumente aus ihren Regionen bei. Aus Siegen nahmen Traute Fries und Klaus Dietermann, aus Bad Berleburg Gisela Weissinger teil. Das Workshop-Team hatte sich vorgenommen, nach Möglichkeit alle Namen der Deportierten sowie Fotos und Dokumente in einem Gedenkbuch zusammenzufassen. Die Recherchen ergaben, dass 768 von 791 Deportierten und Ermordeten namentlich identifiziert werden konnten. Rechtzeitig vor dem 70. Jahrestag erschien als Ergebnis der Forschungen im Januar 2012 im Klartext-Verlag das Buch „Ohne Rückkehr – die Deportation der Juden aus dem Regierungsbezirk Arnsberg nach Zamosc im April 1942“. Weiterlesen

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