Sommerschließung

Vom Montag, den 15. Juli 2019, bis einschließlich Freitag, den 09. August 2019, bleibt das Stadtarchiv Siegen für die Öffentlichkeit geschlossen. In dieser Zeit werden interne Arbeiten zur Erschließung der Archivbestände durchgeführt. Wir bitten um Verständnis, dass daher vorübergehend keine Anfragen beantwortet werden können.
In dringenden Fällen wenden Sie sich bitte an die Rufnummer 0271/404-3095.

Bauarbeiten für Schutz- und Präsentationsbau Gerhardsseifen gestartet


Im Dreiborntal in Niederschelden stellte Bürgermeister Steffen Mues jetzt mit Vertreterinnen und Vertretern des Trägervereins “Ein Siegerländer Tal e.V.” sowie den Beteiligten der städtischen Fachabteilungen bei einem Pressetermin die Pläne für den Schutz- und Präsentationsbau über der keltenzeitlichen Fundstätte Gerhardsseifen vor.
„Wir – die Stadt Siegen als Bauträger und alle am Projekt Beteiligten – wollen durch Errichtung eines geschlossenen Schutzbaus mit entsprechender Gestaltung diese ‚Werkstatt‘ mit den zwei Rennöfen zur Stahlproduktion aus der Keltenzeit und dem Mittelalter dauerhaft bewahren und präsentieren“, erklärte Bürgermeister Steffen Mues. Die Fundstelle soll in Zukunft als “außerschulischer Lernort” dienen und für Fachpublikum sowie für die Bürgerinnen und Bürger zugänglich gemacht werden. Weiterlesen

Geänderte Öffnungszeiten des Stadtarchivs Siegen im Mai 2019

Aus personellen Gründen kann das Stadtarchiv Siegen an zwei Tagen in der letzten Maiwoche nur einen reduzierten Dienstbetrieb mit eingeschränkten Öffnungszeiten gewährleisten. Am Freitag, den 24. Mai 2019, bleibt das Stadtarchiv ab 13.00 Uhr geschlossen. Am Dienstag, den 28. Mai 2019, schließt das Stadtarchiv ausnahmsweise bereits um 15.00 Uhr.

1919 bis 2019: 100 Jahre Jugendamt der Stadt Siegen

“Vor fast genau 100 Jahren, am 23. Mai 1919, hat der Magistrat der Stadt Siegen beschlossen, die Bereiche “Jugendpflege, Jugendfürsorge und Jugendbewahrung” in einem neuen Jugendamt zusammenzufassen. Dies nimmt die Stadt Siegen zum Anlass und feiert das Jubiläum mit einem Programm, das die ganze Bandbreite der Arbeit des Jugendamtes widerspiegeln soll, von Mai bis Juli 2019.

„Denn mit der seinerzeitigen Gründung des Jugendamtes ging gleichzietig ein zentraler Politikwechsel vom zentralistischen Kaiser-Wilhelm-Staat zur Weimarer Republik und kommunaler Selbstverwaltung einher“, betonte Bürgermeister Steffen Mues bei der Vorstellung des Jubiläumsprogramms im Kinder- und Jugendtreff Geisweid.

Den Auftakt wird eine große Festveranstaltung in der Siegerlandhalle am 23. Mai bilden. Hierzu werden neben rund 450 Gästen aus der jugendpolitischen Arbeit in Stadt, Region und Land NRW auch der Staatssekretär im Familienministerium NRW, Andreas Bothe, und die Landesrätin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe aus Münster, Birgit Westers, erwartet.

In zwei Fachvorträgen werden Prof. Christian Schrapper die historische Entwicklung der Jugendhilfe und Dr. Thomas Meysen die aktuellen Herausforderungen der Jugendhilfe thematisieren. Ergänzt wird das Festprogramm mit viel Musik und Unterhaltung von Kindern und Jugendlichen, wie der “Cajon”-Gruppe und einer Präsentation der “Dance Academy”. Gezeigt wird auch ein mit einem Augenzwinkern aufgenommener Videobeitrag von Jugendlichen mit dem Titel “Jugendamt!?”.

Festschrift gibt Einblick in die 100-jährige Geschichte Weiterlesen

Vortrag und Buchpräsentation: Christian Brachthäuser: „Inventarium dero Closterbücher so zu Siegen“ –

„Inventarium dero Closterbücher so zu Siegen“. Vorlage: Christian Brachthäuser

Die verschollene Bibliothek des Siegener Franziskanerklosters.

Sie gehören sicherlich zu den unbekannten Kapiteln der spätmittelalterlichen Geschichte und Klosterkultur Siegens: gemeint sind Bibliothek und Lebenswelten der Franziskaner mit ihrer bislang unbekannten Sammlung wertvoller Traktate, Predigttexte, Bibelkommentare und wissenschaftlicher Schriften.
Nur wenige Quellen zur Geschichte der Siegener „Barfüßer“, wie die Mönche wegen ihres strengen Armutsideals auch bezeichnet werden, sind erhalten geblieben. Umso bemerkenswerter erscheint der Fund, den Christian Brachthäuser im Königlich Niederländischen Hausarchiv in Den Haag gemacht hat. In der neuen Ausgabe des „Siegener Forums“ am Donnerstag, den 9. Mai 2019, um 18.30 Uhr im Stadtarchiv Siegen wird das „Inventarium dero Closterbücher so zu Siegen“ erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. „Es handelt sich um ein bislang unausgewertetes Verzeichnis aus dem Jahr 1591. In einer Art Bestandsaufnahme wurden sämtliche Bücher, die sich damals noch im Oberen Schloss befanden, aufgelistet. Ein solches Dokument liefert wertvolle Erkenntnisse über die kirchengeschichtlichen, religiösen und naturphilosophischen Studien der Mönche. Besonders im Hinblick darauf, welche theologischen Inhalte der Siegener Bevölkerung vor der Reformation vermittelt wurden“, so der Mitarbeiter des Stadtarchivs Siegen. Insofern gestattet das Buchinventar aufschlussreiche Einblicke hinter die Kulissen des Siegener Klosters und der geistigen Vitalität zwischen mittelalterlicher Scholastik und frühneuzeitlichem Humanismus. Dies verdient vor allem Erwähnung, weil Siegerländer Heimathistoriker noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts glaubten, die Ordensbrüder hätten vor ihrer Ausweisung aus Siegen im Jahr 1534 den größten Teil ihrer Büchersammlung heimlich, still und leise weggeschafft und daher einen nur unbedeutenden Beitrag zum religiösen Leben in Siegen geleistet. „Genau das Gegenteil aber scheint der Fall gewesen zu sein. Vergleiche mit anderen Konventen legen sogar den Schluss nahe, dass die Franziskaner wegen ihres karitativen Engagements, ihres seelsorgerischen Beistands und ihren volksnahen Predigten auch von der Bevölkerung Siegens sehr geschätzt wurden“, so Brachthäuser. Was aber geschah nach der Inventarisierung der Bücher im Jahr 1591? Wurden sie in Teilen veräußert oder entsorgt?
Der Vortrag erläutert einführend die Gründung des Franziskanerklosters Ende des 15. Jahrhunderts, stellt Aspekte religiöser Buchkultur der damaligen Zeit vor und versucht danach das Schicksal der Siegener Klosterbibliothek nachzuzeichnen. Weiterlesen

Dr. Patrick Sturm seit 1. April neuer Stadtarchivar

Angekommen im KrönchenCenter: Dr. Patrick Sturm hat am 1. April 2019 die Leitung des Stadtarchivs Siegen übernommen. Damit tritt er die Nachfolge von Ludwig Burwitz an, der Ende März in den Ruhestand eingetreten ist.

Erster Überblick über die Bestände des Archivs: Der für Kultur zuständige Beigeordnete Arne Fries und Astrid Schneider, Leiterin der Kulturabteilung, begrüßten Dr. Patrick Sturm (Mitte) als neuen Leiter des Stadtarchivs Siegen. (Foto: Stadt Siegen)

Der Historiker, Jahrgang 1983, wechselte vom Stadtarchiv Pforzheim, dessen stellvertretende Leitung er seit 2017 innehatte. Unter anderem war er dort für die digitale Langzeitarchivierung sowie die amtlichen und nichtamtlichen Provenienzbestände verantwortlich. Zuvor war Dr. Patrick Sturm beim Stadtarchiv Karlsruhe als wissenschaftlicher Archivar und Leiter des Projekts “Rettung historischer Bauakten, digitale Langzeitarchivierung, Dokumentationsprofil” tätig. Weiterlesen

Freunde und Förderer besichtigten archäologische Fundstätte Gerhardsseifen

Bei einer Sonderführung besichtigten Gäste aus Politik, Förderer und Unterstützer die eisenzeitliche Verhüttungswerkstatt Gerhardsseifen in Niederschelden. (Foto: Stadt Siegen)

Zum Ende der archäologischen Grabungen an der Fundstätte “Gerhardsseifen” in Niederschelden waren gestern zahlreiche Unterstützer und Förderer zu einer Besichtigung des Areals gekommen. Die Archäologen erläuterten den Gästen den einzigartigen Werkplatz aus der Keltenzeit wie dem frühen Mittelalter. Weiterlesen

„Eine schnurgerade, turmhohe Feuersäule“

Stadtarchiv Siegen erinnert an die Zerstörung des Klubbs vor 150 Jahren

Der Klubb (links von der Nikolaikirche) vor seiner Zerstörung am 12./13. April 1869. Vorlage: Stadtarchiv Siegen, Best. Fotosammlung Siegen


In seinem „Klick in die Vergangenheit“ widmet sich das Stadtarchiv Siegen regelmäßig unterschiedlichen Episoden der städtischen Geschichte. Besondere Anlässe, historische Ereignisse, bislang unbekannte Aspekte oder bemerkenswerte Archivstücke in den Sammlungsbeständen sollen dadurch der Öffentlichkeit vorgestellt werden. In der neuen Ausgabe werden die dramatischen Ereignisse in der Nacht vom 12./13. April 1869 nachgezeichnet, als ein Großbrand die markante Häusergruppe Klubb in der Siegener Oberstadt zerstörte.
Auch 150 Jahre nach der Katastrophe ist das Gebäudeensemble, das sich auf der Grundfläche der seit 1977 so bezeichneten Alfred-Fißmer-Anlage befand und von Wilhelm Scheiner (1852-1922) zu Beginn des 20. Jahrhunderts mehrfach aquarelliert wurde, vielen Bewohnerinnen und Bewohnern Siegens ein Begriff. „Die stadtgeschichtlich wie künstlerisch bedeutenden Darstellungen der engen, verschachtelten Bausubstanz täuschen ein wenig darüber hinweg, dass der dicht bebaute Klubb mit seinen 25 kleinen, mehrstöckigen Häusern ungeachtet aller malerischen Idylle einen gefährlichen Brandherd darstellten“, wie Christian Brachthäuser vom Stadtarchiv Siegen erklärt. Denn die Häuseransammlung war lediglich durch die schmale Krämergasse von der Nikolaikirche getrennt und lag nur wenige Meter vom Rathaus. „Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Stadt Siegen die Abschaffung der sogenannten Turmwache auf dem Dach der Nikolaikirche beschloss, befürchteten zahlreiche Menschen bei einem Brandausbruch das Schlimmste“, so der Bibliothekar. Ein wichtiges Instrument zumindest der Eindämmung eines Brandes war also nicht mehr vorhanden, als am Abend des 12. April 1869 in zwei Häusern Feuer ausbrach und binnen einer Viertelstunde auf die übrigen 23 Gebäude übergriff. Glücklicherweise konnte durch den Einsatz der 1865 gegründeten freiwilligen Feuerwehr Siegens, durch das Engagement zahlreicher Einsatzkräfte mit ihren Löschspritzen aus dem näheren Umland und durch die Zivilcourage vieler Menschen vor Ort ein größeres Unheil wie zum Beispiel das Übergreifen der Flammen auf die Nikolaikirche verhindert werden; dennoch verloren in der Brandnacht 49 Familien mit rund 200 Personen, darunter viele Tagelöhner, Kleingewerbetreibende und Witwen, ihr gesamtes Hab und Gut beziehungsweise standen vor dem wirtschaftlichen Ruin. „Eine Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft ergriff die Stadt Siegen. Zahlreiche Benefizveranstaltungen und Kollekten zugunsten der Brandgeschädigten fanden statt. Aber es gab auch Schattenseiten. So häuften sich Beschwerden über Diebstähle aus den Brandruinen oder über Verleumdungskampagnen. Betroffene wurden etwa denunziert, das Feuer selbst gelegt zu haben“, gibt Brachthäuser zu bedenken. Doch nicht nur das. Über Jahre hinweg zogen sich Rechtsstreitigkeiten mit einigen ehemaligen Hauseigentümern hin, die einen Wiederaufbau ihrer Wohnhäuser beabsichtigten. Die Stadt Siegen wiederum wollte dies verhindern und die Grundfläche des Klubbs in städtisches Eigentum umwandeln. Welche Argumente legten die acht Parteien vor, die ihre Gebäude an Ort und Stelle wieder aufbauen lassen wollten? Welchen Standpunkt vertraten die Verantwortlichen der Stadt Siegen? Wie kam es zur Benennung des Areals in „Bismarckplatz“ im Jahr 1885? Weiterlesen