Filmabend: Historisches Siegerland Teil 2: “Heimatbend Siegen”

25.01.2019, 19:00
KrönchenCenter, Vortragsraum, Markt 25, 57072 Siegen

In der erfolgreichen WDR-DokumentationHeimatabendSiegen „Heimatabend Siegen“ (2014) erzählen die Siegener selbst die Geschichte ihrer Stadt – eine Stadt, die Vorurteilen stoisch trotzt und umso mehr Überraschungen zu bieten hat. Dabei war ihr Los oft hart. 1944 trafen die Bombardements der Briten die Stadt besonders schwer, doch der Wiederaufbau ging schnell voran.

Ein Angriff ganz anderer Art hat die Stadt ähnlich erschüttert. Es waren Worte, die 1996 Siegen völlig unvorbereitet trafen. Hanjo Seißler konfrontierte in seinem Artikel „Was ist schlimmer als verlieren? Siegen!“ im Magazin der Süddeutschen Zeitung die Stadt seiner Kinderferien mit ihren dunklen Seiten. „Heimatabend Siegen“ – eine Dokumentation mit zum Teil noch unveröffentlichtem Archivmaterial und Amateuraufnahmen.

Eintritt frei! Um Reservierung wird gebeten
(Telefon 0271 404-3000, E-Mail vhs@siegen.de oder persönlich)
Einlass ab 18.30 Uhr, die Reservierungen werden bis 10 Min. vor Veranstaltungsbeginn zurückgehalten.

Quelle: Volkshochschule Siegen, Programm

Filmabend: Historisches Siegerland Teil 1

“Eisenwald” und “Wittgenstein – Weiße Flecken auf der Landkarte”
18.01.2019, 19:00, KrönchenCenter, Vortragsraum, Markt 25, 57072 Siegen

»Eisenwald«
Ein Film aus dem Jahr 1953
… ist ein fast vergessenes und kulturhistorisch wertvolles Zeitzeugnis über die Lebens- und Arbeitswelt im Siegerland der frühen 50er-Jahre. Jahrzehnte lagerte der Film in den Tiefen des Bundesarchivs und wurde jetzt, aufwendig restauriert und in nie zuvor gesehener Qualität, für die Nachwelt neu aufbereitet. Diese zeitgeschichtliche Dokumentation über die Siegerländer Lebens- und Arbeitswelt zeigt die Haubergswirtschaft, Eisenerzgewinnung, Verhüttung und Weiterverarbeitung bis zum Rohstahl, dessen Qualität in jener Zeit Weltruhm erlangte. Die Dokumentation vermittelt eindrucksvoll längst vergangene und unwiederbringliche Bilder von Menschen, Landschaften und Industrieszenarien aus dieser Region. 1952/53 wurde der Film von der Düsseldorfer DREYER-KULTURFILM unter der Regie von Herbert Ladendorff gedreht. Kameramann war Herbert Apelt, der übrigens auch in vielen Filmen von Louis Trenker hinter der Kamera stand. Den Film kommentiert der damals große Schauspieler und Sprecher Mathias Wieman.
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Vortrag: Klemens Mehrer (Siegen): Blick in ein düsteres Kapitel: Erinnerungen an den 1991 beendeten NS-Prozess gegen SS-Rottenführer Ernst-August König in Siegen

In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird Oberstaatsanwalt i.R. Klemens Mehrer am Donnerstag, den 17. Januar 2019, um 18.30 Uhr im Stadtarchiv Siegen an das einzige Verfahren vor einem deutschen Strafgericht erinnern, das die Verfolgung und Vernichtung von Sinti und Roma durch das Naziregime behandelte.

Modell des Vernichtungslagers Ausschwitz-Birkenau im Aktiven Museum Südwestfalen e.V. Bildvorlage: Klemens Mehrer.

Im „Zigeunerlager Auschwitz“ waren zwischen Februar 1943 bis zur Auflösung des Konzentrationslagers am 2. August 1944 mindestens 22.700 Sinti und Roma aus ganz Mitteleuropa inhaftiert. Die Meisten von ihnen starben durch gezielte Unterversorgung (Aushungerung), grausame Schikanen oder wurden durch Vergasungsaktionen ermordet. Nur etwa 4.000 Personen überlebten die Gräuel.
Angeklagt war bei dem Verfahren in Siegen war der ehemalige Blockführer des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau und SS-Rottenführer Ernst-August König. Ihm wurde vorgeworfen, aus eigener Initiative sechs Menschen ermordet zu haben und am Tod weiterer Lagerinsassen beteiligt gewesen zu sein. Das Verfahren endete zwar mit einer Verurteilung zu lebenslanger Haftstrafe wegen Tötungsverbrechen in drei Fällen. Der Hauptangeklagte entzog sich durch Suizid am 18. September 1991 jedoch dem Urteil.
Über den Prozessverlauf berichtet Oberstaatsanwalt i.R. Klemens Mehrer, der an dem Verfahren als Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft teilgenommen hatte. Weiterlesen

Restaurierter Erker im Siegerlandmuseum vorgestellt

Die Holzarbeiten des um 1730 entstandenen Erkers im Rubenssaal des Siegerlandmuseums erstrahlen wieder in neuem Glanz. (Foto: Stadt Siegen)


Nach vielen Jahren konnte der Wunsch nach einer Restaurierung des Erkers des Rubenssaals im Siegerlandmuseum erfüllt werden: Die Holzarbeiten des um 1730 entstandenen Erkers wurden fachgerecht von der Restaurierungswerkstatt Christoph Tölke überarbeitet und erstrahlen nun in neuem Glanz.

Begleitet wurden die Arbeiten von Dr. Ryszard Moroz, Fachberater für Konservierung und Restaurierung des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe.

Die Kosten in Höhe von rund 27.000 Euro hat größtenteils der Förderverein des Siegerlandmuseums und des Oberen Schlosses e.V. übernommen, 30 Prozent werden durch Fördergelder des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe getragen. Weiterlesen

Montan-Ausgrabungsstätte in Niederschelden:

Nötige Verträge für »Gerhardsseifen« unterzeichnet

Bürgermeister Steffen Mues bei der Aushändigung der unterzeichneten Verträge an die Vorstandsmitglieder des Trägervereins “Ein Siegerländer Tal”, Christian Weber, Friedrich Schmidt und Christel Hussing (v.l.). (Foto: Stadt Siegen)

Für die Konservierung und kulturtouristische Inwertsetzung der Ausgrabungsstätte “Gerhardsseifen” in Siegen-Niederschelden geht es nun in die entscheidende Phase. Die NRW-Stiftung hatte Ende Juni mit der Übergabe des Bewilligungsbescheides über 150.000 Euro den endgültigen Startschuss für das Projekt gegeben.

Seitdem laufen zwischen den Beteiligten, dem Trägerverein “Ein Siegerländer Tal” e.V., der Stadt Siegen und dem Kreis Siegen-Wittgenstein intensive Gespräche und Abstimmungen für die nächsten Schritte, um das Projekt umzusetzen.

Entscheidend dabei waren zunächst die vertraglichen Regelungen, die Voraussetzung für alle weiteren Entscheidungen sind. Zunächst war von städtischer Seite zu klären, ob der von der NRW-Stiftung geforderten Absicherung der Fördermittel zugestimmt werden kann. Außerdem war eine Regelung für die zukünftige Unterhaltung und Vermarktung des Projektes zwischen der Stadt Siegen und dem Trägerverein notwendig. Weiterlesen

16. Dezember: Einladung zum Ge(h)denken

Am Sonntag, 16. Dezember 2018, jährt sich zum 74. Mal der Tag, an dem die Stadt Siegen durch einen alliierten Luftangriff in nur wenigen Minuten zu 80 Prozent zerstört wurde. 348 Menschen kamen dabei ums Leben. Zum Jahrestag der Zerstörung Siegens im Jahr 1944 lädt die Stadt Siegen zum traditionellen “Stillen Gedenken” ein.

Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, um 15.00 Uhr – zu dem Zeitpunkt, an dem Siegen bombardiert wurde – an der Kranzniederlegung durch Bürgermeister Steffen Mues an der Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft am Dicken Turm des Unteren Schlosses teilzunehmen und mit ihrer Anwesenheit ein Zeichen der Mahnung und der Hoffnung zu setzen. Nach dem stadtweiten Kirchengeläut wird um 15.00 Uhr vom Dicken Turm ein Trauerchoral gespielt, im Anschluss spielt das Blechbläserensemble Trompobas.

Außerdem organisiert das “Siegener Bündnis für Demokratie” auch in diesem Jahr im Rahmen des “Ge(h)denkens” verschiedene Veranstaltungen und Aktionen, mit denen zu einer aktiven Gestaltung des Gedenktages aufgerufen wird. Das Programm beginnt um 16.00 Uhr mit einer Kundgebung auf der Siegbrücke. Redner sind der Theologe Prof. Ingo Baldermann und Yasmine Boubaous, Vorsitzende der DGB-Jugend Siegen-Wittgenstein. Um 18.00 Uhr lädt das “Bündnis für Demokratie” zu einem ökumenischen Gottesdienst in der Nikolaikirche ein. Eine Lesung von Mehmet Daimagüler aus seinem Buch “Empörung reicht nicht! Unser Staat hat versagt. Jetzt sind wir dran. Mein Plädoyer im NSU-Prozess” findet um 20.00 Uhr im Apollo-Theater statt.

Am Freitag, 14. Dezember 2018, um 20.00 Uhr sind außerdem alle Bürgerinnen und Bürger zur Filmdokumentation “Wildes Herz” in der Arche des Evangelischen Gymnasiums Siegen-Weidenau eingeladen. Einlass ist ab 19.30 Uhr.

Weitere Informationen zum “Ge(h)denken” finden Sie gleich hier …

Quelle: Stadt Siegen, News

“Siegener Beiträge – Jahrbuch für regionale Geschichte” 23/2018 vorgestellt

Mit der Veröffentlichung der neuen „Siegener Beiträge“ Nr. 23/2018 betritt die Geschichtswerkstatt Siegen e.V. Neuland.  Erstmalig in ihrer Vereinsgeschichte legen die Herausgeber Dr. Bernd D. Plaum, Siegens Stadtarchivar Ludwig Burwitz und Christian Brachthäuser ein zweites, reich bebildertes und gewohnt fundiertes Jahrbuch in einem Kalenderjahr vor.

Geschichtsinteressierte können sich diesmal über eine spannende Auswahl an Stationen und Akteure (nicht nur) regional bedeutsamer Ereignisse freuen, die die Jahresendungen 68 in den Fokus nehmen. 1568 markiert den Ausbruch des niederländischen Unabhängigkeitskampfes unter Wilhelm I. von Oranien. Der Burgenhistoriker Olaf Wagener M.A. beleuchtet die besondere Rolle des nassauischen Siegerlands für den „Achtzigjährigen Krieg“, der 1648 in der Unabhängigkeit der Niederlande münden sollte. Am 22. März 1868 vermachte der Sozialreformer Leonhard Gläser der Siegener Stadtverwaltung testamentarisch ein großes Vereinsgelände unter der Bedingung, die Grünanlage nebst den darauf befindlichen Immobilien und einer Bargeldsumme im Sinne des 1851 von ihm gegründeten Bürgervereins „Eintracht“ zu verwalten. Christian Brachthäuser zeichnet anhand neuer Quellen zum 150-jährigen Jubiläum kritisch die Entwicklung der Gläser-Stiftung und die vermeintliche Zweckerfüllung mit dem Bau der Siegerlandhalle nach. 1918 bedeutete das Ende des Ersten Weltkriegs.  Ludwig Burwitz erläutert die Sichtweisen eines aus Kiel stammenden Krankenpflegers, der während der „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ im Siegener Kaisergartenlazaretts tätig war und zahlreiche Postkarten hinterließ, die wertvolle Rückschlüsse auf das zivile Leben an der Siegener Heimatfront zulassen. Die gesellschaftspolitischen Ereignisse 1968, bildlich festgehalten während des Landesparteitags der rechtsextremen NPD in der Siegerlandhalle und wütenden Leserbriefen in der Tagespresse, bilden ein weiteres Themenfeld in dem neuen Jahrbuch. Weiterlesen

Vortrag: Dr. Jens Friedhoff “Das Obere Schloss als nassauische Landesburg und Residenz:

Baugeschichte im Spiegel archäologischer und archivalischer Funde

Der 1686/87 errichtete Pavillonturm des Oberen Schlosses. Vorlage: Dr. Jens Friedhoff, 2014.

In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird der Burgenhistoriker Dr. Jens Friedhoff am 6. Dezember 2018  um 18.30 Uhr im Stadtarchiv Siegen die Erbauung und architektonische Ausgestaltung des stadtbildprägenden Oberen Schlosses vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert nachzeichnen.
Bis heute prägt das auf der Spitze des Siegbergs gelegene Obere Schloss mit den Türmen der Nikolai- und der Marienkirche sowie mit dem sogenannten „Dicken Turm“ des Unteren Schlosses und der Martinikirche die Silhouette Siegens. Die weitläufige Burg- beziehungsweise Schlossanlage weist einen Baubestand vor, der das frühe 13. Jahrhundert bis das beginnende 20. Jahrhundert umfasst. Dabei spiegeln die mächtigen Außenanlagen die Entwicklung der Festungsbaukunst vom Spätmittelalter bis zur Barockzeit wider. Wohl um 1200 als Höhenburg gegründet, avancierte das Obere Schloss zu Beginn des 17. Jahrhunderts zur Residenz der katholischen Dynastie des 1652 in den Reichsfürstenstand erhobenen Hauses Nassau-Siegen. Ungeachtet seiner herausragenden stadt-, regional- und landesgeschichtlichen Bedeutung hat die Forschung dem Oberen Schloss bislang jedoch nur vergleichsweise wenig Beachtung geschenkt. Der Referent wird an diesem Abend wichtige Stationen der baulichen Entwicklung erörtern. Im Fokus des Vortrags mit Bildpräsentationen stehen archäologischer Befunde sowie bislang kaum beachtete Schrift- und Bildquellen in Archiven. Weiterlesen

Vortrag “Die Gesellschaft der Eva von Buttlar und ihr Gefolge.

Eine extrem gelebte Sonderform des radikalen Pietismus – eine Spurensuche im 18. Jahrhundert.”
Donnerstag 15.11.2018, 18:30, Siegen, KrönchenCenter, Markt 25

In Saßmannshausen erlebte die Sozietät der Eva von Buttlar zu Beginn des 18. Jahrhunderts ihre Hochphase. Undatierte Ansichtskarte um 1916 (Vorlage: Dr. Ulf Lückel)

In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ beleuchtet der Kirchenhistoriker Dr. Ulf Lückel am 15. November 2018 um 18.30 Uhr im Stadtarchiv Siegen eine ganz besondere Ausprägung des radikalen Pietismus.
Um die Sozietät der Eva Margaretha von Buttlar (1670-1721) ranken sich wohl die meisten wilden Fantasien, Spekulationen und letztlich unreflektierte Fehleinschätzungen über eine religiöse Gemeinschaft im 18. Jahrhundert. Obschon die Gruppe um Eva von Buttlar für nur knapp zwei Jahre in Wittgenstein ihren Aufenthalts- und Wirkungsort hatte, wird sie auch heute noch in aller Regel mit ihren sexuellen Ausschweifungen in Verbindung gebracht. Schon vor rund drei Jahrhunderten beobachtete die Bevölkerung das Treiben unverheiratet zusammenlebender Personen beiderlei Geschlechts, die den Liebeskuss und freie Liebe praktizierten, mit großem Argwohn. Denn in der im Volksmund abschätzig „Buttlarsche Rotte“ bezeichneten Gruppe galt der promiskuitive Verkehr mit „Mutter Eva“ als reinigend. Viele dem Pietismus verbundene Personen möchten die Geschehnisse um sie daher am liebsten verschweigen, doch diese religiöse Ausprägung kann und darf aus kirchen- und regionalgeschichtlicher Sicht nicht einfach ignoriert werden, wie Dr. theol. Ulf Lückel von der Philipps-Universität Marburg an diesem Abend erläutern wird. Weiterlesen

Vortrag: “Wiederaufbau in Siegen – Liebe auf den 2. Blick”

Referent: Michael Stojan
30.10.2018, 19:00
KrönchenCenter, Vortragsraum, Markt 25, 57072 Siegen

“»Siegen ist der Stolz des Landes, die heilige Stadt der Berge des westfälischen Südens. Von dem Wege nach der Halde der Johannishütte ist die Stadt ein herrlich aufgebautes Jerusalem. Im Mittelalter, als ihre dichtgeschlossene, blendend weiße Häusermasse noch von einem Mauergürtel zusammengehalten war, muss sie ungemein prächtig ausgesehen haben. Doch auch heut ist’s ein Anblick, wohl wert hellsten Zujubelns. Im nahen und weiteren Kreis ein wundersamer Bergekranz, der den Blick in die Welt einengt und auf das Städtewunder zu seinen Füßen zwingt.« (Mielert, Fritz, 1920: Das schöne Westfalen. Dortmund)
Dieses historische Siegen ist im Bombenhagel und dem Feuersturm des 16. Dezember 1944 untergegangen. Bis heute trauern viele Siegener diesem Erscheinungsbild der Vorkriegszeit nach. Dabei übersehen sie leider, dass die Leistung des Wiederaufbaus der zerstörten Stadt im Vergleich zu den meisten anderen Städten mit ähnlichem Schicksal eine Erfolgsgeschichte darstellt. Das Ergebnis kann aus heutiger Sicht als beispielhafte Lösung im traditionellen Stil betrachtet werden, die eine tragfähige Grundlage für ein nachhaltig schönes Stadtbild bildet. Weiterlesen