Heute vor 70 Jahren: Die Verurteilung von Friedrich Flick vor den Nürnberger Prozessen am 22.12.1947

Von Dr. Oliver Hirsch

Friedrich Flick wurde am 13.Juni 1945 verhaftet. Flick unterhielt beste Kontakte zu den Oberen der Nazihierarchie, zu den Ministerien, Militärs und Sonderbeauftragten. Dies brachte ihn auf die Fahndungsliste, die von der Geheimdienstdirektion des US-Hauptquartiers herausgegeben wurde. Im Vorwort dieser Fahndungsliste ist zu lesen, dass die Industriellen „nichtsdestoweniger genau so gefährlich wie der deutsche Militarist, der SS-Mann und der Parteiführer der NSDAP“ waren (Jung, 1992, S.9).

Am 26.10.1946 wurde Telford Taylor zum Hauptankläger der Nachfolgeprozesse bestimmt. Im November 1946 konnte die Anklagebehörde mit der Vorbereitung des Falles Nr. 5 (Flick- Prozess) beginnen. Die Ermittlungen wurden jedoch immer häufiger von den Offizieren der eigenen Armee mit der Bemerkung behindert, es handele sich um radikale Aktionen gegen gute Industrielle und Bankiers, die dringend gebraucht würden, nämlich für den neuen antikommunistischen Kurs der USA.

Die Mitglieder des Gerichts im Fall 5 wurden vom Militärgouverneur bestimmt. Es waren der vorsitzende Richter Charles B. Sears, die beisitzenden Richter Frank N. Richmond und William C. Christianson, sowie das stellvertretende Mitglied Richard D. Dickson, die sämtlich Berufsrichter waren. Ihnen fehlten jedoch europa- und speziell deutschlandspezifische Kenntnisse, welches sich im weiteren Verlauf des Prozesses zum Teil in grotesk anmutenden Informationslücken offenbarte. Dr. Rudolf Dix fungierte als Verteidiger von Friedrich Flick, später trat Otto Kranzbühler für ihn in Erscheinung, der eigentlich den Mitangeklagten Odilo Burkhart vertrat. Flick war im weiteren Verlauf mit Dix zunehmend unzufrieden. Weitere Angeklagte waren Otto Steinbrinck, Konrad Kaletsch, Bernhard Weiß und Hermann Terberger.

Am 15.03. 1947 begann der Prozess mit der Verlesung der Anklageschrift. Er dauerte bis zum 22.12. 1947. Weiterlesen

„Gesellschaft, Politik und Kultur haben sich tiefgreifend verändert“

LWL veröffentlicht Buch über die 68er-Bewegung und ihre Folgen

as passierte 1968 in Westfalen? Demonstrationen auf dem Prinzipalmarkt in Münster, „Teach-Ins“ in den neu gegründeten Universitäten von Bielefeld und Bochum, besetzte Häuser, die Gründung von Landkommunen – der 68er-Bewegung waren auch in der Provinz kaum Grenzen gesetzt. Bis heute – 50 Jahre später – sind die Folgen des politischen und kulturellen Aufbruchs sichtbar. Wie und in welchem Maße ergründet das Buch „1968 in Westfalen. Akteure, Formen und Nachwirkungen einer Protestbewegung“, herausgegeben vom Institut für westfälische Regionalgeschichte des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Weiterlesen

Hightech, Migration und Relikte aus der Vergangenheit

Foto: LWL

Neue LWL-Publikation bilanziert „Archäologie in Westfalen-Lippe 2016“

Ob Unterwasserarchäologie im Eggegebirge, Prospektionen mit dem Quad oder Migration und Kulturtransfer als Gegenstand archäologischer Forschung: Archäologen in Westfalen gingen 2016 neue Wege und sind doch tief verwurzelt in der Gegenwart. Das zeigt die neue Publikation „Archäologie in Westfalen-Lippe“ des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). In 81 Beiträgen informieren 98 Autorinnen über die aktuellen Forschungsergebnisse aus Archäologie und Paläontologie und die größten Ausstellungen Westfalens im Jahr 2016.

Auf 340 Seiten laden LWL-Archäologie für Westfalen und die LWL-Altertumskommission für Westfalen zu einem Blick in den Boden und – erstmalig – auch unter Wasser ein. „Neueste Technik und aktuelle gesellschaftlichen Diskussionen sind uns wichtig“, erklärt Prof. Dr. Michael M. Rind, Chefarchäologe des LWL, die neuen Wege. „Denn Archäologie hat viel damit zu tun, wie wir heute leben“, so Rind weiter. Weiterlesen

„Heimat Siegerland – Heimat São Paulo“

Ein besinnlicher Abend zur Weihnachtszeit

Die IHK Siegen lädt ein,

am 19. Dezember 2017 um 18 Uhr
im Bernhard-Weiss-Saal, IHK Siegen, Koblenzer Straße 121, 57072 Siegen

das Thema Heimat aus ganz unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten.

IHK-Ehrenpräsident Klaus Vetter, Vetter Holding GmbH, erläutert die Bedeutung der Wirtschaftsregion Siegerland am Beispiel von 725 Jahren Wirtschaftsgeschichte in Siegen-Eiserfeld. Alexander Fischbach von mundus.tv präsentiert historische Filmaufnahmen zum Siegerländer Erzbergbau und den Haubergsgenossenschaften. Dazu führt Josef Wiesmann (ehem. Arbeitgeberverbände Siegen-Wittgenstein) mit seinem umfangreichen Wissen über die Wirtschaftsgeschichte der Region mit dem Schwerpunkt der Eisen-Weiterverarbeitung ein. Der Siegener Fotograf Dirk Mander­bach erläutert, wie sich sein Heimatbegriff durch Besuche in São Paulo verändert hat. Und Kerstin Stahl, Sängerin aus Burbach, sorgt für den musikalischen Rahmen.

Im Anschluss an die Veranstaltung laden wir Sie zu einem kleinen Imbiss und einem Becher Glühwein ein.
Quelle: IHK Siegen, Termine