Literaturhinweis: Gabriele B. Clemens/Katharina Thielen/Alexander Olenik (Hgg.): Mevissen – Prototyp des rheinischen Wirtschaftsbürgers?

Forschungspotentiale und Perspektiven zu Gustav von Mevissen und seiner Familie

„Gustav von Mevissen (1815–1899) war einer der erfolgreichsten und innovativsten Unternehmer Deutschlands im 19. Jahrhundert. Er etablierte sich als junger Kaufmann in Köln mit politisch liberalem Profil. Der Rheinländer gehörte zu jenen Unternehmern, die den Eisenbahnbau vorantrieben, in die Schwerindustrie investierten und das Banken- und Versicherungswesen revolutionierten. Der Band bietet aktuelle Beiträge zu Mevissens zahlreichen wirtschaftlichen, politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Aktivitäten. Deutlich wird, wie er geschickt für sein vielfältiges Engagement familiäre, freundschaftliche und politische Netzwerke nicht nur im Rheinland nutzte. Darüber hinaus werden seine engen Kontakte zur Hohenzollerndynastie, nach Berlin sowie seine Erhebung in den Adelsstand fokussiert. Eine gemeinsame Publikation des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte und der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde.“
Quelle: Verlagswerbung

Vortrag: Manuel Zeiler: »Das Siegerland zur Zeit der Kelten«

Do., 22.10.2026, um 18:30 Uhr, Eintrachtsaal Siegerlandhalle

Ausgrabung eines eisenzeitlichen Verhüttungsofens am „Gerhardsseifen“ in Siegen-Niederschelden (Foto: D. Bachmann

Ende des 1. Jahrtausends v. Chr. besiedeln erste Bauern das Siegerland und leben dort in kleinen Gemeinschaften über hunderte Jahre. Ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. begann ein einschneidender Wandel: Fremde Spezialisten wandernden ein und brachten die Technologie mit, Eisenerz zu verhütten. Innerhalb weniger Generationen wurden aus kleinen Verhüttungsöfen die größten ihrer Epoche in Europa entwickelt, massenhaft Eisen erzeugt und teilweise sogar die Landschaft massiv umgestaltet – bis um Christi Geburt alles vorbei war und die Region vollständig verlassen wurde.
Seit den 2000er Jahren erforscht eine Kooperation aus LWL-Archäologie für Westfalen, Deutsches Bergbau-Museum Bochum und Ruhr-Universität Bochum die Eisenzeit im Siegerland. Das Forschungsprojekt geht 2026 zu Ende und mit diesem Vortrag werden erstmals die Gesamtergebnisse vorgestellt.

Keine Anmeldung erforderlich. Kommen Sie einfach mal vorbei!
Quelle: vhs Siegen, Programm

Spielerisch ans Steuer des ersten Motoromnibusses der Welt

Neue Spiele-App „Linie 1895“

Outline Development veröffentlicht in Kürze das Spiel „Linie 1895 – Der erste Motoromnibus der Welt“. Im Laufe des Oktobers wird es kostenlos für iOS und Android im App- bzw. Google Play Store verfügbar sein. Gemeinsam mit dem Spiele-Entwickler Tobias Müller hat Landrat Andreas Müller das Spiel jetzt vorgestellt – stilecht im Alten Bahnhof in Deuz, direkt neben dem dort ausgestellten ersten Motoromnibus der Welt. „Linie 1895“ macht ein Stück regionaler Technikgeschichte erlebbar: Denn am 18. März 1895 nahm im Siegerland die erste Omnibuslinie der Welt mit Motorantrieb den Betrieb auf. Wer jetzt im Spiel die Wagenhalle öffnet, übernimmt das Steuer – und das unternehmerische Risiko.
In „Linie 1895“ führen Spielerinnen und Spieler die Omnibusgesellschaft auf der historischen Strecke Deuz – Netphen – Dreis-Tiefenbach – Weidenau – Siegen. Jeden Morgen liegt die Tageszeitung auf dem Schreibtisch in der Wagenhalle: Wetterbericht, Meldungen und Gerüchte verraten, was der Tag bringen könnte. Danach heißt es sich zu entscheiden – wie viele Fahrten, welcher Fahrpreis, wie viel Wartung, wie viel Werbung? Welche Stellschrauben wirklich zählen, finden die Spieler durch ausprobieren heraus; ein bisschen Glück mit Wetter und Ereignissen gehört ausdrücklich dazu. Weiterlesen →

Erzbistumsarchiv Paderborn verfolgt ehrgeiziges Ziel

Bestände-Übersicht des Archivs des Erzbistums Paderborn online. Digitale Präsentation der Archivalien ist langfristiges Ziel des engagierten Archiv-Teams

Die Erschließungs- und Digitalisierungsarbeit der Bestände des Erzbistumsarchivs wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen, eine Aufgabe, die das Archiv-Team engagiert angeht. V.v.n.h.: Claudia Seemann-Bartsch, Thomas Welter, Hans Jürgen Rade, Michael Streit, Lisanne Hupe, Martin Streit, Gerrit Eder, Ulrich Renneke.
Foto: © Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Das Erzbistumsarchiv Paderborn geht erstmals mit seiner Bestände-Übersicht online und ermöglicht damit allen Interessierten, sich „von zu Hause aus“ einen Überblick über die gebotenen Informations- und Forschungsmöglichkeiten zu verschaffen. „Langfristig möchten wir selbstverständlich alle Archivalien der ältesten Bestände digital präsentieren und damit allen weltweit zur Verfügung stellen“, bekräftigt Erzbistumsarchivar Domvikar Hans Jürgen Rade. Das sei ein „ehrgeiziges und ambitioniertes Ziel“, ein Zukunfts-Ziel, das durch die engagierten und motivierten Archivmitarbeitenden aber umsetzbar sei, ergänzt Michael Streit als Geschäftsführer des Erzbistumsarchiv. Die Erschließungs- und Digitalisierungsarbeit der Bestände werde mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Die gute Nachricht dabei: Das, was bereits erschlossen und digitalisiert ist, wird kontinuierlich online gestellt und steht damit jetzt schon zur Verfügung. Weiterlesen →

Rundgang durch die neue Dauerausstellung des Aktiven Museums Südwestfalens

Do., 15.10.2026, um 17:00 Uhr, Thomas Wolf, In Zusammenarbeit mit der vhs Siegen-Wittgenstein

Der Titel – «Bin Mensch nicht auch ich?» zugehörig – ausgegrenzt – verfolgt –
fokussiert die zentrale Frage der Ausstellung nach dem Menschsein, der Menschenwürde, die gerade im 20. Jahrhundert mit dem «Zivilisationsbruch» Holocaust bis heute kaum verstehbar ist. Entlang exemplarischer Leitbiografien thematisiert die Ausstellung den Umgang der «deutschen» Mehrheitsgesellschaft mit der jüdischen Minderheit und weiterer gesellschaftlicher Randgruppen seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert bis zum Ende der nationalsozialistischen Diktatur.
Die Geschichte des authentischen Ortes der ehemaligen Synagoge in Siegen bildet dabei die Grundstruktur der Ausstellung, die ganz bewusst nach Handlungsspielräumen aller in der Zeit des Nationalsozialismus fragt. Die Ausstellung dokumentiert am Beispiel Siegens die stetige Radikalisierung der nationalsozialistischen Ausgrenzungspraktiken aus der Bevölkerung und aus lebensweltlichen Strukturen.
Eintritt und Führung sind Entgelt frei, es wird aber um eine Spende für die Arbeit des Museums gebeten.
Treffpunkt: Aktives Museum Südwestfalen, Obergraben 10, 57072 Siegen
Anmeldung erforderlich!

Quelle: vhs Siegen, Programm

Podcast: „Adolf Saenger – Die Last der Erinnerung“

– eine Einladung zum Weiterforschen des Herdorf History Podcasts:

„Ein Bronzerelief mit verwundeten und erschöpften Soldaten wird zum Ausgangspunkt einer kunsthistorischen Spurensuche. Das heute in Herdorf befindliche Werk wird Adolf Saenger zugeschrieben – einem Maler und Bildhauer aus dem Siegerland, dessen Leben und Kunst von den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts geprägt wurden.

Wer war Adolf Saenger? Welche Spuren hinterließ seine eigene Verwundung im Ersten Weltkrieg? Und wie lässt sich die eindringliche Darstellung menschlichen Leidens im historischen Zusammenhang verstehen? Weiterlesen →