LWL-Archäologie für Westfalen (Hrsg.): Westfalens Archäologie entdecken.

Ein Streifzug durch die Jahrtausende. 2025. 344 S., 315 (überw. farb.) Abb., 26 cm.
ISBN 978-3-7749-4473-2

Was gibt es in Westfalen zu entdecken? Keine Frage, eine ganze Menge! Bei archäologischen Ausgrabungen wurden in den letzten Jahren überall in der Region Orte freigelegt, an denen Menschen vergangener Zeiten lebten, arbeiteten und ihre Verstorbenen bestatteten. Die Spuren, die sie dabei hinterließen, reichen von einfachen Verfärbungen im Boden bis zu wahren Meisterwerken, die uns heute noch staunen lassen. Wer schuf in der Steinzeit die Megalithgräber? Wie weit konnte man von einem mittelalterlichen Kirchturm aus blicken? Und woran scheiterte im 19. Jahrhundert der Bau einer Eisenbahnstrecke? Dieses Buch entführt in 90 kurzen Texten in die Forschungen der LWL-Archäologie für Westfalen, die hier anlässlich des Ruhestandes ihres Direktors Prof. Dr. Michael M. Rind Einblicke in ihre Arbeit während seiner 16-jährigen Dienstzeit von 2009 bis 2025 gewährt. Weiterlesen

Aus der Archivarbeit: Marie Oetling (1877 – 1943) – eine neutrale Lehrerin?

Quelle: Das Volk, 31. Dezember 1918

Bei der Beantwortung einer Recherche zu Marie Oetling, Lehrerin am Siegener Lyzeum, wurde u. a. obige Veranstaltungsankündigung aufgefunden, die ihre frühe politische Betätigung belegt. Über ihre Verabschiedung berichtete die Siegener Nationalzeitung am 31. Oktober 1936:
“ …. Die in den Ruhestand tretende Pädagogin ist nicht nur eine vorbild­liche und verdienstvolle Lehrerin gewesen, son­dern sie darf sich mit Stolz zu den ersten Frauen zählen, die im Siegerland der NSDAP beigetreten sind und die sich mit gro­ßer Leidenschaft für die völkische Idee einge­setzt haben. ….“
Oetling wurde 1877 in Oldenburg geboren. Im Mai 1898 legte sie die Lehrerinnenprüfung für den Untericht an höheren Mädchenschulen ab. Bis 1910 unterrichtete Oetling an verschiedenen häheren Mädchenschule, u.a. auch in Siegen (1906?). Anschließend studierte sie bis 1915 an den Universitäten Münster, Rostock, Halle, Leipzig sowie Greifswald. Im April 1915 legte sie die Lehramtsprüfung für Religion Deutsch und Geschichte ab. In Siegen trat Oetling ihre erste Stelle als wissenschaftliche Hilfslehrerin an. Die Beförderung zur Studienrätin („Oberlehrerin“) erfolgte 1920. Bis zu ihrem Eintritt in den Ruhestand im November 1936 blieb sie am hiesigen Mädchengymnasium. Am 19. Dezember 1943 verstarb Marie Oetling in Siegen und wurde auf dem Hermelsbacher Friedhof beigesetzt. Weiterlesen

Online: Siegerländer Zeitungen

Ausschnitt aus der Startseite des Projektes (Screenshot)

„In der letzten Woche ist eine Reihe von Zeitungen aus Siegen und dem Siegerland in das Portal eingestellt worden. Die Zeitungen sind jemals von Originalen des Stadtarchivs Siegen digitalisiert worden.

Deutsches Bürgerblatt. Diese Zeitung ist in Siegen erschienen, digitalisiert und online gestellt sind Ausgaben der Jahr 1844-1847.
https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/titleinfo/30165747

Sieg-Lahn-Zeitung: Laut Untertitel ein „Organ für die landwirthschaftlichen und gewerblichen Interessen des Siegerlandes und benachbarter Kreise“. Eingestellt sind 13 Jahrgänge aus der Zeit von 1885-1897 sowie eine Probeausgabe von 1884. Die Zeitung erschien dreimal wöchentlich in Siegen.
https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/titleinfo/30179444

Hellerthaler Zeitung: Ein Blatt mit langer Laufzeit. Eingestellt sind die Jahrgänge 2.1896-49.1941. Vorläufige Einstellung wie viele andere Zeitungen auch am 31. Mai 1941. Wiederaufnahme des Erscheinens am 2. Dezember 1950. Die letzte digitalisierte Ausgabe datiert auf den 27. Dezember 1952.
https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/30021589

‚Der Beobachter für die Lande an Sieg und Dill, an Lahn, Leine und Eder’ ist eine Parteizeitung der Deutschen Volkspartei (DVP), die zu Beginn der Weimarer Republik wöchentlich in Siegen erschien. Digitalisiert und ins Portal eingestellt sind Ausgaben der Jahre 1920-1922.
https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/titleinfo/30165581
Quelle: Zeitungsportal NRW, Facebook-Eintrag, 18.1.26

Vortrag: 5000 Jahre Vergangenheit. Aktuelle archäologische Forschungen im Wittgensteiner Land

Dr. Manuel Zeiler

Donnerstag, 22. Januar 2026, Beginn: 19:00 Uhr
Stadtbücherei Bad Berleburg, Dritter Ort – Bücherei der Zukunft, Poststraße 42, 57319 Bad Berleburg,
Eintritt: 3,00 €

Seit fünf Jahrtausenden leben Menschen im heutigen Wittgensteiner Land. Dr. Manuel Zeiler geht in seinem Vortrag „5000 Jahre Vergangenheit – Aktuelle archäologische Forschungen im Wittgensteiner Land“ auf Spurensuche. Insbesondere im Zeitraum zwischen 500 und 0 v. Chr. ließen sich Menschen in der Region nieder und verließen sie mit Anbruch des Frühmittelalters wieder. Mithilfe archäologischer Erkenntnisse aus den letzten fünf Jahrzehnten lassen sich spannende Ansätze zu der frühen Vergangenheit Wittgensteins verfolgen.

nmeldungen sind möglich bei der Stadtbücherei per E-Mail unter stadtbuecherei@bad-berleburg.de oder unter Tel. 02751 923-150.

Quelle: Stadt Bad Berleburg, Aktuelles, 9.1.2026

Online-Vortrag: Erinnerungskultur: Journalismus und gesellschaftliche Verantwortung: Das Projekt „Stolpersteine NRW“

Donnerstag • 22.01.2026 • 18:00 – 19:30 Uhr

Das Projekt „Stolpersteine NRW“ des WDR ermöglicht einen innovativen, interaktiven Zugang zum Thema Nationalsozialismus. Ausgangspunkt ist das Stolpersteine-Projekt von Gunter Demnig: Seit über 30 Jahren verlegen er und Delegierte in Europas Straßen kleine Gedenktafeln aus Messing.
Jeder Stein erinnert an einen Menschen, den das nationalsozialistische Regime verfolgt, deportiert, ermordet oder in den Suizid getrieben hat. Das WDR-Projekt ist eine digitale Erweiterung für das weltweit größte dezentrale Denkmal und richtet sich insbesondere an Schülerinnen und Schüler. Wir stellen das Projekt vor und zeigen, wie journalistische Projekte wie „Stolpersteine NRW“ zur Förderung von Aufklärung, Toleranz und gesellschaftlichem Zusammenhalt beitragen können.
Referent*innen: Jule Küpper, Stefan Domke (WDR) Weiterlesen

Aufstehen und nicht vergessen. Erinnerungsarbeit zu den Opfern des Nationalsozialismus im Kreis Olpe

„Aufstehen und nicht vergessen!“ Mit diesem Appell hatte Kreisheimatpflegerin Susanne Falk zur diesjährigen Herbstveranstaltung am 22. November 2025 auf die Hohe Bracht geladen, um die Aufmerksamkeit auf einen zentralen Aspekt zeitgemäßer Heimatarbeit zu lenken: Zu Gast waren die Erinnerungsinitiativen „Jüdisch in Attendorn“, „Jüdisches Erbe in Olpe“ und die „Erinnerungsinitiative Opfer des Nationalsozialismus Drolshagen“. Sie alle sind den örtlichen Heimatvereinen angeschlossen.

Foto: Erinnern und nicht vergessen, z. B. an die Pogromnacht in Attendorn am 10.11.1938: In der Wasserstraße wird die jüdische Familie Cohn abgeführt., Stadtarchiv Attendorn

Tom Kleine und Wolfgang Dröpper handeln in Attendorn nach dem Motto „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn niemand mehr seinen Namen kennt!“ Regelmäßig finden Führungen vor allem mit Schul- und Jugendgruppen statt, die an die Orte jüdischen Lebens in Attendorn erinnern: Allein vier Kaufhäuser, eine Metzgerei und eine große Blechwarenfabrik wurden von jüdischen Familien in Attendorn betrieben. Die Reinigung der Stolpersteine und die Pflege des Jüdischen Friedhofs sind Tagesgeschäft für die Initiative, dazu kommen Lesungen, Konzerte, Straßen- und Platzbenennungen. Im Rahmen des Projektes „Shalom Attendorn 2018“ entstand der 10 Kilometer lange erste jüdische Themen-Wanderweg in Deutschland. Er wurde in Erinnerung an Julius Ursell konzipiert, der bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 als Kassierer und Wegewart im SGV für die Auszeichnung der Wanderwege in Attendorn verantwortlich war. Weiterlesen

Ausstellung: „50 Jahre – 50 Dokumente“. Kreis beschließt Jubiläumsjahr


„Seit 1975 haben Siegerland und Wittgenstein gemeinsam eine Erfolgsgeschichte geschrieben: hohe Lebensqualität, starke Wirtschaftsregion, eine der sichersten Regionen in Nordrhein-Westfalen, niedrigstes Armutsrisiko in unserem Bundesland, herrliche Naturlandschaften, Ehrenamtsregion Nr. 1 in Südwestfalen und Nr. 2 in NRW – und diese Liste könnte man problemlos fortsetzen“, sagt Landrat Andreas Müller: „Wir hatten also allen Grund, im vergangenen Jahr den Kreisgeburtstag ‚50 Jahre Siegen-Wittgenstein‘ unter dem Motto ‚Wir feiern, was wir lieben‘ zu begehen. Mit einer letzten Veranstaltung im Kreishausfoyer schließen wir das Jubiläumsjahr nun ab. Seit dem 30. Dezember ist dort die Ausstellung ‚50 Jahre – 50 Dokumente‘ zu sehen.“
Konzipiert wurde diese Ausstellung von Kreisarchivar Thomas Wolf. Für jedes der 50 Jahre hat er ein Dokument ausgewählt, dass jetzt im Rahmen der Ausstellung gezeigt wird: „Die Schwierigkeit bei der Auswahl war, möglichst viele Lebensbereiche abzudecken und dabei das gesamte Kreisgebiet zu berücksichtigen“, sagt Wolf: „Eigentlich ist das unmöglich. Und deshalb gebe ich zu, dass es letztlich eine sehr persönliche Ausstellung geworden ist. So habe ich z.B. für das Jahr 2011 die Eröffnung des Kreisarchivs als Thema ausgewählt.“ Weiterlesen

Online Archivnachrichten aus Hessen 2/2025


Die zweite Heft der „Archivnachrichten aus Hessen“ für diese Jahr mit dem Schwerpunkt „Fakten und (F)Akten“ ist online verfügbar.
Regional relevant ist sicher der Tagunsbericht „Der Wilhelmsturm zu Dillenburg. Ein Oranier-Denkmal mit transnationalen Bezügen“ von Simon Dietrich (S. 60 – 67).

Rundgang zu Orten jüdischen Lebens in Siegens Oberstadt

In Zusammenarbeit mit dem Aktiven Museum Südwestfalen e. V. 25. Januar 2026, 15 Uhr Treffpunkt: Aktives Museum Südwestfalen, Obergraben 10, Siegen, Kosten: 5,00 €

Wie kam es zur Gründung einer jüdischen Gemeinde in Siegen? Wie lebten Jüdinnen und Juden, was waren ihre Berufe, welche Einstellung hatten sie zum deutschen Staat – und wie war die Haltung der Mehrheitsgesellschaft zu dieser kleinen Gemeinschaft? Wie entwickelte sie sich vor 1933 und danach? Weiterlesen

Wittgensteiner Heimatstammtisch: Fürstliche Tradition und Schützenehre

Gustav Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg und Schützenhauptmann Christian Hainbach
Dienstag, 13. Januar 2026, 18:00 bis 19:30 Uhr, Das Neue CAPITOL, Im Herrengarten 8, 57319 Bad Berleburg

Die Vortragenden erzählen von der besonderen Verbindung zwischen dem Fürstenhaus und dem Schützenverein Berleburg, die seit 1838 besteht. Historisch, persönlich und garantiert mit der ein oder anderen Anekdote, die man so nicht im Geschichtsbuch findet.

Ein Abend für alle, die Tradition nicht verstaubt finden, sondern lebendig, nahbar und erzählenswert. Weiterlesen