Ausstellungstipp: „Rubens. Kraft der Verwandlung“ in Frankfurt/Main

Peter Paul Rubens hat die europäische Barockmalerei geprägt wie kaum ein anderer Künstler. Als Inspiration dienten Rubens nicht nur antike und zeitgenössische Skulpturen, sondern auch Gemälde, etwa von Tizian, Tintoretto, Elsheimer oder Goltzius. Die Ausstellung „Rubens. Kraft der Verwandlung“ zeigt erstmals eindrücklich Rubens’ Umgang mit seinen Vorläufern und verdeutlicht, warum er noch heute einer der bekanntesten Künstler überhaupt ist.
Mehr zu „Rubens. Kraft der Verwandlung“: http://www.staedelmuseum.de/de/rubens#yt
Einblicke in die Thematik der Ausstellung bietet auch das Digitorial: http://rubens.staedelmuseum.de/#yt

Abgebildete Werke: Weiterlesen

Vortrag „Ins Bild gesetzt – Porträts und ihre Bedeutung für Dynastie und Politik der Oranier“

Einem besonderen kunsthistorischen Thema wird sich die neue Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ am Donnerstag, den 15. Februar 2018, widmen. Professor Holger Th. Gräf (Marburg) wird dann um 18.30 Uhr im Stadtarchiv Siegen die Bedeutung von Porträtgemälden für Dynastie und Politik der Oranier untersuchen.

Die Brüder Wilhelms I. von Oranien, die Grafen Johann VI., Ludwig, Adolf und Heinrich, um 1633-35 (Rijksmuseum Amsterdam)

Nach wie vor dienen zeitgenössische Porträts den Historikern meist dazu, ihren Protagonisten im Wortsinne „ein Gesicht zu geben“. Das heißt ihnen wird in der Geschichtsschreibung lediglich eine eher illustrierende Rolle eingeräumt. In der kunsthistorischen Forschung werden hingegen der Entstehungszusammenhang, die Auftraggeber, die Einordnung in die jeweils zeitüblichen Darstellungskonventionen und gegebenenfalls auch die ursprüngliche Zurschaustellung der Gemälde in Schlössern oder öffentlichen Gebäuden und damit ihre repräsentative Funktion stärker berücksichtigt. Hier nun setzt Vortrag an. Anhand unterschiedlicher Porträttypen (Herrscher- bzw. Staatsporträts, Gruppenporträts, Militär- und Feldherrnporträts, Reiterporträts und exotische Porträts) wird deren zeitspezifischer Entstehungszusammenhang und ihre daraus resultierende Funktion für die Dynastie und Politik der Oranier in den Niederlanden und den nassauischen Grafschaften dargestellt. Weiterlesen

Video „Peter Paul Rubens: Die mystische Vermählung der Heiligen Katharina (Entwurf)“

Sammlungshighlights des Städel Museums in unterhaltsamen und informativen Filmen – das sind die Kunst|Stücke. Entdecken Sie spannende Details zu Kunstwerken aus ungewöhnlichen Blickwinkeln in unter zwei Minuten. Peter Paul Rubens: Die mystische Vermählung der Heiligen Katharina (Entwurf), 1628, Städel Museum, Frankfurt am Main

Literaturhinweis: Christian W. Thomsen: Der radelnde Keiler. Netphen, sein neues Wahrzeichen und das Werk Bernd Heinemanns

Das Werk des Netpher Künstlers Bernd Heinemanns fand schon länger das Interesse von Christian W. Thomsen, einem der Gründungssenatoren der Universität Siegen und langjährigem Professor für Anglistik/Amerikanistik. Die jetzt eingeweihte Skulptur des Netpher Wappentiers und ihre Entstehungsgeschichte bilden den Hintergrund für eine regionalgeschichtliche Einordnung des Künstlers Heinemann.

Christian W. Thomsens Interesse weckten die verschiedenen Skulptur- und Brunnenarbeiten Bernd Heinemanns in Dreis-Tiefenbach, Netphen, Deuz und Salchendorf, „Arbeiten eines Mannes, der offensichtlich realistisch und abstrakt zu entwerfen und zu gestalten versteht, dessen naturalistische Skulpturen jedoch nie volkstümelnd-kitschig, sondern immer humorvoll den Nerv der jeweiligen Ortsbevölkerung zu treffen“ weiß.
Dass aus dem spontanen Ausruf „den muß es als Bronzeskulptur geben“ beim ersten Anblick des hölzernen radelnden Keilers im Netpher Rathaus ein Buch über das Werk des Künstlers Heinemann und seine Einbettung ins Netpher- und Johannland werden würde, war zunächst ebensowenig abzusehen wie die Tatsache, dass es Thomsen gelingen würde, die nötigen Finanzmittel für die Ausarbeitung dieser Skulptur zu akquirieren. Jetzt steht der Keiler hoch zu Rad an prominenter Stelle vor dem alten Rathaus in Netphen und das üppig bebilderte Buch dazu liegt vor und wartet darauf, seinen Lesern Vergnügen zu bereiten.

Christian W. Thomsen
Der radelnde Keiler.
Netphen, sein neues Wahrzeichen und das Werk Bernd Heinemanns

Siegen: universi 2017, 240 S., farbig, Hardcover, Schutzumschlag, 24 x 23 cm
ISBN 978-3-936533-99-6
Preis: 24,50 Euro

Quelle: Universi-Verlag, 11.7.2017

s. a. Rezension zum Buch „Der Radelnde Keiler“ von Christian W. Thomsen von Wilhelm Hortmann

Literaturhinweis zum Kupfererzbergbau im Lahn-Dill-Gebiet

In diesem hat der Autor in mehrjähriger Arbeit die Geschichte des Kupfererzbergbaus seiner engeren Heimat, des Altkreises Wetzlar, aufgedeckt. Sie reicht wahrscheinlich mindestens so weit zurück wie die des Eisenerzbergbaus, ist aber bisher weithin unbekannt. Karsten Porezag stellt den Kupfererzbergbau, aber auch das Kupferhüttenwesen in Wort und Bild ausführlich dar. Er widmet sich zudem dem Bergrevier Siegen-Wetzlar, dem Bergmeister Justus Albrecht aus Siegen (1711) und der preußischen Berggesetzgebung

Porezag, Karsten: „…edle Gänge an Kupffer Ertz sich reichlich zeigen…“ Kupfererzbergbau und Kupfererzverhüttung um Wetzlar 1607 – 1897 Wetzlar 2017
Gebundene Ausgabe (2 Bände), 700 Seiten, 430 Farbbilder (historische Dokumente, zahlreiche Grubenrisse in Erstveröffentlichung und Mineralienfotos), Tabellen, Register, 1570 Fußnoten, 49,00 Euro
ISBN 978-3-87707-117-5

Quelle: Homepage Karsten Porezag, Siegener Zeitung (Heimatland), 27.1.2018

Jürgen Wenke: Wir erinnern an Alfred Freudenberg

Am 15. Dezember 2017 hat G. Demnig exakt an dem Tag, an dem er fünfundzwanzig Jahre aktiv im Stolpersteinprojekt wichtige Erinnerungsarbeit leistet, in Kreuztal-Kredenbach den Stolperstein für Alfred Freudenberg verlegt. Es war an diesem Tag der einzige Stein, den er verlegte.
Aus diesem Anlass erschien die biographische Ausarbeitung von Jürgen Wenke: Wir erinnern an Alfred Freudenberg Dokumentationsstand 19.12.2017 (2)

Die Geschichte von Josef Stock

Veröffentlichung erfolgt  mit freundlicher Erlaubnis von Torsten Thomas, VVN BdA Siegerland-Wittgenstein

Im Januar 2018 jährt sich zum 85. Mal die Machtübergabe an die NSDAP und damit der Beginn einer nie dagewesenen Gewaltherrschaft. Diese Gewalt traf zuerst die politischen Gegner der Nazis aus den Parteien der ArbeiterInnenbewegung. Wir wissen alle aus den Geschichtsbüchern wie diese Verfolgung aussah, willkürliche Verfolgung und brutalste Misshandlungen bis hin zum Mord. Aus unserer Region fehlte bisher eine authentische Beschreibung dieser Ereignisse. Die Geschichte des Josef Stock schließt diese Lücke mit einem von ihm geschrieben Bericht seiner eigenen Verfolgung.

Josef Stock wurde am 8.9.1885 in einer katholischen Familie in Siegen geboren. Nach dem Besuch der Volksschule arbeitete er als Gruben – und Hüttenarbeiter. Im 1. Weltkrieg war er Soldat. Mindestens ab 1930 war er Mitglied der KPD und Leiter der Parteigruppe Siegen-Ost. 1933 holten die Nazis ihn aus seiner Wohnung und prügelten ihn zum Krüppel, so das er 1937 Vollinvalide wurde.

Ende der 30er oder Anfang der 40er Jahre zieht er mit der Familie seines Neffen Fritz Stock nach Freudenberg-Hohenhain. Fritz Stock stirbt 1944 an der Ostfront. Nach dem Krieg baut Josef Stock in Hohenhain mit der Witwe seines Neffen ein Wohnhaus und lebte mit in der Familie.

In Hohenhain ist er älteren Bürgern noch heute als „Stocks Onkel“ bekannt. Er hat vielen Menschen bei Versorgungsanträgen und dem ausfüllen sonstiger Formulare geholfen. Ob er nach dem Krieg wieder Mitglied der KPD war ist nicht bekannt.

Er starb in Hohenhain am 22.10.1962.

Hier der Bericht seiner Verfolgung: Weiterlesen

Kiautschou, Siegen-Weidenau, Berlin

Beginn einer Provenienzforschung in der Region

Bauchige Vierkantvase, Bronze, 3.-6. Jh v. Chr., China, 50 cm hoch, Bauch 24 cm Umfang, Oberer Rand 11,5 cm Umfang.

Zu Beginn dieses Jahres wendete sich eine für Provenienzforschung zuständige Mitarbeiterin der Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Völkerkunde, Ostasiatische Kunstabteilung, an das Kreisarchiv. Sie war durch einen Eintrag im Regionalen Personenlexikon zum Nationalsozialismus in den Altkreisen Siegen und Wittgenstein, auf den Siegener Robert Eliseit gestoßen. Denn Robert Eliseit (1872 – 1954) verkaufte 1941 dem Berliner Museum für ostasiatische Kunst zwei chinesische Bronzevasen.

Es wurde vermutet, dass sich Eliseit während des Boxeraufstandes in China befand. Einen Nachweis für seinen Aufenthalt gab es nicht. Erst ein Eintrag im Kolonialen Adressbuch 1926-1927 bekräftigte die Aussage Eliseits mit einem Beleg für seinen Aufenthalt in Kiautschou/China.

Folgendes konnte zur Biographie Eliseits bisher ermittelt werden: Weiterlesen