Bernd und Hilla Becher: Die Siegerländer Fachwerkhäuser

Kunstwerk des Monats März im Museum für Gegenwartskunst, Siegen

Begleitend zu den Aktivitäten der Stadt Siegen für eine regionale Baukultur zeigt das Museum für Gegenwartskunst ab dem 10. März 2013 die ‚Siegerländer Fachwerkhäuser’, wie sie von Bernd und Hilla Becher im Zeitraum von 1959 –1978 gesehen und fotografiert wurden. Dem Künstlerpaar ist es zu verdanken, dass wir diesen Haustypus heute auf aktuelle Weise wertschätzen können.
Außerdem sind die ‚Orts- und Dorfansichten des Siegerlandes’, sowie ,Siegerländer Gruben und Hütten’ und die ‚Holzfördertürme in Pennsylvania’ zu sehen. Es ist die umfangreichste Präsentation von Becher-Fotografien seit Bestehen des Museums.
Becher-Vorträge Flyer 2013
Ein Projekt der logoFoSie

Ernst Achenbach – ein Quellenfund

im Archiv des Instituts für Zeitgeschichte in München (IfZ).

Ernst Achenbach, in Siegen geborener FDP-Außenpolitiker, ist wegen seiner Beteiligung an der nationalsozialsitischen Verfolgung der Jüdinnen und Juden in Frankreich und wegen seiner führenden Rolle in der rechten Sammlungsbewegung der NRW-FDP in den frühen fünfziger Jahren ein wichtiger Zeitzeuge für die Geschichte des Nationalsozialismus, für die frühe nordrhein-westfälische Landesgeschichte und für die Geschichte der Bundesrepublik bis in die siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts.
In der Beständegruppe Zeugenschrifttum ZS befinden sich unter der Signatur ZS-0596 16 Seiten von bzw. über Ernst Achenbach. Es handelts sich einerseits über ein Gesprächsvermerk des IfZ aus dem Jahr 1955, der u. a. Achenbachs Rolle im Grünspan-Attentat beleuchtet, andererseits um ein Vernehmungsprotokoll Robert M.W. Kempners vom 19. August 1947.

Neues Ego-Dokument von Dr. Lothar Irle

Zu Beginn des Jahres war Dr. Lothar Irle bereits Thema auf siwiarchiv. Inwischen haben die Recherchen einen weiteren Lebenslauf Irles aus dem Jahr 1944 ermitteln können, der einige neue Erkenntnisse zum bisher bekannten Lebenslauf Irles – Lebenslauf Irle 2. Fassung –   beinhaltet.
Das zweiseitige, handschriftliche Schriftstück befindet sich im Bundesarchiv (ehem. Document Center) unter der Signatur R 4 K Irle, Lothar (R 9361/V 23072). Der Lebenslauf ist einem Antrag Irles vom 26. Juni 1944 auf einen Befreiungsschein bei der Reichsschrifttumkammer beigefügt. „Befreiungsscheine“ der Reichsschrifttumkammer erlaubten die Veröffentlichung eines Buches. Zum Zeitpunkt der Antragstellung befand sich Irle in Dresden, denn der Antrag wurde vom örtlich zuständigen Landesleiter der Reichsschrifttumkammer beim Landeskulturwalter, Gau Sachsen, an die Reichsschrifttumkammer in Berlin mit Datum vom 30. Juni 1944 weitergeleitet. Der Erledigungsvermerk der Reichsschrifttumkammer ist auf den 6. Juli 1944 datiert.
Zum Lebenslauf Weiterlesen

CD „Haben wir alles richtig gemacht?

CDKrämerInterview zum Widerstand im KZ Buchenwald mit Paul Grünewald“

Die CD „Haben wir alles richtig gemacht?“ enthält 75 Minuten des Gesprächs, das Bernd Langer 1994 mit Paul Grünewald geführt hat. Im 12-seitigen Booklet sind neben einigen Abbildungen vor allem Hintergrundinformationen zu Karl Peix und Walter Krämer zu finden.
Die CD kann zum Einzelpreis von 12 € (incl. Porto und Verpackung) hier bestellt werden.
Link zur Projekt-Homepage

Sterbeurkunde August Sanders online

Die Leiterin des Historischen Archivs der Stadt Köln, Dr. Bettina Schmidt-Czaia, und der Präsident des Landesarchivs NRW, Prof. Dr. Wilfried Reininghaus, haben am 15. Januar 2013 in Köln 1,5 Mio. Digitalisate von Kölner Personenstandsunterlagen zur Nutzung im Internet freigeschaltet.

http://historischesarchivkoeln.de/de/lesesaal

Bei den Digitalisaten, die das Landesarchiv NRW auf der Grundlage der im Personenstandsarchiv Rheinland in Brühl verwahrten Zweitschriften angefertigt hat, handelt es sich um Zivilstandsregister der Stadt Köln für den Zeitraum 1833 bis 1875 und Sterberegister aus der Zeit ab 1876. Nachdem die Erstschriften dieser Register durch den Einsturz des Kölner Stadtarchivs bis auf Weiteres nicht benutzbar sind, schließen die Digitalisate der Zweitschriften eine Lücke vor allem für die Kölner Familiengeschichtsforschung. Für das Landesarchiv ermöglichen die Digitalisate eine kontinuierliche Nutzung Kölner Personenstandsunterlagen auch während der Zeit des demnächst anstehenden Umzugs des Personenstandsarchivs von Brühl nach Duisburg.

Die Facebook-Seite des Landesarchivs zeigt die Sterbeurkunde des Siegerländer Fotografen August Sander.

Ausstellungseröffnung „Die große Illusion. Simon Grünewald. ….

Patriot – Jude – Deutscher“

Sonntag, 27. Januar, 15.30 Uhr, Aktives Museum Südwestfalen, Obergraben 10

In der Ausstellung zeichnen wir exemplarisch das Leben des jüdischen Volksschullehrers Simon Grünewald (1870 – 1939) nach. Er leitete von 1897 – 1915 die jüdische Volksschule in Siegen. Nach deren Schließung wechselte er zur Stadtschule am Unteren Schloss, wo er bis zu seiner Pensionierung 1930 unterrichtete. Er war Lehrer, Deutscher, Patriot und Jude. Die Gesetze Hitlers reduzierten ihn auf seine jüdische Identität. Sie nahmen ihm sein Vaterland, an dem er mit allen seinen Fasern seines Herzen hing. Die große Illusion des Verwurzeltsein in der Region, der Zugehörigkeit zum Volk, war zerplatzt. Zehntausende deutscher Juden erlebten das gleiche Schicksal. Weiterlesen

Zur Kriegefangenenschaft Dr. Lothar Irles (1905-1974) –

ein Selbstzeugnis.

Aus gegebenem Anlass recherchierte das Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein in seinem umfangreichen Bestand der Einzelfallakten der Kriegsgefangenenentschädigung nach einer eintsprechenden Akte für den nicht nur in der NS-Zeit aktiven Siegener Volkskundler und Genealogen Dr. Lothar Irle.

In der Akte befindet sich folgende Erklärung Dr. Lothar Irles vor dem Ausgleichsamt in Siegen, 15.8.1957
“Im Mai 1945 geriet ich als Wehrmachtsangehöriger bei Oslo in englische Kriegsgefangenenschaft und wurde bis August 1945 als Kriegsgefngener festgehalten. Im August 1945 wurde ich als ehem. NS-Führungsoffizier von den Engländern in ein anderes Lager verbracht, in dem sich nur politische Gefangene aufhielten. Es handelt sich um das Interniertenlager Myra/Norwegen. Bis Nov. 1945 war ich neben dem vorgenannten Lager auch noch in dem Lager Etterstad/Norwegen, von wo ich sodann nach Westertimke/Deutschland überführt wurde. Ich war noch in weiteren Lagern bis zum April 1946. Sodann kam ich nach Fallingbostel und wurde in Fallingbostel noch bis zum 27.3.1947 festgehalten.
Ich erkläre nochmals ausdrücklich, daß ich als Wehrmachtsangehöriger g[efang]engenommen wurde und die Internierung direkt anschließend an die Kriegsgefangenenschaft erfolgte.
Als Zeugen geben ich Herrn B. P., Buschhütten ,….. an.”
Über den weiteren Verfahrensverlauf gibt die Akte wie folgt Auskunft: Weiterlesen

Ein Siegener Landrat in einer Reeder-Biographie?

Michael Jebsen 1835–1899. Reeder und Politiker
Eine Biographie

Michael Jebsen war Reeder und Politiker im Deutschen Kaiserreich. Vom nordschleswigschen Apenrade aus dirigierte er eine Frachtdampferflotte in der europäischen und ostasiatischen Küstenschiffahrt. Im Fernen Osten fuhren seine Schiffe mit deutschen Kapitänen und chinesischen Mannschaften und transportierten Güter und Passagiere entlang der Chinaküste. Auf diese Weise trug seine Reederei zum Globalisierungsschub im späten 19. Jahrhundert bei und förderte die netzwerkartige Verknüpfung maritimer Regionen von Sibirien bis Südostasien.Als Apenrader Kommunalpolitiker sowie als nationalliberaler Landtags- und Reichstagsabgeordneter erwies sich Jebsen als Experte für die Handelsschiffahrt. Durch seine Ämter in Berlin kam er auch in Berührung mit der Großen Politik der 1890er Jahre und begleitete wichtige historische Wendepunkte: die Handelsvertragspolitik des Reichskanzlers von Caprivi, den Schlachtflottenbau unter Admiral Tirpitz und den Übergang zur „Weltpolitik“ unter Außenstaatssekretär von Bülow.Die Biographie von Jebsen beruht auf bisher unveröffentlichten privaten Quellen, die erstmals für die historische Unternehmerforschung im globalen Kontext herangezogen wurden.

Welcher Landrat hatte nun eine Beziehung zu Michael Jebsen? Weiterlesen

Stein für Stein – Stolpersteine in Netphen verlegt

Netphen, Verlegung der Stolpersteine (Dez. 2012) [Bild F. Lück]

Netphen, Verlegung der Stolpersteine (Dez. 2012) [Bild F. Lück]

„Die Erinnerung an Netphener Juden ist lebendig. Ab sofort ist sie durch Stolpersteine vor dem Haus in der Lahnstraße 4 in Netphen hautnah erfahrbar. Die Stolpersteine sind beschriftet mit den Namen deportierter Juden und deren Schicksal. Sie werden europaweit vor den ehemaligen Wohnhäusern dieser Menschen verlegt. Erfinder des Projekts ist der preigekrönte Künstler Gunter Demnig, der die Steine trotz winterlichen Wetters selbst verlegte. Weiterlesen