Friedrich „Fritz“ Wilhelm Müller – erster Siegerländer Reichstagsabgeordneter der NSDAP

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  • geb. 16. Januar 1897 in Obersdorf; Kreis Siegen
  • Sein Vater Jakob. M., Bergmann, stammte war Oberrossbach im Dillkreis, seine Mutter aus Obersdorf. (Recherche Thomas, Stelbrink)
  • ev, später ggl (Stelbrink)
  • verh. mit. Auguste, geb. Münker, 4 Kinder (Stelbrink)
  • In seiner Jugend besuchte Müller die Volksschule in Obersdorf.
  • Er darf als Jugendfreund des Obersdorfer Mundartdichters Wilhelm Schmidt angesprochen werden. Müllers lyrische Versuche regten Schmidt, der in direkter Nachbarschaft wohnte, zu seinen eigenen Gedichten an. (Becker, S. 239)
  • Seit 1911 arbeitete er als Bergmann in Siegerländer Eisenerzgruben.
  • Vom September 1916 bis zum Juli 1917 nahm Müller als Angehöriger des Infanterie-Regiments Nr. 87 am Ersten Weltkrieg teil.
  • 9/16 bis 1/1919 als Schütze in Rußland und Frankreich (Stelbrink)
  • Bis zu ihrer eigentlichen Stilllegung 1932 übernahm er die Funktion des Betriebsratsvorsitzenden der Grube Ameise. Weiterlesen

Straßenbenennung nach Wilhelm Schmidt in Wilnsdorf

Foto: Hans-Walter Klein. Danke!

Foto: Hans-Walter Klein. Danke!

Die Siegener Zeitung hat am 27. Juli 2013 „erstaunt und verwundert“ über die Benennung eines Weges in Wilnsdorf-Obersdorf nach Wilhelm Schmidt berichtet. Denn der Obersdorfer Dialektdichter hatte 1934 ein Gedicht zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Adolf Hitler in Obersdorf verfasst (s. u.). Der Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde hatte am 2. Dezember 2009 die Namensgebung beschlossen.
In der Zwischenzeit sind mehrere Leserbriefe in der Siegener Zeitung zu diesem Thema veröffentlicht worden, so dass siwiarchiv.de zum heutigen 115. Geburtstag Wilhelm Schmidts die bis jetzt bekannten, biographischen Daten zusammengestellt hat : Weiterlesen

Begleitheft zur Ausstellung „Leben mit Behinderung gestern und heute“

euthanaleichtsprach1Das Begleitheft dürfte die erste regionalgeschichtliche Veröffentlichung sein, die in „Leichter Sprache“ geschrieben wurde. Beispielgebend und nachahmenswert!
Das 27 Seiten starke Heft schildert zwei Schicksale von Opfern der NS-Krankenmorde und schlägt die Brücke zu vier aktuellen Lebenswegen in Siegen-Wittgenstein.
Zu erhalten ist das Heft über den AWO Kreisverband Siegen-Wittgenstein, Koblenzer Straße 138 57072 Siegen, Tel.:0271/3386-0, info@awo-siegen.de . Dem Heft ist eine weite Verbreitung zu wünschen.

Einträge auf siwiarchiv zum Thema NS-Krankenmorde

Eli und Aki Rosenberg in Siegen:

Auf den Spuren der Vorfahren unterwegs

Eli Rosenberg aus Dänemark nahm gemeinsam mit seiner Frau Pia im November 2008 an der Gedenkstunde zur 70. Wiederkehr der Pogromnacht in Betzdorf teil. Vor einigen Tagen besuchte er erneut die Heimat seiner Vorfahren. Diesmal in Begleitung seines älteren Bruders Aki aus Israel. Sie statteten zunächst der Viktoriastraße in Betzdorf einen Besuch ab. Hier war Großvater Louis Rosenberg (1875-1953) Eigentümer eines Konfektionsgeschäftes. Zur Eli und Aki Rosenberg (von links) besuchten Landrat Paul Breuer (Mitte) gemeinsam mit Klaus Merklein und Traute Fries (rechts) im Kreishaus in Siegen.Geschäftsaufgabe durch die nationalsozialistischen Machthaber gezwungen, zog er 1938 zu seinem Bruder Julius nach Siegen in die damalige Adolf-Hitler-Straße (Sandstraße). Julius Rosenberg betrieb hier einen Viehhandel. Willy Rosenberg (1914-1990), Louis Sohn, war Verkäufer bei Leonhard Tietz – später Kaufhof – in der Siegener Oberstadt. Er erfasste die politische Situation bereits sehr früh, emigrierte 1933 nach Frankreich und später nach Palästina. Mit seiner Frau Nursia hatte er drei Söhne, neben Aki (Jahrgang 1945), Eli (Jahrgang 1955) noch Rami (1939). Weiterlesen

Wettbewerb zur Gestaltung des „Walter-Krämer-Platzes“ geht in die nächste Runde

Der im Frühjahr ausgelobte Künstlerwettbewerb zur Gestaltung des künftigen Walter Krämer-Platzes am Kreisklinikum in Siegen geht in die zweite Wettbewerbsphase. Die Jury unter Vorsitz des renommierten Kunstexperten Prof. Dr. Christoph Brockhaus hat in ihrer ersten Sitzung, die im Kreisklinikum Siegen stattfand, aus insgesamt 22 Einsendungen zwei Vorschläge ausgewählt, die weiter verfolgt werden sollen. Die beiden Künstler werden jetzt aufgefordert, bis Ende Oktober 2013 eine detaillierte Entwurfsplanung einzureichen, in der unter anderem die technische Realisierbarkeit nachgewiesen und zudem eine genaue Kostenaufstellung enthalten ist. Damit beginnt offiziell die zweite Wettbewerbsphase, an deren Ende eine endgültige Entscheidung der Jury steht. Weiterlesen

Leben mit Behinderung in Siegen gestern und heute

Eröffnung einer Ausstellung in der Geschäftsstelle der AWO

Stolz steht Martina Styrnol vor einer mannshohen Tafel, auf der ihre Lebensgeschichte zu lesen ist. „Wie gut, dass Menschen mit Behinderung heute überall mitmachen dürfen“, sagt sie strahlend. Grund für die Freude bei der jungen Mutter: Martina Styrnol hat, wie vier weitere Menschen mit Behinderung aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein, ihre Lebensgeschichte für eine besondere Ausstellung erzählt, die am Mittwoch, 10. Juli um 17.00 Uhr in der AWO-Geschäftsstelle Siegen, Koblenzer Straße 136 eröffnet wird. Alle interessierten Bürger sind zur Vernissage herzlich eingeladen.

Anna Hinkel, Studentin im Fach Medien der Universität Siegen, und Historiker Stefan Kummer haben sich, gefördert durch das Programm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und im Namen der Arbeiterwohlfahrt, einem besonderen Thema gewidmet: Dem Leben mit Behinderung in Siegen-Wittgenstein gestern und heute. Gestern, das ist die schreckliche Geschichte der NS-Krankenmorde, der sog. Euthanasie-Verbrechen, als Menschen mit Behinderung von den Nationalsozialisten grausam ermordet wurden. Heute, das ist der Weg zu einer inklusiven Gesellschaft, in der alle Menschen die gleichen Rechte haben und Menschen mit Behinderung einen wertvollen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenleben leisten. Der Spagat zwischen den Gräueltaten des vergangenen Jahrhunderts und den Leistungen behinderter Menschen heute gelingt mittels eindrucksvoller Bild- und Texttafeln, auf denen nicht nur Lebensgeschichten vorgestellt werden, sondern die – und das ist erstmalig in Deutschland zu sehen – auch Geschichte der NS-Krankenmorde in leichter Sprache erklären.

Quelle: AWO Kreisverband Siegen-Wittgenstein-Olpe, Meldung vom: 04.07.2013

Gedenken an ermordete jüdische Bürger/innen in Hilchenbach

Gedenkstein zur Erinnerung am Marktplatz in Hilchenbach

Die Idee stammt von der Stadtführerin Rosel Six. Vor einiger Zeit hat sie der Stadt Hilchenbach vorgeschlagen, einen Gedenkstein zur Erinnerung an die jüdischen Mitbürger/innen aufzustellen, die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur wurden. Mit einem Mahnmal im Blickpunkt der Öffentlichkeit, in der Nähe des Marktplatzes, möchte sie die Erinnerung „lebendig“ halten. So kann ein zentraler Ort des Gedenkens entstehen.

Am 30. April 2008 wurden bereits zwölf Stolpersteine durch den Künstler Gunter Demnig aus Köln im Bürgersteigbereich vor den Häusern Bruchstraße 14, Gerbergasse 2, Mühlenweg 25 und Unterzeche 1 verlegt, um die Aufmerksamkeit der vorbeigehenden Menschen auf die ehemaligen jüdischen Bürgerinnen und Bürger der Stadt zu lenken.

Nachdem der Rat der Stadt Hilchenbach in seiner Sitzung am 20. März 2013 einstimmig der Aufstellung des Gedenksteins zugestimmt hat, wird diese Idee nun in die Tat umgesetzt. Im Rahmen einer Gedenkstunde am Donnerstag, dem 4. Juli 2013 wurde der Gedenkstein zur Erinnerung an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger der Öffentlichkeit übergeben. Weiterlesen

Heilstätte Hengsbach 31

Tagebuch einer Bestandsaufnahme

Lebenslauf Dr. med. Hans Kruse,

Chefarzt der Heilstätte Hengsbach

 

geboren 19.02.1916 in Lippstadt, evangelisch

verstorben 15.04.1981 in Siegen

 

1.04.1936 –                 aktiver Wehrdienst in der Laufbahn der Sanitätsoffiziere

16.07.1945

 

29.10. 1941      Approbation als Mediziner

23.06.1944       Promotion zum Dr.

1.10.1945 –      Volontärarzt bei Frauenheilstätte Auguste-Viktoria-Stift, Bad Lippspring

30.06.1947       Kreisausschuss beschließt Anstellung Dr. Kruse als Facharzt für die               Kreis-Lungenheilstätte Hilchenbach

1.07.1947 –       leitender Arzt der Lungenheilstätte Hilchenbach

20.01.1954

26.08.1949         Heirat mit Maria, geborene Urbaniak

21.01.1954 –        Fortsetzung des Dienstverhältnisses der Kreisheilstätte Hilchenbach 30.06.1954          durch die „Hengsbach-Heistätte e.V“

ab 1.07.1954        Anstellung als Chefarzt auf privatrechtlicher Grundlage für 6 Jahre mit der Maßgabe, dass sich das Anstellungsverhältnis ohne Kündigung  jeweils um 6 Jahre verlängert; Nebenbeschäftigungen als Leiter der Lungenfürsorgestelle des Gesundheitsamtes Siegen; Beteiligung an den Einnahmen der Ambulanz (Staffelung); Gutachtertätigkeit

ab 1.01.1968               Übernahme einer Privat-Praxis in (?) Netphen-Salchendorf (?)

„Gipfeltreffen in Sachen Lothar Irle“

so titelte die Westfälische Rundschau“ heute einen ihrer insgesamt drei Artikel zum Vortrag Professor Elkars über die Siegener Volkskundler.


Der Vortrag war mit über 40 Zuhörenden gut besucht. Man darf sich schon jetzt auf den Abdruck des meinungsstarken und dennoch differenzierenden Textes in den „Siegener Beiträgen“, dem Jahrbuch der Siegener Geschichtswerkstatt, freuen.