Geschichte des Wappens des Kreises Siegen-Wittgenstein

  • Wappen der Grafschaft Nassau war ursprünglich ein Löwe, dieser Löwe hatte zur Unterscheidung von ähnlichen Wappen Schindeln ( über das Wappen verstreute Rechtecke).
  • 1938: Einführung eines Wappens für den Kreis Siegen, das aus zwei Hälften besteht links der nassauische Löwe, rechts ein Haubergsmesser und eine Grubenlampe als Symbol für den Bergbau.
  • Wappen4
  • Das Wappen des Kreises Wittgenstein (offiziell 1966 eingeführt, als Wappen des Wittgensteiner Fürstenhauses aber schon seit dem Mittelalter verwendet ) zeigt zwei schwarze Pfähle auf silbernem Grund.wappen6
  • 1975: Zusammenschluß der Kreise  Siegen und Wittgenstein zum Kreis Siegen, das Wappen sollte Symbole beider Kreishälften zeigen, weil die Siegerländer auf das Haubergsmesser und die Grubenlampe allerdings nicht verzichten wollten hätte es dreiteilig sein müssen. Dieses Wappen wurde allerdings vom Staatsarchiv in Münster abgelehnt. Daher blieb es zunächst beim alten Wappen.
  • 1984: Umbennenung des Kreises Siegen in Kreis Siegen-Wittgenstein, erneute Diskussion über das Wappen, Problemlage ähnlich wie 1975, am Ende entscheidet man sich dafür die rechte Hälfte des Wappens ( Haubergsmessser und Grubenlampe ) in den Wittgensteiner Farben schwarz-silber zu färben. Die Änderung tritt 1987 in Kraft.
  • wappen91999: erneute Diskussion des Themas Wappen auf Forderung der Grünen und des Wittgensteiner Heimatvereins, Einführung des aktuellen Wappens, bestehend aus dem nassauischen Löwen, den Wittgensteiner Pfählen sowie Haubergsmesser und Grubenlampe im unteren Teil.wappen8
  • weitere Vorschläge:
  • Wappen3Wappen12Wappen5Wappen11

Briefe des Siegener Reichstagsabgeordneten Louis Ernst im Kreisarchiv


Ende letzten Jahres gelang es dem Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein, Originalbriefe des Siegener Reichstagsmitglieds Louis Ernst im Antiquariatshandel zu erwerben. Die über 60 Schriftstücke dokumentieren die Korrespondenz Ernsts mit seiner Familie während des Deutschen Krieges 1866; etwa jeden zweiten Tag schreibt Louis Ernst seinen Eltern in Siegen einen Brief. Sie bilden eine seltene individuelle Chronik der Kriegshandlungen vor 150 Jahren, eine wichtige sozial- und militärhistorische Quelle. Die Schrecken der Schlachtgeschehnisse, aber auch die Annehmlichkeiten nach dem Sieg gegen Österreich finden sich in den Briefen. Weiterlesen

Erfolgreiche Internetpräsentation des Stadtarchivs Siegen

Tankwart Fritz Schneider beim Betanken eines Automobils vor der „Glückauf-Tankstelle“ an der Eiserfelder Straße. Undatierte Aufnahme, nach 1956 (Sammlung Burkhard Schneider, Siegen). Mit freundlicher Genehmigung von Burkhard Schneider.

Tankwart Fritz Schneider beim Betanken eines Automobils vor der „Glückauf-Tankstelle“ an der Eiserfelder Straße. Undatierte Aufnahme, nach 1956 (Sammlung Burkhard Schneider, Siegen). Mit freundlicher Genehmigung von Burkhard Schneider.


Der neue „Klick in die Vergangenheit“ des Stadtarchivs Siegen, der sich mit Aspekten des wachsenden Kraftfahrzeugverkehrs in Stadt und Kreis Siegen vor 60 Jahren beschäftigt, stößt auf großes Interesse! Nach Veröffentlichung des Beitrags „Kraftstoff, Kundendienst und Karosseriepflege. Gedanken zur Eröffnung zweier Großtankstellen in Siegen im Jahr 1956“ meldeten sich bereits zahlreiche Siegener Bürgerinnen und Bürger, die dem Stadtarchiv ergänzende Bildmaterialien aus privaten Sammlungen zur Verfügung stellten. Burkhard Schneider, der selbst zur Admin-Gruppe diverser Facebook-Seiten zur Siegener und Siegerländer Geschichte gehört, lieferte zum Beispiel eine Aufnahme seines Vaters Fritz Schneider vor der Glückauf-Tankstelle an der Eiserfelder-Straße. Die Fotografie wurde zu Werbezwecken angefertigt, um das Serviceangebot des Mineralölkonzerns BV (Benzin-Benzol-Vertrieb) zu dokumentieren. „Wir möchten uns für das positive Feedback recht herzlich bedanken und hoffen auf weitere Rückmeldungen aus der Bevölkerung“, wie der zuständige Bearbeiter Christian Brachthäuser vom Stadtarchiv Siegen erklärt. „Vom Zusammenspiel der Dialogpartner, also des Stadtarchivs und geschichtsinteressierter Bürgerinnen und Bürger, können alle Beteiligten nur profitieren, um viele bislang unbekannte Facetten der städtischen und regionalen Geschichte ins Bewusstsein zu rufen und der Nachwelt zu erhalten.“

„Die Granaten flogen höllisch.“

Die Briefe des Siegener Soldaten Louis Ernst aus dem Krieg 1866 gibt es jetzt als Buch.

Buchvorstellung durch Armin Nassauer, den Siegener Stadtarchivar Ludwig Burwitz und den Historiker Olaf Wagener (von links nach rechts) in den Räumen des Antiquariates.

Buchvorstellung durch Armin Nassauer, den Siegener Stadtarchivar Ludwig Burwitz und den Historiker Olaf Wagener (von links nach rechts) in den Räumen des Antiquariates.

Mai 1866: der 26jährige Ingenieur Louis Ernst wird Hals über Kopf in die preußische Armee einberufen. Ein überfüllter Truppentransport verfrachtet ihn nach Böhmen, wo nach einigen Tagen bangen Wartens der Krieg gegen Österreich beginnt. Endlose Märsche in der Sommerhitze, provisorische Unterkünfte in „total ausgefressenen“ Dörfern, schließlich die Schlacht bei Königgrätz. Etwa jeden zweiten Tag schreibt Louis Ernst seinen Eltern in Siegen, die angstvoll auf jedes Lebenszeichen warten, einen Brief, sogar noch aus der Schlacht bei Skalitz ein paar hastig hingekritzelte Zeilen: „Die Granaten flogen höllisch.“ Louis Ernst erlebt zunächst die Schrecken des Krieges, Tote, Verstümmelte – „entsetzlich! entsetzlich!“ – und dann, nach dem Sieg über Österreich, die Annehmlichkeiten als Besatzungssoldat: bessere Unterbringungen, Paraden, Ausflüge nach Prag, Brünn und Breslau. Nach 4 Monaten kommt Louis Ernst im September 1866 endlich wieder heil und gesund nach Siegen zurück. Die über 50 Briefe, von seinen Eltern sorgfältig verwahrt, lässt er zusammen mit Quittungen und anderen Dokumenten zu einem Buch binden, einer Art individueller Chronik des 1866er Krieges. Weiterlesen