Endlich online – Bei dem verlinkten Text handelt es sich um einen leicht bearbeiteten Vortrag Dr. Ulrich Opfermanns am 16. Dezember 2016 in Siegen aus Anlass des Jahrestags des Luftangriffs auf die Stadt in der Endphase des Zweiten Weltkriegs.
Schlagwortarchiv: Zwangsarbeit
Heute vor 70 Jahren: Die Verurteilung von Friedrich Flick vor den Nürnberger Prozessen am 22.12.1947
Von Dr. Oliver Hirsch
Friedrich Flick wurde am 13.Juni 1945 verhaftet. Flick unterhielt beste Kontakte zu den Oberen der Nazihierarchie, zu den Ministerien, Militärs und Sonderbeauftragten. Dies brachte ihn auf die Fahndungsliste, die von der Geheimdienstdirektion des US-Hauptquartiers herausgegeben wurde. Im Vorwort dieser Fahndungsliste ist zu lesen, dass die Industriellen „nichtsdestoweniger genau so gefährlich wie der deutsche Militarist, der SS-Mann und der Parteiführer der NSDAP“ waren (Jung, 1992, S.9).
Am 26.10.1946 wurde Telford Taylor zum Hauptankläger der Nachfolgeprozesse bestimmt. Im November 1946 konnte die Anklagebehörde mit der Vorbereitung des Falles Nr. 5 (Flick- Prozess) beginnen. Die Ermittlungen wurden jedoch immer häufiger von den Offizieren der eigenen Armee mit der Bemerkung behindert, es handele sich um radikale Aktionen gegen gute Industrielle und Bankiers, die dringend gebraucht würden, nämlich für den neuen antikommunistischen Kurs der USA.
Die Mitglieder des Gerichts im Fall 5 wurden vom Militärgouverneur bestimmt. Es waren der vorsitzende Richter Charles B. Sears, die beisitzenden Richter Frank N. Richmond und William C. Christianson, sowie das stellvertretende Mitglied Richard D. Dickson, die sämtlich Berufsrichter waren. Ihnen fehlten jedoch europa- und speziell deutschlandspezifische Kenntnisse, welches sich im weiteren Verlauf des Prozesses zum Teil in grotesk anmutenden Informationslücken offenbarte. Dr. Rudolf Dix fungierte als Verteidiger von Friedrich Flick, später trat Otto Kranzbühler für ihn in Erscheinung, der eigentlich den Mitangeklagten Odilo Burkhart vertrat. Flick war im weiteren Verlauf mit Dix zunehmend unzufrieden. Weitere Angeklagte waren Otto Steinbrinck, Konrad Kaletsch, Bernhard Weiß und Hermann Terberger.
Am 15.03. 1947 begann der Prozess mit der Verlesung der Anklageschrift. Er dauerte bis zum 22.12. 1947. Weiterlesen
Vor 75 Jahren: Die „Ostarbeiter“-Erlasse
Am 20. Februar 1942 gab Heinrich Himmler die „Ostarbeiter-Erlasse“ heraus. Sie unterwarfen über drei Millionen aus der Sowjetunion verschleppte zivilen Arbeitskräfte einem diskriminierenden Sonderrecht.
Drei Recherchetipps zur regionalen Erforschung des Themenkomplexes „Zwangsarbeit“: Weiterlesen
Sieben Veranstaltungen zum 9. /10. November im Siegerland:
Stolpersteine, Festakt, Gedenkstunde, Vortrag
Stolpersteinverlegung für Robert König in Hilchenbach-Müsen
„Am 9. November 2016 um 16:00 Uhr, wollen wir in Andenken an Robert König in Müsen (Kirchstraße 9) einen Stolperstein verlegen. Damit gedenken wir dem Genossen, der durch die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten sein Leben verlor.
Durch Recherchen von Torsten Thomas (VVN – BdA Siegerland – Wittgenstein) aus Wilnsdorf wurden wir auf das Schicksal des ermordeten SPD- Mitglieds aufmerksam. ….
König arbeitete im „Eichener Walzwerk“ und war in der Bewachung des dortigen Zwangsarbeiterlagers tätig. Er wurde unter dem Vorwurf der „Rassenschande“ von der Gestapo verhaftet und ins KZ überstellt. Robert König wurde in Neuengamme ermordet.
Am 9. und 10. November 2016 wird der Kölner Künstler Gunter Demnig die Stolpersteine verlegen. Einzelheiten zu dem europaweiten Kunstprojekt entnehmen Sie bitte der Webseite www.stolpersteine.eu.
Quelle: SPD Ortsverein Hilchenbach Weiterlesen
LWL zeigt Ausstellung über polnische Displaced Persons

Zigarettenetui mit Abbildung der britischen Besatzungszone, 1946. The Polish Institut and Sikorski Museum, London.
Foto: LWL
„Knapp eine Million ehemalige polnische Zwangsarbeiter, Häftlinge und Kriegsgefangene lebten nach Ende des Zweiten Weltkriegs als sogenannte „Displaced Persons“ (DPs) in Sammelunterkünften in den westlichen Besatzungszonen. Ihnen widmet der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) unter dem Titel „Zwischen Ungewissheit und Zuversicht. Polnische Displaced Persons in Deutschland 1945 und 1955“ eine neue Ausstellung. Die zweisprachige Schau ist vom 17. Juni bis 30. Oktober im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum zu sehen.“
In Siegen bestanden in den ehemaligen Kasernen auf dem Heidenberg und dem Fischbacherberg DP-Lager, die auch ehemalige, polnische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene beherbergten (weitereführende regionale Literatur s. u.)
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Film „Als die Amerikaner kamen – US-Filmaufnahmen vom Kriegsende 1945 in Westfalen“
Eine Kooperation der Volkshochschule Siegen-Wittgenstein mit dem Heimatverein Littfeld-Burgholdinghausen e.V. und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe.
Di. 10.11.2015, 19:00 – 21:00
Bürgertreff Kapellenschule Littfeld, Oberer Raum, Hagener Str. 428, Kreuztal
Eintritt frei!
Frühjahr 1945. Binnen weniger Wochen besetzen amerikanische und britische Truppen ganz Westfalen. Stadt für Stadt, Dorf für Dorf werden zum Teil gegen erbitterten deutschen Widerstand, zum Teil auch kampflos erobert. Weiterlesen
Fahrt zur Ausstellung „Geraubte Jahre – Alltag der Zwangsarbeit in Westfalen“
ins Freilichtmuseum Detmold
Über 12 Millionen ZwangsarbeiterInnen waren in der Zeit von 1939 – 1945 im Deutschen Reich als SklavenarbeiterInnen in großen Wirtschaftsbetrieben, mittelständischen Unternehmen und Betrieben der Landwirtschaft beschäftigt. Jeder konnte sie sehen, viele profitierten von ihnen.
Die VVN–BdA Siegerland–Wittgenstein hat sich dieser Thematik in den vergangenen Jahren angenommen und auf der Internetseite http://zwangsarbeitimsiegerland.blogsport.de/ regionale Aspekte zur Zwangsarbeit dokumentiert.
Im Freilichtmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen–Lippe in Detmold wird in diesem Jahr eine Ausstellung zur Zwangsarbeit in Westfalen unter dem Titel „Geraubte Jahre“ gezeigt: http://www.lwl.org/LWL/Kultur/LWL-Freilichtmuseum-Detmold/ausstellungen/sonderausstellungen
Wir bieten die Fahrt gemeinsam mit dem DGB Kreisverband Siegen–Wittgenstein an.
Sonntag, 30. August 2015
Abfahrt: 08:00 Uhr Parkplatz Siegerlandhalle
Rückkehr in Siegen. ca. 20:00 Uhr
Kostenbeteiligung: 30 Euro
Im Preis enthalten sind die Busfahrt, der Eintrittspreis ins Museum und eine fachkundige Führung durch die Ausstellung.
Verbindliche Anmeldung unter: vvn-bda@gh-siegen.de oder telefonisch unter 0160-96833862.
Vortrag „Verbrechen der Wirtschaft“
Referent: Uli Sander, Bundessprecher der VVN-BdA
Mittwoch, 06.05.2015 um 19:30 Uhr, VEB Siegen
Zum Beispiel Krupp. Der Konzern habe sich stets um einen humanen Kapitalismus bemüht, berichtete das Fernsehen zum 200jährigen Firmenjubiläum. Ob da auch an die zwölf Jahre nach 1933 gedacht war? Das letzte Tabu sei gebrochen, hatte es mit Blick auf die verdienstvolle Ausstellung »Verbrechen der Wehrmacht« geheißen. Aber »blinde Flecken« blieben trotzdem. So in einem Bereich, der weniger lautstark diskutiert wird, jedoch mindestens ebenso wichtig war für die Funktionsweise der faschistischen Herrschaft in Deutschland wie die Wehrmacht: Die Rolle von Wirtschaftsführern und Unternehmen bei faschistischen Planungen für Krieg und Massenmord, als Akteure und insbesondere als Profiteure. Das Buch stützt sich auf selbstrecherchiertes Material von Geschichtswerkstätten und VVN-BdA, um an Verbrechen der wirtschaftlichen Eliten an Rhein und Ruhr zu erinnern: Von Abs bis Zangen, von Flick bis Quandt, von IG Farben bis Oetker-Pudding, von Arisierung bis Zwangsarbeit. Und auch Krupp wird nicht vergessen.
VeranstalterIn: VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein, DKP Siegen, SDAJ Siegen
Quelle: Blog zur Veranstaltungsreihe zum 8. Mai
LWL veröffentlicht amerikanische Filmaufnahmen vom Kriegsende 1945 in Westfalen
Frühjahr 1945: Binnen weniger Wochen besetzen alliierte Truppen ganz Westfalen. Stadt für Stadt, Dorf für Dorf werden zum Teil gegen erbitterten deutschen Widerstand, zum Teil auch kampflos erobert. Begleitet werden die rasch vorrückenden Einheiten von kleinen, „eingebetteten“ Kamerateams, die die Besetzung der Region zwischen Ruhr und Weser professionell auf Film festhalten. Genau 70 Jahre später veröffentlicht der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die zum Teil spektakulären Bilder, die US-Kameraleute 1945 drehten, als Filmdokumentation. Weiterlesen
Ausstellung „Geraubte Jahre. Alltag der Zwangsarbeit in Westfalen“

LWL-Museumsdirektor Prof. Dr. Jan Carstensen und Projektleiter Hauke-Hendrik Kutscher (v. l.) in der Sonderausstellung „Geraubte Jahre“. Foto: LWL/Jähne
„Den Alltag der Zwangsarbeit in Westfalen stellt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) unter dem Titel „Geraubte Jahre“ mit einer Sonderausstellung und über 20 Geländestationen ab dem 1. April in den Mittelpunkt der Saison in seinem LWL-Freilichtmuseum Detmold. Während des Zweiten Weltkrieges mussten über 13 Millionen Menschen in Deutschland Zwangsarbeit leisten. In Städten, aber auch auf dem Land arbeiteten Männer, Frauen und Kinder. Ihr Alltag unterlag immer dem Zwang und nicht selten der Willkür. Für die meisten Zwangsarbeiter waren es „Geraubte Jahre“. Das ist auch der Titel des Themenjahres 2015 im LWL-Freilichtmuseum Detmold. Weiterlesen

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