Ausstellung: „Friedrich Heinrich von Oranien. Leichenzug 1647“

Bis 8. März 2020, Siegerlandmuseum, Kleine Galerie
Gerard van Honthorst - Prince Frederik Hendrik and his wife Amalia van Solms - 005
Bild: Gerrit van Honthorst [1592-1656], Porträt des Prinzen FriedrichHeinrich und der Amalie von Solms, etwa 1637.

Friedrich Heinrich von Oranien (1584-1647), jüngster Sohn Wilhelm I. und seiner vierten Gemahlin Louise de Coligny, verstarb am 14. März 1647. Wenige Monate zuvor hatte seine älteste Tochter Louise Henriette den Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Oranien geheiratet. Dies war der zweite Schachzug in einer geplanten Heiratspolitik der Oranier. Bereits 1641 war es Friedrich Heinrich und seiner Gemahlin Amalia von Solms-Braunfels gelungen, den einzigen Sohn Wilhelm II. mit der Tochter des englischen Königs Karl I. Stuart zu verheiraten. Am Sterbebett des Statthalters der Vereinigten Provinzen der Niederlande standen neben der Ehefrau und den Kindern auch Johann Moritz von Nassau-Siegen und der Sekretär und Vertraute Constantin Huygens. Am 10. Mai 1647 wurde Friedrich Heinrich beigesetzt. Der riesige Leichenzug ging von dem „Oude Hofs“ in Den Haag in das ca. 10 Kilometer entfernte Delft. Ziel war die „Oude Kerk“, die Grablege der Oranier. Johann Moritz begleitete den Katafalk, der Große Kurfürst ging als einer der ersten hinter dem Katafalk. Der Tod des Statthalters bedeutete das Ende einer Epoche: zahlreiche Adelige waren im Heer des „Städtebezwingers“ ausgebildet worden und mussten sich nun eine neue Betätigung suchen, da der Abschluss des Westfälischen Friedens bevorstand.“

Neuerscheinung: Karl Heinz Gerhards: Georg Hees (1622-1696) zu Osthelden.

Eine Untersuchung zu seiner Herkunft aus der Familie von und zur Hees. (Siegerländer Beiträge zur Familienkunde, Heft 15, hrsg. vom Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein e. V.)

In der Ahnentafel vieler Siegerländer erscheint der Landmann Georg Hees (1622-1696) in Osthelden, über dessen Herkunft die Kirchenbücher leider keinerlei Auskünfte geben. So blieb in den Ahnentafeln ein geheimnisvoller „weißer Fleck“. Nun hat der Familienforscher Karl Heinz Gerhards aus Eiserfeld nach gründlicher Spurensuche ein beachtenswertes Fazit gezogen:

Der Verfasser hat „mit Genauigkeit und Akribie … alle Indizien zusammengetragen, die nur einen einzigen Schluss zulassen, nämlich dass Georg Hees ein Bastardkind des Gottfried von und zu der Hees ist. Viele Siegerländer werden ihre fundierten Erkenntnisse sehr zu schätzen wissen.“
Die angefügten Kirchenbuchauszüge, eine Zusammenstellung der ersten fünf Generationen der Stammfolge Hees sowie die Darstellung einer Karolinger-Abstammung runden die Arbeit ab.

Das Heft (40 S. stark) ist zum Preis von 7,50 Euro zu beziehen über den Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein (info@siegerlaenderheimatverein.de) sowie über den örtlichen Buchhandel.
Quelle: Siegerländer Heimatverein, Neuerscheinungen

Erschienen: „Bibliografie zur Wittgensteiner Territorialgeschichte“

Dieses Beiheft 3 erscheint nun in fünfter Auflage (!) und ist erheblich erweitert und ergänzt worden.
Auch wenn die „Online-Ressourcen“ bei der Literaturrecherche heute kaum noch wegzudenken sind, so hat sich der Wittgensteiner Heimatverein e.V. doch entschlossen, noch einmal diese opulente „Bibliografie Wittgenstein“ in gedruckter Form vorzulegen. Immer noch für viele unserer Mitglieder, Freundinnen und Freunde der Historie Wittgensteins ist es eben doch etwas anderes, ein Buch vorliegen zu haben und darin zu blättern – es haptisch wahrzunehmen und zu erleben.
Aber diese fünfte Auflage des Beihefts Nr. 3 wird wohl die letzte gedruckte Ausgabe sein!
Unser großer Dank gilt dem Bearbeiter und Herausgeber Andreas Krüger, der all die Jahre in akribischer und gewissenhafter Arbeit dieses Werk betreut hat und die „online-Version“ weiterhin pflegen wird. Weiterlesen

Uni Siegen zu Besuch im Stadtarchiv Hilchenbach


Am vergangenen Mittwoch besuchte Dr. Thomas Bartolosch von der Universität Siegen mit 18 Studierenden seines Seminars „Außerschulische Lernorte“ das Stadtarchiv Hilchenbach. Die angehenden Sachkundelehrerinnen und -lehrer für Grundschulen lernen vor Ort einerseits das Archiv als geschichtsbewahrende und rechtssichernde Institution kennen, andererseits regt es sie zu Überlegungen an, wie Grundschüler Geschichte jenseits von Museen erleben können.

Dr. Bartolosch betonte in seinem Vortrag, dass die Erfahrbarkeit der Dimensionen von Raum und Zeit im Sachunterricht der dritten und vierten Klasse eine zentrale Rolle spielen. Der Dozent erklärte, wie man mit Schülern praktisch und projektbezogen im Stadtarchiv Hilchenbach arbeiten könne, „Indem man zum Beispiel das Stadtbild, Straßenzüge oder historische Gebäude auf Abbildungen des Archivs mit dem heutigen Zustand vergleicht. Die Schülerinnen und Schüler suchen den Standpunkt des Fotografen historischer Fotos und Ansichtskarten und machen dort dann selbst ein Foto mit ihrem Handy, woraus sich anschließend eine kleine schulinterne Ausstellung machen ließe.“ Dr. Bartolosch hob hervor, dass er schon seit zwanzig Jahren sehr gerne mit Studierenden das Stadtarchiv Hilchenbach besucht: „Die Stadt Hilchenbach bietet mit der Wilhelmsburg, mit dem Archiv, der Bücherei und dem Museum ein außergewöhnlich gutes kulturelles Angebot.“ Weiterlesen