Von Baustelle zu Baustelle – von Gießen nach Siegen

awollEin Interview zum 90. Geburtstag von Gründungsrektor Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Artur Woll.

Frage: Herr Prof. Woll, Sie sind kürzlich 90 Jahre alt geworden – herzlichen Glückwunsch und alle guten Wünsche nachträglich. Schaut man auf Ihren frühen Lebenslauf, schien die akademische Laufbahn nicht vorgezeichnet. Mit 30 haben Sie – sicherlich auch kriegsbedingt – das Abitur am Abendgymnasium gemacht. Kam das Interesse am Studium spät, oder waren die Bedingungen vorher ungünstig?

Prof. Woll: Ich komme aus einer Familie mit sechs Kindern. Mein Vater war Bergmann und schon früh Invalide. Ich habe keinen Beruf erlernt, war Hilfsarbeiter bei der Bahn. 1940 bin ich als 17-Jähriger schon freiwillig Soldat geworden. Das habe ich gemacht, da man auf diese Weise die Waffengattung wählen konnte. Ich habe mich für die Luftwaffe entschieden, bin zum Piloten und schließlich zum Fluglehrer ausgebildet worden. Nach dem Krieg war ich bei der Bahn als Hemmschuhleger an einem Duisburger Verschiebebahnhof beschäftigt. Mit meiner Tätigkeit als Hilfsarbeiter war ich aber nicht zufrieden. Ich wollte weiterkommen. Als 1950 das erste Abendgymnasium in NRW in Duisburg öffnete, bin ich dorthin gegangen und habe 1954 mein Abitur gemacht. Der Direktor des Abendgymnasiums hat mich bei der Studienstiftung des Deutschen Volkes als Stipendiaten vorgeschlagen. So war es mir möglich zu studieren. Weiterlesen

Literaturtipp: Achim Heinz „Tagesbrüche“ (EBook)

heinztagesbruch„Inhalt:
Was verbindet einen 17-jährigen Bergarbeiter 1890 mit einer 11-jährigen Schülerin 2004?
Um 1890. Tief unter der Erde arbeitet der 17-jährige Joseph. Dort ist er Tag für Tag mit dem Grubenpferd Max in einer Eisenerzgrube unterwegs. Bei einem Grubenunglück bewährt sich der Pferdejunge. Bald ist er dort unten in geheimer Mission dabei. Doch was treibt der unheimliche Bergmann Hugo bei seinen nächtlichen Ausflügen, für die er sogar nüchtern bleibt?
Um 2004. Die 11-jährige Linda kurvt wieselflink durch ihren nicht immer einfachen Alltag. Dabei entwickelt sie eine enorme Fähigkeit zur Selbstdarstellung. Fantasievoll schafft sie es, das tägliche Leben mit ihrer überforderten Mutter zu meistern. Doch ihre Welt droht einzustürzen. Linda sieht sich Herausforderungen gegenüber, die für sie kaum zu bewältigen sind. Und hat auch noch eine ebenso fette wie fiese Feindin. Und ganz tief in ihr drin ist da auch noch etwas. Und das ist noch viel schlimmer.
Was hat Lindas Welt mit der uralten Bergbaugeschichte zu tun? Wer erforscht die alten Gruben und darf sich dabei nicht erwischen lassen? Welcher Schatz wartet dort auf Entdeckung? Warum zweifelt ein Jäger immer wieder an seinem Verstand? Kann eine Katastrophe Linda helfen? Und was ist eigentlich das »Geheimnisvolle Geräusch«?
Die »Tagesbrüche« bringen es an den Tag.
Der Roman bezieht sich teilweise auf die Ereignisse am Rosterberg in der Stadt Siegen 2004, ist aber frei erfunden und keineswegs eine Dokumentation. Weiterlesen

Neue Archivnachrichten aus Hessen jetzt online

archivnachrichten2013Die neuesten Archivnachrichten aus Hessen stehen ganz im Zeichen der Exotik: „Dem Fremden auf der Spur“. Auf 80 Seiten widmen sich die Beiträge Weltreisen, Expeditionen, dem Tourismus und exotischen Pflanzen. Daneben werden Archivbestände präsentiert, archivwissenschaftliche Themen erörtert und archivische Projekte vorgestellt.
Besonders sei hier auf die virtuelle Wiederherstellung des Alten Dillenburgischen Archivs des Hauses Nassau-Oranien hingewiesen. Der Beginn des Projekts wird von Rouven Pons angeszeigt (S. 48). Den Hinweis, dass das Hessische Hauptstaatsarchiv jüdische Personenstandsregister online bereitgestellt hat (S. 51), sollte bei der jüdischen Familienforschung im Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein beachtet werden.
Link zur Online-Fassung

Quelle: Archivalia, 12.12.13

Archäologie in Westfalen-Lippe 2012 erschienen

ArchaeologieWL2013Aus dem Inhalt:
Michael Rind: Archäologie rechnet sich nicht, zahlt sich aber aus …, S. 7 [Leitartikel]
Jennifer Garner, Stephanie Menic, Thomas Stöllner, Manuel Zeiler: Forschungen zur eisenzeitlichen Produktion und Distribution von Stahl aus dem Siegerland, S. 53
Eva Cichy: Neues und Altes vom Oberen Schloss in Siegen, S. 149 Weiterlesen

Wittgenstein 4/2013 erschienen

witt42013Inhalt:

Ulf Lückel / Johannes Burkardt: Editorial der Schriftleitung des WHV
Dreisbach FA-NA: Grüße aus den USA
Anne Schneider: „De Chrestdagszeit“
Mechthild Black-Veldtrup: Die Geschichte im Sinn und die Zukunft im Blick-die historischen Vereine in Westfalen (Festvortrag 100 Jahre WHV)
Peter Schneider: Schameder. Die erste urkundliche Erwähnung und Notizen zur frühen Geschichte
Paul Riedesel: L. Henry Riedesel: Ein etwas außergewöhnlicher Auswanderer
Ulf Lückel: Gedenktafel für die Opfer der NS-Herrschaft in Arfeld eingeweiht

Buchbesprechungen:
Heinrich Imhof: Jochen Karl Mehldau, Alte Laaspher Familien und ihre Häuser. Haus-Chroniken ~ 1600 – 1875
Heinrich Imhof: Hans-Günter Radenbach, Archäologie und Kulturgeschichte in Wittgenstein
Friedrich Opes: Heinz Strickhausen, Berleburg – Eine Kleinstadt nach der Jahrhundertwende. Teil II. In Europa gehen die Lichter aus

Quelle: Wittgensteiner Heimatverein, Homepage

Familie Naveh aus Jerusalem auf den Spuren der Großeltern in Siegen und Kassel


Dany Naveh (vormals Hausmann) geboren 1945 in Jerusalem, war erstmals in Siegen. Er wollte die Stadt sehen, aus der sein Vater Benno Hausmann vor 75 Jahren nach Palästina geflohen war. Aktueller Anlass der Reise war allerdings die Verlegung von Stolpersteinen für seine Großeltern mütterlicherseits in Kassel, Meta und Albert Oppenheim. Die Verlegung der kleinen Gedenksteine nahm der Kölner Künstler Gunter Demnig vor. Mehr als 40 000 solcher Steine hat er nun seit 1995 angefertigt. In unserer Region hatte er in diesem Jahr bereits Steine in Erndtebrück, Netphen und Kreuztal verlegt. Weiterlesen

Freudenberg im Zeitgeschehen 2/2013 erschienen:

FiZ221013“ …. Das als Titelbild mit der alten Schule in Alchen geschmückte Heft widmet sich der Freudenberger Schulgeschichte, bietet einen Artikel „M’r schwätzen wierer Platt“ (Wie wir das Radfahren erlernten!), geht auf die letzte Ortsbegehung in Bühl ein und lüftet das Geheimnis des „TuS Freudenberg“. Wieder gibt es eine fotografische Spurensuche und es erscheint ein Leserecho zum Zugunglück in der Gambach im Januar 1945. Außerdem liegt der letzte Teil des Beitrages über „Historische Straßen in unserer Heimat“ vor. Viel Interesse dürfte der Artikel „Geschichten aus dem Alten Flecken“ finden, zu dem wir viel Material von Dr. A. B. Schwacke aus Berlin verdanken. Zu guter Letzt berichtet FiZ über die Ehrung verdienter Heimatfreunde und einen Vortrag von Thomas Ijewski über Tillmann Siebel.“
Quelle: Homepage Arbeitsgemeinschaft der Freudenberger Heimatvereine

„Siegener Beiträge – Jahrbuch für regionale Geschichte 18 – 2013“ erschienen

SB2013Abermals ist es der Redaktion der “Geschichtswerkstatt Siegen – Arbeitskreis für Regionalgeschichte e.V.“ gelungen, ein breites Spektrum regionalhistorischer Aufsätze in ihrem neuen Jahrbuch “Siegener Beiträge“ 2013 zusammenzutragen. Herausgekommen
ist auf 256 Seiten eine lesenswerte Aufsatzsammlung mit folgenden Schwerpunkten:

Gerlach Graf zu Nassau-Wiesbaden-Idstein – Christian Brachthäuser
Christian Brachthäuser, Bibliothekar des Stadtarchivs Siegen, geht in seinem Aufsatz “Gerlach Graf zu Nassau-Wiesbaden-Idstein (1322-1371)“ der Frage nach, ob und wie ein einflussreicher Mainzer Erzbischof als Namenspatron der erstmals 1713 so bezeichneten “graf gerlachs burg“ nördlich von Netphen-Afholderbach gedient haben könnte. Der kurfürstliche Wirkungskreis kann zwar nicht in direktem Zusammenhang mit dem Burgenbau stehen, da archäologische Funde aus dem 11. Jahrhundert vorliegen und die exponierte Befestigungsanlage bereits vor der Geburt Gerlachs aufgegeben wurde. Die historisch gewachsene Verflechtung zwischen dem Mainzer Kurstaat, der Grafendynastie Nassau und dem Siegerländer Adelsgeschlecht von Bicken, das von 1601 bis 1604 selbst einen Mainzer Erzbischof stellte, könnte jedoch darauf hindeuten, dass die Namensgebung in Erinnerung an jenen Amtsträger erfolgte, der diese enge Bande im 14. Jahrhundert begründet hatte. Weiterlesen