Fritz Busch und Robert Burg

SaechsArchBl213Im Sächsisches Archivblatt 2 (2013) stellt Judith Matzke den in diesem Jahr verzeichneten Nachlass des Sängers Robert Burg vor (S. 8). Burg wirkte gemeinsam mit Fritz Busch an einigen Uraufführungen (z. B. 1925 „Doktor Faust“ von Ferruccio Busoni) in Dresden mit, so dass im Nachlass einiges zur Zusammenarbeit mit dem Dirtigenten erwartet werden darf, das noch einen tieferen Einblick in die Dresdener Zeit Buschs erlaubt. Denn: Weiterlesen

Heinrich Schickhardt in Herrenberg

Heinrich Schickhardt in Herrenberg from Rainer Wälde media on Vimeo.

Die Geschichte der Familie Schickhardt ist eng mit Herrenberg verbunden. Bereits um 1500 war dies ein aufstrebendes Landstädtchen, als sich der Schreiner Heinrich Schickhardt aus dem Siegerland hier niederließ. Er kaufte in der Tübinger Gasse ein Haus und erhielt die ehrenvolle Aufgabe, für die Stiftskirche das Chorgestühl mitzugestalten.

Als im Februar 1558 dann der Enkel Heinrich Schickhardt auf die Welt kommt, ahnt niemand, was aus diesem jungen Bürger Herrenbergs einmal werden wird: ein so renommierter Baumeister, dass die Menschen ihn sogar als „Schwäbischen Leonardo da Vinci“ rühmen.

Archivbestand zur Familiengeschicht: Hauptstaatsarchiv Stuttgart Q 3/54. Familienunterlagen Schickardt

Literatur (Auswahl) zu Heinrich Schickardt dem Älteren: Weiterlesen

Familie Naveh aus Jerusalem auf den Spuren der Großeltern in Siegen und Kassel


Dany Naveh (vormals Hausmann) geboren 1945 in Jerusalem, war erstmals in Siegen. Er wollte die Stadt sehen, aus der sein Vater Benno Hausmann vor 75 Jahren nach Palästina geflohen war. Aktueller Anlass der Reise war allerdings die Verlegung von Stolpersteinen für seine Großeltern mütterlicherseits in Kassel, Meta und Albert Oppenheim. Die Verlegung der kleinen Gedenksteine nahm der Kölner Künstler Gunter Demnig vor. Mehr als 40 000 solcher Steine hat er nun seit 1995 angefertigt. In unserer Region hatte er in diesem Jahr bereits Steine in Erndtebrück, Netphen und Kreuztal verlegt. Weiterlesen

„Siegener Beiträge – Jahrbuch für regionale Geschichte 18 – 2013“ erschienen

SB2013Abermals ist es der Redaktion der “Geschichtswerkstatt Siegen – Arbeitskreis für Regionalgeschichte e.V.“ gelungen, ein breites Spektrum regionalhistorischer Aufsätze in ihrem neuen Jahrbuch “Siegener Beiträge“ 2013 zusammenzutragen. Herausgekommen
ist auf 256 Seiten eine lesenswerte Aufsatzsammlung mit folgenden Schwerpunkten:

Gerlach Graf zu Nassau-Wiesbaden-Idstein – Christian Brachthäuser
Christian Brachthäuser, Bibliothekar des Stadtarchivs Siegen, geht in seinem Aufsatz “Gerlach Graf zu Nassau-Wiesbaden-Idstein (1322-1371)“ der Frage nach, ob und wie ein einflussreicher Mainzer Erzbischof als Namenspatron der erstmals 1713 so bezeichneten “graf gerlachs burg“ nördlich von Netphen-Afholderbach gedient haben könnte. Der kurfürstliche Wirkungskreis kann zwar nicht in direktem Zusammenhang mit dem Burgenbau stehen, da archäologische Funde aus dem 11. Jahrhundert vorliegen und die exponierte Befestigungsanlage bereits vor der Geburt Gerlachs aufgegeben wurde. Die historisch gewachsene Verflechtung zwischen dem Mainzer Kurstaat, der Grafendynastie Nassau und dem Siegerländer Adelsgeschlecht von Bicken, das von 1601 bis 1604 selbst einen Mainzer Erzbischof stellte, könnte jedoch darauf hindeuten, dass die Namensgebung in Erinnerung an jenen Amtsträger erfolgte, der diese enge Bande im 14. Jahrhundert begründet hatte. Weiterlesen

„Deserteure der Weltkriege. Vier Beispiele aus unserer Region „

16.12.2013, 15:30 – 16:00 Uhr
Aktiven Museum Südwestfalen, Siegen

Im Rahmen des Aktionstages „Geh-Denken“ finden nach der offiziellen Gedenkveranstaltung am Dicken Turm vier Kurzvorträge im AMS am Obergraben statt. Darin werden die Biografien von Deserteuren aus unserer Region vorgestellt. Für den Ersten Weltkrieg sind das Walter Krämer (Klaus Dietermann) und Karl Ley (Traute Fries), für den Zweiten Weltkrieg Hermann Albrecht (Klaus Merklein) und Josef Schönenbach (Klaus Dietermann). Für die beiden Letzten endete die Desertion tödlich.

Literaturhinweis: Traute Fries „Die Deutsche Friedensgesellschaft. im Bezirk Sieg-Lahn-Dill in der Weimarer Republik. Eine historische Rekonstruktion“

Umschlag Fries FriedensgesellschaftEine Publikation von
-Förderkreis Geschichte der Arbeiterbewegung und der Gewerkschaften für den
Kreis Siegen-Wittgenstein e. V. – Manfred Zabel, Birkenweg 18, 57234 Wilnsdorf, und
– Gustav-Heinemann-Friedensgesellschaft Siegen e. V. – Astrid Greve,
Heidenbachswald 1, 57234 Wilnsdorf
ISSN 09 36-0794 – 224 Seiten, (Verkaufspreis 14,80 Euro)

Zur Bedeutung des Buches

Im nächsten Jahr wird des Beginns des Ersten Weltkriegs 1914 gedacht. In keinem Krieg zuvor sind so viele Soldaten getötet worden. Auch im Siegener Raum ging die Opferzahl in die Tausende. Wilhelm Fries aus Weidenau (1901-2000), noch zu jung, um Soldat zu werden, hat gleich drei seiner Brüder in diesem Krieg verloren. Das hat ihn zum engagierten Pazifisten und Aktivisten der Deutschen Friedensgesellschaft in Siegen werden lassen.

Traute Fries, die Tochter von Wilhelm Fries, legt nach vierjähriger Arbeit jetzt ein neues Buch vor, in dem sie die Geschichte der Deutschen Friedensgesellschaft im Siegener Raum in der Weimarer Republik rekonstruiert. Materialgrundlage des Buches sind der umfangreiche Nachlass ihres Vaters und die Zeitschriften der DFG, „Der Pazifist“ (1921-1924), nachfolgend „Das Andere Deutschland“ (1925-1933). Weiterlesen

Regionale Personalia des NS-Arbeitsdienstes

1) Müller, Wilhelm
30.01.1936: Ern. v. Ofm./NSAD z. Oberfeldmeister/RAD
208a (PV 3 v. 04.02.1936 S. 39 RDA-Oz. 54)
01.04.1936: Ern. z. Oberstfeldmeister
6/208a(A 1)(PV 8 v. 29.06.1936 S. 430 RDA 29.6.36/42)
01.01.1937: Stichtag: 6/208a Abtf. – RDA 29.6.36/42
(DAL I v. 01.01.1937 S. 50 Lfd.Nr. 517)
01.08.1938: Vers. v. 6/204 Abtf. Brün n. 3/204(W IV) Abtf. Gemünd-Malzbenden
(PV 54 v. 20.07.1938 S. 7 Lfd.Nr. 110)
31.08.1942: Ausgesch. 3/204(1)
(PV 47 v. 25.09.1942 S. 240 Lfd.Nr. 8)
31.08.1942: Rangverl. Arbeitsführer
3/204 Abtf.(PV 49 v. 10.10.42 S. 246)

2)Kirchhoff, Dr. Ludwig
18.12.1935: Ern. v. Arbf./NSAD z. Arbeitsführer/RAD
(Vbl. 35 Nr. 869 S. 343 Oz. 93)
01.01.1937: Stichtag: 209 Siegen Gruppenführer – RDA 18.12.35/99
(DAL I v. 01.01.1937 S. 16 Lfd.Nr. 72)
30.06.1937: Ausgeschieden – 209(1)
(PV 38 v. 24.07.37 S. 9 Lfd.Nr. 1)

Vbl. = Verordnungsblatt für den Reichsarbeitsdienst
DAL = Dienstaltersliste
PV = Personalveränderungen für den Reichsarbeitsdienst
RDA= Rangdienstalter

Autor: Ansgar

„Johannes Althusius – Bibelleser und Staatsdenker“

Der offene theologische Gesprächskreis „Theophil“ der evangelischen Stadtgemeinde Siegen widmet sich am 3.12.2013 um 19:30, im Gemeindehaus Altstadt, Pfarrstr. 2, 57072 Siegen dem aus dem Berleburgischen stammenden Johannes Althusius. Zu Gast ist Prof.?Dr. Karl Wilhelm Dahm (Münster).

Ausstellung zur deutschen Auswanderung nach Amerika im Kreishaus in Siegen

„Hausaufgabe“ des Landrats
DanielHiesterRüdiger Lentz, Festredner und der Direktor des Aspen-Instituts hat ein „Hausaufgabe“ von seinem Besuch in Siegen mitgenommen. Denn Landrat Paul Breuer war beim Gang durch die Ausstellung eine Ungereimtheit aufgefallen: An einer Stelle ist von Daniel Hiester aus Schlesien die Rede, der dem ersten US-Kongress angehörte. Landrat Paul Breuer ist sich aber sicher, dass Hiester aus Bad Berleburg-Elsoff stammt, was erste Recherchen des Kreisarchivs (s. u.) auch bestätigen. Lentz versprach, dem auf den Grund zu gehen – und falls der Landrat richtig liege, könne er den Eintrag auf der Schautafel gerne überkleben.
Die wohl unrichtige Formulierung, dass Daniel Hiester aus Schlesien emigriert sei (findet sich so auch im englischsprachigen Wikipedia-Eintrag), beruht auf einem Missverständnis: Henry Melchior Muhlenberg Richards widmete sich 1907 in einer biographischen Studie dem Gouverneur Joseph Hiester auch der Familiengeschichte der Hiester. Auf Seite 3 dieser Studie erwähnt er, dass der Stammvater der Hiesters im 14. Jahrhundert in Schlesien auszumachen ist und die Familie(n) von dort aus im Laufe der Jahrhunderte weiterwanderte(n). Auf Seite 4 dieser Studie stellt der Autor allerdings korrekt die Auswanderung des Vaters von Daniel Hiester von Elsoff nach Amerika dar. Die Studie kann auch online eingesehen werden.

Zur Familiengeschichte Daniel Hiesters s. a. Isaac Hiester, The Hiester homestead in Germany (1907); ergänzend sei auf die Berichtigung Wilhelm Hartnacks: „Die Herkunft der in Amerika berühmt gewordenen Hüsters“ In: Wittgenstein. Blätter des Wittgensteiner Heimatvereins e.V., Bd. 41/ 1977/ H.1/ S. 24-26, hingewiesen.

Rüdiger Lentz: „Aktuelle Ereignisse dürfen tiefe Bindungen zwischen beiden Ländern nicht überschatten“ Weiterlesen

Lothar Irle und der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Teil 2.

Eine Aktenauswertung.

Im September wurde hier auf siwiarchiv über die beabsichtigte Verleihung des Verdienstordens an Dr. Lothar Irle berichtet. In einem Kommentar wurde auf die einschlägigen Ordensakten im Landesarchiv NRW, Abt. Rheinland, noch in Düsseldorf (NW O 07379 und NW O 07379) hingewiesen. NW O 07379 besteht lediglich aus einem Blatt, dass die Abgabe der Ordensakten an das damalige Hauptstaatsarchiv in Düsseldorf beinhaltet.
NW O 07379 enthält den 15 Blatt umfassenden Vorgang, der in der Staatskanzlei geführt wurde. Aus dem Antragsschreiben des Vorsitzenden Karl Jellinghaus des Sauerländer Gebirgsvereins vom 14. Januar 1966 an den Arnsberger Regierungspräsidenten Ernst Schlensker sei hier die Begründung – mit Ausnahme der Aufstellung der Publikationen Irles – wiedergegeben: Weiterlesen