93. Deutscher Archivtag 2026 in Hof (Saale) mit Fachmesse
ARCHIVISTICA 2026

Wie gelangen Bürgerinnen, Journalisten und Wissenschaftler heute und in Zukunft an behördliche Unterlagen und historische Quellen? Unter dem Rahmenthema „Zugang zu Archivgut heute und morgen: Erschließung – Bereitstellung – Benutzung“ veranstaltet der VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e. V. vom 29. September bis zum 1. Oktober 2026 den 93. Deutschen Archivtag, Europas größten nationalen Archivkongress, in der Freiheitshalle Hof. Mit auf der Agenda: Wer bestimmt die Regeln, wenn die KI erstmal das Archivgut durchleuchtet?
Archivarinnen und Archivare aus dem In- und Ausland diskutieren in Hof an der Saale den Übergang von analogen Beständen zu digitalen Datenströmen, die Modernisierung von Einsichts- und Gebührenordnungen sowie den Einsatz Künstlicher Intelligenz bei der Dokumentensuche und machen die oberfränkische Mittelstadt zum Treffpunkt der deutschen Archivwelt. „Das Rahmenthema beschreibt den Kern unserer täglichen Arbeit und zugleich die zentralen Herausforderungen der kommenden Jahre: Wie erschließen wir Archivgut im digitalen Zeitalter? Wie gestalten wir einen rechtssicheren und zugleich offenen Zugang? Und wie verändern sich Erwartungen und Bedürfnisse der Nutzenden?“, so Dr. Michael Ruprecht, Vorsitzender des VdA.
Im Mittelpunkt der Eröffnungsveranstaltung am 29. September um 18:30 Uhr in der
Freiheitshalle Hof steht der Vortrag „Auf schwankendem Grund: Anmerkungen zu und ingefährlichen Zeiten“ des bekannten Journalisten und Autoren Georg Mascolo.
Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und neue Formen der digitalen Nutzung stellen klassische Routinen ebenso infrage wie etablierte Vorstellungen von Zugang und Vermittlung. Das Fachprogramm, welches sich über drei Tage erstreckt, bringt deshalb nicht nur die Praktikerinnen und Praktiker in den Archiven auf den neuesten Stand, sondern bietet auch für Journalistinnen und Journalisten interessante Themen und Gesprächsanlässe für die Berichterstattung:
Akteneinsicht im KI-Zeitalter: In Block 2 („Erschließung neu gedacht“, 30. September, 11:30 bis 13:00 Uhr) beleuchtet Dr. Andreas Weber (Stuttgart) unter dem Titel „Papritz trifft Prompt“ den Einfluss generativer Sprachmodelle auf die Dokumentensuche. Hannah Ruff (Potsdam) analysiert Zugriffssteuerung und digitale Souveränität, wenn KI-Systeme auf Archivdaten
zugreifen.
Rechtsfragen, Gebühren und digitale Lesesäle: Block 4 („Rechtsfragen des Zugangs“, 1. Oktober, 10:30 bis 12:00 Uhr) widmet sich den Hürden beim Aktenzugang. Sebastian Funk (Hamburg) thematisiert Gebührenordnungen im kommunalen und staatlichen Archivwesen. Dr. Katharina Beiergrößlein (Stuttgart) erörtert neue Spielräume für digitale Lesesäle nach dem Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz (UrhWissG).
Digitale Behördenakten dauerhaft sichern: Im Fachforum der Fachgruppe 1, Staatliche Archive (30. September, 16:00 bis 18:00 Uhr), berichtet Dr. Bastian Gillner (Duisburg) über erste praktische Erkenntnisse bei der Übernahme und Sicherung von E-Akten aus Verwaltungssystemen.
Der Generationenwechsel bei der Recherche: Block 1 (30. September, 09:00 bis 10:30 Uhr) nimmt veränderte Nutzungsansprüche in den Blick – unter anderem im Beitrag „Generationenclash: Nutzungsperspektiven digitalen Archivguts in der Zukunft“ (Lukas Heck / Stephan Ridder, Potsdam).
Parallel zum Kongress findet traditionell am selben Ort die öffentlich zugängliche Fachmesse ARCHIVISTICA statt, Europas führende Messe für Archivtechnik, Digitalisierung, Restaurierung und IT-Lösungen.
Quelle: VdA, Pressemitteilung, 16.09.2026

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