Wohin mit den regionalen Künstlernachlässen?

Ein Nachbericht

Dr. Karin Lingl vom Archiv für Künstlernachlässe sprach beim Kunstverein. Wolfgang Suttner moderierte. Foto: Eike Jungheim

‚Wohin mit der Kunst, bevor ich nicht mehr da bin? Wohin mit der Kunst, die ich geerbt habe?’ Fragen, die sich stellen, wenn es um Vor- bzw. Nachlässe geht, Künstlername und –werk bekannt, aber nicht so bedeutend sind, dass beide zwangsläufig im Museum landen oder sich mit Leichtigkeit auf dem Kunstmarkt behaupten. Es geht also um den Raum zwischen Atelier und Museum. Zum Thema „Das letzte Hemd hat keine Taschen – Wohin mit den Künstlernachlässen ?“ sprach auf Einladung des Kunstvereins Siegen im Rahmen der Reihe ‚Abends in der Galerie’ (Kooperation KulturSiegen & Kunstverein) Frau Dr. Karin Lingl vor ca. 50 Künstlern, Sammlern und Kunstinteressierten. Als Geschäftsführerin der Stiftung Kunstfonds zur Förderung der zeitgenössischen bildenden Kunst in Bonn leitet sie das Archiv für Künstlernachlässe im Kloster Brauweiler. Den regen Austausch von Fragen und Antworten zur Auswahl, Aufbewahrung, Vernichtung, Ausleihe, Weiterverkauf, Besteuerung und mehr moderierte Wolfgang Suttner, Sprecher des Deutschen Kunstrats in Berlin. Die Vorstellung der hervorragenden Einrichtung des Archivs, die ständig wächst, aber dennoch nur begrenzt gestiftete Nachlässe aufnehmen kann, diente letztlich dazu, ein bestens funktionierendes Modell als Vorbild auch für eine regionale Lösung schmackhaft zu machen. Den Besuchern war nämlich schnell klar, dass die Chance für die Auswahl eines Nachlasses zur Aufnahme ins Archiv der Stiftung nur ganz gering sein kann. Es lag folgerichtig auf der Hand, dass die Forderung nach einer regionalen Lösung geäußert wurde. Möglicherweise wird der Informationsabend zum Anlass genommen werden, eine Initiative auf die politische Schiene zu bringen.

Quelle: Kunstverein Siegen, Pressemitteilung

Ausstellung “Teddy, Püppi & Co.”

Mit dieser Ausstellung rund um Spielzeug führt das Museum Wilnsdorf die Tradition weiter, in regelmäßigen Abständen Schätze und Schätzchen aus seinen Sammlungen zu Volkskunde, Kultur- und Menschheitsgeschichte zu zeigen.

Diese Ausstellung wendet sich an alle jungen und jung gebliebenen Museumsbesucher. Sie zeigt an Exponaten, die bis zu 6.000 Jahre alt sind, dass Spielen und Spielzeug schon in der Steinzeit aktuell war, und sie lässt Schätze aus der jüngeren Vergangenheit aus ihrer Versunkenheit auftauchen: den Stubenwagen aus den 50ern, den Eisenreifen aus den 20ern, die viel geliebte und wenig bespielte Porzellanpuppe, den in Grund und Boden geliebten Teddybär, „technisches“ Spielzeug aus 200 Jahren, Baukästen, Brettspiele, Lernspiele und nicht zu vergessen, das Spielzeug für das Kind im Mann, dies alles und noch viel mehr kann hier bestaunt, belächelt und mit ein paar sentimentalen Gedanken bedacht werden. Weiterlesen

Leseverein, Literaturzirkel und Leihbibliothek

Stadtarchiv widmet sich der Geschichte des Lesens in Siegen im 19. Jahrhundert

In seinem „Klick in die Vergangenheit“ widmet sich das Stadtarchiv Siegen regelmäßig unterschiedlichen Episoden der städtischen Geschichte. Besondere Anlässe, historische Ereignisse, bislang unbekannte Aspekte oder bemerkenswerte Archivstücke in den Sammlungsbeständen sollen dadurch der Öffentlichkeit vorgestellt werden. In der neuen Ausgabe wird an die Bedeutung und Verbreitung des „gedruckten Wortes“ im Siegerland vor rund 200 Jahren erinnert.

„Ueber den Bergbau der Alten“ (Siegen 1808). Titelseite mit Frontispiz des Siegener Bergmeisters Johann Daniel Engels. Vorlage: Stadtarchiv Siegen

Das Zeitalter der Aufklärung begünstigte im 18. Jahrhundert auch unter dem ‚Krönchen‘ allmählich die Popularisierung von Verlagserzeugnissen“, wie Christian Brachthäuser vom Stadtarchiv Siegen erklärt. „Besonders nach der Französischen Revolution zeichnete sich verstärktes politisches Interesse großer Teile der Bevölkerung ab. Der Wunsch nach einschlägiger Lektüre und Mitsprache war der Anlass für die Gründung von privaten Lesezirkeln und Leihbibliotheken, um den Lesehunger  und das Informationsbedürfnis zu stillen“, so der Bibliothekar. Seit 1808 etablierten sich in Siegen die Vorstufen des modernen Bibliothekswesens, die damals jedoch noch keinen öffentlichen Charakter besaßen. Zwei Jahrhunderte nach der vorübergehenden Verlegung der Nassauischen Hohen Schule von Herborn nach Siegen, als auch der berühmte Buchdrucker Christoph Corvin (1552-1620) von 1596 bis 1599 das ehemalige Siegener Franziskanerkloster mit seiner Druckwerkstätte bezog, avancierte Siegen wieder zu einem Verlagsort. Die hier hergestellten Bücher füllten sowohl Buchhandlungen als auch die in erster Linie an das liberale Bürgertum adressierten Leihbibliotheken. Einen Bedeutungs- und Nutzungswandel erfuhren die auch als Lese-Institute bezeichneten Einrichtungen, nachdem das Siegerland als Folge der territorialen Neuordnung Europas im Jahr 1815 an Preußen fiel. In Zeiten des gesellschaftlichen Wandels und der Belebung des Vereinswesens Mitte des 19. Jahrhunderts kam verstärkt die Idee gemeinnütziger Volksbibliotheken gerade für sozial schwache Bevölkerungskreise auf. Dieser gemeinwohlorientierte Gedanke wurde jedoch durch den aufkeimenden Nationalismus im 1871 proklamierten deutschen Kaiserreich zunehmend kritisch betrachtet. Die Büchersammlungen seien zu veraltet, zu unprofessionell geleitet, zu unattraktiv und zu einseitig an die Belange der sozial Benachteiligten adressiert, so die Wahrnehmung Ende des 19. Jahrhunderts. Wie kam es dazu? Und welche Erfolge versprachen sich die Reformer des Bibliothekswesens, als man sich Ende des 19. Jahrhunderts für eine staatliche und kommunale Trägerschaft aussprach und bewusst auch das Bildungsbürgertum ansprach? Die von Christian Brachthäuser für den Zeitraum von 1800 bis 1900 zusammengetragenen Informationen über den Stellenwert des Kulturgutes Buch und der ersten bibliothekarischen Einrichtungen in der Krönchenstadt sind als PDF-Dokumentation ab sofort auf der Website www.stadtarchiv-siegen.de abrufbar. Weiterlesen

5. Freudenberger Backes-Tag am 30. September 2018

Das Ziel für einen Familienausflug: Wunderbare Backwaren genießen – Alte Backtradition erleben

Im Siegerland wird eine ganz besondere Tradition des gemeinschaftlichen Backens gepflegt. Hieran erinnert die Arbeitsgemeinschaft Freudenberger Heimatvereine mit ihrem Backes-Tag: Am Sonntag, 30. September 2018,11:00 Uhr bis 17:00 Uhr, öffnen die ehrenamtlich betriebenen Backhäuser
gemeinsam, um ihre Arbeit und die vielfältigen Produkte vorzustellen.
Er steht unter dem Motto „BROTLUST in unserer Fachwerkstadt“, übrigens die fünfte Ausgabe.
Also: Der Duft von frischem Brot oder Kuchen lädt wird zum Probieren ein und die handwerklich entstandenen Brotspezialitäten können erworben werden. Viele Besucher reisen an diesem Tag tatsächlich von Backes zu Backes und freuen sich darauf, die Unterschiede herauszuschmecken, die sich durch spezifische Rezepturen, Mehltypen oder der Eigenart des jeweiligen Ofens ergeben.
Der geschichtliche Hintergrund: Ressourcenschonung und Feuer-Prävention
Als Ursprung für die „Backeser“ gilt ein damals wenig geliebter Akt gräflicher Obrigkeit. Johann VI, Graf zu Nassau, (22. November 1536 – 8.Oktober 1606), der ab 1559 sein Land regierte, verfügte u.a. in seiner „Holz- und Waldordnung“ vom 18. Januar 1562: „In jedem Dorff sollen ettliche gemeine Backofen verordnet werden“. Weiterlesen

Ausstellung “Vom Brief zum digitalen Netz. Aus dem Siegerland in die Welt”

Siegerlandmuseum, 27.9.2018 – 6.1.2019
Eine Kooperation mit der Universität, Fach Geschichte

Im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereiches „Medien der Kooperation“ unter Leitung von Prof. Dr. Erhard Schüttpelz werden im Jahr 2018 im Siegerlandmuseum zwei Ausstellungen durchgeführt:

Eine trägt den Titel „Telekommunikation seit dem 19. Jahrhundert als Kooperation von Medien“. Den BesucherInnen soll Gelegenheit gegeben werden, selbst aktiv unter verschiedenen historischen Bedingungen kommunizieren zu können. Hierzu stellt die Sammlung Schmidt in Konstanz Originalgeräte zur Verfügung, die von der Frühzeit des Telefons im späten 19. Jahrhundert bis in die 1990er Jahre reichen. Es werden benutzbare originale Telekommunikationsverbindungen aus unterschiedlichen Zeiten hergestellt, die den Wandel der Telekommunikation während der letzten über 100 Jahre direkt erfahrbar machen. Für die Ausstellung verantwortlich sind PD Dr. Christian Henrich-Franke und Dr. Cornelius Neutsch.

Die zweite Ausstellung widmet sich dem Smartphonegebrauch und familiärer Interaktion. Sie wird geleitet von Dr. Bina Elisabeth Mohn und Prof. Dr. Jutta Wiesemann. Kern ist eine Video-Installation, in der (Medien-)Interaktionen von Kleinkindern in unterschiedlichsten familiären Zusammenhängen beobachtbar gemacht werden. Basis hierfür sind kamera-ethnographische Untersuchungen, die beide Forscherinnen derzeit durchführen. Die BesucherInnen erfahren somit nicht nur, wie moderne Medien das Leben von Kleinkindern und deren familiäres Umfeld verändern, sondern erhalten darüber hinaus Einblicke in methodische Vorgehensweisen medienethnographischer Projekte.
Quelle: Siegerlandmuseum, Aktuelles

Ausstellung blickt auf 40 Jahre Theater in Wilnsdorf

Vor vierzig Jahren hieß es in Wilnsdorf zum ersten Mal: Vorhang auf! Am 17. November 1978 brachte die Gemeinde Wilnsdorf „Das Lied der Taube“ auf die Bühne. Der Premiere folgten über 200 weitere Aufführungen, mehr als 1.300 Darsteller gastierten in Wilnsdorf – darunter namhafte Künstler wie Heidi Kabel, Uschi Glas, Willy Millowitsch und Götz George.

Die vier Jahrzehnte des Wilnsdorfer Theaterprogramms füllten zahlreiche Gästebücher, Plakatsammlungen und Kulturseiten der lokalen Zeitungen. Einen kleinen Blick in diese Schatzkisten erlaubt jetzt eine interessante Ausstellung im Wilnsdorf Rathaus. Weiterlesen

Audio-CD: “Die Dialekte von Nordrhein-Westfalen

44 Sprachaufnahmen aus dem 20. und 21. Jahrhundert”

Audio-CD mit MP3 Dateien und Begleitheft, 2018, 44 Tracks im MP3-Format mit einer Gesamtlänge von 2 Stunden

“Könnten sich eine Frau aus Hummerzheim in der Eifel und ein Mann aus Winterberg im Hochsauerland verstehen, wenn beide ihren jeweiligen Dialekt sprechen?
Die vorliegende Sammlung von Dialektaufnahmen soll zum einen die regionale Vielfalt der Dialekte in NRW beleuchten. Die Aufnahmen stammen aus völlig unterschiedlichen Sprachräumen. Zum anderen soll auch ein zeitlicher Vergleich ermöglicht werden: Neben aktuellen Ton­aufnahmen stehen etwa 60 Jahre alte Tondokumente von Sprecherinnen und Sprechern, die größtenteils im 19. Jahrhundert geboren wurden. Die vorliegende CD bietet mit 44 Aufnahmen aus 40 Orten einen umfangrei­chen Einblick in den Wandel der Sprache.
Quelle: LWL-Medienzentrum, Shop
Beispiele aus dem Kreisgebiet: Weiterlesen

Ausstellung “Siegen im Postkartenformat”

Siegen Siegbruecke 1850 Jacob Scheiner

Historische Ansicht der Stadt auf dem Siegberg, gesehen von Westen, im Zustand von etwa 1850. Aquarell des Landschaftsmalers Jakob Scheiner von 1899. Diese Perspektive des Malers ist in Siegen als „Scheinerblick“ bekannt und wurde als Postkartenmotiv genutzt. In der Bildmitte der „Dicke Turm“ und das Untere Schloss (beide mit ockerfarbenem Verputz) sowie die weiß verputzte Martinikirche. Im Vordergrund der Fluss Sieg mit Siegbrücke. Im Bildvordergrund der Fluss Sieg mit historischer Siegbrücke. Dahinter, auf dem westlichen Sporn des Siegbergs, die evangelische Martinikirche (weiße Fassade) sowie das Untere Schloss mit „Dickem Turm“ (gelbe Fassaden). Von Jakob Scheiner [Public domain], via Wikimedia Commons.

Siegerlandmuseum, 22.7. – 9.9.2018

“Das Siegerlandmuseum verfügt über zahlreiche Postkarten mit Motiven aus Siegen und Umgebung. Sie zeigen die Entwicklung der Stadt in den vergangenen ca. 150 Jahren nach. Während die Postkarte das meist fotografisch wiedergegebene Bild der Stadt zeigt, haben Siegener Künstler ihre jeweils eigene Perspektive auf verschiedene Aspekte und Sehenswürdigkeiten der Stadt gerichtet. Die Konfrontation beider Sichtweisen ergibt ein drittes, wiederum neues Bild auf Siegen und Umgebung.”
Quelle: Siegerlandmuseum

Architektur 1960+, Brutalismus – gibt es das im Kreisgebiet? Hinweise und Fotos gesucht

Die Bauforschung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) widmet sich in einem Projekt der Erforschung und Inventarisierung der Architektur der 1960er und 1970er Jahre. Neben repräsentativen Gebäuden – Kreisgebiet sind dies z. B. die Universität oder auch Kirchenbauten – sind neue Materialien wie der Sichtbeton (béton brut), die Verwendung besonderer Formen (z. B. sechs- bzw achteckige Grundrisse) und eine neue Farbigkeit (Orange, Gelb, Apfelgrün) Kennzeichen der Architektur dieser Jahre.
Auffällig zeigt sich die Architektur dieser Jahre in den genannten Großbauten im Kreisgebiet. Aber auch kleinere Bauten (Wohnhäuser, Siedlungen, Wirtschaftsgebäude, ….) aus den Jahren wurden mit den oben genannten architektonischen Stilmitteln geschaffen. Beispiele solcher Bauten sucht nun siwiarchiv. Alle Hinweise auf Gebäude können als Kommentare zu diesem Beitrag gepostet werden. Falls Fotos gepostet werden, bitte an folgende Adresse: siwiarchiv@googlemail.com . Die Bilder werden, falls eine entsprechende Erlaubnis vorliegt, vom siwiarchiv-Administrator ebenfalls als Kommentar zu diesem Artikel eingestellt werden.

Weitere Informationen zum Vorhaben des LWL finden sich auf dieser Interentseite:
https://www.lwl.org/dlbw/service/projekte/moderne-1960-plus