Ausstellung „Siegen im Postkartenformat“

Siegen Siegbruecke 1850 Jacob Scheiner

Historische Ansicht der Stadt auf dem Siegberg, gesehen von Westen, im Zustand von etwa 1850. Aquarell des Landschaftsmalers Jakob Scheiner von 1899. Diese Perspektive des Malers ist in Siegen als „Scheinerblick“ bekannt und wurde als Postkartenmotiv genutzt. In der Bildmitte der „Dicke Turm“ und das Untere Schloss (beide mit ockerfarbenem Verputz) sowie die weiß verputzte Martinikirche. Im Vordergrund der Fluss Sieg mit Siegbrücke. Im Bildvordergrund der Fluss Sieg mit historischer Siegbrücke. Dahinter, auf dem westlichen Sporn des Siegbergs, die evangelische Martinikirche (weiße Fassade) sowie das Untere Schloss mit „Dickem Turm“ (gelbe Fassaden). Von Jakob Scheiner [Public domain], via Wikimedia Commons.

Siegerlandmuseum, 22.7. – 9.9.2018

„Das Siegerlandmuseum verfügt über zahlreiche Postkarten mit Motiven aus Siegen und Umgebung. Sie zeigen die Entwicklung der Stadt in den vergangenen ca. 150 Jahren nach. Während die Postkarte das meist fotografisch wiedergegebene Bild der Stadt zeigt, haben Siegener Künstler ihre jeweils eigene Perspektive auf verschiedene Aspekte und Sehenswürdigkeiten der Stadt gerichtet. Die Konfrontation beider Sichtweisen ergibt ein drittes, wiederum neues Bild auf Siegen und Umgebung.“
Quelle: Siegerlandmuseum

Architektur 1960+, Brutalismus – gibt es das im Kreisgebiet? Hinweise und Fotos gesucht

Die Bauforschung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) widmet sich in einem Projekt der Erforschung und Inventarisierung der Architektur der 1960er und 1970er Jahre. Neben repräsentativen Gebäuden – Kreisgebiet sind dies z. B. die Universität oder auch Kirchenbauten – sind neue Materialien wie der Sichtbeton (béton brut), die Verwendung besonderer Formen (z. B. sechs- bzw achteckige Grundrisse) und eine neue Farbigkeit (Orange, Gelb, Apfelgrün) Kennzeichen der Architektur dieser Jahre.
Auffällig zeigt sich die Architektur dieser Jahre in den genannten Großbauten im Kreisgebiet. Aber auch kleinere Bauten (Wohnhäuser, Siedlungen, Wirtschaftsgebäude, ….) aus den Jahren wurden mit den oben genannten architektonischen Stilmitteln geschaffen. Beispiele solcher Bauten sucht nun siwiarchiv. Alle Hinweise auf Gebäude können als Kommentare zu diesem Beitrag gepostet werden. Falls Fotos gepostet werden, bitte an folgende Adresse: siwiarchiv@googlemail.com . Die Bilder werden, falls eine entsprechende Erlaubnis vorliegt, vom siwiarchiv-Administrator ebenfalls als Kommentar zu diesem Artikel eingestellt werden.

Weitere Informationen zum Vorhaben des LWL finden sich auf dieser Interentseite:
https://www.lwl.org/dlbw/service/projekte/moderne-1960-plus

Haus Stöcker aus Burgholdinghausen

Neues Bauprojekt des LWL-Freilichtmuseums Detmold

Wenn der Bagger im LWL-Freilichtmuseum Detmold anrollt, dann deutet dies meistens auf ein neues Bauprojekt hin: Das „Haus Stöcker“ aus dem Jahr 1797 wird künftig mit seinen zeittypischen Renovierungen aus den 1960er Jahren die Baugruppe des Siegerländer Weilers erweitern. Es ist damit das zweite Gebäude, das die 1960er Jahre im Gelände repräsentiert. Die historische Tankstelle aus Siegen-Niederschelden aus dem Jahr 1951, die im Zustand der 1960er Jahre zu sehen ist, war das erste Gebäude aus diesem Jahrzehnt, das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) 2013 in seinem Freilichtmuseum eröffnet hat.

Der Bagger ist angerollt, die Erdarbeiten für das Fundament am Haus Stöcker im LWL-Freilichtmuseum Detmold starten. Zum ersten Spatenstich kamen Museumsdirektor Prof. Dr. Jan Carstensen, Baureferatsleiter Dr. Hubertus Michels und LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger.
Foto: LWL/Jähne

Noch ist das Fachwerkhaus nur anhand der Absteckungen auf der Wiese zu erahnen, doch schon bald wird hier das Haus der Familie Stöcker für Besucher zugänglich sein und seine Geschichte erzählen. Am Montag (11.6.) fanden der erste „Spatenstich“ und damit auch der offizielle Baubeginn statt. „Das Haus Stöcker ist eine große Bereicherung für das Gelände des Freilichtmuseums Detmold und schlägt eine Brücke zur Alltagskultur der 1960er Jahre“, so LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. Weiterlesen

Buchprojekt zur Geschichte des Siegerlands und Wittgensteins im 19. Jahrhundert

„Wir werden ein Werk schaffen, das sicherlich für viele Jahrzehnte und die nächsten Generationen das Standardwerk der Siegerländer und Wittgensteiner Geschichte des 19. Jahrhunderts sein wird. Es wird mithelfen zu erklären, wer wir sind, woher wir kommen und warum wir Siegerländer und Wittgensteiner so ticken, wie wir ticken“, so Landrat Andreas Müller jetzt bei der Vorstellung des Buchprojektes „Zeitspuren in Siegerland und Wittgenstein“.

Werfen einen ersten Blick auf die Homepage zum »Zeitspuren«-Projekt (sitzend, v.l.): Historiker Dieter Pfau, Landrat Andreas Müller; (stehend v.l.): Elisabeth Strautz (Kreisarchiv), Kreisarchivar Thomas Wolf, Paul Breuer (Vorsitzender Heimatbund Siegerland-Wittgenstein e.V.), Klaus Vetter (IHK Ehrenpräsident), Klaus Gräbener (IHK Hauptgeschäftsführer), Andreas Dreker (Sparkassendirektor).

Bis Ende 2020 werden der freie Autor und Historiker Dieter Pfau und Elisabeth Strautz vom Kreisarchiv als Hauptautoren das zweibändige Werk erstellen, das sich mit der heimischen Geschichte zwischen 1800 und 1914 beschäftigen wird. Pfau hatte 2009 bereits ein erstes „Zeitspuren“-Buch veröffentlicht, das sich mit dem Früh- und Hochmittelalter zwischen 750 und 1250 beschäftigt.

Herausgeber des Werkes war damals der Heimatbund Siegerland-Wittgenstein e.V., der auch diesmal wieder diese Funktion übernommen hat: „Mit dem neuen Werk kommen wir den heutigen Menschen näher, weil wir ihrer Zeit und ihren direkten Vorfahren näher kommen“, sagt Paul Breuer, der Vorsitzende des Heimatbundes. Er geht davon aus, dass die Inhalte des neuen Buchs auch intensiver diskutiert werden, weil sie die Menschen und ihre Familiengeschichte direkter betreffen.

Neue Dokumente im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz entdeckt
Für die Erarbeitung des Buches beginnen Dieter Pfau und Elisabeth Strautz noch einmal ganz grundsätzlich mit einem Quellenstudium in Archiven. So waren beide bereits im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin. Kreisarchivar Thomas Wolf hatte erfahren, dass sich dort Unterlagen befinden, von denen bisher nicht bekannt war, dass sie noch vollständig erhalten sind. Aufgrund dieser neuen Quellenlage gehen die Autoren davon aus, dass das Buch auch wirklich neue Erkenntnisse liefern wird. Weiterlesen

„Fabrikation eines Verbrechers“ – Historischer Kriminalfall als Medienereignis

Die Kultur- und Medienwissenschaftlerin Prof. Dr. Susanne Regener von der Universität Siegen hat zusammen mit dem Jenaer Historiker Dr. Axel Doßmann ein Buch über den Fall Bruno Lüdke geschrieben.

Das Böse übt seit jeher einen morbiden Zauber auf das Publikum aus. In der jungen Bundesrepublik ergötzten sich LeserInnen und KinogängerInnen an der dämonischen Figur des vermeintlichen Massenmörders Bruno Lüdke. Morde an mehr als 50 Frauen wurden ihm von der nationalsozialistischen Polizei und Justiz angelastet. In den 1950er Jahren trugen dann verschiedene Medien dazu bei, Lüdke zum Monster zu stilisieren: „Spiegel“-Gründer Rudolf Augstein schrieb in einer Artikelserie ebenso über ihn wie der Journalist und Bestseller-Autor Will Berthold. In Robert Siodmaks Spielfilm „Nachts, wenn der Teufel kam“ spielte Mario Adorf den vermeintlichen Massenmörder Lüdke, in Dokumentarfilmen, in Ausstellungen und im Internet ist der Mythos präsent geblieben. Erst zu Beginn des 21. Jahrhunderts setzte sich die Erkenntnis durch, dass die gegen Bruno Lüdke erhobenen Vorwürfe nicht haltbar waren. Die Kultur- und Medienwissenschaftlerin Prof. Dr. Susanne Regener von der Uni Siegen und der Jenaer Historiker Dr. Axel Doßmann haben jetzt ein gemeinsames Buch zu dem Fall veröffentlicht. Darin arbeiten sie die Geschichte dieses historischen Unrechts auf und entwerfen gleichzeitig eine Mediengeschichte des Rassismus vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

„Unser Ziel ist es zu zeigen, wie ein Mensch bei der Kripo und in den Medien ein böses Gesicht erhält“, sagt Susanne Regener. Das Material- und Lehrbuch richtet sich an WissenschaftlerInnen, Studierende und historisch Interessierte. Es liefert nicht nur eine wissenschaftlich fundierte Analyse, sondern bietet auch großformatige Abbildungen zahlreicher Dokumente zum Kriminalfall: von Tatortfotos, über Verhörprotokolle, Aktenblätter, Zeitschriftenartikel und Filmplakate bis hin zu einer Büste und einem Handabdruck Lüdkes. „Den Leserinnen und Lesern werden viele Quellen direkt und beziehungsreich vor Augen gebracht. Sie sollen sich selbst ein Bild machen können, unsere Deutungen konkret nachvollziehen können“, sagt Axel Doßmann. Weiterlesen

vielSeitig in die Vergangenheit

Lesung von Prof. Dr. Hans Rudolf Velten und Dr. Nathanael Busch
26. Mai 2018 ab 18:00 Uhr im Frei:Raum, Löhrstraße 30, Siegen.

Heutzutage ist es vollkommen selbstverständlich, dass jedes Kind in Deutschland eine Schule besucht und dort das Lesen lernt. Wir benötigen niemanden mehr, der oder die uns Texte vorträgt, damit wir in den Genuss des Inhalts kommen. Ohne Probleme können wir selbst zum Buch greifen und uns in die Seiten vertiefen.
Was heute zum alltäglichen Leben gehört, war im frühen Mittelalter ein seltenes Privileg: Nahezu ausschließlich der Klerus war zum Lesen und Schreiben befähigt. Im Verlauf des Hochmittelalters entstanden die ersten Kathedralschulen, die auch von den Adeligen und später von überdurchschnittlich wohlhabenden Bürgern besucht werden konnten. Der großen Allgemeinheit war es allerdings nicht möglich selbst zu lesen. Sie waren darauf angewiesen, dass ihnen Texte vorgetragen werden.
Die Lesung „vielSeitig in die Vergangenheit“ versetzt uns in genau diese Zeit zurück: In einem mittelalterlichen Ambiente werden uns die Mediävisten Prof. Dr. Hans Rudolf Velten und Dr. Nathanael Busch literarisch in eine vergangene Zeit führen. Dabei werden sie von Dominik Jung aus dem Fachbereich Musik auditiv begleitet. Die Immersion wird dadurch verstärkt, dass die atmosphärische Lesung auf Mittelhochdeutsch stattfindet. Die drei Lehrenden lassen so die Grenzen zwischen einer kontemporären Cafélesung und einer damaligen Burglesung im mittelalterlichen Nordeuropa verschwimmen.

Die Veranstaltung ist ein erster Vorgeschmack auf das im Herbst stattfindende Europäische Literaturfestival Siegen – vielSeitig, das gemeinsam von dem Kultur!Büro des Kreises Siegen-Wittgenstein und der Universität Siegen veranstaltet wird. Sie wird von den Studierenden des Projektseminars „Literaturfestivals“ konzipiert und realisiert.
Quelle: Universität Siegen, 18.5.2018

Ausstellung „Dreispitz, Skalp und Spitzenhäubchen“ im Museum Wilnsdorf

Am 4. Juli jährt sich in den USA der Tag der Unabhängigkeitserklärung, in diesem Jahr zum 242. Mal. Für Deutschland und die Deutschen scheint der Feiertag von wenig Belang zu sein – doch schaut man genauer hin, offenbart die Geschichte der amerikanischen Freiheitsbewegung auch deutsche Facetten:

Viele von ihren Landesherren vermietete Soldaten kämpften für die englische Armee in Amerika, manche von ihnen auch nach ihrer Desertion für die Kontinentalarmee. Tausende der ursprünglich deutschen Soldaten blieben nach Ende des Krieges in Amerika und nahmen Einfluss auf die entstehende, vermeintlich „typisch“ amerikanische Kultur.

Menschen hinter den Mächten
Im Museum Wilnsdorf nimmt sich ab 13. Mai die Sonderausstellung „Dreispitz, Skalp und Spitzenhäubchen“ der Geschichte der amerikanischen Freiheitsbewegung an. Die Ausstellung versucht, wie bisher jede der großen Ausstellungen in Wilnsdorf, die Menschen hinter den Mächten sichtbar zu machen und rückt vor allem das Alltagsleben an der Ostküste in den Mittelpunkt. Die Lebensverhältnisse europäischer Soldaten und Siedler werden ebenso thematisiert wie das Leben der Indianer.

Informative Details und bespielbare Kulissen

Das Museum Wilnsdorf wagt mit dieser Ausstellung, die ursprünglich für das Emsländer Archäologie-Museum konzipiert wurde, wieder einmal die Gratwanderung zwischen der klassischen Präsentation im musealen Kontext und der Mitmachausstellung für junge und junggebliebene Museumsbesucher. Ähnliche Konzepte verfolgten schon die publikumsstarken Ausstellungen zu Piraten oder dem Mittelalter. Weiterlesen

Siegerländer Haubergswirtschaft im Landesinventar immatrielles Kulturerbe aufgenommen

Das Land ermittelt und dokumentiert das kulturelle Erbe auf seinem Gebiet. Eine Jury hat jetzt fünf weitere Traditionen aus verschiedenen Regionen ausgewählt, die einen Eintrag im Landesinventar des immateriellen Kulturerbes erhalten. Die Neuaufnahmen reichen von mündlichen Traditionen über darstellende Künste und Bräuchen bis hin zu Wissen über Natur und das Universum und traditionellen Handwerkstechniken.

Die Landesjury für das Immaterielle Kulturerbe hat folgende fünf Traditionen aus 14 eingegangenen Bewerbungen empfohlen
Martinstradition: Bei der Martinstradition handelt es sich um Bräuche mit Laternenumzug, Martinsliedern, Martinsfeuer, Darstellung der Mantelszene, Verteilung von Süßigkeiten an Kinder und der moralischen Botschaft zur Nächstenliebe.
Anlage und Pflege von Flechthecken: Das Flechten und die Erhaltung von lebenden Zäunen für land- und forstwirtschaftliche Zwecke sowie die besondere Technik des Knotens gehören zur Anlage und Pflege von Flechthecken.
Bolzplatzkultur: Eine jugendkulturelle Form der gesellschaftlichen Selbstorganisation, die ihren Ursprung in den städtischen Milieus der 1920iger Jahre hat.
Brieftaubenwesen: Es umfasst die Brieftaubenhaltung und Zucht sowie Wettbewerbe im Hinblick auf Distanzflug und Schönheit.
Haubergswirtschaft im Siegerland und in angrenzenden Regionen: eine nachhaltige gemeinschaftliche Form der Waldbewirtschaftung, die seit Jahrhunderten im Siegerland ausgeübt wird. Weiterlesen

Vortrag »Das ‚Dritte Reich‘ im Kriminalroman der Gegenwart«

Privatdozent Dr. Jürgen Nelles (Vorlage: Jürgen Nelles)

In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ geht es am Donnerstag, den 15. März 2018, um ein vielbeachtetes und keineswegs nur literarisches Thema: Das „Dritte Reich“ im Kriminalroman der Gegenwart.

So stehen die Aufklärung von Verbrechen und die Aufarbeitung von Vergangenheit im Mittelpunkt der ebenso erfolgreichen wie spannenden Kriminalromane von deutschsprachigen Autorinnen und Autoren wie Frank Goldammer, Volker Kutscher und Ferdinand von Schirach, aber auch des Briten Philip Kerr, des Polen Marek Krajewski oder der französischen Schriftstellerin Dominique Manotti.
Die von den Schriftstellern dargestellten – authentischen oder fiktiven – Kriminalfälle spielen zwischen 1930 und 1945 vor dem Hintergrund der damaligen politischen, sozialen und kulturellen Verhältnisse. Der mit vielen Fotografien bebilderte Vortrag von Dr. Jürgen Nelles zeigt, wie in der Gegenwart ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte in einem populären Genre verarbeitet und aufgearbeitet wird. Weiterlesen