Bürgerantrag: „Mehr Sichtbarkeit von Frauen im Siegener Stadtbild“

Bürgerantrag gemäß § 24 der NRW-Gemeindeordnung  An den Rat der Stadt Siegen

„Ziel: Die alltägliche Sichtbarkeit und Präsenz von Frauen im Siegener Stadtbild durchsetzen. 

Der Rat der Stadt Siegen möge beschließen:
1. Die Stadt Siegen schafft ein weibliches Pendant zu den beiden männlichen Siegener Wahrzeichen Henner und Frieder.
Henner und Frieder findet man an exponierten Stellen im Siegener Stadtbild. Zum einen als Statuen auf der Siegbrücke in der Siegener Unterstadt, sowie als Ampelmännchen an inzwischen knapp 20 Ampeln in der Siegener Innenstadt.
Henner und Frieder stehen für die wirtschafts- und kulturgeschichtliche Prägung des Siegerlandes durch Bergbau und Hüttenwesen. Im Siegerland prägt aber auch die Haubergswirtschaft seit Jahrhunderten die Kulturlandschaft. Die Haubergswirtschaft ist deshalb auch als immaterielles Kulturerbe im Sinne der UNESCO eingestuft.
Frauen hatten gleichermaßen Anteil an der harten körperlichen Arbeit in der Haubergswirtschaft – daneben waren sie noch für Haushalt und Landwirtschaft zuständig.
Deshalb schlagen wir die Darstellung einer Haubergs Bäuerin mit traditioneller Haube und Tracht und Werkzeug als weibliches Siegener Wahrzeichen an exponierten Stellen im Siegener Stadtgebiet vor.
Genau wie Henner und Frieder soll die Figur der Haubergs Bäuerin als Ampelmädchen von der Stadt Siegen angebracht werden und auch ihren Platz als Statue neben Henner und Frieder auf der Siegbrücke finden.

2. Die Stadt Siegen sorgt für mehr Sichtbarkeit von Frauen im Stadtbild, indem Gassen, Straßen, Plätze nach ihnen benannt werden, indem Gedenktafeln an ihren Wohn- oder Wirkungsstätten angebracht werden und nicht zuletzt auch indem sie für ihre Leistungen geehrt werden.
Geeignet für Namensgebungen sind neben anderen zB
Hilde Fiedler, 1989 zur ersten weiblichen Bürgermeisterin Siegens gewählt.
1981: Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
1987: Ehrensiegel der Stadt Siegen
1995: Ehrenmitgliedschaft der Universität Siegen
1995: Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen
1998: Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
2006: „Diesterweg-Ring“ der Universität Siegen
Künstlerin Alma Siedhoff-Buscher (Bauhaus Mitglied, geboren in Kreuztal).
Alma Siedhoff-Buscher entwickelte am Bauhaus kindgerechtes Spielzeug, das sowohl die Möglichkeit der Nachahmung als auch der freien kreativen Entfaltung bietet. Ihr „Kleines Schiffbauspiel“ wird bis heute produziert.
Silvia Neid, Fußballspielerin, Nationalspielerin und Fußballtrainerin. Von Juli 2005 bis August 2016 war sie Bundestrainerin der Nationalmannschaft der Frauen. Sie war an allen acht EM-Titeln der Nationalmannschaft als Spielerin, Co-Trainerin oder Bundestrainerin beteiligt. Als einzige Trainerin wurde sie mehr als einmal als FIFA-Trainerin des Jahres ausgezeichnet.
Die Stadt Siegen stellt die dazu erforderlichen Finanzmittel zur Verfügung.

Begründung:
Frauen machen etwa die Hälfte der Bevölkerung aus. Das spiegelt sich im öffentlichen Raum in Siegen aber nicht wider. Frauen und ihre Leistungen und Biographien bleiben unsichtbar.
DIe Unsichtbarkeit von Frauen im Stadtbild ist kein Randthema, sondern stellt ein gesamtgesellschaftliches Phänomen dar. Frauen haben Siegen und das Siegerland gestaltet und verändert und unverzichtbare Spuren hinterlassen, die aber nicht ausreichend gewürdigt werden.
Die Ermöglichung der gleichberechtigten Teilhabe am öffentlichen Leben, die die Hälfte der Menschen in Siegen betrifft, ist aber Aufgabe der Stadtverwaltung.
Zur Gleichstellung gehört auch, dass Frauen gleichberechtigt sichtbar sind – auch im alltäglichen Siegener Stadtbild und nicht nur einmal im Jahr zum Internationalen Frauentag.
Dazu fordern wir, dass zur Umsetzung die oben genannten Maßnahmen beschlossen werden.“
Zur Untersützung des Antrages bitte diesem Link folgen.

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