„Der Maler und die Ärztin“ – erfolgreich eröffnet

Ölgemälde, Skizzen, Bleistift- und Kohlezeichnungen: Eine beeindruckende wie umfassende Werkschau des Siegerländer Malers Carl Jung-Dörfler (1879-1927) kann derzeit im Freudenberger 4Fachwerk-Museum besichtigt werden. Die Ausstellung stellte die Vize-Vorsitzende Dr. Ingrid Leopold zusammen und beschäftigte sich eingehend mit dem Lebensweg des Künstlers: „Jede freie Minute nutzte er, um zu malen, – um mit wenigen Bleistiftstrichen die Dorfschule, die Grube Eisern, seine Kumpel, Nachbarn beim sonntäglichen Gang zur Kirche nach Rödgen, sowie Kinder und Erwachsene aus seiner täglichen realen Lebenswelt bildlich darzustellen.“
Zunächst habe er niemanden getroffen, der sich seiner annahm, um ihn in technisch-handwerklicher und in künstlerisch-intellektueller Hinsicht zu fördern. Erst im Alter von 29 Jahren hätte er die Chance erhalten, an der Königlichen Kunstakademie in Düsseldorf ein Studium aufzunehmen. Weiterlesen

Vorbereitungen für Anne-Frank-Ausstellung laufen:

Künftige „Peer Guides“ von „Deine Anne“ stellten sich vor

„Das Schicksal von Anne Frank weitererzählen, damit es nicht vergessen wird“, „ meinen Mitschülern Geschichte in unseren eigenen Worten näherbringen“, „Lernen, vor einer Gruppe frei zu sprechen“ – so unterschiedlich brachten die mehr als 20 Siegener Jugendlichen ihre Motivation auf den Punkt, sich für die geplante Anne-Frank-Ausstellung in Siegen als sog. „Peer Guides“ ausbilden zu lassen. Weitere Stichworte waren „Prävention“ und „Aufklärung“.

Den Ort der Anne-Frank-Ausstellung in der Siegener Sparkasse lernten jetzt die künftigen »Peer Guides« – Schülerinnen und Schüler aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein – kennen und trafen sich dort mit den Projektverantwortlichen.


Die Ausstellung „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ über das von den Nationalsozialisten ermordete, jüdische Mädchen Anne Frank wird ab dem 28. Februar 2018 in der Siegener Sparkasse unter historischen und aktuellen Aspekten zu sehen sein. Sie wird von dem Regionalen Bildungsbüro und dem Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Siegen-Wittgenstein in Kooperation mit dem Integrationsbeauftragten der Stadt Siegen und der Sparkassen im Kreisgebiet umgesetzt.
30 Jugendliche lassen sich zu „Peer Guides“ ausbilden Weiterlesen

Linktipp: „Widerspruch und Widerstand Opposition gegen den Nationalsozialismus in den Altkreisen Siegen und Wittgenstein“

Seit Mitte des Jahres ist dieses biographische Angbot des VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein online. Es stellt in Kurzbiographien Menschen vor, die der nationalsozialistischen Herrschaft auf unterschiedlichste Weise widersprochen haben. Ein Anhang mit noch ungeklärten Fällen lädt zur weiteren Froschung ein.

Gedenkstunde am Platz der Synagoge

 Donnerstag, 09.11.2017, 16 Uhr, Siegen, Obergraben 10

Fragment aus der Thora-Rolle der Siegener Synagoge, das ein 14-jähriger Gymnasiast nach dem Brand aus den Trümmern gerettet und zu Hause aufbewahrt hat.

„Siegen 79 Jahre nach der Tat wollen wir uns auch in diesem Jahr wieder Zeit zum Gedenken nehmen. Da die Shabbatfeier am 10.11. bereits um 16.42 Uhr beginnen muss treffen wir uns in diesem Jahr bereits am 09.11. Die Ansprache hält Prof. Manfred Zabel. Das Kaddisch spricht voraussichtlich Mikhail Kemerau von der jüdischen Gemeinde in Minsk. Außerdem wird die Gedenkstunde von SchülerInnen der Gemeinschaftlichen Sekundarschule Burbach-Neunkirchen begleitet.
Mitveranstalter ist das Aktive Museum Südwestfalen e.V..“

Quelle: Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Siegerland e.V.

Klaus Dietermann [8. Juni 1949 – 14. August 2017], Gründer des Aktiven Museums, ist tot

Steffen Schwab würdigte mit seinem Nachruf in der Westfälische Rundschau vom 29.8.2017, den wir freundlicherweise hier wiedergeben dürfen, die prägende Persönlichkeit der regionalen Zeitgeschichtsforschung und der Erforschung des jüdischen Lebens im Gebiet des Kreises Siegen-Wittgenstein:

Klaus Dietermann bei der Bearbeitung von Zeitzeugeninterviews, 1990, Quelle: Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein, Bildsammlung Westfälische Rundschau, Lokalredaktion Nördliches Siegerland, Mappe Klaus Dietermann

„Klaus Dietermann ist mit 68 Jahren gestorben. Der frühere Rektor der Grundschule Erndtebrück hat sich für die Opfer der NS-Diktatur eingesetzt.
Ende Januar hat er im Aktiven Museum gemeinsam mit dem Historiker Dieter Pfau die Ausstellung „Front und Heimatfront“ eröffnet, für die er die Gräber im Krieg getöteter jüdischer Soldaten aus Siegen aufgesucht hat. Am 6. November hat er auf dem Walter-Kraemer-Platz vor dem Kreisklinikum gesprochen und an den 75. Jahrestag der Ermordung des Siegener „Arztes von Buchenwald“ erinnert. Es waren seine beiden letzten großen öffentlichen Ansprachen. Klaus Dietermann, Erforscher der Geschichte und der Schicksale der Juden im Siegerland und Gründer des Aktiven Museums, ist tot. Er starb am 14. August im Alter von nur 68 Jahren an den Folgen einer schweren Krankheit.
Als Student fand Dietermann, der in Siegen geboren wurde, am FJM sein Abi machte und an der damaligen Pädagogischen Hochschule, der heutigen Uni, sein Lehramtsstudium absolvierte, sein Thema: Walter Thiemanns Arbeit „Von den Juden im Siegerland“ war damals, 1973, die einzige relevante Arbeit über das Leben dieser oft verfolgten Minderheit, an der die Nationalsozialisten den Holocaust begingen. Weiterlesen

Matthias Plaga-Verse: „Gehorche der Obrigkeit und laß die andern über sie streiten.“

Neupietismus im Nationalsozialismus. Eine Quellenstudie zu neupietistischen Printmedien am Beispiel von Der Evangelist aus dem Siegerland.
[Anm.: Als Dissertation im Mai 2017 an der Universität Siegen vorgelegt, s. Querschnitt 3 (2017), S. 6]

In dieser historischen Quellenarbeit wird die Zeitung Der Evangelist aus dem Siegerland, herausgegeben vom Verein für Reisepredigt, als Primärquelle aus der NS-Zeit (Jahrgänge 1933 bis 1941) analysiert. Dabei steht das Verhältnis zwischen Verfassern, Quellentexten und Adressaten im zeitgeschichtlichen Kontext des NS und im regionalgeschichtlichen Kontext des Siegerlandes im Vordergrund des Interesses. Obwohl in einzelnen Publikationen die besondere Rolle der evangelischen Gemeinschaftsbewegung des Siegerlandes für die gesellschaftliche und religiöse Entwicklung der Region hervorgehoben wurde[1], fand eine eingehende wissenschaftliche Analyse der religiösen wie politischen Positionierung der Gemeinschaftsbewegung im Nationalsozialismus für diese Region bisher nicht statt. Dies ist angesichts ihrer zahlenmäßigen Relevanz im Untersuchungszeitraum umso erstaunlicher. In den Jahren 1932 bis 1941 hatte der Evangelist zwischen 7.000 und 8.000 Abonnenten. Der eigentliche Leserkreis muss allerdings deutlich größer gewesen sein, da in einem Haushalt meist mehrere Personen den Evangelisten lasen oder vorgelesen bekamen. Geht man, konservativ geschätzt, von drei Lesern pro Exemplar aus, erreichte der Evangelist wöchentlich ca. 24.000 Leserinnen und Leser.

Aus folgenden Gründen kommt dem Evangelisten als kirchenhistorischer Quelle ein besonders hoher Wert zu: Weiterlesen

Internationaler Gedenktag der Sinti und Roma in Auschwitz am 2. August

Die Nationalsozialisten verschleppten von März 1943 bis Juli 1944 23.000 Roma und Sinti aus elf Ländern Europas nach Auschwitz. Nahezu alle fanden dort den Tod. Am 2. August 1944 wurden die im Lagerabschnitt B II e des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau verbliebenen 2.900 Sinti und Roma auf Befehl des Reichssicherheitshauptamtes ermordet. Ein vorangegangener Versuch, 6.000 Roma und Sinti in die Gaskammern zu bringen, scheiterte am 16. Mai 1944 an dem Widerstand der Häftlinge. In den darauf folgenden Wochen wurden 3.000 der an dem Aufstand beteiligten Häftlinge bei Selektionen von den SS-Ärzten als „noch arbeitsfähig“ eingestuft und zur Sklavenarbeit in andere Konzentrationslager im Reichsgebiet verschleppt, nach Buchenwald, Mauthausen, Ravensbrück, Sachsenhausen und Dachau. Zurück in Auschwitz blieben 2.900 Roma und Sinti, überwiegend Kinder, deren Mütter und alte Menschen. Die SS brachte sie in der Nacht vom 2. auf den 3. August in die Gaskammern und verbrannte die Leichen in einer Grube neben dem Krematorium V.
Das Aktive Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus im Kreis Siegen-Wittgenstein weist als einziges Opfer, das in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 in Auschwitz ermordet wurde, Elisabeth Wagner, Netphen-Werthenbach, aus.

Quelle:
Zerntralrat Deutscher Sinti und Roma

Weitere Informationen zur Geschichte der Geschicte der Sinti in der Region in der Zeit des Nationalsozialismus s. a. diese Einträge auf siwiarchiv

Vortrag „Raum-Geschichte-Identität“

Im Rahmen der Veranstaltungen zum 125. Geburtstag von Walter Krämer spricht der Siegener Geschichtsdidaktiker Dr. Jens Aspelmeier, Kompetenzteam Kreis Siegen-Wittgenstein Lehrerfortbildung, am

13. Juli 2017, 19:00 Uhr,  im Aktiven Museum Südwestfalen, Siegen, Obergraben.