Literaturhinweis: „Eine Großtat für den Sport unserer Heimat“

Die Sportfreunde Siegen zwischen 1899 bis 1930. Neues Buch über die Gründung und Entwicklung es Traditionsvereins vor über einhundert Jahren

„Eine Großtat für den Sport unserer Heimat“ lautet der Titel eines neuen Sachbuchs von Christian Brachthäuser, das die bewegte Vor- und Frühgeschichte der Sportfreunde Siegen sowie die Titelgewinne von Leichtathleten und „Krönchenkickern“ zwischen 1899 und 1930 dokumentiert. Der Bibliothekar des Stadtarchivs Siegen hat dazu viele bislang unveröffentlichte Quellen studiert, seltenes Bildmaterial zusammengetragen und die regionale Presseberichterstattung ausgewertet.
„Im Jahr 1899 gründete sich innerhalb des Turnvereins Jahn zunächst ein eigenständiger Fußballclub. Über 15 Jahre spielten die Siegener überregional erfolgreich im Rheinbezirk sowie im Oberbergischen und Oberhessischen Bezirk. Auf dem Jahnplatz hinter dem Bahnhof trugen die Fußballer sogar Partien gegen internationale Top-Teams aus. 1910 schickten die ‚Rubensstädter‘ beispielsweise vor mehreren tausend Zuschauern den dreimaligen belgischen Meister FC Lüttich mit 4:0 nach Hause“, weiß Brachthäuser zu berichten. Neben historischen Fakten und wissenswerten Hintergrundinformationen zur Entwicklung des Vereins werden auch Kuriositäten aufgedeckt, die zum Schmunzeln einladen. „Es mutet nach unserem Verständnis schon ein wenig grotesk an, dass die Fußballer in der Kaiserzeit zunächst in Verdacht standen, eine antideutsche Haltung einzunehmen, oder sogar als ‚Fußlümmel‘ verspottet wurden. Man argwöhnte, dass das ‚Herumpurzeln‘ der Ballartisten Heiterkeitsausbrüche beim Publikum provozieren könne“, so der Autor.
Untersucht werden in der neuen Veröffentlichung aber auch die wirtschaftlichen und sozialen Nöte am Ende des Ersten Weltkriegs, welche nicht nur die Organisation von Sportveranstaltungen und das Vereinsleben erschwerten, sondern auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt auf eine harte Probe stellten – ebenso wie in der Weimarer Republik. „Fußball war ab 1918 keine exklusive Freizeitbeschäftigung mehr für die bürgerliche Elite und Büroangestellten, sondern stand nun auch der Arbeiterklasse offen. In diese Zeit des Wandels fällt im Jahr 1923 auch die Trennung des FC Jahn von der Turnbewegung und die Fusion mit dem Sportverein 07 zu den Sportfreunden. Es waren aber nicht nur die Fußballer, sondern Athleten wie Artur Reichmann, der 1926 im Dress der ‚Sportfreunde‘ sensationell Deutscher Marathonmeister wurde, die zur Identitätsstiftung beitrugen und die ‚Freunde‘ deutschlandweit bekannt machten“, wie Brachthäuser erklärt.

Auf knapp 200 Seiten bietet die Neuerscheinung informative Details und Einblicke in die überraschend vielfältige Vereinsarbeit vor rund einhundert Jahren. Auch die Geschichte der beiden Vorgänger des Leimbachstadions – Jahnplatz und Stadtplatz – wird erläutert. „Eine Großtat für den Sport unserer Heimat“ ist ab sofort für 18,99 Euro als klassische Printversion und 11,99 Euro als E-Book im Buchhandel erhältlich.
Quelle: Pressemitteilung des Autoren

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