20.12.1679 – Todestag Johann Moritz von Nassau-Siegen

Ein WDR-ZeitZeichen von Claudia Belemann
Redaktion: Hildegard Schulte

„Geboren in Dillenburg bei Siegen, gestorben in Bedburg-Hau am Niederrhein, aber genannt: der Brasilianer. Die Lebensleistung von Johann Moritz Fürst von Nassau-Siegen ist weltumspannend und atemberaubend.
Er war Gouverneur in Brasilien, brandenburgischer Gesandter bei der Wahl des deutschen Kaisers Leopold I., holländischer Feldmarschall sowie Gouverneur von Wesel und Utrecht.

Teile des heutigen Recife in Brasilien hießen einst Moritzstadt, weil er hier bauen ließ. Mauritzhuis – so heißt noch heute sein Stadtpalais in Den Haag, das architektonisch eine herausragende Bedeutung hat.

Sein wichtigstes Denkmal aber schuf sich dieser ungeheuer vielseitige Fürst mit dem Landschaftspark in Kleve: eine kilometerweite Anlage mit Alleen, Kanälen und Sichtachsen, die als Vorbild dienten für die Berliner Sichtachsen, inklusive der Prachtstraße „Unter den Linden“.“

Audio:

Quelle: WDR, Zeitzeichen

Ausstellung: „Friedrich Heinrich von Oranien. Leichenzug 1647“

Bis 8. März 2020, Siegerlandmuseum, Kleine Galerie
Gerard van Honthorst - Prince Frederik Hendrik and his wife Amalia van Solms - 005
Bild: Gerrit van Honthorst [1592-1656], Porträt des Prinzen FriedrichHeinrich und der Amalie von Solms, etwa 1637.

Friedrich Heinrich von Oranien (1584-1647), jüngster Sohn Wilhelm I. und seiner vierten Gemahlin Louise de Coligny, verstarb am 14. März 1647. Wenige Monate zuvor hatte seine älteste Tochter Louise Henriette den Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Oranien geheiratet. Dies war der zweite Schachzug in einer geplanten Heiratspolitik der Oranier. Bereits 1641 war es Friedrich Heinrich und seiner Gemahlin Amalia von Solms-Braunfels gelungen, den einzigen Sohn Wilhelm II. mit der Tochter des englischen Königs Karl I. Stuart zu verheiraten. Am Sterbebett des Statthalters der Vereinigten Provinzen der Niederlande standen neben der Ehefrau und den Kindern auch Johann Moritz von Nassau-Siegen und der Sekretär und Vertraute Constantin Huygens. Am 10. Mai 1647 wurde Friedrich Heinrich beigesetzt. Der riesige Leichenzug ging von dem „Oude Hofs“ in Den Haag in das ca. 10 Kilometer entfernte Delft. Ziel war die „Oude Kerk“, die Grablege der Oranier. Johann Moritz begleitete den Katafalk, der Große Kurfürst ging als einer der ersten hinter dem Katafalk. Der Tod des Statthalters bedeutete das Ende einer Epoche: zahlreiche Adelige waren im Heer des „Städtebezwingers“ ausgebildet worden und mussten sich nun eine neue Betätigung suchen, da der Abschluss des Westfälischen Friedens bevorstand.“

Neuerscheinung: Karl Heinz Gerhards: Georg Hees (1622-1696) zu Osthelden.

Eine Untersuchung zu seiner Herkunft aus der Familie von und zur Hees. (Siegerländer Beiträge zur Familienkunde, Heft 15, hrsg. vom Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein e. V.)

In der Ahnentafel vieler Siegerländer erscheint der Landmann Georg Hees (1622-1696) in Osthelden, über dessen Herkunft die Kirchenbücher leider keinerlei Auskünfte geben. So blieb in den Ahnentafeln ein geheimnisvoller „weißer Fleck“. Nun hat der Familienforscher Karl Heinz Gerhards aus Eiserfeld nach gründlicher Spurensuche ein beachtenswertes Fazit gezogen:

Der Verfasser hat „mit Genauigkeit und Akribie … alle Indizien zusammengetragen, die nur einen einzigen Schluss zulassen, nämlich dass Georg Hees ein Bastardkind des Gottfried von und zu der Hees ist. Viele Siegerländer werden ihre fundierten Erkenntnisse sehr zu schätzen wissen.“
Die angefügten Kirchenbuchauszüge, eine Zusammenstellung der ersten fünf Generationen der Stammfolge Hees sowie die Darstellung einer Karolinger-Abstammung runden die Arbeit ab.

Das Heft (40 S. stark) ist zum Preis von 7,50 Euro zu beziehen über den Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein (info@siegerlaenderheimatverein.de) sowie über den örtlichen Buchhandel.
Quelle: Siegerländer Heimatverein, Neuerscheinungen

siwiarchiv-Adventskalender 19/2019

In der Überlieferung Leipziger Musikverlage im Sächsischen Staatsarchiv Leipzig finden sich mehrere einschlägige Archivalien mit geschäftlicher Korrespondenz der Verlage sowohl mit Fritz Busch als auch mit Adolf Busch. Die Archivalien reichen von 1910 bis 1934; eine Auswertung ist siwiarchiv nicht bekannt.

1) Fritz Busch
Sächsisches Staatsarchiv, 21081 Breitkopf & Härtel, Leipzig, Nr. 2045, Geschäftskorrespondenz mit Fritz Busch, 1910 – 1923
Sächsisches Staatsarchiv, 21081 Breitkopf & Härtel, Leipzig, Nr. 2046, Geschäftskorrespondenz mit Fritz Busch, 1923 – 1934

Sächsisches Staatsarchiv, 21070 C. F. Peters, Leipzig, Nr. 0367 Eingegangene Briefe von Fritz Busch (Dirigent, Pianist), Aachen, Stuttgart, 1913, 1918, 1921

2) Adolf Busch Weiterlesen

Heute vor 27 Jahren: Ermordung von Bruno Kappi

Siegener Bündnis für Demokratie erinnert an Jahrestag der Ermordung von Bruno Kappi im Jahr 1992. Gedenkort im Weidenauer Einkaufszentrum geplant

Am 15. Dezember 1992 wurde der 55 jährige Bruno Kappi auf dem Weg zu seiner Arbeitsstelle im Weidenauer Einkaufszentrum ermordet. Der oder die Täter griffen den stark sehbehinderten Bruno Kappi an, schlugen und traten brutal auf ihn ein bis er an diesen Verletzungen starb. Zwei junge Männer aus der rechten Skinhead Szene wurden später angeklagt, jedoch konnte ihnen die Tat nicht nachgewiesen werden. Der Mord ist bis heute ungesühnt.
Die Tat passierte Anfang der 1990er Jahre zu einer Zeit, als es in Deutschland rechtsradikale Ausschreitungen und Brandanschläge in Hoyerswerda (September 1991), Rostock-Lichtenhagen (August 1992) und in Mölln (November 1992) gab. Es folgten Solingen (Mai 1993) und Lübeck (1996) bis hin zu den Morden durch den nationalsozialistischen Untergrund (NSU). Weiterlesen

Heute vor 42 Jahren: Landtag sollte nach Essen

„Abgeordnete haben von Düsseldorf die Nase voll
Das Ständehaus soll von Düsseldorf zur Villa Hügel nach Essen verlegt werden! Diesen sensationellen Vorschlag machte gestern der SPD-Abgeordnete Hans-Georg Vitt (Siegen). Vitt erregte sich über die Düsseldorfer Stadtverwaltung, die eine Beschlußfassung über zwei neue Landtags-Flügel (Bausumme: 98,5 Millionen) erneut von der Tagesordnung des Rates genommen hat: „Wir lassen uns nicht weiter verschaukeln.“
Bild-Zeitung, 15. Dezember 1977
Quelle: Landtag intern, 49. Jahrgang, Ausgabe S1 vom 28.09.2018, S. 3

siwiarchiv-Adventskalender 14/2019


Der Tambour-Major Heinrich Kläwer wurde 1878 in Siegen geboren. Über 30 Jahre leitete er den Spielmannszug des Turnvereins Eintracht. Für die Pflege des Turnens und der Marschmusik verlieh ihm der Westfälische Turnerbund den Ehrenbrief. Die hier gezeigte Schallplatte aus dem Medienbestand des KReisarcivs Siegen-Wittgenstein dokumentiert die Würdigung Kläwers im Radio anlässlich dessen 80. Geburtstags. Kläwer starb am 12. Juli 1964.
Quelle: Siegerländer Heimatkalender 1966, S. 161