Dr. Dr. Karl Neuhaus – (k)ein Mann des 20. Juli

Im Zuge einer Anfrage an das Kreisarchiv zu den Geschehnissen des 20. Juli fiel der Blick auch auf Karl Neuhaus. Den derzeitig bekannten Forschungsstand liefert das hier bereits vorgestellte regionale Personenlexikon zum Nationalsozialismus in den Altkreisen Siegen und Wittgenstein:
„Neuhaus, Karl
* 22.7.1915, Laasphe, ev., Dr. Dr., Pfar­rer, Gymnasialleh­rer, NSDAP, SS, Stbf, Gestapo, Re­gie­rungsrat im RSHA, Amt IV/Amtsgruppe Kirchen, Ju­den und Sekten, L. der für den Voll­­zug der Sippenhaft verant­wort­li­chen Grup­pe XI in der Sonder­kom­mis­sion 20. Ju­li, Tätigkeit beim Kom­man­deur der Sicherheitspolizei (KdS) Po­sen (1944), wegen Mißhandlung verurteilt (1953)

BAB, Best. 3100 (NSDAP-Zentralkartei); V, 21.11.1929; Opfermann 2001, 242“

Folgende Literatur und Quellen sollten für die weitere, lohnenswerte Erforschung hinzugezogen werden: Weiterlesen

Landrat Heinrich Otto – Lebenslauf und Fragebogen 1946

Seit 2010 beschäftigt sich das Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein mit dem einzigen, kommunistischen Landrat des Altkreises Siegen nach dem Zweiten Weltkrieg. Zu den ersten Beiträgen auf siwiarchiv im Jahr 2012 gehörte der damals bekannte Forschungsstand, der eine intensive Diskussion und die Publikation einiger biographischer Quellen nach sich zog.
LROttoCVFragebogenIm Zuge einer Vorbereitung zweier Praktika fand sich bei der Sichtung der noch unverzeichneten Aktenbandes „Kreistag Allgemeines, 1948 – 1961“ (Aktenzeichen 024-30) der Lebenslauf und der Entnazifizierungsfragebogen, den die britische Militärregierung vor der Ernennung Ottos zum Landrat über den Arnsberger Regierungspräsidenten Fritz Fries im Frühjahr 1946 einforderte.
Lebenslauf, Fragebogen und der dazugehörige Schriftverkehr wurden mit den bescheidenen technischen Möglichkeiten des Kreisarchivs „aus der Hand“ abfotografiert und als PDF-Datei hier zur Verfügung hestellt: LROttoCVFragebogen.

Ernst Biberstein, geb. in Hilchenbach

oder: Erinnerungspolitik und Wikipedia

Beantwortung einer schriftlichen Anfrage von FDP-Fraktion vom 27. Mai 2014 zur Information im Rat der Stadt Hilchenbach
am 25. Juni 2014

Wortlaut der Anfrage“ Personeneintrag zu Hilchenbach in Wikipedia“:
„Im Nachgang zur letzten Sitzung am 21. Mai 2014, in der rechtsradikale Schmierereien beklagt wurden, möchte ich lhnen in diesem Zusammenhang mitteilen beziehungsweise die Frage stellen, ob im Hause bekannt ist, dass auf der lnternetseite Hilchenbach von Wikipedia unter der Rubrik „Söhne und Töchter der Stadt“ der Name Ernst Biberstein, geboren 1899 in Hilchenbach (unter dem Namen Ernst Szymanowski ), SS-Obersturmbandführer und Leiter eines Einsatzkommandos in Russland, geführt wird?
Über sein Leben und Wirken kann man auf diversen Seiten im Internet nachlesen, unter anderem auf der Seite „Pastoren unterm Hakenkreuz“.
lch bitte, darüber nachzudenken, ob und wie dieser, wie ich meine unangemessene, Personeneintrag von der Seite Hilchenbachs entfernt werden kann.“

Antwort der Verwaltung: Weiterlesen

Präsentation des Bandes „Friedrich Philippi“ von Wilfried Reininghaus

12. Juni 2014, 17 Uhr
Vortragsraum des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen, Abteilung Westfalen, Bohlweg 2, 48147 Münster

philippiWilfried Reininghaus, Friedrich Philippi. Archivar und Historiker in wilhelminischer Zeit – eine Biographie (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, Neue Folge 15; Veröffentlichungen des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen 47), Münster (Aschendorff) 2014, ISBN 978-3-402-15116-7, Preis: 39,00 Euro.

Friedrich Philippi (* 1853 in Elberfeld, + 1930 in Münster) begann seine berufliche Laufbahn als Archivar am Staatsarchiv Münster (1876–1879), wohin er nach einem Intermezzo am Staatsarchiv Marburg zurückkehrte. Während seiner zweiten Tätigkeit in Münster von 1881 bis 1885 heiratete Philippi Mathilde Steinkopff, eine Tochter des Provinzialsteuerdirektors, bevor er über Stationen in Berlin und Stettin Direktor des Staatsarchivs Osnabrück (1888–1897) wurde. Von 1897 bis zu seiner Pensionierung 1920 hatte er schließlich die Leitung des Staatsarchivs Münster inne und beschloss damit eine glänzende Karriere als preußischer Beamter. Weiterlesen

Vor 450 Jahren: Kurfürst, Erzkanzler, Gegenreformator und Hexenjäger

Briefumschlag zum 415. Geburtstag J. A. von Bicken

Briefumschlag zum 415. Geburtstag J. A. von Bicken

Johann Adam von Bicken (* 27. Mai 1564 auf Burg Hainchen; † 11. Januar 1604 in Aschaffenburg) war von 1601 bis 1604 Erzbischof und Kurfürst von Mainz und damit Erzkanzler des Heiligen Römischen Reiches.

Literatur:
Hans-Joachim Becker: Zur Genealogie der Adligen von Bicken der Haincher Linie, in: Nassauische Annalen, Bd. 107 (1996), S.333-346
Anton Ph. Brück: Johann Adam von Bicken. Erzbischof und Kurfürst von Mainz 1601 – 1604, in: Archiv für Mittelrheinische Kirchengeschichte Jg. 23 1971, S. 147 – 187, Nachdruck 1989
Brück, Anton Ph., „Johann Adam von Bicken“, in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 497 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd122479955.html
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Vortrag „Oberbergmeister Johann Heinrich Jung“

So. 01.06. 14.30 – 15.30 Uhr
Vortrag von Ortwin Brückel, Kreuztal
Heimatmuseum Ferndorf, Ferndorfer Straße 62

JHJ1746
Jungs Wohnhaus in Kreuztal-Littfeld (2008), By KV 28 (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

Johann Heinrich Jung, der Onkel von Jung Stilling, war eine bedeutende Persönlichkeit seiner Zeit im nördlichen Siegerland. Aus kleinbäuerlichen Verhältnissen stammend, arbeitete er sich als Autodidakt an die Spitze der Bergaufsicht im Bereich Müsen, war weiterhin Lehrer, Erfinder, Grubenbeitzer und Unternehmer.
Quelle: Pressemitteilung der Stadt Kreuztal, 28.4.2014

Vortrag „Fürstengräber – ‚Fürstliche Grablege‘

Termin: 17. Mai 2014, 15:00
Ort: Bad Berleburg, Treffpunkt: Friedhofsparkplatz am Sengelsberg (bei schlechtem Wetter Treffpunkt: Friedhofskapelle)
Kosten: 3 €
Leitung Hartmut Weidt

Wer kennt schon diesen Teil des städtischen Friedhofs, auf dem die Gräber des Sayn-Wittgenstein-Berleburgischen Grafen – und Fürstenhauses aus dem 18. bis 20. Jahrhundert zu sehen sind?
Quelle: VHS Siegen-Wittgenstein, Programm 2014

Carl David Neuburger, Baumeister in Riga

ein Fund via Archivalia, der gerne ergänzt werden darf:
C. D. Neuburger, * Siegen/Westf. 25. 11. 1842, † Riga 12. 5. 1897

V.: Jakob N., Maurer; M.: Catharine, geb. Siebel; ?? Bauschule in Siegen. Arbeitete in Berlin. Seit 1864 in Riga, Gehilfe d. Stadtarchitekten ? J. D. Felsko, dann selbständig
Werke:

zahlr. Wohn- u. Geschäftshäuser; städt. Waisenhaus in Gravenhof (1888-89); Pfarrgebäude d. Domkirche; Dommuseum (1888-90); Umbau d. Kapelle auf d. verein. Friedhöfen (1892)

Nachweise:Ev. Kb. Siegen; Neumann, Lex., 144 f.; Becker, Bautätigkeit, 68, 70; Thieme/Becker 25, 404; Rig. Alm. 1901, 146, 196

Quelle: Baltisches Biographisches Lexikon digital