Rafael Greboggy: Tagungsbericht des 9. Detmolder Sommergesprächs am 26. August 2015

Familiengeschichten, Schatztruhen und andere Archive

Foto: Matthias Schulte, Landesarchiv NRW Facebook-Account, https://www.facebook.com/landesarchivnrw?fref=ts

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Einführung
Zum 9. Detmolder Sommergespräch kommen knapp 100 Gäste in das Archiv, darunter Referenten aus Universitäten, historischen Vereinen, Archiven oder Museen. Die bunte Varietät der Redner führt zu vielfältigen Ansätzen bei Themen wie Familie und dem Archivieren. Und da man schon in den Genuss der Multiperspektivität kommt, kann man sich auch einem für Historiker schwierigen Thema widmen: Dem Vergessen.

Nach der Begrüßung durch FRANK M. BISCHOFF, dem Präsidenten des Landesarchivs NRW, beginnt der diskussionsreiche Tag mit einer Einführung von Dr. Bettina Joergens, Dezernatsleiterin des Landesarchivs NRW Abt. OWL und konzeptionell und organisatorisch Verantwortliche für die Detmolder Sommergespräche. Mit einer Reihe von Fragen, in denen sie nach Ursachen, Bedeutungen und Folgen des Aufbewahrens fragt, stellt sie die Aufgaben des Archivs einer bloß ökonomischen Betrachtung von Daten gegenüber. Sie veranschaulicht mit eigenen Zeugnissen, dass Quellen dazu verhelfen, sich mit Menschen über die Grenzen ihrer Lebensdauer hinweg in Beziehung zu setzen. Weiterlesen

Nordrhein-Westfalen erhält ein eigenes Digitales Archiv

LogoDA_NRW268x80Mit der heutigen Unterzeichnung einer Vereinbarung zwischen dem Kulturministerium des Landes Nordrhein-Westfalen (MFKJKS) und dem KDN, dem Dachverband der kommunalen IT-Dienstleister, startete in Düsseldorf das neue digitale Gedächtnis des Landes seinen Betrieb. „Ich bin zuversichtlich, dass wir mit dem Digitalen Archiv Nordrhein-Westfalen eine zukunftsfähige und effiziente Lösung für den Erhalt unseres digitalen Kulturerbes gefunden haben. Die Langzeitsicherung digitaler Unterlagen ist vor allem technisch und organisatorisch eine Herausforderung“, sagte Staatssekretär Bernd Neuendorf.

Für den Betrieb des Digitalen Archivs gründeten das Land und die Kommunen eigens die Arbeitsgemeinschaft DA Archiv. „Dies ist ein wichtiger Meilenstein in der kommunal-staatlichen Zusammenarbeit in Nordrhein-Westfalen. In einer vernetzten Welt sind Abstimmung und Kooperation in der Informationstechnik gerade für die Verwaltungen von Land und Kommunen zwingend erforderlich“, sagte Guido Kahlen, Stadtdirektor von Köln und Verbandsvorsteher des KDN. Weiterlesen

Der „Do-it-yourself“ Zebrastreifen in Freudenberg.

Heute vor 50 Jahren dürften die meisten Bürger von Freudenberg nicht schlecht gestaunt haben, als sie morgens auf dem Weg zur Schule und Arbeit einen neuen Zebrastreifen an ungewohnter Stelle vorfanden.
Denn in einer Nachtaktion vom 30. auf den 31.8.1965 nahm sich die Bürgerinitiative „Bürgerversammlung Ost“ dem Projekt „Fußgängerüberweg in der Bahnhofsstraße“ selber an. Seit geraumer Zeit herrschte bei der Freudenberger Bevölkerung der Wunsch nach einem Übergang an dieser Stelle, der einen ungefährlichen Straßenwechsel, vor allem für die Kinder, ermöglichen sollte. Bereits 1961 ging von dem Kaufmann Flender erstmals ein Antrag ein, der für besagte Stelle einen Zebrastreifen forderte. Nach einer stattgefunden Verkehrszählung stand jedoch fest, dass mit 250 Fahrzeugen und 24 Personen in der Stunde genügend Lücken in der Verkehrsfolge entstehen, um ein gefahrenloses Überqueren der Fahrbahn zu ermöglichen und die Notwenigkeit eines Fußgängerüberwegs daher nicht gegeben ist. In Folge eines weiteren Antrages wurde eine erneute Verkehrszählung, die als Grundlage für einen Entscheid dienen sollte, von der Stadt Freudenberg erst einmal am 01.03.1965 abgelehnt. Als dann jedoch am 13.8.1965 in der Nähe dieser Stelle ein Junge tödlich verunglückte, griff die Bürgerinitiative mit besagter Aktion in die Straßenplanung mit ein. Nach nur 48 Stunden wurden die Markierungen auf der Fahrbahn durch das Landesstraßenbauamt in Siegen wieder beseitigt und ein Strafverfahren gegen die Verantwortlichen eingeleitet.
Dennoch hatte die Aktion ihre Wirkung. Nicht nur der Widerhall in den Medien war groß, sondern auch die vorher abgelehnte Verkehrszählung wurde in der Woche vom 7.- 12.10.1965 in der Stadt Freudenberg durchgeführt. Dass ein erneuter Verkehrsunfall in der Nähe des beseitigten Übergangs noch während der Zählwoche wieder für Unruhe sorgte, wundert an dieser Stelle nicht. Der Unmut manch eines Bürgers ging sogar soweit, dass Kreisdirektor Krämer, der in vertretender Funktion für Oberkreisdirektor Kuhbier, die Markierungen hatte entfernen lassen, von einem anonymen Anrufer Mordandrohungen erhielt. Nach Auswertung der sechstägigen Zählung wurde, obwohl die ermittelten Zahlen von 440 Fahrzeuggen und 96 Fußgängern pro Stunde (Meßzahl von 42.240) unter dem eigentlichen Sollwert von 45.00 lagen, die Anbringung eines legalen Zebrastreifen beschlossen- nur nicht auf der Höhe des Geschäftes vom Kaufmann Flender, sondern vor der Volksbank.ZebraFreudenberg

Quelle: Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein Abg. Straßenverkehrsamt Nr. 56, Fußgängerüberweg, Az.:151-22-8 von 1965-1967

Linktipp: „Alles kann, nichts muss

Warum Kommunalarchive die Möglichkeiten der Welt des Web 2.0 kennen und nutzen sollten.“

Neben Hinweisen zu den ersten Schritten im Web 2.0 werden auch die Möglichkeiten für Kommunalarchive im Web 2.0 beschrieben. In den Kommentaren werden u. a. auch Gemeinschaftsweblogs als Einstieg diskutiert.

Neuauflage „Archive in Deutschland, Österreich und der Schweiz“ erschienen

archive1516Die 23. Auflage des Adressenverzeichnisses Archive in Deutschland, Österreich und der Schweiz wird ausgeliefert. Ab dieser Auflage ersetzt eine Online-Datenbank die zusätzliche CD-ROM-Ausgabe. Mit Hilfe einer komfortablen Suchfunktion können unter www.archiveverzeichnis.de alle Archive online recherchiert werden. Der Zugang ist nur mit den in jedem Buch eingedruckten individuellen Codes möglich. Weiterlesen

Ausbildung in heimatlicher Kultur und Historie mit großer Bandbreite:

Moderne Museumsführer in Bad Berleburg
4MuseumstreffenBLB
Die Museen der Region bieten ein vielfältiges Programm, ob ständige Sammlungen, Sonderausstellungen oder Vorführungen. Aber die Museumsobjekte sprechen nicht von alleine, sondern erst Vermittler erzählen ihre Geschichte. Sie übernehmen eine wichtige Funktion im Museum. Für alle, die Interesse haben, sich in Museen und Ausstellungen als Vermittler zu engagieren, wird im Herbst eine kostenlose Schulung angeboten. Führungen interessant gestalten und historische Inhalte kreativ vermitteln – das lernen die Teilnehmer an fünf Samstagen und einem Freitag in verschiedenen Museen in Schmallenberg und Bad Berleburg. Weiterlesen

Literaturhinweis: „Archive in Stiftungen. Ein Wegweiser“

Mit dem neuen Buch „Archive in Stiftungen. Ein Wegweiser“ beleuchtet der Bundesverband Deutscher Stiftungen erstmals umfassend die Landschaft deutscher Stiftungsarchive. Die Publikation stellt insgesamt 342 Archive vor, von denen viele bisher nicht erfasst waren. Ein Register nach Schwerpunkten und Orten erleichtert die Recherche. Ergänzend dazu sind 35 Stiftungsarchive ausführlicher porträtiert, darunter die Stiftung Hanseatisches Wirtschaftsarchiv mit einem Brief von Christopher Kolumbus, die umfangreiche Sammlung zur Geschichte des Tanzes im Archiv der Stiftung John Neumeier sowie das Musikarchiv von Horst Lippmann und Fritz Rau mit Arbeiten von Benny Goodman und den Rolling Stones. Ratschläge für die private Archivierung ergänzen die Publikation. Das Online-Portal stiftungsarchive.de stellt darüber hinaus regelmäßig aktualisierte Informationen über Stiftungsarchive bereit.

„Mit dem Buch ‚Archive in Stiftungen. Ein Wegweiser‘ heben wir diese Schätze ins Rampenlicht und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Erforschung historischer Überlieferungen“, so Prof. Dr. Michael Göring, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. Weiterlesen