
Quelle: Das Volk, 31. Dezember 1918
Bei der Beantwortung einer Recherche zu Marie Oetling, Lehrerin am Siegener Lyzeum, wurde u. a. obige Veranstaltungsankündigung aufgefunden, die ihre frühe politische Betätigung belegt. Über ihre Verabschiedung berichtete die Siegener Nationalzeitung am 31. Oktober 1936:
“ …. Die in den Ruhestand tretende Pädagogin ist nicht nur eine vorbildliche und verdienstvolle Lehrerin gewesen, sondern sie darf sich mit Stolz zu den ersten Frauen zählen, die im Siegerland der NSDAP beigetreten sind und die sich mit großer Leidenschaft für die völkische Idee eingesetzt haben. ….“
Oetling wurde 1877 in Oldenburg geboren. Im Mai 1898 legte sie die Lehrerinnenprüfung für den Untericht an höheren Mädchenschulen ab. Bis 1910 unterrichtete Oetling an verschiedenen häheren Mädchenschule, u.a. auch in Siegen (1906?). Anschließend studierte sie bis 1915 an den Universitäten Münster, Rostock, Halle, Leipzig sowie Greifswald. Im April 1915 legte sie die Lehramtsprüfung für Religion Deutsch und Geschichte ab. In Siegen trat Oetling ihre erste Stelle als wissenschaftliche Hilfslehrerin an. Die Beförderung zur Studienrätin („Oberlehrerin“) erfolgte 1920. Bis zu ihrem Eintritt in den Ruhestand im November 1936 blieb sie am hieisigen Mädchengymnasium. Am 19. Dezember 1943 verstarb Marie Oetling in Siegen und wurde auf dem Hermelsbacher Friedhof beigesetzt.
Quellen:
– Siegerländer Nationalzeitung 31.10.1936
– Siegener Zeitung, 21.12.1943
– Regionales Personenlexikon zum Nationalsozialismus in den Altkreisen Siegen und Wittgenstein, Link: https://akteure-und-taeter-im-ns-in-siegen-und-wittgenstein.de/verzeichnis/gesamtverzeichnis-l-z/#oertling
– BBF/DIPF/Archiv, Gutachterstelle des BIL – Personalkartei der Lehrer höherer Schulen Preußens, GUT LEHRER (Personalunterlagen von Lehrkräften), 157883, Link: https://archivdatenbank.bbf.dipf.de/actaproweb/archive.xhtml?id=Vz cb007de1-afa9-493c-8cd5-7d14c056fb66#Vz______cb007de1-afa9-493c-8cd5-7d14c056fb66
– Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland, NW 1127 (/ SBE Berufungsausschuss Siegen in Siegen), Nr. 310, Entnazifizierung Max Rohdich, geb. 23.06.1889 (Oberstudiendirektor), fol 11f, fol 90f, Link: https://www.archive.nrw.de/archivsuche?link=VERZEICHUNGSEINHEIT-Vz_7ecdbf66-43e6-4ec7-ab8c-0bae69180208
Man darf gespannt sein, was die Recherche noch zu Tage fördern wird.

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