
„Stadtbrände gehörten für viele Jahrhunderte zu den existenziellen Bedrohungen. In einer Stadt auf engem Raum rechtlich privilegiert zusammenzuwohnen, bot viele Vorteile, barg aber auch erhebliche Gefahren. Jederzeit und in jedem Gebäude konnten Brände entstehen, die einen Straßenzug, aber auch ganze Stadtviertel einäscherten. Seit dem Mittelalter wurden Versuche unternommen, die Brandgefahr zu verringern, ohne die Bedrohung aber wirklich eindämmen zu können. Hinzu kamen Kriege und Fehden, bei denen vorsätzliche Brände Teil der Strategie sein konnten.
Die Historische Kommission für Westfalen hat sich im Rahmen der von ihr herausgegebenen Städteatlanten immer wieder mit Stadtbränden beschäftigt, fast in jedem Band kommen sie vor. Im Rahmen der Tagung sollen zentrale Aspekte zu diesem Thema zusammengetragen werden. Die Sektionen befassen sich mit der Quellenlage, mit absichtlich herbeigeführten Bränden in Kriegszeiten, mit Brandschutzkonzepten und Wiederaufbaustrategien. Eine Sektion mit Fallbeispielen rundet die Tagung ab.
Die Tagung ist öffentlich, sie richtet sich an alle historisch Interessierten
Personen. Eine Tagungsgebühr wird nicht erhoben. Getränke und Imbiss
sind für angemeldete Teilnehmerinnen und Teilnehmer kostenfrei.
Wir bitten um eine Anmeldung bis zum 30. Oktober 2026 an hiko@lwl.org.
Bitte teilen Sie uns mit, ob Sie an der ganzen Tagung oder nur an Teilen
teilnehmen werden.“
Quelle: Tagungsflyer
Schlagwortarchiv: Landesgeschichte
„Vermittlungsinstanz zwischen Stadt und ländlichen Regionen“

Der Direktor des LWL, Dr. Georg Lunemann, präsentiert im Rahmen der Feierstunde den über 100 Jahre alten Gala-Rock eines seiner Vorgänger.
Foto: LWL
LWL erinnert an 200 Jahre Westfalenparlament
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat am 7.10. an die Anfänge seines Parlamentes vor 200 Jahren erinnert. „Der Anfang des Westfalenparlaments war mit Sicherheit keine Sternstunde der Demokratie. Aber es war 1826 die Geburt der innovativen Idee, dass unterschiedliche Kommunen und Kreise in einen Interessenausgleich kommen müssen: Wie können wir eine gerechte Gesellschaft trotz regionaler Unterschiede organisieren? Wie können wir Stadt-Land-Gegensätze aufbrechen, damit alle Teile des Landes etwas vom Fortschritt haben“, so der Chefhistoriker des LWL, Prof. Dr. Malte Thießen auf einer Feierstunde in Münster vor 150 Gästen.
Zum ersten Mal sei in Deutschland dieser Ausgleich versucht worden, so Thießen. „Wenn uns die Geschichte des Westfalenparlaments von der regionalen Selbstverwaltung erzählt, dann bekommen wir nicht nur Aushandlungen zwischen oben und unten – heute also zum Beispiel zwischen Bundesland und Kommune – in den Blick. Mindestens ebenso wichtig als Grundlage unserer Gesellschaft ist die horizontale Perspektive – als die Bedeutung des Parlaments als Vermittlungsinstanz zwischen ländlichen Räumen und industriell geprägten Städten.“ Weiterlesen
Heute vor 675 Jahren: Erste urkundliche Erwähnung des Siegerlandes

Quelle: Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen, E 401u (Fürstentum Siegen, Landesarchiv / Urkunden), Nr. 57, Kurzregest: Schuldverschreibung der Gräfin Alheid von Nassau an die Ganerber zu Selbach über 500 Mark Pfennige, versichert auf ihre Einkünfte aus dem Lande Siegen, und auf die Lehen, welche die Inhaber der Schuldverschreibung von ihr und ihrem Hause zu empfangen haben. Die Schuldverschreibung ist von der Gräfin zugleich für ihre Söhne Johann, Heinrich und Otto ausgestellt. am Tage Lucae, Link zur Urkunde
Abschrift der Urkunde: Weiterlesen
„Unterm Hakenkreuz“ – Westfalen 1933 bis 1945 im Amateurfilm
17.09.2026, 19:00 Uhr, kmd, Viktoria-Kino, Bernhard-Weiss-Platz 6, Hilchenbach, 4,00 €
In Kooperation mit dem Medienzentrum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und der Stadt Hilchenbach zeigt das Viktoria-Kino die Filmdokumentation.

Filmdokumentation „Unterm Hakenkreuz“.
Foto: LWL
Die Filmdokumentation, welche eine Eigenproduktion des LWL-Medientrumss ist, zeigt den Alltag in Westfalen von 1933 bis 1945 anhand von Amateurfilmen. Dafür haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des LWL-Medienzentrums zwei Jahre lang intensiv in ihrem Filmarchiv recherchiert. Mehr als 200 private Filmdokumente, die während der Zeit des Nationalsozialismus in Westfalen-Lippe gedreht wurden, sind gesichtet worden. Das Ergebnis ist eine rund 70-minütige Dokumentation über den schleichenden Einbruch des Nationalsozialismus in das alltägliche Leben. Es werden unter anderem Szenen von Familienfeiern und öffentlichen Festen sowie Feiern gezeigt. Dadurch wird dem Zuschauenden deutlich, wie die Nationalsozialisten diese Feierlichkeiten für sich vereinnahmen und zur Instrumentalisierung nutzen. Zudem stellt der Film die Selbstinszenierung der Partei durch verschiedenes Material von Filmamateuren dar. Den bedrückenden Abschluss der Filmdokumentation bilden Aufnahmen vom Krieg im besetzten Europa und in der kriegszerstörten Heimat Westfalen. Aufgrund fehlender FSK-Prüfung ist der Eintritt erst ab 18 Jahren gestattet.
Im Anschluss haben die Zuschauerinnen und Zuschauer die Möglichkeit, sich über den Film auszutauschen. Mitarbeitende des LWL-Medienzentruma begleiten die Veranstaltung und stehen für Interessierte in einer Nachbesprechung bereit. Zudem ordnen sie das Gezeigte historisch ein.
Quelle: Stadt Hilchenbach, Veranstaltungskalender
Tipp für unter 18jährige: Online: „Unterm Hakenkreuz. Westfalen 1933-1945 im Amateurfilm“
Linktipp: Propaganda in der Soester Fehde? Der Soester Klagebrief vom 4. Mai 1444

Kartenvisualisierung der Adressaten des Klagebriefs. (u. a. mit der Stadt Siegen und der Familien Sayn-Wittgenstein Berleburg). Daten und Visualisierung: Alina Ostrowski. Grundkarte: Open Street Maps. Verwendetes Programm: QGIS.
„Am vierten Mai 1444 stellte die Stadt Soest, die sich zu jenem Zeitpunkt seit mehreren Jahren in anhaltendem Konflikt mit ihrem Stadtherrn, dem Kölner Erzbischof Dietrich von Moers, befand, ein etwa 1,80 m langes Schreiben aus, welches sie selbst als „Klagebrief“ bezeichnete und welches an über hundert namentlich genannte Adressaten gerichtet war. In ihrem Klagebrief führten die Soester weitläufig alle Beschwerden auf, die sie im Konflikt mit dem Erzbischof zu beklagen hatten, und kündigten an, sich im Falle einer ausbleibenden Einigung einem neuen Stadtherren zu verschreiben. Im Juni folgte dann tatsächlich der Anschluss an den Jungherzog von Kleve und die Fehdeansage an Kurköln. Der eigenmächtige Übertritt der Stadt zu einem anderen Stadtherren war eine beispiellose Eskalation in einem regionalen Konflikt, der sich in der Folge als sogenannte Soester Fehde (1444–1449) zu einem kriegerischen Ereignis überregionaler Bedeutung auswuchs. …“
Quelle: Alina Ostrowski (24. August 2026). Propaganda in der Soester Fehde? Der Soester Klagebrief vom 4. Mai 1444. Westfalen/Lippe – historisch. Abgerufen am 25. August 2026 von https://doi.org/10.58079/16ols
Literaturhinweis: Christian Franke: „Verkehrsgeschichte von Nordrhein-Westfalen“
Mobilität in der Sackgasse – Am frühen Morgen in Südwestfalen: Pendler reihen sich Stoßstange an Stoßstange, Umleitungen ziehen sich durch Dörfer, und Baustellen gehören zum üblichen Straßenbild. Was für viele Alltag ist, ist für den Siegener Wissenschaftler Dr. Christian Franke ein historisch gewachsenes Problem und ein Warnsignal für die Zukunft.
In seinem Buch „Verkehrsgeschichte von Nordrhein-Westfalen“ zeichnet Franke nach, wie sehr Mobilität die Region geprägt hat. Gerade Südwestfalen steht dabei exemplarisch für die Chancen, aber auch die Brüche dieser Entwicklung. „Die industrielle Entwicklung im Rheinland und in Westfalen wäre ohne die Möglichkeiten, schwere Güter transportieren zu können, nicht denkbar gewesen“, erklärt der Wirtschaftshistoriker. Seit dem 19. Jahrhundert verbanden Schienen, Kanäle und später Autobahnen die Regionen und sorgten für wirtschaftliches Wachstum. Weiterlesen
Neuausgabe der Einleitungsbeiträge aus dem „Westfälischen Städteatlas“
Zwischen 1975 und 2010 erschien der „Westfälische Städteatlas“ in insgesamt elf großformatigen Lieferungen. Weitere Bände sind unterblieben, da das Projekt seit 2014 in veränderter Form als „Historischer Atlas westfälischer Städte“ fortgeführt wird. Gleichwohl stellen die 80 – u. a. , Freudenberg, Hilchenbach, Siegen – im „Westfälischen Städteatlas“ behandelten Städte bis heute den Kernbestand der westfälischen Atlasarbeit dar.
Den elf Lieferungen der alten Reihe war jeweils eine separat gedruckte Einleitung beigegeben, die auch als „Einleitungsfaszikel“ bezeichnet wurde. Zunächst enthielten die Einleitungen nur die Titelei, ein Inhaltsverzeichnis und Einführungstexte. Mit Fortschreiten des Projektes wurden diese Einleitungsmappen dann aber auch für Aufsätze genutzt, die grundlegende Fragen der westfälischen Städtegeschichte reflektierten. Besonders hervorzuheben sind die Beiträge von Friedrich-Wilhelm Hemann über Residenzstädte in Westfalen (1997), von Thomas Tippach über frühneuzeitliche Festungsstädte in Westfalen (1999), von Leopold Schütte über kleine Städte in Westfalen (2001), von Thomas Tippach über den rheinisch-westfälischen Kataster (2004), von Wilfried Ehbrecht über 30 Jahre Westfälischer Städteatlas (2006) und noch einmal von Thomas Tippach über die Geschichte der topographischen Landesaufnahme (2010). Weiterlesen
Quellen zur Eisenbahngeschichte online
In den 1990er Jahren entstand im damaligen Nordrhein-Westfälischen Hauptstaatsarchiv und Nordrhein-Westfälischen Staatsarchiv Münster ein Inventar zur Geschichte der Eisenbahn. In ihm ist nicht nur Archivgut aus dem heutigen Landesarchiv zur Eisenbahngeschichte aufgelistet, sondern auch aus anderen Archiven.
Auf über 1000 Seiten finden Interessierte Hinweise auf Bestände aus der Landesverwaltung, Gutsverwaltungen, (Ober)Bergämtern, Bezirksregierungen, Bahndirektionen, Landratsämtern, Kreisen und noch vieles mehr. Die umfangreiche Veröffentlichung ist nun auch online und kostenlos auf den Seiten der Lippischen Landesbibliothek einsehbar: Band 1 und Band 2
Quelle: Landesarchiv NRW, Aktuelles, 23.7.2026
NRW-Geschichtsmuseum sucht Objekte aus Bad Berleburg

Der „Behrensbau“ an der Düsseldorfer Rheinuferpromenade, Standort für das zukünftige „Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen“ Foto: Seb. Wuweastian
Am Düsseldorfer Rheinufer entsteht derzeit ein neues Museum zur Geschichte Nordrhein-Westfalens. Im ehemaligen Regierungsgebäude der ersten demokratischen Landesregierungen Nordrhein-Westfalens nach dem Zweiten Weltkrieg wird ab Ende 2030 eine große Ausstellung zur Demokratiegeschichte des Landes eröffnet. Sie beleuchtet politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklungen ebenso wie den Alltag und das Zusammenleben der Menschen in Nordrhein-Westfalen.
Eine zentrale Rolle spielen dabei authentische Objekte, die historische Ereignisse und persönliche Erfahrungen anschaulich vermitteln.
Für die Vorbereitung dieser Ausstellung sucht die „Stiftung Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen“, die das Museum aufbaut, Objekte und Zeugnisse aus allen Jahrzehnten der Geschichte Bad Berleburgs von 1945 bis in die heutige Zeit. Weiterlesen
Landeszeitgeschichte Nordrhein-Westfalens:
Neues Institut an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf in Kooperation mit NRW-Geschichts-Stiftung

v.l.n.r.: HHU Rektorin Prof´inDr´in Ajan Steinbeck, Institusleiter Dr. Guido Hitze, André Kuper, Präsident des Landtags NRW
An der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) ist ein Institut zur Erforschung der Landeszeitgeschichte Nordrhein-Westfalens gegründet worden. Themen und Schwerpunkte sind insbesondere die Landespolitik und Parlamentsgeschichte des bevölkerungsreichsten deutschen Bundeslandes. Mitinitiator und Partner der HHU ist die Stiftung Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen, die Einrichtung und Betrieb aus Mitteln des Landes finanziert. Das Institut wird von Dr. Guido Hitze geleitet, der von der Landeszentrale für politische Bildung an die HHU gewechselt ist. Weiterlesen

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