„Historische Gerechtigkeit für DJH-Mitbegründer Wilhelm Münker jetzt!

Zum 50. Todestag von Wilhelm Münker. Offener Brief der Grünen Hilchenbach:
„Sehr geehrte Damen und Herren Verantwortliche im Deutschen Jugendherbergswerk,
gestatten Sie mir, mich aus Anlass des 50. Todestages des Ehrenbürgers meiner Wahlheimatstadt Hilchenbach, Wilhelm Münker (20.9.2020), an Sie zu wenden. Schon einmal, zum 130. Geburtstag Münkers im Jahr 2004, hat sich der Stadtverband meiner Partei zu Wort gemeldet und historische Gerechtigkeit angemahnt. Wir haben darauf hingewiesen, dass Wilhelm Münker im Jahr 1909 gleichberechtigt an der Seite Richard Schirrmanns und obendrein als Hauptfinanzier das Deutsche Jugendherbergswerk mitbegründet hat. Die erste deutsche Jugendherberge stand zudem nicht in Altena, sondern seit 1907 in Hilchenbach. Auch darauf haben wir Grüne bereits vor 16 Jahren hingewiesen und das DJH darum gebeten, die Rolle Münkers angemessen zu würdigen und öffentlich darzustellen. Dies ist uns damals zugesagt worden (s. Anhang PM Grüne Hilchenbach vom 27.1.2004).

Doch leider findet sich in der offiziellen Geschichtsdarstellung des Deutschen Jugendherbergswerks an prominenter Stelle nach wie vor kein Wort über Wilhelm Münker! So heißt es zum 111. Geburtstag des DJH, der mit dem 50. Todestag Münkers 2020 zusammenfällt: „Im Jahr 1909 hatte der Lehrer Richard Schirrmann die Idee, Übernachtungsmöglichkeiten für junge Menschen zu schaffen, die nach Möglichkeit nur einen Tagesmarsch voneinander entfernt liegen. Dort sollte Raum sein für Begegnungen, Gemeinschaft und lebendiges Lernen. Letzteres ist bis heute so geblieben.“ (https://111-jahre.jugendherberge.de)

Und zur Jugendherberge in Altena liest man: „Willkommen in der Jugendherberge Altena, der ersten Jugendherberge der Welt! Stolz thront Burg Altena, eine der schönsten Höhenburgen Deutschlands, in idyllischer Umgebung über dem gleichnamigen Ort an der Lenne. Wo früher einmal Ritter und Burgfräulein lebten, gründete Richard Schirrmann vor rund hundert Jahren das Deutsche Jugendherbergswerk.“ (https://www.jugendherberge.de/jugendherbergen/altena-burg-343/portraet) – In beiden Fällen kein Wort zu Wilhelm Münker!
Ich finde, dass es an der Zeit ist, diese historische Ungerechtigkeit zu überwinden und die Rolle Wilhelm Münkers zukünftig gleichberechtigt neben Richard Schirrmann darzustellen und angemessen zu würdigen. Der 111. Geburtstag des Deutschen Jugendherbergswerks ist dafür nicht weniger geeignet als der 50. Todestag seines Mitbegründers Wilhelm Münker aus Hilchenbach!
In der Hoffnung auf eine positive Rückmeldung verbleibt
Dr. Peter Neuhaus (Sprecher Grüne Hilchenbach)
Anlagen:

  • Artikel „Mit Wilhelm Münker durch Hilchenbach“ (Siegener Rundschau vom 4.7.2020)
  • Artikel „Ein ganzes Leben lang unterwegs“ (Siegener Rundschau vom 6.7.2020)
  • Pressemitteilung B´90/Die Grünen vom 27.1.2004:
    Bündnis 90/Die Grünen Hilchenbach Pressemitteilung vom 27.1.2004
    Hilchenbach als Wiege des internationalen Jugendherbergswerks: Grüne erinnern an den 130. Geburtstag Wilhelm Münkers -Vorschläge zur Gestaltung des Gedenkjahres: Befragung von Zeitzeugen, Gedenkfeier im November und Ausweitung der Jugendherberge zu einem Wander- und Erlebniszentrum.Der Vorstand des Hilchenbacher Stadtverbandes von Bündnis 90/Die Grünen wird im Rahmen seiner nächsten Mitgliederversammlung den Vorschlag unterbreiten, die 130. Wiederkehr des Geburtstags Wilhelm Münkers in diesem Jahr zum Anlass zu nehmen, Person und Wirken des Mitbegründers des Deutschen Jugendherbergswerks und Ehrenbürgers der Stadt neu ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen.

„Wilhelm Münker, am 29. November 1874 in Hilchenbach geboren, gehört zu den Großen unserer Stadt“, erläutert Stadtverbandsvorsitzender Dr. Peter Neuhaus: „Zusammen mit Richard Schirrmann begründete er im Jahr 1909 das Deutsche Jugendherbergswerk, das längst international tätig ist. Hilchenbach war bis zur erzwungenen Übernahme durch die Hitlerjugend 1933 und nach dem Krieg bis 1949 Sitz der Hauptgeschäftsstelle in der Unterzeche, dem Privathaus Münkers. In Hilchenbach befand sich die älteste Jugendherberge der Welt. Insofern darf unsere Stadt zu Recht als Wiege des Jugendherbergswerks gelten. Daraus könnten wir mehr machen!“

Die Grünen heben drei Verdienste Münkers besonders hervor: seinen Einsatz für eine lebendige Beziehung des Menschen zu seiner natürlichen Um- und Mitwelt, seinen Beitrag für die Völkerverständigung nach dem Zweiten Weltkrieg durch den internationalen Ausbau des Jugendherbergswerks und seine außergewöhnliche Bereitschaft zu ehrenamtlicher Tätigkeit: „In Zeiten, in denen die Bereitschaft zu bürgerschaftlichem Engagement nachlässt, erinnert Münker daran, dass das Leben einer Stadt verkümmert, wenn sich ihre Bürger nur noch im Privaten tummeln!“

Zur Gestaltung eines Wilhelm-Münker-Gedenkenjahres schlägt der Grünen-Vorstand erstens eine Leserbriefaktion, in der interessierte Zeitzeugen ihre Erinnerungen an Wilhelm Münker der Öffentlichkeit zugänglich machen, und zweitens eine zentrale Gedenkveranstaltung am 29. November im Ratssaal vor. Und drittens regen die Grünen an, dass die Stadt sich für die konsequente Aufwertung Hilchenbachs als Jugendherbergsstandort einsetzt. Das könne entweder durch den Ausbau der bereits bestehenden Jugendherberge geschehen oder aber, so Neuhaus, durch die Errichtung eines zentral gelegenen Wander- und Erlebniszentrums, das modernen Ansprüchen genügt: „Und dafür drängt sich als möglicher Standort einer geradezu auf – Kraemers Park! Mit dem Pioniergeist Wilhelm Münkers im Nacken müsste es nicht bei der bloßen Idee bleiben!“

Einen ersten Erfolg konnten die Hilchenbacher Grünen bereits verbuchen: Nachdem sie darauf gestoßen waren, dass die Homepage des Deutschen Jugendherbergswerks (www.djh.de) zwar das Wirken Richard Schirrmanns ausführlich würdigt, aber keinerlei Hinweis auf Wilhelm Münker bietet, legten sie Beschwerde bei der Hauptgeschäftstelle des DJH in Detmold ein. Der hat umgehend die Überarbeitung der Internetseite zugesagt.“

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