DVD „Bibelkreise zwischen Aufbruch und Auflösung“

Inlay_Bibelkreise 28.4.inddEvangelische Jugendarbeit von 1883 bis in die 1930er Jahre“

Hauptfilm: ca. 26 Min., s/w und Farbe, deutsch und englisch, zuschaltbare Untertitel für Hörgeschädigte;
vier historische Filme: zus. ca. 2,5 Std., s/w
DVD mit Begleitheft, 2016 (D 180)

Im Sommer 1933 feiert der „Bund Deutscher Bibelkreise“ sein 50-jähriges Bestehen mit einem großen Zeltlager. Tausende Jungen folgen der Einladung des evangelischen Jugendverbandes und kommen in die Senne bei Bielefeld. Stolz schwenken sie ihre Verbandsfahnen – aber auch Hakenkreuzflaggen sind schon zu sehen. Wenige Monate später werden alle evangelischen Jugendgruppen in die HJ eingegliedert und die Schülerbibelkreise damit gezwungen, ihre Arbeit einzustellen. Wie es dazu kam, erzählt der Film von Christine Finger.

Der Film beleuchtet aber nicht nur diese Zeit entscheidender Umbrüche um 1933, sondern vermittelt einen Eindruck von der gesamten wechselvollen Geschichte der 1883 als „Bibelkränzchen“ gegründeten Jugendorganisation – von ihren Anfängen bis hin zur Auflösung 1934 sowie der Weiterarbeit im Geheimen und den Neuanfängen nach dem Zweiten Weltkrieg. Zwei Kapitel sind den beiden eng mit der Geschichte der Bibelkreise verbundenen Persönlichkeiten Theodor Noa und Kurt Gerstein gewidmet. Der evangelische Pfarrer Theodor Noa gründete 1923 den „Geschäftsführenden Verein der Bibelkreise unter Schülern höherer Lehranstalten Westfalens“ mit Sitz in Hagen und baute unter anderem die Schullandheime Berchum bei Hagen und Beienbach bei Siegen mit auf. Kurt Gerstein übernahm 1928 die Leitung und Verwaltung des BK-Heimes in Berchum und wurde zu einer führenden Persönlichkeit im Bund Deutscher Bibelkreise – und später ein wichtiger Augenzeuge des Holocaust. Weiterlesen

Tödliche Schießerei an Fronleichnam in Siegen

„Species facti, welchergestalt die Catholische in der Stadt Siegen am Frohnleichnambs-Tag dieses 1712. Jahrs armata manu eine Procession gehalten / und die Grenadier-Guarde des Evangelischen Fürsten / ob sie gleich sich schon zu retiriren angefangen / feindlich angegriffen / Einen Lieutenant und 3. Gemeine davon erschossen / und mehr als 10. andere gefährlich blessirt haben“, 21. September 1716, Druck. (LAV NRW W Fürstentum Siegen, Landesarchiv – Akten Nr. 499)

„Species facti, welchergestalt die Catholische in der Stadt Siegen am Frohnleichnambs-Tag dieses 1712. Jahrs armata manu eine Procession gehalten / und die Grenadier-Guarde des Evangelischen Fürsten / ob sie gleich sich schon zu retiriren angefangen / feindlich angegriffen / Einen Lieutenant und 3. Gemeine davon erschossen / und mehr als 10. andere gefährlich blessirt haben“, 21. September 1716, Druck. (LAV NRW W Fürstentum Siegen, Landesarchiv – Akten Nr. 499)

Am Fronleichnamstag 1712 kam es in Siegen während der von den Katholiken erzwungenen Prozession durch die Burgstrasse vor der evangelischen Fürstenresidenz zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen der reformierten Residenzgarde und den katholischen in Siegen garnisonierenden kurpfälzischen und bischöflich-münsterischen Milizen. Die Katholiken schossen auf die Grenadier-Garde, wobei der Lieutenant Jaquillart und drei gemeine Soldaten zu Tode kamen. Die reformierte Regierung zu Nassau-Siegen suchte bald um Beistand der evangelischen Reichsstände nach und erhielt auch deren Zusagen.

Quelle: Landesarchiv NRW, Facebook-Seite, 25.5.2016

Literaturhinweis: Ulf Lückel: Adel und Frömmigkeit.

lueckeladelufroemmigkeitDie Berleburger Grafen und der Pietismus in ihren Territorien

„Diese Studie über die Entwicklung des radikalen Pietismus in der Nordgrafschaft Wittgensteins beleuchtet das große Engagement des gräflichen Hauses zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg für die neue religiöse Bewegung Anfang des 18. Jahrhunderts durch die Gräfin Hedwig Sophie zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg und spannt den Bogen zu ihrem Sohn Graf Casimir weiter, der als Garant für die Toleranz in seinem Territorium einstand.

Graf Casimir adaptierte vieles von dem „Halleschen Modell“ August Hermann Franckes. Auf diese Weise schuf er, wie der Autor hier erstmals gründlich erörtert, in seinen Territorien ein „Klein Halle an der Odeborn“. Weiterlesen

Vortrag „Einführung in die Geschichte der Reformation:

Anfänge und Durchführung – der lange Weg nach Wittgenstein.

Dr. Ulf Lückel, Bad Laasphe, Haus des Gastes, Wilhelmsplatz 3
Mi. 13.04.2016, 19:30 – 21:00, Kosten 4,00 €

Im Rahmen der Luther-Dekade wird diese Veranstaltung angeboten, die einen Einstieg in die Geschichte der Reformation bietet und somit auf das Jubiläum des 500. Jahrestages des Thesenanschlags von Martin Luther im Jahr 2017 hinzielt.
Dass „die Reformation die Welt verändern sollte und sie eine Neue wurde“, ist eine allseits bekannte historische Tatsache.
Mit der Reformation und all ihren Folgen brach in Europa ein neues geistliches und politisches Zeitalter an, das auch sehr schnell die kulturellen Werte und Normen verändern und modifizieren sollte.
Die tiefgreifenden gesellschaftlich-sozialen, spirituellen und geisteswissenschaftlichen Auswirkungen lassen sich in ganz Europa finden. Auch die beiden Grafschaften Wittgensteins wurden hiervon ergriffen. Weiterlesen

„12. Siegerländer Kirchentour“

12Kirchentour09.04.2016,10:00 Uhr bis 16:00 Uhr

Die Exkursionsreihe „Wittgensteiner Kirchentour“ wurde bereits erfolgreich durchgeführt. Auf Anregung des früheren Superinten-denten des Ev. Kirchenkreises Siegen, Helmut Flender, hat der Heimatbund das Programm um die „Siegerländer Kirchentour“ erweitert. Die diesjährige Exkursion führt uns in den Westen der Kreisstadt Siegen. Neben der neueren Siedlung am Fischbacher Berg führt uns die Alche aus Siegen in den Dorfkern von Trupbach. Die Kapellenschule ist diesmal das einzige historische Gebäude welches wir besichtigen. Alle anderen Kirchengebäude sind erst in den letzten 50 Jahren entstanden. Neben den beiden großen Konfessionen, evangelisch und katholisch, nehmen wir erstmals auch Gottesdiensträume von Freikirchen im Programm auf. Diese freikirchlichen Gemeinden sind meist aus der pietistischen Erweckungsbewegung des Siegerlandes entstanden und gehören somit zur Heimatgeschichte von Siegen-Wittgenstein.

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Akten des Stifts Keppel stehen online

Letzte Seite der Kapitularordnung von 1692 (LAV NRW W Stift Keppel - Akten Nr.1, fol.20)

Letzte Seite der Kapitularordnung von 1692 (LAV NRW W Stift Keppel – Akten Nr.1, fol.20)

Ab sofort können die Aktenbestände des Stifts Keppel online eingesehen werden (http://www.archive.nrw.de/LAV_NRW/jsp/bestand.jsp…). Dabei handelt es sich um die Teilbestände „Stift Keppel, Akten“ mit 34 Verzeichnungseinheiten (Laufzeit 1470-1809), „Stift Keppel, Rechnungen“ mit 173 Verzeichnungseinheiten (Laufzeit 1542-1841) und „Stift Keppel, Stiftsrentei“ mit 112 Verzeichnungseinheiten (Laufzeit 1600-1872). Die Digitalisate befinden sich unter den jeweiligen Verzeichnungseinheiten in den Findbüchern und können über den LAV-Viewer aufgerufen werden.
Das Stift Keppel wurde 1239 als Prämonstratenserinnenkloster erstmals erwähnt. Nach Einführung der Reformation erfolgte 1594 die Umwandlung des Klosters in ein freiweltliches Damenstift evangelischer Prägung. Infolge des Westfälischen Friedens erhielt das Damenstift eine neue Verfassung und wurde ab 1654 simultan mit vier reformierten und vier katholischen Stiftsdamen besetzt. Katholische und reformierte Äbtissinnen wechselten sich ab und es gab zwei konfessionell getrennte Haushaltungen. 1812 erfolgte die Aufhebung des Stifts Keppel. 1871 wurde im Stiftsgebäude die „Keppelsche Schul- und Erziehungsanstalt“ für Mädchen mit einem Internat errichtet.

Literaturhinweis: Karl Heinz Opper: „Johannes Bernhard (vor 1500-1551) und sein Sohn Bernhard Bernhardi (1528-1589)“

Zwei Mitstreiter Luthers im Ränkespiel von Politik und Religion in der Freien Reichsstadt Frankfurt und in Nassau-Dillenburg ; ein Beitrag zur Reformationsgeschichte in Hessen und Nassau“

opperbernhardiVerlagstext: „Seit meiner Pensionierung beschäftige ich mich intensiv mit der Erforschung meiner Familie in Hessen und dadurch mit der Geschichte der Region, die in den Kontext der „großen“ Geschichte eingebunden ist. Dabei stieß ich auf meine Vorfahren Johannes Bernhard und seinen Sohn Bernhard Bernhardi. Beide waren mir schon vorher als hessische bzw. nassauische Reformatoren bekannt, daher überraschte es mich, dass sie nur in einschlägigen Lexika, bzw. in der Fachliteratur am Rande, erwähnt werden. Die Erforschung ihres Lebens in den wenigen zur Verfügung stehenden Quellen offenbarte zwei schillernde Persönlichkeiten, ähnlich schillernd wie der große Reformator selbst, den man durch den persönlichen Kontakt, den Johann Bernhard mit ihm hatte, in einem ungewohnten Licht sieht. Wie sein Vater, stand auch Bernhard Benhardi im Brennpunkt der politischen Wirren der frühen Reformationszeit und geriet zudem noch durch eine Intrige des nassauischen Herrscherhauses um Wilhelm von Oranien in akute Lebensgefahr. Da ich kein Theologe bin, steht es mir nicht zu, über die Hauptursache der Auseinandersetzungen zwischen Altgläubigen (Katholiken) und Protestanten, bzw. zwischen Lutheranern und Reformierten, nämlich die Auslegung der Sakramente, zu urteilen. Ich versuche, die gegensätzlichen Standpunkte, die schließlich zu so viel Blutvergießen geführt haben, unvoreingenommen zu beschreiben, ohne mein Erstaunen darüber zu verhehlen, dass manche der Streitpunkte bis heute nicht ausgeräumt sind. Außerdem hoffe ich, an Hand der Biographie der beiden Protagonisten deutlich gemacht zu haben, dass es letztlich in all den Konflikten, die durch Luthers 95 Thesen ausgelöst wurden, auch um die Durchsetzung von Machtinteressen der jeweils Herrschenden ging. (Dr. Karl Heinz Opper)

Berlin 2015, 151 S. : Ill. ; 20 cm, 978-3-86386-913-7 kart. : EUR 10.00 (DE)

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Studientag „Reformationen und Adel – vom Rheingau bis zum Siegerland“

26. Februar 2016, 10 bis 17 Uhr, im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden

Religionen sind ein mächtiger Gestaltungsfaktor moderner Gesellschaften, auch wenn dies eine Zeitlang verdrängt worden ist. Demgegenüber hat die Geschichtswissenschaft der Frühen Neuzeit die tief greifenden Wirkungen von Religion und Konfession auf die Gesellschaften Europas seit je erkannt und in ihren unterschiedlichen Ausprägungen und Trägergruppen untersucht. In diesem Kontext haben die „Reformationen“ des 16. und 17. Jahrhunderts (Reformation, Zweite Reformation und Katholische Reform/Gegenreformation) im politisch vielgestaltigen Raum vom Rheingau bis zum Siegerland das Interesse der Forschung gefunden. Als Akteure in den spannungsreichen Prozessen der Konfessionsbildung und deren territorialer Durchsetzung standen die Erzbistümer Mainz und Trier sowie die nassauischen Grafen im Mittelpunkt. Dagegen ist kaum nach der Rolle des niederen Adels, d. h. in diesem Raum der Reichsritter, gefragt worden, seien es seine persönlichen konfessionellen Überzeugungen und öffentlichen Haltungen, sei es sein lokaler Einfluss als „geborene“ Elite oder aber als Fürstendiener. Weiterlesen

Siegener Glockenklänge im WDR-Archiv

Das Blog des Forums für Archive katholischer Organisationen Deutschlands verweist in seinem Eintrag vom 4. Januar auf die online zugängliche Sammlung von Glockenklängen im WDR-Archiv.
Das Geläut der folgenden vier Kirchen im Stadtgebiet Siegen ist abrufbar: Erlöserkirche, Martinikirche, Nikolaikirche und St. Michael.

Evangelisches Pfarrhaus Freudenberg-Oberholzklau

Blick durchs Kirchturmfenster auf das alte Fachwerkpfarrhaus neben der Oberholzklauer Kirche (Quelle: Homepage des ev. Kirchenkreis Siegen)

Blick durchs Kirchturmfenster auf das alte Fachwerkpfarrhaus neben der Oberholzklauer Kirche (Quelle: Homepage des ev. Kirchenkreis Siegen)

Die aktuelle Diskussion über die Zukunft des denkmalgeschützten Fachwerkhauses wird hier aufgegriffen und auf folgende Informationen der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadt- und Ortskerne in Nordrhein-Westfalen verwiesen, die das Gebäude im Juni 2008 als Denkmal des Monats präsentierten..