100 Jahre Westfälischer Heimatbund

Bilder vom Festakt am in Münster


Der Westfälische Heimatbund feierte am 27. Juni 2015 sein hundertjähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass wurde der Westfalentag mit einem Festakt im Theater in Münster gefeiert, der Gründungsstadt des Verbandes.

Erstmals wurde dabei der von den Sparkassen in Westfalen und der Westfälischen Provinzial Versicherung gestiftete Innovationspreis für modellhafte Projekte in der Heimatpflege verliehen. In Diskussionen ging es um neue Herausforderungen; so zum Beispiel um die Frage, wie Migranten für ein Engagement in den Heimatvereinen gewonnen werden können. Die Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, Dr. Angelica Schwall-Düren, sprach über „Grenzen überwinden und Menschen verbinden. Eine Aufgabe für die Heimatpflege.” und Unterstützungsmöglichkeiten für die ehrenamtliche Arbeit in Nordrhein-Westfalen sprechen.

Der Westfälische Heimatbund ist der Dachverband von etwa 530 Heimatvereinen in Westfalen. Er bündelt ehrenamtliche Aktivitäten der Heimatpflege Westfalens unter einem Dach.

Denkmal des Monats – Juli 2015: Altstadt Bad Laasphe

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Stolzes2„. Licensed under Public Domain by Paul Riedesel, 1989 via Wikipedia.

Stolz´sches Haus Bad Laasphe
Bad Laasphe liegt an einer der natürlichen Eingangspforten ins Wittgensteiner Land, dort wo die Lahn ihr enges, oft nur 100 m breites Gebirgstal verlässt und in eine bis auf etwa 500 m verbreiterte Talaue eintritt. Das Relief des Laaspher Gebietes ist stark ausgeprägt: Während die Talsohle der Lahn bei etwa 310 bis 330 m ü.d.M. liegt, erreichen die umliegenden Berge Höhen von 500 bis 700 Meter. Aus der „Sommerfrische“ des Jahres 1904 wurde ein moderner Kurort: 1983 verlieh das Land NW der Stadt die Bezeichnung „Staatlich anerkanntes Heilbad“. Seit dem 1.1.1984 führt die Stadt in ihrem Namen den Zusatz „Bad“.
Geschichte:
Eine vermutlich erste Erwähnung von Laasphe (= Lassafa = Lachswasser) findet sich im Urkundenbuch des Klosters Fulda, sie belegt den Ort für die Zeit von 780 bis 807. Laasphe entwickelt sich auf einem Grundriss für etwa 100 Häuser mit ca. 280 Meter Länge und 90 bis 125 Metern Breite, gesichert von einer Stadtmauer mit vier Ecktürmen, zwei Flankentürmen und zwei überbauten Toren. Mit dem Jahr 1238 wurde die Grafschaft Stift (das heutige hessische Battenberg und das Wittgensteiner Gebiet) in die beiden Grafschaften Battenberg und Wittgenstein geteilt. Laasphe wurde damit zur Residenz der neuen Grafschaft Wittgenstein und hat wohl zwischen 1240 und 1250 Stadtrechte erhalten. 1438 und 1506 verwüsteten Brände die Stadt. 1605 wird die Grafschaft in Sayn-Wittgenstein-Berleburg im Norden und Sayn-Wittgenstein-Wittgenstein im Süden geteilt; Laasphe übernahm für den südlichen Teil die Funktion der „Hauptstadt“. Die Befestigungsanlagen wurden wegen ihrer wehrtechnischen Bedeutungslosigkeit nach 1800 abgebrochen, Wall- und Grabenzonen aber nicht bebaut. Schloss Wittgenstein sowie die Altstadt mit ihren 63 denkmalgeschützten malerischen Fachwerkhäusern und der aus dem 13 Jahrhundert stammenden Kirche geben Zeugnis von der Vergangenheit. Weiterlesen

Siwiarchiv-Sommerferien-Fotorätsel 2015

sommerraetsel152Zu beantworten ist folgende Frage: Wann wurde diese Ansichtskarte in Umlauf gebracht?

Die Antworten sind wie gewohnt als Kommentare zu diesem Eintrag einzureichen. Die erste richtige Lösung – es zählt das genaue Jahr – wird mit einem kleinen Preis belohnt. Die Auflösung des Rätsels erfolgt am 10. August 2015.

P.S. Es wäre schön, wenn der Lösungsweg skizziert wird.

Exkursion „Krombacher Schlag & Krombacher Brauerei“

Skizze: LWL-Archäologie für Westfalen, Außenstelle Olpe

Skizze: LWL-Archäologie für Westfalen, Außenstelle Olpe

Eine Veranstaltung auf der Eisenstraße Südwestfalen
Kreuztal, 04.07.15 14:30
Treffpunkt: wird bei der Anmeldung bekannt gegeben
Dr. Andreas Bingener (Historiker, Siegen)
Länge: ca. 3 km (bergab); anschließend Brauereibesichtigung
Anmeldung wegen begrenzter Teilnehmerzahl erforderlich
Tel. 02732 – 51-435 (Stadt Kreuztal, Herr Häusig)
Kosten: 18,50 €

Zwischen dem 15. und 17. Jh. war am Krombacher Schlag ein wichtiger Grenzübergang zwischen den Fürstentümern Nassau und Kurköln. Die „Dicke Buche“ sowie die Reste der alten Wallanlage und der ersten Kunststraße sind ein markantes Zeugniss für den einstigen Handel mit Eisen und anderen Gütern. Von der mittelalterlichen Route sind mehrere Hohlwege zu erkennen; Teile des Weges von Frankfurt über Siegen nach Hagen und weiter bis Amsterdam. Um 1780-90 wurde die erste mit Steinen befestigte Straße vom Kölschen Heck bis zur Kalteiche gebaut, heute Napoleonweg genannt. Die Entwicklung von den früh-mittelalterlichen Hohlwegen über die preußische „Chaussee“ zu den neuzeitlichen Provinzial- und Bundesstraßen (B 54) und zur heutigen Autobahn (A 45) ist am Krombacher Schlag besonders gut ablesbar, da alle Epochen dicht nebeneinander liegen. Weiterlesen

Erhebung des Grafen Johann Moritz von Nassau-Siegen in den Fürstenstand

Ein Fund auf der Homepage des Kgl. Hausarchivs in Den Haag.

© Koninklijke Verzamelingen

© Koninklijke Verzamelingen

Johann Moritz, genannt der Brasilianer, war ein Enkel des Grafen Johann der Ältere, Bruder von Prinz Wilhelm I. Von 1637 bis 1644 war er Gouverneur der eroberten Besitzungen der niederländischen Westindien-Kompanie in Brasilien. Im Jahre 1647 wurde er Statthalter von Kleve. Mit dem Akt der Erhebung, wurde er von den Habsburger Kaiser Ferdinand III am 25. November 1652 in den Fürstenstand erhoben. Von dieser Zeit an hatte er Sitz und Stimme im deutschen „Reichsfürstenrat“ und das Recht auf den Titel ‚Prinz‘ zu verwenden. Durch diese Erhöhung versuchte der Kaiser mehrere Fürsten an sich zu binden.

Das Dokument, auf Deutsch geschrieben wird, ist in einem roten Samt-Band gebunden, mit einem anhängenden Lacksiegel in einem goldenen Kästchen. Das Futteral, in dem das Dokument gelagert ist, ist mit geprägtem Leder geschmückt.

Vortrag: „Big Archives: Zur Materialität von Großbeständen“

bigarchivesdla2015Anna Kinder (Deutsches Literaturarchiv Marbach)

„Wie erforscht man 20.000 Aktenordner, wie findet man in 400 GB Datenmaterial, wonach man sucht? Archiv-Großbestände zeichnen sich nicht nur durch ihren Materialreichtum und ihre Materialheterogenität aus, sondern laden geradezu dazu ein, in den Modus der vorkritischen Materialbeschreibung zu verfallen. Die Unübersichtlichkeit von Großbeständen erfordert daher heuristische Strategien, die eine historisch-semantische Struktur freilegen, die auf der Oberfläche des Archivs nicht ohne Weiteres sichtbar ist. Ausgehend von der auch gegenwärtig zu beobachtenden Diskussion zwischen hermeneutisch interessierten, auf den literarischen Text fokussierenden Ansätzen auf der einen und materialitätsaffinen, an den Material Studies orientierten Herangehensweisen auf der anderen, wird die Frage nach dem Erkenntnisgegenstand literaturwissenschaftlich relevanter Großbestände gestellt.“
Quelle: Uni Siegen, Fakultät I, Aktuelles

Vor 125 Jahren: Otto Krasa geboren

Am 25. Juni 1890 wurde Otto Krasa geboren. Aus diesem Anlass widmet der Heimatverein Gosenbach Krasa als „Spatenforscher“, Eiserfelder Ehrenbürger und Schulleiter der Gosenbacher Schule eine Ausstellung in der Gosenbacher Heimatstube (28.6., 11-16 Uhr).
Ein Teil der regionalen Geschichtsforschung sieht Krasas Wirken in der Zeit des Nationalsozialismus kritisch. Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes im Jahr 1957 dient Anderen als Argument, Krasas Arbeiten in der Zeit des Dritten Reiches zu relativieren.
Das Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein verfügt über die Unterlagen zur Ordensverleihung an Otto Krasa. Der Vorgang  befindet sich in dem einschlägigen Aktenband „Bundesverdienstkreuze 1955-1962“ (Az.: 011-11/20). Er wurde PDF aufbereitet: BVKKrasa . Weiterlesen