Hermann Kuhmichel (1898-1965) als Soldat im Zweiten Weltkrieg

Angaben zu Truppenteilen, Dienstgrad und Kriegsgefangenschaft.

Im November vergangenen Jahres führte eine Ausstellung über den Siegerländer Künstler Hermann Kuhmichel zu einer intensiven Diskussion hier auf siwiarchiv. In deren Verlauf die Bewertung des Künstlers in der Zeit des Nationalsozialismus im Mittelpunkt stand. Allerdings zeigte die Diskussion auch, dass grundlegende Recherchen bis dahin noch nicht erfolgt waren. Dies betraf bspw. die Zeit Kuhmichels als Soldat im Zweiten Weltkrieg. Eine Recherche beim Bundesarchiv ergab nun Folgendes:

„In den …. Beständen des Bundesarchivs, Abteilung PA – Reinickendorf
(bis 31.12.2018 Deutsche Dienststelle [WASt]) liegen zu Angehörige von Heer
und Luftwaffe in der Regel keine Personalakten vor. Daher [mussten] die Angaben zu
dem Gesuchten in verschiedenen Verzeichnissen und Karteien ermittelt werden.
Aus den Erkennungsmarkenverzeichnissen und Veränderungsmeldungen der
Wehrmacht sind [die Truppenteile, denen Kuhmichel angehörte, die Dienstgrade Kuhmichels sowie Angaben zur Kriegsgefangenschaft Kuhmichels] zu entnehmen:
Truppenteil:
– laut Listendatum vom August 1939 und 25.10.1939: 11. Kompanie Infanterie-Regiment 181 [Bundesarchivsignatur B 563/76392, Seite 3 und 15]
– laut Meldung vom 20.05.1940: Genesenen- Kompanie Infanterie-Ersatz-Bataillon 181, Siegen [Bundesarchivsignatur B 563/64613, Seite 33]
– laut Listendatum vom 14.06.1940 und 07.02.1941: 1. Kompanie Infanterie-Ersatz-Bataillon 181, Siegen [Bundesarchivsignatur B 563/64607, Seite 148 und 64608, Seite 47]
– laut Meldung vom 05.05.1941: 2. Kompanie Infanterie-Ersatz-Bataillon 181, Siegen [Bundesarchivsignatur B 563/64610, Seite 33]
– laut Meldung vom 20.08.1941: Stab, Infanterie-Ersatz-Bataillon 181, Siegen [Bundesarchivsignatur B 563/64599, Seite 92]
– laut Meldung vom 02.02.1942: Verfügungskompanie Infanterie-Ersatz-Bataillon, Siegen [Bundesarchivsignatur B 563/64606, Seite 1]
– ab 03.02.1942: Stab, Infanterie-Ersatz-Bataillon 181, Siegen [Bundesarchivsignatur B 563/64599, Seite 30]
– laut Meldung vom 22.11.1943: 1. Kompanie Eisenbahnküchenwagen-Abteilung 2 [Bundesarchivsignatur B 563/12765, Seite 195]
– laut Meldung vom 02.12.1943 und 11.08.1944: 2. Kompanie Eisenbahnküchenwagen-Abteilung 2 [Bundesarchivsignatur B 563/12766, Seite 220 und 310]
– laut Meldung vom 30.03.1945: Festungs-Infanterie-Bataillon 3545 [Bundesarchivsignatur ZA 12/Kuhmichel, Hermann (04.03.1898)]

Dienstgrad:
– laut Listendatum vom August 1939: Schütze [Bundesarchivsignatur B 563/76392, Seite 3]
– laut Meldung vom 20.05.1940: Gefreiter [Bundesarchivsignatur B 563/64613, Seite 33]
– laut Meldung vom 20.08.1941: Unteroffizier [Bundesarchivsignatur B 563/64599, Seite 92]
– laut Meldung vom 02.02.1942 (keine Beförderungsdaten): Feldwebel [Bundesarchivsignatur B 563/64606, Seite 1]

Kriegsgefangenschaft: [Bundesarchivsignatur ZA 12/Kuhmichel, Hermann (04.03.1898)]
30.03.1945 in amerikanische Gefangenschaft in Ochstadtr/Friedberg
09.11.1945 entlassen

Nähere Informationen zu Einsatzräumen von Einheiten der Wehrmacht finden [sich] in den Publikationen:
– Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939 – 1945, Bde. 1 – 17, Osnabrück 1973 ff
– Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes München (Hg.): Divisions-schicksale Band 1 und 2, München 1958-1960″
Für die ausführliche Beantwortung gebührt dem Bundesarchiv großer Dank!

2 Gedanken zu „Hermann Kuhmichel (1898-1965) als Soldat im Zweiten Weltkrieg

  1. die erwähnte ausstellung war ein wichtiger schritt zur bewussthaltung des künstlers. der vortrag bei der führung durch die ausstellung ging durchaus ein auf die vorwürfe, Kuhmichel sei ein „nazikünstler“ gewesen. auch mit der liste oben sowie der broschüre „kunst im öffentlichen raum“ in siegen gibt es nun einen weiteren baustein, der vielleicht und hoffentlich irgendwann zu einem ausführlichen katalog führt.

    https://www.siegen.de/kultur-tourismus/kultur-und-kunst/kunst-im-oeffentlichen-raum/

  2. Wehrmacht: Na ja, das ist das, was als „ruhige Kugel“ zu bezeichnen wäre. Eine Art informelle UK-Stellung, in der er in aller Ruhe an seinen Propagandawerken arbeiten konnte. Das hatte er sich verdient.

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