Heilstätte Hengsbach 10

 

Tagebuch einer Bestandsaufnahme

 

Der erste Schub der Akten aus dem Bereich Hauspersonal ist abgearbeitet und mir fielen die unterschiedlichen und teils sehr interessanten Berufsbezeichnungen auf.

 

Die meisten Leute, – im Übrigen bisher nur 3 Männer – wurden als Stationshilfen, Hausgehilfinnen oder Hausangestellte eingestellt, wobei ich annehme, daß diese sowohl in der Gebäudereinigung, der Küche, der Essensausgabe und überall sonst eingesetzt wurden. Die sogenannten Stundenhilfen waren dann wohl aushilfsweise überall eingesetzt, wobei der eine Mann hier als Hilfsarbeiter eingestellt wird, obwohl er ebenfalls aushilfsweise überall arbeitete. Dann gab es noch je eine Putzfrau bzw. –hilfe, je eine Näh- bzw. Nähstubenhilfe, mehrere Küchenhilfen und Beiköchinnen. In der Küche beschäftigte man auch eine Köchin und eine Küchenleiterin, in der Waschküche einige Waschküchenhilfen.

 

Und auch ein Fahrer war angestellt – für Patientenfahrten(?), aber eindeutig auch für die Umzüge der Angestellten, die auf dem Gelände wohnten-.

 

Besonders interessant in diesem Zusammenhang finde ich die Berufsbezeichnungen der Saalhilfe/-helferin oder noch hübscher die Saaltochter. Ich wüsste gerne, für was die wohl zuständig waren: für welchen „Saal“, den Essenssaal?, also die Essensausgabe, usw.?

Autorin: Dagmar Spies

s.a. https://www.siwiarchiv.de/2013/03/heilstatte-hengsbach-9/

Heilstätte Hengsbach 9

Tagebuch einer Bestandsaufnahme

Ausschnitte aus den Ergebnissen der Erschließung der Personalakten in der Pflege (ca. 1953 -1966):

Im Pflegebereich der Heilstätte Hengsbach, einschließlich der Vorgänger-Einrichtung „Kreisheilstätte“ in Hilchenbach, waren

10 -14 Schwestern des Diakonissenmutterhauses „Friedenshort“

41 „frei“-angestellte Schwestern/Pfleger

= insgesamt  ca. 55 Personen Pflegepersonal.

Die Diakonissen-Schwestern des „Friedenshort“ waren per Vereinbarung von 1950 bereits in der Vorgänger-Einrichtung in Hilchenbach tätig. Aus der Vereinbarung: „…Der Friedenshort stationiert vom 1. April 1950 ab, in Hilchenbach 9 Schwestern seines Hauses, zum Dienst in der „Kreisheilstätte Siegen“. (…)Die Diakonissen (…) haben ihre Obliegenheiten in den diakonischen Linien des Kaiserswerther Verbandes im Einvernehmen mit dem Vorstand der Station zu versehen. Sie stehen (…) in keinem rechtlichen Arbeitsverhältnis zum Stationsvorstand, sondern in alleinigem Dienstverhältnis zum Mutterhaus(…) Der Vorstand der Station entrichtet an den Friedenshort ein monatliches Stationsgeld (…) Der Stationsvorstand gewährt den Diakonissen (…) geeignete Unterkunft. (…) Jede Schwester wird auf Kosten des Stationsvorstandes gegen Unfall versichert. (…) Jeder Diakonisse wird alljährlich ein Erholungsurlaub (…) gewährt (…) Während der Urlaubszeit ist der Schwester ein besonderes Urlaubsgeld (…) zu gewähren. (…) Das Mutterhaus übt allein die Disziplin über seine Diakonissen aus. (…)“

Die Vereinbarung zur Überlassung der Diakonissen des „Friedenshort“ wurde zum 1.04.1962 gekündigt und die Schwestern bis einschließlich Juni 1962 – also noch ca. 5 Jahre vor Auflösung der Heilstätte – abgezogen.

Autorin: Dagmar Spies  

https://www.siwiarchiv.de/2013/03/zeitzeugen-auf-zelluliod-fotoimpressionen/

Heilstätte Hengsbach 7

 

Tagebuch einer Bestandaufnahme

 

Bereits letzte Woche wurde die Klassifikation, also das Ordnungsschema für den Bestand in dem die einzelnen Dokumente sortiert und abgelegt sowie im EDV-Verwaltungsprogramm des Archivs verzeichnet werden, festgelegt.

 

• Personal; • Patienten; • Finanzen/Kasse; • Verwaltung/ Organisation; • Gebäude/ Bau; • Verein/ Trägerschaft

 

Beim Umbetten kommen zuerst die Personalakten dran. Dabei ist es vielleicht mal ganz interessant zu schauen, was eine Personalakte so um 1950/60 enthielt. Hier ein kleiner Einblick in einige Akten vom Pflegepersonal: Weiterlesen

„Siegerland zwischen Gegenwart und Zukunft“ (1971)

Zeitzeugen auf Zelluloid
20.03.2012, 20:00 Uhr
Siegen, LYZ 

Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein präsentiert den historischen Film „Siegerland zwischen Gegenwart und Zukunft“. Der 1971 aufwendig produzierte, von Friedrich Flick finanziell unterstützte Farbdokumentarfilm über das Siegerland zeigt nach einer Darstellung der Siegerländer (Wirtschafts-)Geschichte das Siegerland zu Beginn der 70er Jahre. Interessant sind die Blicke in Siegerländer Firmen und die Darstellung der Siegerländer Kulturszene wie z.B. Rolf Agop als Chefdirigent des Siegerlandorchesters (Foto) oder die Vorstellung Wolfgang Kreutters. Der Film ist auch ein Beleg für die Flicksche „Landschaftspflege“: Personen aus seinem Umfeld (Bernhard Weiß, Konrad Kaletsch) kommen zu Wort, seine Projekte in der Region wie das Gymnasium in Kreuztal werden vorgestellt.
Veranstalter: Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein
Eintritt frei! Um eine Spende für die Erhaltung des regionalen audiovisuellen Archivguts wird gebeten.

Heilstätte Hengsbach 5

Tagebuch einer Bestandsbearbeitung

Auszug aus einer „Baubeschreibung für den Neubau des Schwestern- und Ledigenheimes der Lungenheilstätte für Südwestfalen in Eiserfeld/Sieg, Obere Hengsbach“ vom 25. Juli 1952:

„ A) Allgemeines: Der Entwurf sieht die Errichtung eines Wohnhauses für die Schwestern und ledigen Angestellten der Lungenheilstätte vor. Das Gebäude wird in unmittelbarer Nähe der Heilstätte und wie diese an einem Südhang, ungefähr mit Ostwest-Achse errichtet. Es ist vorgesehen, daß die Bewohner des Hauses ihre Mahlzeiten in der Heilstätte einnehmen und sich nur nach Dienstschluß und des Nachts im Gebäude aufhalten. Das Gebäude wird wirtschaftlich von der Heilstätte betreut (Reinigung, Wäsche, Heizung).

Entwurf zu einer Heilstätte des Kreisbauamtes von 1954

Entwurf zu einer Heilstätte des Kreisbauamtes von 1954

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Heilstätte Hengsbach 4

 

Tagebuch einer Bestandsbearbeitung

Bibliographie Heilstätte Hengsbach   Stand 1.03.13

 

??? Vorgänger-Einrichtung:  Richard-Martin-Heim in Hilchenbach des Evangelischen Arbeitervereins

1952 Kreistags- und Kreisausschussbeschlüsse zum Bau der Heilstätte auf der Hengsbach

 Juli  1952 Baubeginn

 Februar 1953 Richtfest

Oktober 1953 Fertigstellung Heilstätte + Schwestern- und Ärztehaus

13.3.1954 Einweihung

1967 Entscheidung des Verwaltungsrates des Vereins Hengsbach-Heilstätte zur Schließung der Einrichtung zum Jahresende `67

November 1967 Auszug des letzten Patienten; Chefarzt Dr. Kruse wechselt ins Kreisgesundheitsamt; Übernahme durch AWO

12.05.1971 Grundstücksveräußerung an AWO

29.03.1972 Auflösung des Vereins „Hengsbach-Heilstätte Eiserfeld/Sieg e.V.“

August 2005 Eröffnung als Altenheim der Diakonie Weiterlesen