Heilstätte Hengsbach 7

 

Tagebuch einer Bestandaufnahme

 

Bereits letzte Woche wurde die Klassifikation, also das Ordnungsschema für den Bestand in dem die einzelnen Dokumente sortiert und abgelegt sowie im EDV-Verwaltungsprogramm des Archivs verzeichnet werden, festgelegt.

 

• Personal; • Patienten; • Finanzen/Kasse; • Verwaltung/ Organisation; • Gebäude/ Bau; • Verein/ Trägerschaft

 

Beim Umbetten kommen zuerst die Personalakten dran. Dabei ist es vielleicht mal ganz interessant zu schauen, was eine Personalakte so um 1950/60 enthielt. Hier ein kleiner Einblick in einige Akten vom Pflegepersonal:

 

– „Fragebogen für medizinisches Hilfspersonal und Krankenpflegepersonal“ (enthält Angaben zur beruflichen Qualifikation)

 

– „Anmelde-Bestätigung“ am Wohnort

 

– die sogenannte „Einstellungsanzeige“ mit Stammdaten und Angaben zu Steuerklasse und Krankenversicherung, sowie einer Auflistung mit (von der Verwaltung) zu erledigender Aufgaben wie Anmeldung bei der Krankenkasse, usw.

 

–„Verzeichnung über die bei Einstellung und Ausscheiden zu treffenden Maßnahmen“ (für die Verwaltung)

 

– sehr unterschiedlich verfasste Bewerbungsunterlagen, wie handschriftliche Lebensläufe, Zeugnisse/Bescheinigungen/Beurteilungen von ehemaligen Arbeitgebern, evtl. Auszug aus dem Bundes-Strafregister (ähnlich wie polizeiliches Führungszeugnis)

 

– „Ausweis über die Erlaubnis zur Berufsmäßigen Ausübung der Krankenpflege“

 

– evtl. Erklärung betr. politische Betätigung von Angehörigen des öffentlichen Dienstes gegen die demokratische Grundordnung

 

– evtl. „Niederschrift über die Ablegung des Gelöbnisses („Ich gelobe: Ich werde meine Dienstobliegenheiten gewissenhaft erfüllen und das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland sowie die Gesetze wahren.“)“

 

– Arbeitsvertrag

 

– Schriftverkehr z.B. mit Krankenkassen, dem Verein Hengsbach-Heilstätte e.V., den Zusatzversorgungskassen

 

– Gehaltstabelle

 

– Verdienst/Einstufungsbescheide

 

– Unfallanzeigen

 

– Arbeitsunfähigkeitsmeldungen, Urlaubsmitteilungen

 

– die sogenannte „Untersuchungs-Kontrollkarte“ mit Angaben zur Erstuntersuchung, Eignung, Belehrung über die Maßnahmen zur Verhütung von Ansteckung und Schlußuntersuchung

 

– evtl. Kündigungsschreiben, -meldungen

 

– und diverse inoffizielle Mitteilungen z.B. über Vorkommnisse bezüglich der Anmietung der Schwesterwohnungen, innerbetriebliche Streitigkeiten, usw.

 

Im Großen und Ganzen sieht diese Auflistung eigentlich aus, wie eine heutige Personalakte wahrscheinlich auch aussieht. Was diese aber besonders machen, ist die „Aufmachung“, sprich: maschinenschriftliche Urlaubsmitteilungen auf Din-A5-Blatt „Krankmeldung Schwester … Die bei uns als Krankenschwester beschäftigte Schwester …ist seit dem xx.xx.19xx arbeitsunfähig erkrankt. Wir übersenden die Arbeitsunfähigkeits-bescheinigung zur weiteren Erledigung(…)“ (an die Krankenkasse). Besonders interessant in diesem Zusammenhang sind die Bewerbungsunterlagen mit handgeschriebenen Lebensläufen, Zeugnissen auf kleinen Din-A5-Zetteln und ähnlichem.

Autorin: Dagmar Spies

s. a. http://www.siwiarchiv.de/2013/03/heilstatte-hengsbach-6/

Ein Gedanke zu „Heilstätte Hengsbach 7

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