
Der Maler Siegfried Vogt war bereits Thema auf siwiarchiv. Die im Kreisarchiv vorhandene Kriegsgefangenenentschädigungsakte gibt ein wenig mehr Aufschluß über die Zeit Siegfried Vogts als Soldat, dessen Kriegsgefangenenschaft und seinen Verhältnissen in der Nachkriegszeit: Weiterlesen
Archiv des Autors: Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein
Heilstätte Hengsbach 23
Tagebuch einer Bestandsaufnahme
Zusammengefasste Daten aus den „Erhebungsbögen für Krankenanstalten“
| Jahr |
Pe |
rs |
on |
al |
Plan- | Pflege- | Todes- | behand. | |
| Ärzte | Kr.schw./-pfleger | Med.-Techn, | Verwltg. | Wirtsch/Haus | betten | tage | fälle | Kranke | |
| 1953 | 2 | 13 | 1 | 2 | 19 | 109 | 37.886 | 2 | 457 |
| 1954 | 4 | 17 | 1 | 3 | 21 | 120 | 40.994 | 4 (?) | 502 |
| 1955 | 4 | 12 | 1 | 5 | 25 | 120 | 43.875 | 3 | 384 |
| 1956 | 4 | 12 | 1 | 5 | 25 | 120 | 43.952 | 5 | 478 |
| 1957 | 4 | 14 | 1 | 5 | 25 | 120 | 44.029 | 3 | 356 |
| 1958 | 4 | 14 | 1 | 5 | 30 | 120 | 44.028 | 3 | 462 |
| 1959 | 4 | 14 | 1 | 5 | 26 | 120 | 43.580 | 6 | 447 |
| 1960 | 4 | 14 | 1 | 5 | 23 | 120 | 43.353 | 6 | 390 |
| 1961 | 4 | 15 | 1 | 5 | 27 | 120 | 43.012 | 7 | 407 |
| 1962 | 4 | 13 | 1 | 5 | 32 | 120 | 41.749 | 2 | 424 |
| 1963 | 4 | 13 | 1 | 5 | 31 | 120 | 43.630 | 7 | 461 |
| 1964 | 4 | 13 | 1 | 5 | 33 | 120 | 43.738 | 4 | 430 |
| 1965 | 4 | 14 | 1 | 5 | 29 | 120 | 43.814 | 5 | 405 |
| 1966 | 3 | 13 | 1 | 5 | 26 | 120 | 40.935 | 7 | 326 |
Autorin: Dagmar Spies
Heilstätte Hengsbach 22
Tagebuch einer Bestandsaufnahme
Bei den Abrechnungen mit den Kostenträgern der Tbc-Heilbehandlung begegnet einem relativ häufig der Medikamentenname „Neoteben“.
Dazu eine vielleicht spannende Geschichte:
„Neoteben“ bekam seinen Namen etwa 1951 und ging hervor aus dem Mittel „OS 711“, das von dem Nobelpreisträger Gerhard Domagk entwickelt wurde. Es ist chemisch ein Iso-Nikotinsäure-Hydrazid. In zwanzigmillionenfacher Verdünnung verhinderte das Pulver im Reagenzglas Tuberkelbazillen am Wachsen. Das Pulver war damit im Laboratoriumsversuch allen bisher bekannten Tbc-Mitteln um das Zwanzigfache überlegen.
Die ersten Versuche mit dem Medikament wurden im September 1951 in den Städtischen Krankenanstalten von Wuppertal bei Professor Philipp Klee vorbereitet. In der Regel werden solche Versuche in aller Stille zwei Jahre hindurch geführt, bis sich die Wirkung eines Medikaments genau übersehen läßt.
Aber diesmal blieb diese Zeit zur Erforschung nicht, da bereits im Februar 1952 in der Weltpresse zu lesen war, dass amerikanische Ärzte ein sensationelles Mittel gegen Tuberkulose gefunden hätten. [Rimifon (Fa. Hoffmann La Roche), Marsilid (Fa. Hoffmann La Roche), Nydrazid (Fa. J. R. Squibb & Sons] Diese Mittel nun enthielten die gleichen Wirkstoffe bzw. waren auf der gleichen chemischen Grundlage entwickelt wie das „deutsche“ Neoteben. Die parallelen Forschungen in Deutschland und Amerika waren wohl von unterschiedlichen Quellen ausgegangen, ebenso wie sie nichts voneinander wussten.
Die Amerikaner haben nur ihr Schweigen früher gebrochen als die Deutschen: So ließen sich die beteiligten amerikanischen Forscher im Januar 1952 bei einem Treffen über die chemischen Grundlagen und die klinische Anwendung des Rimifon aus. Im Februar kam dann jene Veröffentlichung in die Presse, während fast gleichzeitig Professor Klee in Wuppertal einige ausgewählte Fachärzte mit den bisher in der Stille erzielten Fortschritten des Neoteben vertraut machte.
„In diesem in der Geschichte der Pharmazie einzigartigen Wettlauf um ein Heilmittel waren die Bayer-Werke also um eine Nasenlänge zurückgeblieben, obwohl die Chemikalien etwa zur gleichen Zeit (Sommer 1950) entdeckt wurden. Die wissenschaftliche Veröffentlichung kam in den USA sieben Wochen, die Pressemitteilung sieben Tage früher heraus.“ (Quelle: www.spiegel.de/spiegel/print/d-21976793.html)
Autorin: Dagmar Spies
Heilstätte Hengsbach 21
Heilstätte Hengsbach 20
Tagebuch einer Bestandsaufnahme
Auszug aus: „Nachweis der Personalkosten der Hengsbach-Heilstätte Eiserfeld/Sieg e.V. für das Rechnungsjahr 1959:
Beamte:
Verwalter 10.980.- DM/ Jahr
Angestellte:
Chefarzt 18.000.- DM/ Jahr
Oberarzt 13.968.- DM/ Jahr
Ass. Arzt 13.924.-DM/ Jahr
Ass.Arzt 10.937.-DM/ Jahr
Med.techn. Assist. 8.304.-DM/ Jahr
Arztsekretärin 6.276.-DM/Jahr
Büroangest. für ½ Tg. 2.874.-DM/ Jahr
Büroangestellte 4.368.-DM/ Jahr
Büroangestellte 5.472.-DM/ Jahr
Hausmeister 8.637.-DM/ Jahr
Schwester 6.030.-DM/ Jahr
Nachtschwester 5.324.-DM/ Jahr
Krankenpfleger 6.450.-DM/ Jahr
Waschküchenleiterin 5.796.-DM/ Jahr
Arbeiter:
Arbeiter 5.800.-DM/ Jahr
Stationshilfe 3.132.-DM/ Jahr Weiterlesen
Heilstätte Hengsbach 19
Tagebuch einer Bestandsaufnahme
Ein neues Dokument in den Buchungsbelegen der Heilstätten-Kasse weckt Interesse. Text:
„Wir bescheinigen hiermit, von der Hengsbach-Heilstätte je 10.- DM (zehn Deutsche Mark) erhalten zu haben. Der Betrag wird gezahlt, da keine Richtfeier für den Neubau Schwesternwohnheim veranstaltet wurde.“
eine Liste von 15 Namen und Unterschriften
„Es handelt sich um alle Arbeiter, die an dem Neubau gearbeitet haben.
(…)
Eiserfeld, den 5.12.1966
Verwaltungsleiter Bauleiter“
Zum Hintergrund:
Ein Richtfest (auch Bauheben, Weihefeier, Hebefest, o.Ä.) wird auf einem Neubau gefeiert, wenn der Dachstuhl errichtet und damit der Rohbau eines Gebäudes fertig erstellt ist. Das Richtfest findet immer während der Arbeitszeit der Handwerker und auf der Baustelle selbst statt.
Der Brauch lässt sich bereits im 14. Jahrhundert nachweisen und geht auf rituelle Formen der Abgeltung von Arbeitsleistung zurück, wie sie im Mittelalter nicht unüblich waren. Weiterlesen
Heilstätte Hengsbach 18
Tagebuch einer Bestandsaufnahme
120 Betten/Patienten + Mitarbeiter = ??? Lebensmittel/ Monat
Recherchen anhand einer Rechnung über Wurstbestellungen im Monat Juli 1966:
Transkription: Weiterlesen
Heilstätte Hengsbach 17
Tagebuch einer Bestandsaufnahme
Und weiter „Entdeckungen“ und Fragen:
Bisher recherchiert:
Im März 1967 traf der Verwaltungsrat der „Heilstätte Hengsbach e.V.“ die Entscheidung, die Heilstätte zu schließen und den Verein aufzulösen.
„Erst“ am 29.03.1972 wird der Verein aus dem Vereinsregister gelöscht.
Es gibt zwei Ordner mit Rechnungs- und Kassenunterlagen aus den Jahren 1968 und 1970-72. Immer wieder taucht in diesen Unterlagen der Begriff „Liquidator“ auf.
Wie passt das jetzt (für einen Menschen, der bisher noch kaum Wissen in betriebswirtschaftlichen Abläufen hat) zusammen? Weiterlesen
Heilstätte Hengsbach 15
Aufgrund der Kommentare erfolgt nun die Publikation der dem Eintrag zugrunde liegenden Quellen:
Tagebuch einer Bestandsaufnahme
So, seit Anfang der Woche ist die Bearbeitung der Unterlagen zum Bereich Finanzen/Kasse an der Reihe. Das scheint zunächst ziemlich dröger Stoff, aus dem sich nicht wirklich interessante Informationen -und schon gar keine für einen blog-Eintrag herausziehen lassen…
Oder vielleicht doch?!
– Meine Aufmerksamkeit wurde durch die Unterlagen mit der Überschrift „Alkoholbestellungen“, die immer wieder auftauchenden Begrifflichkeiten „Ankaufserlaubnisschein“ , (un)vergällter Alkohol und „Bundesmonopolverwaltung für Branntwein“ geweckt.
Also was hat es damit in Zusammenhang mit einer Tbc-Klinik auf sich? Weiterlesen
Heilstätte Hengsbach 12
Tagebuch einer Bestandsaufnahme
Die schönsten Bewerbungsschreiben des Bestandes:
Sehr geehrter Herr Dr. Kruse,
durch Herrn Landesrat Dr. Nannen (?) Naunin erfuhr ich, dass in der von Ihnen geleiteten Heilstätte die Stelle einer med.techn. Ass. zu besetzen ist. Ich erlaube mir, mich um diese Stelle zu bewerben. Die erforderlichen Unterrlagen füge ich in der Anlage bei . Für eine Berücksichtigung meiner Bewerbung wäre ich Ihnen sehr verbunden. Da ich hier in ungekündigter Stelle bin wäre ich Ihnen für eine baldige Nachricht dankbar. Gegebenenfalls wäre ich zu einer persönlichen Vorstellung u. Rücksprache gern bereit. Wäre allerdings sehr dankbar, wenn diese an einem Sonntag Vormittag sein könnte.
Mit vorzüglicher Hochachtung

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