Landtag verabschiedet umstrittenes Archivgesetz:

„Der Landtag in Düsseldorf hat mit großer Mehrheit ein neues Archivgesetz verabschiedet. Ein Passus, der den Verkauf von privaten Nachlässen aus kommunalen Archiven ermöglicht, wurde trotz Kritik von Archivaren und Verbänden nicht geändert. Hintergrund der Kritik ist der Skandal um den Verkauf von mehr als 6.000 historischen Büchern aus dem Bestand des Stadtarchivs Stralsund an einen privaten Archivar im Jahr 2012. In Nordrhein-Westfalen gab es bisher jedoch noch keinen entsprechenden Fall. In fast allen Bundesländern außer Bremen und Sachsen-Anhalt ist der Verkauf von kommunalem Archivgut generell verboten. In Nordrhein-Westfalen sind dagegen weiterhin nur amtliche Unterlagen aus Behörden gesetzlich vor einem Verkauf geschützt.“
Quelle: WDR.de, Kulturnachrichten, 11.9.2014 18:50, Landtag NRW, Pressemitteilung v. 11.9.2014
Informationen über die Petition gegen die Veräußerungsmöglichkeit von kommunalarchivischem Sammlungsgut finden sich hier.

Museumsnacht in Bad Berleburg

In Bad Berleburg findet am Samstag, 13. September,
von 18 bis 22 Uhr
zum ersten Mal eine Museums-nacht statt. Im Rahmen des Kulturentwicklungsplanungsprozesses haben sich erstmals zehn Bad Berleburger Museen und Heimatstuben zu dieser Nacht der Museen zusammengetan.
Mit dabei sind das Alexander-Mack-Museum in Schwarzenau, die Arfelder Schmiede, die Drehkoite Girkhausen, das Heimathaus Diedenshausen, das Landwirtschaftsmuseum Hof Espe, die Modellbahnfreunde Arfeld, das Mopedwerk Aue, der Museumsverein für die Bad Berleburger Stadtgeschichte, das Schieferschaubergwerk Raumland und das Schloss Berleburg.
s. a. Programm der Museumsnacht
Quelle: Q+ für Kultur – Ein Quantum Kulturwissen für die Region –
Ausgabe 2 / 2014, S. 3

Anhörung zum Archivgesetz NRW

Das Protokoll zur Sitzung des Kulturausschusses des Landes NRW über die Evaluierung des nordrhein-westfälisches Archivgesetzes ist online. Es enthält die Stellungnahmen des Landesarchivs NRW, des LWL-Archivamtes für Westfalen und der Verbandes deutscher Archivarinnen und Archivare sowie weiterer Sachverständiger.

Zum Hintergrund s. auch über die Petition gegen den Verkauf von kkommunalarchivischem Sammlungsgut in NRW: https://www.siwiarchiv.de/?p=7096

Bundespräsident Joachim Gauck ruft zum Geschichtswettbewerb auf

SpusuAußenseiter2014»Anders sein. Außenseiter in der Geschichte« ist das Thema der aktuellen Ausschreibung des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten. Alle Kinder und Jugendlichen unter 21 Jahren sind eingeladen, vom 1. September 2014 zum 28. Februar 2015 auf historische Spurensuche zu gehen.
Was galt früher als »anders« und »normal«? Wie ging die Gesellschaft mit Außenseitern und Oppositionellen um? Wie haben sich Einstellungen und Verhaltensweisen im Lauf der Geschichte verändert? Diese Fragen werden die jungen Teilnehmer mit ihren Projekten anhand eines konkreten historischen Beispiels untersuchen. In seinem Aufruf betont Bundespräsident Joachim Gauck, dass der Mut zum Anderssein oft der Motor für gesellschaftlichen Fortschritt war: »Dass wir heute in einem pluralistischen, offenen und toleranten Land leben, ist in manchen Bereichen den Außenseitern von einst zu verdanken, ihrem Eigensinn, ihrer Kreativität und Hartnäckigkeit, oft auch ihrer Opferbereitschaft«. Weiterlesen

Schriftliches Kulturgut erhalten! Ein Weimarer Appell

Link zum Unterzeichnen des Appells
weimarerappell
Vor zehn Jahren, am 2. September 2004, brannte die Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Vor fünf Jahren, am 3. März 2009, stürzte das Historische Archiv der Stadt Köln ein. Auch das Hochwasser an Elbe und Donau im Jahr 2013 hat, wie zuvor schon 2002, Archive und Bibliotheken in Mitleidenschaft gezogen.

Die schriftliche Überlieferung ist durch Vernachlässigung zunehmend gefährdet. Eine Stadtgründungsurkunde, ein barockes Buch, eine alte Landkarte, das Fotoalbum eines Exilschriftstellers oder eine Notenhandschrift sind unverwechselbare Zeugnisse unserer Kulturgeschichte. Wir brauchen diese Originale weiterhin, auch wenn Abbilder davon für das Internet hergestellt sind. Nur die Originale sichern dauerhaft die Möglichkeit des wissenschaftlichen Verstehens. Originalerhalt und Digitalisierung ergänzen sich.
Im Einzelnen fordern wir: Weiterlesen

Totenbuch des KZ Sachsenhausen online

totenbuchSachsenhausen„Am 22. August 2014 haben der Brandenburgische Kulturstaatssekretär Martin Gorholt, Stiftungsdirektor Prof. Dr. Günter Morsch und der Überlebende des KZ Sachsenhausen, Jonny Valentin, in der Potsdamer Staatskanzlei das Online-Totenbuch mit den Namen von 21.913 Opfern des KZ Sachenhausen freigeschaltet. Es kann ab sofort über die Website der Gedenkstättenstiftung unter www.stiftung-bg.de/totenbuch aufgerufen werden. Neben den Namen der Opfer werden Geburtsdatum und -ort, Sterbedatum und Häftlingsnummer angegeben. Das Online-Totenbuch bietet darüber hinaus eine Suchfunktion, Informationen zu den Sterbeorten, bei denen es sich vor allem um Außenlager des KZ Sachsenhausen handelt, sowie zu den benutzen Quellen.

Kulturstaatssekretär Gorholt erklärte in seinem Grußwort, wie wichtig die historisch-politische Bildung der Gedenkstättenstiftung ist: „Das Land Brandenburg hat immer wieder deutlich gemacht, dass Staat und Gesellschaft gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus und der SED-Diktatur eine Verpflichtung haben, sich der Vergangenheit zu stellen, so auch in seinem Konzept zur zeitgeschichtlichen Erinnerungskultur. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit kann insbesondere junge Menschen motivieren, sich als mündige Bürger eigenverantwortlich in unser Gemeinwesen einzubringen. Ich wünsche sehr, dass das Digitale Totenbuch als neue Quelle zur Geschichte des KZ Sachsenhausen intensiv und weltweit genutzt wird, und dass es gelingen wird, bisher unbekannte Opfer des Konzentrationslagers Sachsenhausen zu ermitteln.“ Weiterlesen

Neues Blog in der Blogroll: BIÖG

Das Blog des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung in Wien ist seit wenigen Tagen online.
“ ….[I]n Fortsetzung einer mehr als ein Jahrhundert zurückreichenden Tradition der ebenso einfachen wie sinnfälligen Bezeichnungen für die Publikationen des Instituts kann es eigentlich nur „BIÖG“ heißen. Hier sollen von nun an, zusätzlich zur bestehenden Online-Präsenz des Instituts, dessen Aktivitäten in Forschung, Lehre und Veröffentlichungen begleitet werden.
Das Institut für Österreichische Geschichtsforschung (IÖG) ist eine international anerkannte Forschungs- und Ausbildungsstätte für Methodenlehre und Pflege der historischen Hilfswissenschaften (Paläographie, Urkundenlehre, Aktenkunde, Quellenkunde etc.) in ihrem kulturgeschichtlichen Kontext. …. Zu den Aufgaben des Instituts zählen die epochenübergreifende Erforschung und Darstellung der österreichischen Geschichte im europäischen Rahmen, die Arbeit an Unternehmungen der Quellenedition und Quellenerschließung, die Herausgabe von Publikationen (der Zeitschrift „Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung“, MIÖG, sowie mehrerer Buchreihen), die Organisation von Tagungen, Workshops und Vorträgen, die Ausbildung im Rahmen eines Masterstudiums „Geschichtsforschung, Historische Hilfswissenschaften und Archivwissenschaft“ sowie die Mitwirkung seiner Angehörigen in der Lehre der historischen Studien an der Universität Wien.“
Quelle: Thomas Stockinger, BIÖG – Blog des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, in: Weblog BIÖG, 22. 8. 2014, http://bioeg.hypotheses.org/1.