Baustart mit dem Kölner Dom

Warum die Kirche in Oberholzklau etwas Besonderes ist?


Denkmäler sind nicht nur Schlösser, Burgen oder uralte Fachwerkhäuser. In unserem Kirchenkreis sind es die Kirchen, die durch ihre Bedeutung und ihr hohes Alter die Dörfer und Städte prägen. Wer einen Blick hinter alte Mauern werfen möchte, hat bald Gelegenheit dazu. In Oberholzklau freut man sich schon auf den Tag des offenen Denkmals.
Denn in dem 1079 nach Christus erstmals urkundlich erwähnten Dorf prägt noch heute eine altehrwürdige Kirche das Ortsbild. Die Evangelisch-Reformierte Kirchengemeinde ist stolz auf die historische Hallenkirche, die an der „Alten Straße“ steht.
Erstmals erwähnte die Abtei Deuz bei Köln im Jahr 1147 einen Hof mit einer Kapelle in Holzklau. Mitte des 13. Jahrhunderts entstand eine typische Hallenkirche mit größerem und höherem Mittelschiff sowie links und rechts mit schmaleren und niedrigeren Seitenschiffen. Damit lag der Baubeginn in Holzklau fast parallel zum Baustart des Kölner Doms, der 1248 nach Christus begann.

Die in Holzklau errichtete Kirche ist ein waschechter Übergangsbau zweier Epochen – sie weist romanische wie auch gotische Bauelemente auf. In den folgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten nahm die Bedeutung der Kirche zu. Bereits 1329 war Holzklau eine selbstständige Pfarrei. Noch zwei Jahrhunderte später gingen die Freudenberger dort zur Kirche – bei Gottesdiensten, Trauungen und Beerdigungen.
Vor dem Umbau war das Kirchenschiff um ein Joch kürzer und der Turm hatte eine andere Form. Da dieser im Laufe der Jahrhunderte zunehmend einsturzgefährdet war, mussten sogar drei Stützmauern zu seiner Sicherung errichtet werden. Im Inneren befanden sich vier hölzerne Emporen, eine davon im Chor, auf der auch die Orgel stand.
Im Zuge der Renovierung wurde der alte Turm abgerissen und durch den jetzigen Turm ersetzt, der das Eingangsportal heute umgibt. Vorher betrat man die Kirche von der Seite. Gleichzeitig verlängerte man das Kirchenschiff um ein Joch nach Westen. Die vier alten Emporen wurden entfernt und die Orgel erhielt ihren Platz auf der neu errichteten Westempore. Auch das Innere der Kirche wurde verschönert: An der Südseite des Chores errichtete man eine neue Sakristei. Aus dieser Umbauzeit stammen auch die Kanzel, der Abendmahlstisch sowie die Kirchenbänke, die heute noch auf der Empore erhalten sind.
Apropos erhalten: Ein glücklicher Umstand sorgte 1947 dafür, dass das kleine Dorf selbst nach dem Zweiten Weltkrieg wieder ein intaktes Geläut besaß. „Da hatten wir wirklich Glück“, sagt Florian Engert, der von der Odyssee der 1588 gefertigten Turmglocke erzählt.
Die größere Glocke wurde im Jahr 1944 beschlagnahmt und zum Einschmelzen abtransportiert. Die Glocke galt als verloren, bis die Gemeinde in Oberholzklau durch Zufall davon erfuhr, dass das wertvolle Stück auf einem Glockenfriedhof bei Hamburg lagerte. Wenige Monate später läutete die verschollene Glocke erneut neben ihrer älteren Schwesterglocke, die im Jahr 1512 gegossen wurde.
Wer mehr über die weiteren, umfassenden Renovierungen, über die Orgel der Kirche und die ehemaligen Schutzheiligen der Kirche erfahren möchte, hat im September Gelegenheit dazu. Dann lädt die Evangelische Kirchengemeinde Oberholzklau zum Tag des offenen Denkmals ein.

Tag des offenen Denkmals
Am 13. September freut man sich an der „Alten Straße“ von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr, Gäste begrüßen zu dürfen. Die Gemeinde bietet dann Kirchführungen und Turmbesteigungen an. Musik gibt es auch sowie Kaffee und Waffeln.
Quelle: Ev. Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein, Aktuelles v. 14.8.2026

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