Karl Albert von Rumohr. Zweiter Versuch über eine Beamtenkarriere:

Widerstand oder williger Helfer?

Quelle: Wittgensteiner Nationalzeitung, 20-10-1033

Der Wittgensteiner Landrat war bereits vor sieben Jahren Thema eines siwiarchiv-Beitrages. Zufallsfunde führten zu weiteren Recherchen, die den nachfolgenden tabellarischen Lebenslauf und eine zur weiteren Erforschung der Biographie gedachte Quellen- und Literaturliste ergaben:

    • * 27.12.1900 in Oppeln, gest. 8.8.1967 in Baden-Baden
    • ev
    • Vater: Geh. Regierungsrat Ernst von Rumohr (Wohnort 1920: Hildesheim. Bahnhofsallee 9)[1]
    • mit Edith geb. Larisch verheiratet. Aus der Ehe stammen drei Kinder.[2]
    • 1907 – 1910 Vorschule in Kassel[3]
    • 1907 – 1917/1918[4] Gymnasium Marienwerder[5] und zuletzt des human. Gymnasium in Hildesheim, Ostern 1917/1918[6] Abitur
    • Juni 1917/1918[7] – Dez. 1918 Kriegsdienst (Kanonier)
    • 1919-1922 Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Göttingen, Tübingen und München

    • Rumohr schrieb sich am 25.8.1918 als Soldat (Ersatzabteilung Feldartillerie, Regiment 10) gegen eine Gebühr von 18 Mark für das Fach Rechtswissenschaften ein. Sein Vater war Johannes von Rumohr, Regierungsrat in Hildesheim. Als Staatsangehörigkeit ist Preußen Hannover angegeben. Rumohr studierte vom Wintersemester 1918/19 bis zum Wintersemester 1919/20 in Göttingen und erhielt sein Zeugnis am 16.4.1920 (Nr. 165). Bei Immatrikulation wohnte er in der Bahnhofsallee 9, zog im Frühjahrszwischensemester 1919 in die Herzbergerlandstr. 21 und im Wintersemester 1919/20 in die Lotzestr. 14 um. Im Sommersemester 1921 schrieb Rumohr sich erneut für das Fach Jura in Göttingen ein und studierte hier, bis er im Wintersemester 1921/22 am 29.3.1922 sein zweites Zeugnis (Nr. 1840) erhielt. In dieser Zeit wohnte er in der Barfüßerstr. 10.[8]
    • in Göttingen wurde er im Corps Bremensia aktiv[9]
    • Aufnahme an der Universität Tübingen am 05.06.1920 erfolgte. Das Abgangszeugnis datiert vom 07.08.1920[10]
    • im Wintersemester 1920/21 in München[11]
    • 1922 Erste Juristische Staatsprüfung “fast gut” oder “voll befriedigend”[12]
    • 10.1922 Gerichtsreferendar beim Amtsgericht Calenberg
    • 1923 Regierungsreferendar in Osnabrück
    • 1929 Große Staatsprüfung[13]
    • 9.1929 Regierungsassessor und dem Landratsamt Brilon überwiesen
    • 1932 Regierungsassessor im Landratsamt Glatz
    • NSDAP ab 1.5.1933 (Nr. 1.991.281)[14];
    • NSDAP, Kreisamtsleiter für Kommunalpolitik Kr. Wittgenstein, , BNSDJ/NSRB (1934ff.), RKB, DRK, Oberstf. (1942)[15]
    • seit Mai 1933 im preuß. Innenministerium einberufen („Hilfsarbeiter“[16])
    • September[17] Oktober 1933 zum Regierungsrat ernannt
    • 10/6.10.1933 vertretungsweise LR Wittgenstein
    • 11.1933 komm. LR Wittgenstein
    • 4.1934 – 31.5.1935 endgültig LR Wittgenstein
    • 3. 1935 – 1939 zunächst vertretungsweise Landrat in Iserlohn: ab 1.4.1936 endgültig
    • 1936 – Juli 1938 NSDAP-Gauhauptstellenleiter für Kommunalpolitik[18]
    • ab 1936 Leitung  des  „Heimatbundes  Iserlohn,  Stadt  und  Land“[19]

Quelle: Zweite Beilage zum Reichs- unnd Staatsanzeiger Nr. 4 vom 5 Januar 1940. S.4

  • ab 16.5.1939 als Ober-Landrat in Mährisch-Ostrau abgeordnet, Nov. 1939 Ernennung zum Ober-Landrat in Mährisch-Ostrau
  • „….Dass er dabei zwar nicht Organisator, aber als Leiter der örtlichen Verwaltung Wegbereiter und „Ausputzer“ bei den Judendeportationen aus Mährisch-Ostrau seit Oktober 1939 war, lässt sich einem von ihm verfassten Verwaltungsbericht in Bezug auf „eine größere Aktion“ der Staatspolizeistelle im September 1939 hinsichtlich der „Judenfrage“ entnehmen“….“[20]
  • 1941 – Apr. 1942 Abordnung als Abteilungsleiter II-1 “Innere Verwaltung” „ … welche „an der Gesetzgebung sämtlicher Fachabteilungen als Organisationsabteilung maßgebend beteiligt“ war und „die zentrale Verordnungsbearbeitung (Einheitlichkeit der Gesetzgebung)“ sicherstellte. Es ist daher davon auszugehen, dass sämtliche ministerielle Verordnungen über den Schreibtisch Rumohrs gingen, wenngleich sich (noch) nicht abschließend bestimmen lässt, welchen Einfluss er selbst auf ihre Formulierung nahm. Nachweisbar ist zumindest, dass er Kenntnis von dem Entwurf der „Verordnung über die Bestimmung des Begriffs ‚Jude‘“sowie der Ausführungen Hermann Görings über die Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsorganisation in den neubesetzten Gebieten hatte.“ [21]
  • Hauptabteilungsleiter II im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete[22]
  • 5.1942 zur Regierung Köln abgeordnet als Vertreter des Regierungspräsidenten[23]
  • 8.1942 vertretungsweise mit der Verwaltung der Stelle des Regierungsvizepräsidenten in Breslau beauftragt,
  • 3.1943 Ernennung zum Regierungsvizepräsident in Breslau
  • 7.1944 – September 1944 zur Militärverwaltung nach Frankreich abgeordnet und Tätigkeit bei verschiedenen Dienststellen in Paris, Melun, Dijon und Belfort[24]
  • wegen der Beteiligung an den Vorgängen des 20. Juli 1944 von der Gestapo in Breslau verhaftet, Verbot der Dienstausübung und als Kraftfahrer zur Wehrmacht abgeschoben[25]
  • 1944 – Mai 1945 Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft
  • 1945 – Mai 1949 verschiedene Tätigkeiten in Köln[26]
  • November 1947 Einstufung in Kategorie V (Entlasteter) durch die Denazifizierungskammer Mettmann[27]
  • Mai 1949 Bundesgeschäftsführer des Deutschen Beamtenbundes
  • 11.1949 mit der Wahrnehmung der Leitung des Referates “Unterbringung gemäß Art. 131 GG” im Bundesministerium des Innern beauftragt; zunächst im Angestelltenverhältnis[28]
  • „Dabei wirkte er maßgeblich an Artikel 131 des Grundgesetzes mit.“[29]
  • 9.1950 Wiederberufung in das Beamtenverhältnis und Ernennung zum Ministerialrat[30]
  • ab 25.6.1951 zugleich mit der Leitung der Bundesausgleichsstelle des Bundesministeriums des Innern, der Unterbringung der verdrängten Angehörigen des öffentlichen Dienstes gemäß Art. 131 GG oblag[31], (ab 10.11.1953 Bundesstelle für Verwaltungsangelegenheiten) in Köln beauftragt
  • 12.1958 Präsident der Bundesstelle (seit 14.1.1960 des Bundesverwaltungsamtes)
  • Dezember 1965 Bitte um Zurückstellung eines Vorschlags für das Große Bundesverdienstkreuz infolge von Nachforschungen zur eigenen NS-Vergangenheit[32]
  • 12.1965 Ruhestand
  • Berufliches Fazit: „Die Ministerien haben uns all die Arbeit gegeben, die sie selbst nicht machen wollten.“ Dafür bekam von Rumohr allerdings viel Lob von oben. Das regierungsamtliche Bulletin schrieb am 4. Februar 1966: „Präsident von Rumohr hat sich besondere Verdienste erworben.“[33]
  • Rumohr wird als eine starke und dominierende Persönlichkeit beschrieben, die sich dem Ehrbegriff und dem Verhaltenskodex des preußischen Beamtentum verbunden sah. Seine spärliche Freizeit widmete er seiner Familie. Vorlesenachmittage, Hausmusik – er selbst spielte sehr gut Geige -, Konzertbesuche, lange Spaziergänge, Schwimmen sowie Ausflüge mit dem Auto gehörten dann zur Freizeitgestaltung. Ferner fand er in der Buchlektüre und im Nachspielen von Schachmeisterpartien Entspannung.[34]
  • Publikationen:
  • Karl von  Rumohr,  Versorgung  und  Wiedereingliederung  der  131er, Arbeitsgebiet und Aufgaben der Bundesausgleichsstelle, in: Neue Deutsche Beamtenzeitung 3 (1953), S. 118–120
  • [Karl] von Rumohr, Die Bundesausgleichstelle, in: Der Beamtenbund, 1951/8
  • [Karl] von Rumohr, Die Bundesstelle für Verwaltungsangelegenheiten des Bundesministeriums des Innern, Bulletin des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung 1957, S. 520
  • [Karl] von Rumohr, Zweite Novelle zum G 131. Zu den Problemen der Unterbringung nach Gesetz zu Art. 131 des Grundgesetzes, Bulletin des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung 1957, S. 658

Quellen:

Archivalien:

– Universitätsarchiv Tübingen  258/15615, [Studierendenakte von Karl Albert von Rumohr. Die Studierendenakte besteht lediglich aus einem Belegbogen]
– Universitätsarchiv Tübingen, 5/35 [Universitätsmatrikel]
– Universitätsarchiv München, Studentenkartei I

Zeitungen:
– Wittgensteiner Nationalzeitung, 20.10.1033
– Zweite Beilage zum Reichs- unnd Staatsanzeiger Nr. 4 vom 5 Januar 1940. S.4

Literatur:

– Bösch, Frank / Wirsching, Andreas (Hg.): Abschlussbericht zur Vorstudie zum Thema »Die Nachkriegsgeschichte des Bundesministeriums des Innern (BMI) und des Ministeriums des Innern der DDR (MdI) hinsichtlich möglicher personeller und sachlicher Kontinuitäten zur Zeit des Nationalsozialismus«, München/Potsdam 2015, in: https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/2015/abschlussbericht-vorstudie-aufarbeitung-bmi-nachkriegsgeschichte.html, Aufruf: 16.6.2021
– Bundesverwaltungsamt (Hg.): 50 Jahre BVA, Köln 2010, S. 18-19
– Hubatsch, Walther (Hrsg.): Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815-1945, Bd. 8: Westfalen, Marburg 1980, S. 330.
– Landesarchiv Nordrhein-Westafeln, Abteilung Westfalen, Landkreis Findbuch Wittgenstein, S. 12- Lilla, Joachim: Leitende Verwaltungsbeamte und Funktionsträger in Westfalen und Lippe (1918-1945/46). Biographisches Handbuch, Münster 2004, S. 258.
– Schulte Wilhelm: Der Westfälische Heimatbund und seine Vorläufer, Münster 1973, S. 151
– Stelbrink, Wolfgang: Der preußische Landrat im Nationalsozialismus. Studien zur nationalsozialistischen Personal- und Verwaltungspolitik auf Landkreisebene, Münster u.a. 1998 (Internationale Hochschulschriften, 255), S. 434

Zeitzeugenbericht:

Cai von Rumohr, E-Mail n das Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein, Sept. 2004

Links:
– Seite „Karl von Rumohr“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 14. Mai 2021, 07:14 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Karl_von_Rumohr&oldid=211935611 (Abgerufen: 16. Juni 2021, 13:56 UTC)
– Eintrag „Rumohr, Karl von“ in: Regionales Personenlexikon zum Nationalsozialismus in den Altkreisen Siegen und Wittgenstein, Link: http://akteureundtaeterimnsinsiegenundwittgenstein.blogsport.de/a-bis-z/gesamtverzeichnis/2/#rumohr, Aufruf: 16.6.2021
– Eintrag “Rumohr, Karl von”, in: Internet-Portal „Westfälische Geschichte“, Link: http://www.westfaelische-geschichte.de/per1380, Aufruf: 16.6.2021
– Biographischer Eintrag in:  Forschungsprojekt “Beamte nationalsozialistischer Reichsministerien: Propaganda- Luftfahrt- Erziehung- Ostgebiete. Rekrutierung – Karrieren – Nachkriegswege”, Link: https://ns-reichsministerien.de/2020/10/05/karl-von-rumohr/ , Aufuf: 16.6.2021

Recherchen:

Universitätsarchiv Tübingen, E-Mail v. 18.6.2021
Universitätsarchiv München, E-Mail v. 21.6.2021
Universitätsarchiv Göttingen, E-Mail v. 21.6.2021
Stadtarchiv Brilon, E-Mail v. 13.7.2021
Kreisarchiv Hochsauerlandkreis, E-Mail v. 13.7.2021

Noch auswerten:

Archive:
– Bundesarchiv Berlin, R 9361-II [Sammlung Document Center] Nr. 862970
– Bundesarchiv Berlin, VBS 1027 (R 6)/ZD I 3597 [(ehem. NS-Archiv MfS)  Personalakte 1941 – 1942]
– Bundesarchiv Berlin, R 1501[Reichsministerium des Innern] Nr. 8204, enthält: Aufhebung der Abordnung des Oberlandrats von Rumohr zum Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete, 1942
– Bundesarchiv Berlin, R 6 [Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete] Nr. 285

– Bundesarchiv Ludwigsburg, B 162 [Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen] Nr. 26009, Anzeige der VVN gg. den Präsidenten des Bundesverwaltungsamtes, K. von Rumohr, wg. mutmaßlicher Beteiligung an der Deportation der jüdischen Bevölkerung als Oberlandrat in Mährisch-Ostrau im Jahre 1939, 1964 – 1966
– Bundesarchiv Ludwigsburg, B 162 [Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen] Nr. 20425

– Bundesarchiv Koblenz, PERS 101/60628 [mit Bild]
– Bundesarchiv Koblenz, N 1086 [Nachlass Hermann Louis Brill] Nr. 45, Korrespondenz Buchstaben A – F, 1955, enthält u. a.: Bundesausgleichsstelle beim Bundesministerium des Innern, Schriftwechsel mit Ministerialrat von Rumohr
– Bundesarchiv Koblenz B 122/81 (Bundespräsidialamt B 122: Bundesverwaltungsamt Köln

– Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz,, Berlin Rep. 77 Nr. 4424, 4445
– Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, Berlin: I. HA Rep. 125, Ober-Examinationskommission bzw.Prüfungskommission für höhere Verwaltungsbeamte, Nr. 4178 (Einzelne Prüfungen, R, Rumohr, von, Regierungsreferendar, Osnabrück ), 1929
[- Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, I. HA Rep. 77, Nr. 7513, Personendossiers und Materialsammlung, v. a. zu NS-Mitgliedern und -Amtsträgern sowie NS-Gegnern, Buchstabe R, 1932 – 1934, (Enthält v. a.: Strafrechtliche Ermittlungen, Entlassungen, Personalangelegenheiten, positive und negative Personenbeurteilungen, Stellenbesetzungen, Stellengesuche, Unterstützungsgesuche, Versetzungen, Weiterleitung von Informationen; Rumohr, von; 1933]

– Institut für Zeitgeschichte–Archiv MA 246 [Besetzte Gebiete Ost]/ 1, 1937-1945, enthält u.a.: Ernennung Oberlandrat Rumohr zum Abwehrbeauftragten für das Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete (mit Rundschreiben vom 06. Januar 1942), 205-206, 339

– Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abt. Rheinland, NW 1.003-48-266
– Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abt. Rheinland, BR-PE Nr. 4489
– Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abt. Rheinland, Gerichte Rep. 0248, Nr. 170

– Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abt. Westfalen, Oberpräsidium Nr. 6941, 7258
– Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abt. Westfalen, Personalakten A 483 (Reg. Arnsberg)
– Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abt. Westfalen, K 358, Kreis Wittgenstein, Landratsamt
– Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abt. Westfalen, K 359, Kreis Wittgenstein, Kreisausschuss
– Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abt. Westfalen, K 307 Kreis Brilon, Landratsamt [u. a. Nr. 1687]
– Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abt. Westfalen, K 328 Kreis Iserlohn, Landratsamt

– Kreisarchiv des Märkischen Kreises, LA Is A / Landratsamt Iserlohn Bestand A, Nr. 263, Besetzung der Landratsstelle, 1912 – 1938, enth. u.a.: Antrittsschreiben des stellvertretenden Landrats von Rumohr, 1935
– Kreisarchiv Märkischer Kreis, F 2670, Landrat Karl von Rumohr, sw-Foto

– Universitätsarchiv Tübingen 258/15615, [Studierendenakte von Karl Albert von Rumohr. Die Studierendenakte besteht lediglich aus einem Belegbogen]

– Universitätsarchiv München, [Belegblatt mit den Titeln der von ihm besuchten Veranstaltungen]

– Universitätsarchiv Göttingen, Matr. 24, Matr. 25 [Matrikelbüchern]

– Universitätsarchiv Göttingen, Studierendenverzeichnissen (FZS 1919, WiSe 1919/20, SoSe 1921, WiSe 1921/22) überliefert.

– Universitätsarchiv Göttingen, [Zeugnisse Nr. 165, 1840; Die Zeugnisse geben Auskunft über belegte Lehrveranstaltungen sowie Bemerkungen zum Betragen (evtl. Strafen, auch politische Betätigung).]

– Archiwum Państwowe we Wrocławiu, 82/28/0/104/1379 [Rumohr Karl, Oberlandrat]
– Archiwum Państwowe we Wrocławiu, 82/247/0/7/10736, Einkommensteuerakten betr Rumohr Karl von, 1939 – 1944 [Finanzamt Breslau-Süd]

Literatur:

– Ministerialblatt der preuß. Inneren Verwaltung 1929 Sp. 808, 836; 1933 I Sp. 17, 645, 1299; 1934 Sp. 621; 1935 Sp. 545; 1936 Sp. 493; 1939 Sp. 1199, 2363; 1942 Sp. 1663; 1943 Sp. 535
Wittgensteiner Nationalzeitung, Okt. 1933 – Juni 1934
National-Zeitung. Amtliches Blatt der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei. Amtliches Kreisblatt für den Kreis Wittgenstein / Wittgensteiner Ausgabe, Jan. – Mai 1935
– Sauerländer Zeitung, 1929 bis 1932 [Stadtarchiv Brilon]

– Biroth, Ulrich: “ …. zum Zwecke der Verwaltung der Angelegenheiten des Kreises. Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte des Märkischen Kreises und seiner Vorgänger (Veröffentlichungen der Kreisarchiv des Märkischen Kreises), Altena 1996, S. 88 f.
– Brandes, Detlef : „Umvolkung, Umsiedlung, rassische Bestandsaufnahme“. NS-„Volkstumspolitik“ in den böhmischen Ländern. München 2012, S. 17, Link
– Degener, Herrmann A. L./ Habel, Walter: Wer ist wer? Band 13. Schmidt-Römhild, 1958, S. 1075.
– Dröge, Martin: Die Tagebücher Karl Friedrich Kolbows (1899 – 1945). Nationalsozialist der ersten Stunde und Landeshauptmann der Provinz Westfalen, Paderborn 2009, S. 513
– Fleischhauer, Markus: Der NS-Gau Thüringen 1939-1945. Eine Struktur- und Funktionsgeschichte, Köln 2010, S. 228
– Genealogisches Taschenbuch des Adels Adlige Häuser A XXV (1998), S. 467
– Krebs, Albert: Fritz-Dietlof Graf von der Schulenburg. Zwischen Staatsräson und Hochverrat, Hamburg 1964, S. 70, 159, 308, 312, 313, 319, Link: https://www.zeitgeschichte-hamburg.de/contao/files/fzh/Digitalisate/Albert%20Krebs%20Fritz-Dietlof%20Graf%20von%20der%20Schulenburg.pdf
– Palm, Stefanie/Stange, Irina: Vergangenheiten und Prägungen des Personals des Bundesinnenministeriums, in: Bösch, Frank/Wirsching, Andreas (Hrsg.): Hüter der Ordnung. Die Innenministerien in Bonn und Ost-Berlin nach dem Nationalsozialismus (= Veröffentlichungen zur Geschichte der deutschen Innenministerien nach 1945, Bd. 1), Göttingen 2018, S. 122-181
– Schulte-Hobein, Jürgen: Zwischen Demokratie und Diktatur – der Aufstieg des Nationalsozialismus in der Kreisverwaltungen des Hochsauerlandes. In: Der Landrat: Werden. Wachsen. Wirken. Vom Wandel der Zeit – Kreisverwaltung im Hochsauerland von 1817 bis 2007, Arnsberg 2007, S. 178f
– Silomon, Anke (Bearbín): Protokolle des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Göttingen 2007, S. 48, 77
– Stockhorst, Erich : Fünftausend Köpfe: Wer war was im Dritten Reich? Blick + Bild Verlag, 1967, S. 354.
– VVN (Hg.): Die unbewältigte Gegenwart. Eine Dokumentation über Rolle und
Einfluß ehemals führender Nationalsozialisten in der Bundesrepublik Deutschland, Frankfurt a. M. 1962, S. 39
– Wer ist wer, 12. Aufl., Belin 1957 S. 999

[1] Studierendenakte von Karl Albert von Rumohr (UAT 258/15615)
[2] Wikipedia-Eintrag
[3] Forschungprojekt „Beamte in Reichsministerien“
[4] Forschungprojekt „Beamte in Reichsministerien“
[5] Forschungprojekt „Beamte in Reichsministerien“
[6] Forschungprojekt „Beamte in Reichsministerien“
[7] Forschungprojekt „Beamte in Reichsministerien“
[8] Universitätsarchiv Göttingen, E-Mail v. 21.6.2021
[9] Wikipedia-Eintrag nach Kösener Corpslisten 1960, 39, 1150
[10] Studierendenakte von Karl Albert von Rumohr (UAT 258/15615). Rumohr wohnte in der Lustnauer Allee 395 (bei Binder) s. UAT 5/35
[11] Universitätsarchiv München, Studentenkartei I
[12] Bösch/Wirsching, S. 105
[13] Wikipedia-Eintrag. Note auch hier laut Bösch/Wirsching, S. 105“ausreichend “ und nicht „voll befriedigend“
[14] Wikipedia-Eintrag
[15] Regionales Personenlexikon zum Nationalsozialismus in den Altkreisen Siegen und Wittgenstein
[16] Bösch/Wirsching, S. 97
[17] Wikipedia-Eintrag
[18] Forschungprojekt „Beamte in Reichsministerien“
[19] Schulte, S. 151
[20] Bösch/Wirsching, S. 97
[21] Forschungprojekt „Beamte in Reichsministerien“, Bösch/Wirsching, S. 98, s. Bösch/Wirsching, S. 105: „Für eine Anklage reichten die Unterlagen nach Einschätzung der Kölner  Staatsanwaltschaft allerdings nicht aus, da die Vorwürfe zu unkonkret und ohnehin verjährt seien. Bei den Deportationen im Herbst 1939 nach Nisko am San in der Region Lublin (Generalgouvernement) habe es sich überdies um eine „echte Umsiedlungsaktion“ gehandelt, da die Vernichtung der Juden zu diesem Zeitpunkt noch nicht beschlossen gewesen sei.“
[22] Forschungprojekt „Beamte in Reichsministerien“
[23] Forschungprojekt „Beamte in Reichsministerien“ 
[24] Forschungprojekt „Beamte in Reichsministerien“ 
[25] Forschungprojekt „Beamte in Reichsministerien“: „angebliche Verhaftung oder/und Verhör durch die Gestapo infolge des Attentats vom 20. Juli und Kontakten zu Graf v.d. Schulenburg; Für die Inhaftierung und das Verhör gibt es kaum belastbare Belege. Angaben darüber machte in erster Linie von Rumohr selbst, unterstützt u.a. durch Entlastungsschreiben der Witwe von der Schulenburgs und Erich Keßler.“ s. Bösch/Wirsching, S. 99: „Er selbst gab später an, in enger Verbindung zum Kreis des Widerstandes vom 20. Juli 1944 gestanden zu haben. Weil sein Name genannt worden sei, habe man ihn verhaftet und nach der Entlassung bis Kriegsende „als einfachen Soldat[en] zur Wehrmacht abgeschoben“
[26] Forschungprojekt „Beamte in Reichsministerien“ 
[27] Forschungprojekt „Beamte in Reichsministerien“
[28] Forschungprojekt „Beamte in Reichsministerien“
[29] Bundesverwaltungsamt (Hg.): 50 Jahre BVA, Köln 2010, S. 18
[30] Forschungprojekt „Beamte in Reichsministerien“
[31] Bundesverwaltungsamt (Hg.): 50 Jahre BVA, Köln 2010, S. 18
[32] Forschungprojekt „Beamte in Reichsministerien“; s. a. Bösch/Wirsching, S. 103: „Den Auftakt bildeten Anfragen der SPD-Bundestagsfraktion und eines Berliner Rechtsanwaltes an das BMI im Januar 1962, die Aufklärung über vier Fragekomplexe erbaten: Rumohrs Dienststellen vor 1945, seine Kenntnisse über die Judendeportationen im Jahr 1942 aus Mährisch-Ostrau, seine dienstlichen Aufgaben im Ostministerium, die Ämter in der NSDAP und schließlich die Frage, welche faktische Grundlage die Beschwerden gegen das Bundesverwaltungsamt in Wiedergutmachungsangelegenheiten hätten.“ und weiter Bösch/Wirsching, S. 104: „Folgenlos blieb die Affäre für Rumohr vor allem jedoch deshalb, weil er 1963 erkrankte, 1965 in den Ruhestand trat und 1967 verstarb.“
[33] Bundesverwaltungsamt (Hg.): 50 Jahre BVA, Köln 2010, S. 18, Zitat nach Kölner Stadt-Anzeiger, 29. März 1966: „Aus einem Mann wurde ein Amt“
[34] Cai von Rumohr, Sept. 2004

2 Gedanken zu „Karl Albert von Rumohr. Zweiter Versuch über eine Beamtenkarriere:

  1. Zur politischen Situation in Brilon um 1930 s.: „Ganz besonders schwierig gestaltete sich für die Nationalsozialisten der Aufbau der Partei im Kreis Brilon. Die Gauchronik berichtet, dass es in diesem Kreis bis ins Jahr 1930 nicht möglich gewesen sei, irgendeine nationalsozialistische Organisation aufzuziehen. Die Bevölkerung sei zu 100 Prozent in den katholischen Einrichtungen und in der kirchlichen Gewerkschaft organisiert gewesen. Von Arnsberg aus angesetzte Versammlung seien völlig ergebnislos verlaufen. Erst durch die Weltwirtschaftskrise und die damit verbundenen sozialen Auswirkungen auf die Bevölkerung gewann die NSDAP im Kreis Brilon allmählich an Boden.
    Zentrum der politischen Agitation entwickelte sich nicht die Kreisstadt Brilon, sondern die Stadt Olsberg“. in: Schulte-Hobein, Jürgen: Zwischen Demokratie und Diktatur – der Aufstieg des Nationalsozialismus in der Kreisverwaltungen des Hochsauerlandes. In: Der Landrat: Werden. Wachsen.
    Wirken. Vom Wandel der Zeit – Kreisverwaltung im Hochsauerland von 1817 bis 2007, Arnsberg 2007, S. 178f. Danke an das Archiv des Hochsauerlandkreises für das Zitat!

  2. Laut E-Mail des Stadtarchivs Ostrava v. 21.7.2021 erscheint Rumohr nicht in der dort vorhandenen deutschen bzw. tschechischen Zeitungen. Lediglich im Findbuchwort des Bestandes „Oberlandrat Mährisch-Ostrau“ wird Rumohr erwähnt; demzufolge trat er Mai 1939 seine Stelle der an. Der erwähnte Bestand befindet sich im Provinzialarchiv in Opava – es wurde bereits angeschrieben.

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