Beamtenkartei in der Datenbank Nassau-Oranien

Werkzeug für regionale Geneaologie und Biographieforschung

Zusätzlich zu den Archivalienverzeichnungen wurde auch die sog. „Beamtenkartei“ in die Datenbank Nassau-Oranien aufgenommen. Diese umfangreiche Kartei, die von Archivaren des Hessischen Hauptstaatsarchivs angelegt wurde und bislang nur auf Karteikarten vorlag, enthält Informationen und Quellenbelege knapp 6000 Beamten der nassauischen Verwaltung vom Spätmittelalter bis ins 19. Jahrhundert. Enthalten sind neben hohen Regierungsbeamten und Beamten auf Regional- und Ortsebene (Amtmänner, Schultheißen, Förster etc.) auch Hofbediente, etwa Köche, Barbiere oder selbst Pferdejungen, und Militärangehörige. Bei der Übernahme der Daten wurden, entsprechend der zugrundeliegenden Kartei, für jede Person ein eigener Datensatz (Verzeichnungseinheit) angelegt und die einzelnen Datensätze durchnummeriert. Die Einträge bestehen aus dem Namen und – soweit bekannt – näheren Angaben um Lebenslauf und zu Verwandtschaftsverhältnissen. Wertvoll aber ist die Kartei durch uahlreiche Verweise auf Archivalien und weiterführende Literatur, so dass die Forschenden auch einen erstklassigen Einstieg in die Nutzung des so geannten Alten Dillenburger Archiv bietet.
Das Hessische Hauptstaatsarchiv hat anlässlich der virtuellen Rekonstruktion dieses auf Archive in Wiesbaden, Den Haag, Münster, Hannover, Darmstadt und Koblenz verteilten Besandes die Gelegenheit ergiffen, die Angaben auf den oft schwer lesbaren Karteikarten in diese Datenbank zu integrieren. In der bisher nur in Ausnahmefällen den Nutzern vorgelegte Kartei lann somit set November 2015 online recherchiert werden, und darüber hinaus ist es noch möglich, nicht nur, wie bisher, nach Namen sortiert vorzugehen, sondern auch gezielt nach Orten und Ämtern zu suchen. Wer also metzt Hofmünstler oder Wasenmeister ausfindig machen möchte: Die oranische Beamtenkartei machte es online möglich. Einzusehen ist sie im Archvinformationssystem Arcinsys (http://www.arcinsys.hessen.de) in Bestand 3036 Rekonstruktion Dillenburg Archiv unter dem Köassifikationspunkt Verwaltung der nassauischen Grafschaften und Fürstentümer> Zentral>Diener- und Beamtensachen>Personennachweise.

Im Inventar kann auch ganz übergreifend nach Personen gesucht werden. Man findet so die Verwiese der Beamtenkartei gleichzeitg mit den Treffern in den einzelnen Verzeichnungseinheten. Die Quellenhinweise der Kartei machen es aber obendrein möglich, Fundstellen anzustuern, in denen die gesuchten Namen nicht eigens ausgeworfen sind. Dadurch, dass ein großer Teil bereits als Digitalisat in der Datenbank einsehbar ist, kann man sich auch gleich die Archivalien ansehen.

Stärken und Schwächen der Kartei

Angelegt aus verwaltungsgeschichtlichem Interesse diente sie vor allem auch dazu, im schlecht erschlossenen Bestand Abt. 171 Altes Dillenburger Archiv nach Personennamen recherchieren zu können. Bei den Verzeichnungsarbeiten von den sechziger bis in die achtziger Jahre wurden deshalb immer neue Kartenspiel angelegt oder alte ergänzt. Erschlossen wurden bis dahin aber nur Teile des Archivbestandes (Buchstaben A- D und Z) undbei den jüngsten Erschliessungsarbdten wurde auf dine Fortführung der Kartei verzichtet. Deshalb sind – mit senigen, eher zufallsbedingten Ausnahmen – auch nur Hinweise auf Beamte in den Signaturgruppen, die mit A bis D bzw. mit Z beginnen in der Kartei zu finden. Für den Rest mag die Tiefenerschliessung dienlich sein; sie wird aber nicht die Fülle an Informationen bieten we die Verkartung. Einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt die Beamtenkartei daher nicht nicht.
Zudem  schlagen sich die Vorlieben der Bearbeiter auf die Inhalte der Karteikarten nieder. Während Karl Ernst Demandt sich zumeist strikt an die Wiedergabe von Karriereschritten hielt, weitete Hellmuth Gensicke die Angaben deutlich aus. Sein Interesse für familiengeschichtliche Zusammenhänge gibt – wenn möglich – die Ehefrau und Nachkommen möglichst vollständig wieder, gerne auch mit Hinweisen zu angeheirateten Familienmitgliedern und Enkeln. Auch Angaben  weitläufiger Verwandtschaft finden sich bei ihm. Sie nehmen in manchen Einträgen sogar einen größeren Umfang als die eigentliche Dienststellung ein. Seine Einträge und diejenigen, die aus dem Nachlass des nassauischen Historikers Christian Daniel Vogel (Abt. 1001) übernommen wurden, sind für Familienforscher deshalb interessant. Denn sie machen nicht nur Angabe zu einer Person, sondern stecken einen größeren familiären Radius ab.

Die Querverweise auf andere Biogramme, aber eben auch auf die Archivalien selbst werden genealogischen Nutzern von großem Wert sein. Die oranische Beamtenkartei wird deshalb jeden, der sich eingehend mit der Personen- und Familiengeschichte des Siegerlandes beschäftigt, behilflich sein.

Quellen:
1) https://landesarchiv.hessen.de/aktuelles/projekte/archivdatenbank-nassau-oranien
2) Rouven Pons: Oranisvhe Beamtenkartei online, in: Hessische Familienkunde Bd. 38, Heft 4/2015, Sp. 163-166

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