Vortrag: »Die Biene Maja – ein Bestseller für Kinder und Soldaten im 1. Weltkrieg«

Biene Maja – Titel der Jubiläumsausgabe der Auflage von 1926 (Foto: J. Aspelmeier)

Biene Maja – Titel der Jubiläumsausgabe der Auflage von 1926 (Foto: J. Aspelmeier)

Ein überraschender Vortrag zum Ersten Weltkrieg setzt am Donnerstag den 20. November die Vortragsreihe des „Siegener Forums“ fort. In einem reizvollen literarisch- historischen Beitrag beschäftigt sich der Siegener Historiker Jens Aspelmeier mit wenig bekannten Einsichten in den Kinderbuchklassiker „Die Biene Maja“.
Seit etwas über einhundert Jahren (1912) ist die kleine Biene Maja für Generationen von Kindern ein freundlicher Begleiter in unbekannte Welten. Diese sind jedoch nicht ganz so friedlich, wie es die heute bekannte Version der Fernsehserie aus den 1970 Jahren vielen zeigt. Die ursprüngliche, bis heute verkaufte Buchversion weist weitere Elemente auf, die auch für die Soldaten im Ersten Weltkrieg lesenswert waren. Der Vortrag zeigt, wie der Bestseller des wilhelminischen Kaiserreichs zur geistigen Aufrüstung und Kriegsvorbereitung sowohl im Kinderzimmer als auch im Schützengraben bis hin in die Nachkriegszeit hinein beigetragen hat. Damit gehört die Frage, wie Kinderbuchklassiker heute gelesen werden müssen, zu den aktuellen Forschungsdebatten zum Ersten Weltkrieg sowie zum generellen Umgang mit Geschichte in einer Gesellschaft. Weiterlesen

Denkmal des Monats November: Gruften-Weg auf dem Lindenbergfriedhof in Siegen, Frankfurter Straße

Im Jahre 1857 wurde der Lindenberg-Friedhof feierlich eingeweiht.

Nur wenige Jahre später, d.h. ab 1878 wurden Erbbegräbnisstätten als vererbbares Recht Familien zur Bestattung ihrer Toten überlassen. Dabei handelt es sich um 59 Erdgräber oder Gruften auf insgesamt 285 m Länge, auf denen Einzel-als auch Mehrfachbestattungen möglich sind.

1882 wurde an der äußeren Grenze des Friedhofs eine Mauer für diese Erbbegräbnisstätten errichtet, an der die seit 1999 denkmalgeschützten Gruften-Anlagen angelegt wurden.

Noch im Kaiserreich haben sich hier führende Familien der Stadt in auffälligem Nebeneinander aufwendige Grabstätten geschaffen, die bis heute Siegens Wohlstand im Industriezeitalter sowie den Repräsentationsanspruch der tragenden Oberschicht dokumentieren.

Die Grabstätten sind individuell und künstlerisch sehr hochwertig gestaltet. Sie bezeugen die für Westfalen relativ seltene Form der Gruft-Bestattung und sind damit ein wichtiges Zeugnis für Sepulkralkultur.

Eine der überregional bedeutendsten Grabstätten ist die Grabanlage der Familie Luyken (1906) mit einzigartigem Christusmosaik. Mosaik und Grabmal sind in neobyzantinischem bzw. neoromanischem Stil gehalten. Weiterlesen

Vortrag: »Nicht alles war Eisen!

Die wohl älteste Aufnahme zeigt Obersdorf gesehen von der Trift. Die Aufnahme entstand vor der Jahrhundertwende 1899/1900. Das Haus "Müllerheinrich‘ wird gerade aufgeschlagen. Vorlage: Privatbesitz

Die wohl älteste Aufnahme zeigt Obersdorf gesehen von der Trift. Die Aufnahme entstand vor der Jahrhundertwende 1899/1900.
Das Haus „Müllerheinrich‘ wird gerade aufgeschlagen.
Vorlage: Privatbesitz

Eisen ist nicht alles! – Das Siegerland – Ein Eisenland?
Zur Bedeutung der Textilindustrie für das Bevölkerungswachstum im 18. Jahrhundert am Beispiel der Gemeinden Obersdorf, Eisern, Rinsdorf und Bürbach

Mit einem Beitrag zur Bevölkerungsgeschichte des Siegerlandes wird die Veranstaltungsreihe „Siegener Forum“ am Donnerstag den 6. November im KrönchenCenter fortgesetzt. Dr. Gerhard W. Göbel wird dann über Zusammenhänge zwischen industrieller Entwicklung und Bevölkerungswachstum am Beispiel ausgewählter Siegerländer Gemeinden sprechen. Weiterlesen

Vortrag und Lesung: »Deutschsprachige Schriftsteller im 1. Weltkrieg«.

10 Pressefoto Obier StettnerMit einem reizvollen literarisch- historischen Beitrag wird die Veranstaltungsreihe „Siegener Forum“ am Donnerstag den 23. Oktober im KrönchenCenter fortgesetzt. Dr. Marlies Obier und Werner Stettner werden in einer Mischung aus Vortrag und Lesung Schriftsteller im 1. Weltkrieg und ihre Werke vorstellen.

Als vor 100 Jahren der Erste Weltkrieg ausbrach, waren auch viele deutschsprachige Schriftsteller wie Ernst Toller, Franz Werfel, Hugo von Hofmannsthal, Stefan Zweig, Joseph Roth, Robert Musil, Richard Dehmel, Erich Maria Remarque und viele andere als Frontsoldaten an den Kämpfen beteiligt, die meisten von Ihnen hatten sich freiwillig gemeldet. Manche von Ihnen fielen in diesem Krieg wie August Stramm oder Alfred Lichtenstein, Georg Trakl nahm sich das Leben. Fast jeder der Überlebenden kehrte nach Kriegsende als Pazifist und Kämpfer für den Frieden zurück. Weiterlesen

Vortrag: »Emma Goslar 1849 – 1922. Eine vergessene Siegener Heimatdichterin«

Mit Emma Goslar wird eine heute nur noch wenig bekannte Dichterin im Mittelpunkt der ersten Vortragsveranstaltung des Siegener Forums nach der Sommerpause stehen. Am Donnerstag, den 18. September 2014, wird Klaus Dietermann im Gruppenarbeitsraum des Stadtarchivs im KrönchenCenter über die Siegener Poetin und ihre Zeit referieren.
Emma Goslar führte über Jahrzehnte die Bücher des Kleiderhandels ihres Mannes in Siegen Am Markt. Daneben nutzte sie ihre freie Zeit, um Gedichte zu schreiben. Diese wurden häufig in den Wochenendausgaben der Siegener Zeitung um 1900 veröffentlicht. Sie gab zwei Gedichtbände heraus: Unter Palmen“ und „In Sturm und Sonnenschein“. Emma Goslar erteilte Klavierunterricht und gab auch Klavierkonzerte. Der Vortrag vermittelt einen Einblick in die Zeit um 1900 in der Oberstadt, einige Gedichte von Emma Goslar werden vorgetragen.
Die Vortragsreihe „Siegener Forum“ ist eine Kooperation von Volkshochschule und Stadtarchiv Siegen, Geschichtswerkstatt Siegen e.V., Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein e.V. und Aktivem Museum Südwestfalen e.V. Die Reihe stellt im monatlichen Wechsel neuere Forschungen aus dem Spektrum der regionalen Geschichte vor, ist aber auch offen für aktuelle allgemeinhistorische Beiträge.
Der Vortrag findet statt am Donnerstag, den 18.09.2014, um 19.30 Uhr im Gruppenarbeitsraum des Stadtarchivs Siegen, KrönchenCenter, Markt 25, in 57072 Siegen. Der Eintrittspreis beträgt 3,00 Euro.

s. a. VHS Siegen, Kursprogramm

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Ausstellungseröffnung: 100 Jahre 1. Weltkrieg 1914 – 1918 »Vom Kriegsrausch zur Kriegsqual«

In Zusammenarbeit mit der Regiestelle Leben im Alter und VHS Siegen
Veranstaltungsort Rathaus Weidenau, Regiestelle Leben im Alter
Di. 09.09.2014, 18:00 – 20:00
Die Ausstellung, die bis zum 11.10.2014 gezeigt werden wird, beschäftigt sich mit dem Zeitraum 1914 bis 1918. Sie skizziert die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen im Rahmen einer Mentalitätsgeschichte. Der Bogen spannt sich von der Kriegseuphorie des Sommers 1914 über Ernüchterungsphasen an der Front (1916 Verdun) und in der Heimat (Steckrübenwinter 1917) bis hin zur Kapitulation im November 1918.
Der Militarismus der Zeit – im Sinne des »Hurra-Patriotismus« und der Propaganda wird ebenso beleuchtet wie die diesbezügliche Funktion von grotesken Feindbildern der kriegführenden Länder.
Die vaterländische Literatur boomte. Viele Literaten der Epoche waren vom Krieg berauscht. Das Kino wurde zum Propaganda-Instrument. Zur Konzentrierung der Kräfte wurde 1917 die Ufa gegründet. Und auf der Leinwand sollten Streifen wie »Nun wollen wir sie dreschen!«, die Kampfbereitschaft erhöhen.
Während die einfachen Soldaten an der Front litten, übernahmen die Frauen in der Heimat viele männliche Tätigkeitsbereiche. Die Emanzipation der Frau blieb aber nicht nur auf den Beruf beschränkt. 1918 erstritten die Frauen in Deutschland das Wahlrecht.
Zur Eröffnung spricht Wolfgang Hoffmann über das Thema »Kaiser Wilhelm II. und der Erste Weltkrieg«. Weiterlesen

Vortrag: »Weihnachtsfrieden« »Stell‘ dir vor es ist Krieg und keiner macht mit!«

der unglaubliche »Weihnachtsfrieden« von 1914/15 (Vortrag mit Filmeinspielungen)

Veranstaltungsort Rathaus Weidenau, Regiestelle Leben im Alter
Do. 18.09.2014, 18:00 – 19:30
Dozent: Dr. Torsten Reters

Weihnachten 1914: Während die Generäle in der Etappe feierten und neue Offensiven vorbereiteten, kam es an der Westfront zu unerhörten Zwischenfällen. Deutsche und britische, später deutsche und französische Einheiten stellten ihre die Kampfhandlungen gegeneinander ohne Befehl ein. Aus kurzen Feuerpausen, um die Toten zu bergen, entwickelten sich nicht nur längere Waffenruhen, sondern es ergaben sich Gespräche, Austausch von Geschenken und Fußballspiele mit dem Feind. Ende Dezember 1914 kam eine große Unlust auf, überhaupt noch aufeinander zu schießen. Nur mit Mühe bekamen die Obrigkeiten – hüben wie drüben – den Krieg im Frühjahr 1915 wieder in Gang.
Quelle: VHS Siegen, Kursprogramm „Politik-Geschichte-Zeitgeschenen (Schwerpunkt 100 Jahre 1. Weltkrieg)“

Sanierung im Oberen Schloss

Befallener Balken am seitlichen Eingang des Grafentraktes

Befallener Balken am seitlichen Eingang des Grafentraktes

Der Grafentrakt im Oberen Schloss ist befallen: von Holzschädlingen. Um das denkmalgeschützte Gebäude vor weiteren substanz-gefährdenden Schäden zu bewahren, wird den Schädlingen nun der Garaus gemacht. Bis zum 18. Juli 2014 führt die Firma Römer BioTec aus Wilhelmshaven eine Sanierung gegen Holzschädlinge im Grafentrakt am Oberen Schloss durch. Für einige Tage steht ein Teil des Gebäudes deshalb unter Sulfuryldisflourid, einem toxischem Gas. Die Abklebearbeiten und weitere Vorbereitungsmaßnahmen haben bereits begonnen.
Bei den laufenden Sanierungsarbeiten am Grafentrakt des Schlosses stellten Sachverständige fest, dass das Gebäude durch tierische Schädlinge befallen ist. Diese gelten als holzzerstörende Insekten, d. h. die Larven der Schädlinge ernähren sich von Holz und zerstören damit unweigerlich die Substanz von Holzkonstruktionen.

Fachwerkkonstruktion Grafentrakt

Fachwerkkonstruktion Grafentrakt

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