Quelle:

Eintrag zum 29. November 1745 in der Chronik des Klosters Grafschaft Quelle: Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen A 111 (Kloster Grafschaft) Akten, Nr. 545, Laufzeit: 1507 – 1765, fol 94r
Transkription:
Venator noster in silvis nostris altioribus
in loco Salschede nuncupato, bombarda sua venatoria
trajecit Lyncem hac regione alias nunquam visam,
lupo ferociorem, corpus lupo, caput catto simile
prae se ferentem, de caetero venationi maxime nocivam.
Dicitur enim hac bellua beneficio unguium praegrandium
arbores ascendere, et in transeuntes cervos, capreolosque
silvestres praeceps insitire, et sanguinem exsugere
donec concidant, et voraci belluae in praedam ruant.
Übersetzung:
Unser Jäger hat in unseren höheren Wäldern, an einem Ort namens Salschede, mit seiner Jagdbüchse einen Luchs erlegt, der in dieser Gegend sonst nie gesehen worden war, wilder als ein Wolf, dessen Körper einem Wolf, der Kopf einer Katze ähnelte und der ansonsten der Jagd äußerst schädlich war.
Man sagt nämlich, dass dieses Tier dank seiner riesigen Krallen auf Bäume klettern kann und sich auf vorbeiziehende Hirsche und Rehe stürzt, um ihnen das Blut auszusaugen, bis sie zusammenbrechen und der gefräßigen Bestie zur Beute werden.
[Anmerkung:
1) Transkription und Übersetzung wurde unter Mithilfe einer KI und eines Kollegen (TS) via bluesky erstellt.
2) Das geschilderte Jagdverhalten des Luchses entspringt wohl der damals vorherrschenden Vorstellung. Allgemein ist der Luchs als Anschleichjäger bekannt.]
Literatur:

Quelle: Karl Féaux de Lacroix: Geschichte der hohen Jagd im Sauerlande (Herzogtum Westfalen, Fürstentümer Wittgenstein), Dortmund 1913, S.128[ – 129]
“ …. Es soll einst ein Luchs im Amte Runkel (Westerwald, Anm. d.Verf.) geschossen worden seyn, jedoch habe ich keine sichere Nachricht über diesen Gegenstand erhalten. Im Wittgenstein-Berleburgischen hat man einen Luchs erlegt, dessen Felle noch unlängst auf der dortigen Gewehrkammer des Fürsten aufbewahrt wurde. Er wurde bei Grafschaft in den 1760er Jahren zufällig im Sommer zufällig von einem im Walde ruhenden Jäger geschossen, neben dem er plötzlich von einem Baume herab auf die Erde sprang ….“
zitiert nach: Antonius Kunz: Die Fauna Neowedensis oder Wirbelthier-Fauna der Gegend von Neuwied von Maximilian Prinz zu Wied (1841). Nach dem Manuskript in der Fürstlich-Wiedischen Privatbibliothek für den Druck bearbeitet, in: Fauna Flora Rhld.-Pf. Beiheft 17 Landau 1995, S. 50. (Link zur PDF)
Nachbemerkung: Seit 1997 liegen vereinzelte Hinweise auf Wiederfunde in der Eifel, im Sauerland und im Teutoburger Wald vor. Der aktuelle Bestand liegt bei unter 10 Individuen (2015) – Lt. Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen in Recklinghausen.

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