siwiarchiv-Adventsrätsel 2019

Die Frage lautet: Seit wann beschert im Wittgensteiner Land das „Christkind“ zu
Weihnachten die Kinder?
Die erste richtige Antwort in den Kommentaren gewinnt einen kleinen Buchpreis.

33 Gedanken zu „siwiarchiv-Adventsrätsel 2019

  1. Liebe Kinder aufgepasst!
    Da schauen wir mal hier nach:
    Seit wann beschert in Wittgenstein das „Christkind“ zu
    Weihnachten die Kinder?
    Zeitschrift Wittgenstein, Jg. 86 (1998), Bd. 62, Heft 4, S. 154

    • Interessanter Hinweis. Wenn die dort aufgeführte Information die gesuchte Antwort ist, müsste aber die Frage präzisiert werden: „Spätestens seit wann …“ ist der Weihnachtsbrauch in Wittgenstein quellenmäßig nachweisbar? Das Christkind könnte ja schon vor dem genannten Jahr aktiv gewesen sein (vielleicht sogar im oben vermuteten „16. Jh.“, bald nach der Reformation), ohne dokumentierte Spuren hinterlassen zu haben.

      • Hier geht es aber nicht um Spekulationen ….., sondern um den Zeitpunkt, wo die Bescherung durch das Christkind in Wittgenstein quellenmäßig in Archiven belegt ist. Schließlich ist siwiarchiv ein Archivblog ;-) .
        Die Kritik an der Fragestellung ist berechtigt. Aber die Fragestellung wurde aber der Einfachheit halber übernommen.

      • Wenn es nicht im 16. Jh. und auch das 19. und 20. Jh. ausgeschlossen ist, kann es sich um das 17. oder 18. Jh. handeln. Ich denke mal noch früher könnte es ausgeschlossen sein.

        • Explizit ausgeschlossen habe ich das 19. Jahrhundert ja noch nicht, aber aufgrund des Kommentars von Kollegen Kunzmann, ist Ihre diesbezügliche Annahme wohl korrekt. Somit bleiben noch 200 Jahre übrig!

          • Nach einigem Nachlesen komme ich zu folgendem Schluss. Martin Luther hat im 16. Jh. angefangen das es ein Christkind ist. Also wird das Christkind im Wittgensteiner Land wahrscheinlich im 17. Jahrhundert das erste Mal erwähnt bzw. dokumentiert. Wenn das so auch nicht stimmt weis ich auch nicht weiter.

  2. @ Anke Ermert: Ihre Vermutung ist richtig. Leider gibt die hier bereits erwähnte Literatur eine konkrete Jahreszahl, so dass ich befürchtee, dass nun jemand anderes quasi den Elfmeter verwandelt.

  3. Nun aber …
    Damit der Ansporn nicht nachlässt macht die Geschichtswerkstatt Siegen aus dem kleinen Buchpreis einen „großen“ und lobt noch ein Jahrbuch „Siegener Beiträge“ für den „Gewinner“ aus. Die Auswahl kann frei aus den noch lieferbaren Bänden getroffen werden. Unter http://geschichtswerkstatt-siegen.de/ (Rubriken Aktuelles und Publikationen) finden sich alle Bände und über die Email-Adresse kann Kontakt mit der Geschichtswerkstatt aufgenommen werden.

    • Der Beleg ist bereits in den Kommenataren genannt worden. Dort heißt: „Man ist geneigt, das „Christkind“ als Gabenbringer dem weihnachtlichen Brauchtums-kreis der bürgerlichen Kultur des 19. Jahrhunderts zuzuordnen. Weit gefehlt! In der Geld-rechnung der Kellerei Wittgenstein des Jahres 1620, abgelegt durch den Kellner Joist Streithov (WA Akte R 4) lesen wir unter den Ausgaben:
      „Den Bäckern: Den 24. t. Xbr. (Dez.) für Wecken, so das Christkindgen ausgeteilt, Johan-nes Hasselbach gegeben 0 – 12 – 0.“ (Das sind 12 Albus oder ein halber Gulden.)
      Der Laaspher Bäcker Hasselbach backte also die Wecken, die das Christkind am Heilig-abend an die Laaspher Kinder verteilte. Der gütige Spender war Graf Ludwig d.J., der ein Vierteljahr zuvor aus kurpfälzischem Dienst in Simmern in die heimische Residenz zu-rückgekehrt war.“

  4. Weil ich das Gefühl habe, dass diese Rätselrunde von leisen Missklängen begleitet war, hier noch ein paar Anmerkungen eines durch „Zurückhaltung“ aufgefallenen Beobachters.
    1. Nicht jede(r) hat das Privileg, z.B. die Zeitschrift „Wittgenstein“ sofort in Reichweite zu haben. Literaturhinweisen kann also nicht immer ohne Aufwand (Bibliotheks-/Archivbesuche) gefolgt werden. Da bleibt es dann letztendlich doch beim Raten (weshalb es ja auch „Rätsel“ heißt). Rätsel, zu deren Lösung man auf Digitalisate zurückgreifen könnte, würden sich vielleicht noch größerer Beliebtheit erfreuen.
    2. Die anfängliche Vermutung von Frau/Herrn (?) Sassmannshausen würde ich nicht einfach so als falsch abtun, sondern sehe darin eine ernstzunehmende Hypothese. Warum soll in dem reformations-freudigen Ländchen Wittgenstein nicht schon etliche Jahrzehnte vor 1620, also wirklich im 16. Jahrhundert, die Abkehr vom heiligen Nikolaus und Zuwendung zum „Christkind“ erfolgt sein? Der von Werner Wied 1998 erbrachte Nachweis war wohl eher ein Zufallsfund, den er im Archiv nicht weiter verfolgt hatte. „Erstmaligkeiten“ sind naturgemäß schwer zu verifizieren.
    3. In der besinnlichen Adventszeit könnte man auch einmal das Schweigen der Quellen auf sich wirken lassen. Das meiste über die Vergangenheit werden wir niemals wissen, weil schlichtweg keine Informationen an die Nachwelt weitergegeben worden waren.

    • zu 2) ja, das war meine Vermutung. Ausgehend von Martin Luther und seiner ablehnenden Haltung zur Heiligenverehrung hat er in/seit den 1530er Jahren das „Christkind“ als Alternative zum Hl. Nikolaus gesehen… Interessant auch, dass Weihbischof Johannes Bonemilch -der akad./theologische Lehrer Luthers- in Laasphe geboren wurde.

  5. @ Peter Kunzmann @ Andreas Saßmannshausen:
    Es wird nicht bestritten, dass das Christkind nicht schon vorher in Wittgenstein beschert haben kann. Ob nun Vermutung oder wohlbegründete Hypothese – Fakt ist allerdings die Quellenlage, nach der sich erst 1620 ein schriftlicher Niederschlag für dieses Brauchtum findet.
    Ferner war der Hinweis publiziert, auffindbar in einer Online-Bibliograhie und er wurde schließlich schon recht früh hier gepostet, so dass ein Blick in das Wittgenstein-Heft allen Teilnehmenden wie auch immer möglich gewesen wäre.
    @Peter Kunzmann:
    1) Entweder hartnäckig raten und etwas arbeiten – also ein bisschen was muss man für 2 Bücher schon tun.
    2) Ja, Geschichte ist leider quellenbasiert. „Virtuelle“ Geschichte führt im besten Fall zu anderen oder gar besseren Fragen – allerdings in den seltesten Fällen wohl zu fundierten Ergebnissen.
    In diesem Fall ist die aufgeworfene Frage: Warum gibt es keinen Quellenbeleg für die Bescherung durch das Christkind im Wittgensteiner Land, obwohl dies weit vor dem ersten Nachweis einer Bescherung durch das Christkind reformiert war? Doch dies ist eine andere Frage und muss von anderen beantwortet werden …..

    • Wird das „Siwi-Adventsrätsel“ der statistische Spitzenreiter dieses Jahres???
      Literatur: Theoretisch schon klar, aber im praktischen Leben überlegt man es sich (besonders im Winter) doch, ob man nach Feierabend extra zur Bibliothek fährt, bloß um wegen so eines Rätsels etwas nachzuschlagen.
      Online-Bibliographie „Wittgenstein“: Wer sie kennt, ist manchmal im Vorteil. Letzter Bearbeitungsstand: 4. Dezember. Also ein guter Anlass, wieder einmal darauf hinzuweisen.
      http://www.wittgensteiner-heimatverein.de/bibliografie.html
      Das exakte Jahr hätte man dort auch nicht gefunden, aber die Eingrenzung auf die Zeit des Dreißigjährigen Krieges.
      „Geschichte ist leider quellenbasiert“: Wieso „leider“? Und wird sie diesem Anspruch gerecht? Als bekennender Quellenfetischist ärgere ich mich eher permanent darüber, dass „Geschichte“ sehr oft jenseits aller Quellenbasis betrieben wird. Ich erinnere an den „Fall Reibekuchen“ vor 3 (?) Jahren. (Herr Burwitz wartet vermutlich immer noch auf Antwort vom Heimatbund.)
      Noch älterer Quellenbeleg: Wer sagt denn, dass es keinen gibt? Der für 1620 wurde fast vier Jahrhunderte später entdeckt. Irgendwo in den weltlichen und kirchlichen Archiven Wittgensteins könnte irgendwann noch eine weitere Entdeckung gelingen. Oder auch nicht. Man weiß es eben nicht. Solche kleinen Funde können allerdings dazu ermutigen, beim Durchforsten alter Akten oder auch Zeitungen über den engen Horizont der eigentlich verfolgten Themen hinauszuschauen.
      Und wer war nun der junge Mensch, der 1620 in Laasphe als „Christkind“ kostümiert die Wecken verteilte???

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