Friedrich Frank – Großvaters des Siegener Nobelpreisträgers

Friedrich Frank wurde am 12.1.1867 als Sohn des Landwirts Wilhelm Frank und seiner Frau Luise, geb. Gehsel, im wittgensteinischen Banfe geboren. In seinem Heimatort besuchte der Protestant Frank acht Jahre lang die Volksschule um dann im Jahre 1882 in die Königliche Präparandenanstalt zu Laasphe einzutreten. Eine solche Einrichtung hatte den Zweck, die Schüler auf die nächste Stufe der Volksschullehrerausbildung, das Lehrerseminar, vorzubereiten.[1] Für Frank war dies ab 1884 das Königliche Seminar zu Hilchenbach, welches ihn zu seiner ersten Volksschullehrerprüfung 1887 führte.

Im selben Jahr erfolgte durch die Annahme einer Stelle an der evangelischen Volksschule[2] in Weidenau sein Eintritt in den öffentlichen Schuldienst.

Im Oktober und November 1888 musste Frank in Gießen seine militärische Dienstpflicht erfüllen. Normalerweise waren zu dieser Zeit drei Jahre abzuleisten. Für Volksschullehrer endete die Pflicht allerdings schon nach sechs Wochen.[3] Bis 1898 absolvierte Frank zudem drei mehrwöchige militärische Übungen; möglicherweise auch aufgrund der Dienstpflicht.

1890 absolvierte er die zweite Volksschullehrerprüfung; wiederum in Hilchenbach. Wohl in Folge der bestandenen Prüfung, erfolgte im selben Jahr Franks „definitive Anstellung.“ Seine amtliche Stellung war die eines Elementarlehrers.

Friedrich Frank bat 1889 um eine Gehaltserhöhung. In seiner schriftlichen Anfrage berichtete er, dass seine Ausbildung mit der seines Bruders zusammenfiel und sein Vater die Kosten nicht hatte tragen können. Deshalb sei er mit Schulden in sein Amt eingetreten. Ob eine Erhöhung gewährt wurde, geht nicht aus den Unterlagen hervor.

Im Jahre 1893 erfolgte die Eheschließung mit der Philippina Elisabeth Amalie Schleifenbaum, aus der die Kinder Wilhelm (1894) und Elisabeth (1899) hervorgingen.

1899 erhielt er die Genehmigung, an der Rektoratschule Weidenau nebenamtlich 4 Stunden wöchentlich Gesangsunterricht zu übernehmen.

1911 verließ er die Volksschule und trat eine feste Stelle an eben jener Rektoratsschule an. Da es sich hier um eine höhere Schule handelte, wurde er aus dem Volksschuldienst entlassen.

Die Rektoratsschule wurde 1914 zur Realschule, was eine Hochstufung gegenüber der bisherigen Schulform bedeutete. Für Frank war damit zunächst Unsicherheit über seine weitere Beschäftigung verbunden, denn eine ministerielle Verfügung besagte, dass in den Klassen der Mittel- und Oberschulen nur Lehrer beschäftigt werden durften, die das Zeugnis zur Befähigung zum Unterrichten an Mittelschulen erworben hatten. Man entschied jedoch, dass Frank das Ordinariat in (der) Sexta übertragen werden und er in den Elementarfächern in den unteren Klassen sowie in sämtlichen Klassen Turnen und Singen unterrichten sollte. In der Personalakte findet sich für mindestens die späten Jahre seiner Tätigkeit die Berufsbezeichnung „Oberschullehrer“.

In seinen letzten Jahren als Lehrer hatte er mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und 1931 wurde er auf sein Gesuch hin in den Ruhestand versetzt.[4]

Zum Anlass seiner Pensionierung sollte ihm ein Geschenk im Wert von bis zu 150 RM überreicht werden. Frank bat jedoch darum, wegen der ungünstigen Finanzverhältnisse von einem Geschenk abzusehen.

Am 30.9.1931 fand in der Aula der Realschule 30.9.1931 eine Feier zu seiner Verabschiedung statt.

Franks Sohn Wilhelm, Doktor der Rechte, war Amtsgerichtsrat und heiratete 1930 Charlotte Manskopf; eine Schwester des Siegener Malers Hermann Manskopf.

Am 19.1.1940 starb Friedrich Frank.

Sein Enkel, Wilhelms Sohn Joachim, erblickte am 12.9. desselben Jahres in Weidenau das Licht der Welt.

Quellen:

Sonderakten betreffend den Lehrer Frank zu Weidenau, Amt Weidenau (Sieg), Bestand Stadtarchiv Siegen, ohne Sign.
Einträge in Personenstandsbüchern, Bestand Stadtarchiv Siegen
Bölling, Rainer: Volksschullehrer und Politik- Der Deutsche Lehrerverein 1919-1933, Göttingen 1978, S. 26
GUT LEHRER (Personalunterlagen von Lehrkräften), 80101, (Friedrich Frank), Bestand Archiv der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung
75 Jahre Höhere Schule in Weidenau- Festschrift zur 75- Jahr- Feier des Fürst- Johann- Moritz- Gymnasiums Siegen- Weidenau, Verein zur Förderung des Fürst- Johann- Moritz- Gymnasiums (Hrsg.), Siegen 1989, Bestand Bibliothek des Kreisarchivs Siegen- Wittgenstein
https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4parandenanstalt

Fußnoten:

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4parandenanstalt

[2] In der Personalakte ist an einer Stelle von der Anstellung in „Volksschulen“ in Weidenau die Rede.

[3] Bölling, Rainer: Volksschullehrer und Politik- Der Deutsche Lehrerverein 1919-1933, Göttingen 1978, S. 26

[4] Auf einem Foto in der Festschrift zum 75- jährigen Bestehens der Höheren Schule Weidenau (siehe „Quellen“) ist ein Foto zu finden, welches F. Frank im Kreise des Lehrerkollegiums zeigt. Laut Bildunterschrift handelt es sich um eine Abbildung aus dem Jahre 1937; also Jahre nach Franks Eintritt in den Ruhestand.

Bild entnommen aus: Verein zur Förderung des Fürst-Johann-Moritz-Gymnasiums: 75 Jahre Höhere Schule in Weidenau. Festschrift zur 75-Jahr-Feier des Fürst-Johann-Moritz-Gymnasiums Siegen 1989, S. 19 [Ausschnitt aus dem Bild „Lehrerkollegium 1925“]

Text: Sonja Schäfer

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