Archive im neuen Kulturhandbuch des Kreises Siegen-Wittgenstein

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Vor 22 Jahren machte das Kulturhandbuch für den Kreis Siegen-Wittgenstein erstmals deutlich, wie viel kulturelles Potenzial im waldreichsten Landkreis Deutschlands „im Unterholz“ schlummert. Nach landläufiger Meinung hatten Künstler bis dahin bestenfalls aus Köln oder Frankfurt zu kommen, anstatt aus Hilchenbach oder Neunkirchen. Spätestens jedoch, als nach Erscheinen des allerersten Kulturhandbuchs der Conférencier für die Silberhochzeit nicht mehr von weit her geholt werden musste, sondern als Einheimischer auch mit regionalen Anekdoten zu begeistern wusste, stellten sich viele die sprichwörtliche Frage „warum in die Ferne schweifen…“?

Bereits beim Startschuss 1991 vernetzte das Kulturhandbuch die regionalen Akteure, Nachfrager und Nutzer mit einem Ringbuchordner weniger als trockenes Nachschlagewerk denn als lebendiger und aktiv benutzter Ratgeber. Recherche und Layout für das Kompendium waren zu diesem Zeitpunkt noch jahresfüllende Projekte, die des Öfteren sogar Nachtlager unter dem Schreibtisch erforderlich machten. „DasKulturhandbuch hatte gerade in den Anfangstagen einen enormen Erklärungsbedarf. Leider verhielt es sich mit unserer technischen und personellen Ausstattung eher umgekehrt“, blickt Ralf Gerecht, Redakteur der ersten Stunde, schmunzelnd zurück.

Nachdem die Erstausgabe schnell ihre Käufer gefunden hatte, gab es bis zur Neuauflage die fortlaufenden Erweiterungen und Neuigkeiten zuverlässig in Form von Nachlieferungen. Eine in Zeiten von Auto-Updates eher archaisch anmutende Aktualisierung in Form einer Loseblattsammlung, die aber zumindest an kalten Wintertagen den unterhaltsamen Zweitnutzen eines familiären Bastelabends haben konnte. Kostete das erste Kulturhandbuch im Ringbuch auf Grund der hohen Druckkosten noch 36 DM, so wurde die Erscheinungsform 2001 auf das deutlich günstigere Taschenbuch-Format für 14,80 DM umgestellt. Bereits 1996 machten parallel auch die ersten Kulturhandbücher auf CD-ROM von sich reden und trugen einer immer lebendigeren Siegen-Wittgensteiner Kulturszene Rechnung. Die innovative Silberscheibe enthielt erstmals nicht nur die gedruckte Form des Kulturhandbuchs, sondern auch alles, was dort nicht hineinpasste wie Farbfotos von Künstlern und ihren Werken, Musikern und Orchestern sowie Video- und Audio-Beispiele von Chören und Bands. Eine Idee, von der nicht nur die NRW-Landesregierung so begeistert war, dass sie der Förderung des damaligen Modellprojektes zustimmte, sondern auch die Nutzer: Das „Who is Who“ der Kultur-Szene in Siegen-Wittgenstein wurde schnell bei Künstlern und Veranstaltern, Firmen und Privatpersonen, bei öffentlichen Stellen sowie bei Presse und Rundfunk zum selbstverständlichen, stets griffbereiten Arbeitswerkzeug.

Inzwischen wird längst auf die gedruckte Variante verzichtet und aus der CD-ROM ist eine festplattenfüllende Internetdatenbank geworden, deren Prinzip einer kostenlosen und oft tagesaktuellen Nutzung und Weitergabe sich vielfach bewährt hat. Mit 12 Sparten und 60 Unterregistern (weitere Zahlen im Anhang) sowie einer kontinuierlichen Nachfrage von Anbietern und Nutzern bestätigt das Kompendium eindrucksvoll, dass sich die heimische Kulturszene nach wie vor im ständigen Wandel befindet. Immer wieder melden im Kulturhandbuch Eingetragene ihre Änderungswünsche und Initiativen, Vereine und Gruppen stellen Anfragen zur Neuanmeldung. Deshalb aktualisiert die Redaktion des Siegen-Wittgensteiner Kultur-Kompendiums den Wissensstand in einem Recherche-Rundumschlag regelmäßig auf ein einheitliches Niveau.

Im Jahr 2013 bedeutet das aber nicht nur den runderneuerten Look sondern auch einige Anpassungen unter der Haube: Das Kulturhandbuch 2013 rückt nun informative Audio- und Bildelemente z.B. in Galerieansichten in den Vordergrund. Darüber hinaus ist erstmals die individuelle Online-Erstellung und ?Bearbeitung von Einträgen möglich, so dass Wohl und Wehe zwar nicht komplett in den Händen der Eintragenden liegt, diese aber schneller reagieren können.

So hat sich seit den ersten Tagen des kulturellen „Es werde Licht“ viel getan: Das Kulturhandbuch bleibt ein informativer Dauerbrenner für alle, die einen neuen Gitarristen für ihre Band, eine passende Umgebung für das runde Firmenjubiläum oder einen Ansprechpartner bei den ansässigen Medien- und Verlagshäusern suchen. Für viele deutsche Kommunen und Landkreise hat es Vorbildcharakter, der immer wieder auch bei den Herausgebern vom Kultur!Büro. des Kreises Siegen-Wittgenstein nachgefragt wird. Und selbst bei den großen Internet-Suchmaschinen rangiert unter den ersten Ergebnissen garantiert die Kulturhandbuch-Seite eines Künstlers. „Viel ist in diesem Tagen von den sogenannten ‚hidden-champions‘ die Rede, den Markführern in industriellen und Dienstleistungsbereichen, deren Ruf sich in der Region erst allmählich verbreitet. Auch das Kulturhandbuch ist ein Erfolgsprodukt aus der Region, das den Weg nach China wahrscheinlich nicht findet, dennoch wichtige Weichenstellungen regionaler Kulturpolitik vorgenommen hat und nehmen wird“, ist sich Kulturreferent Wolfgang Suttner sicher. Und das Ganze auch noch kostenlos und ohne Werbung.

Daten

1991 Erstauflage
1996 erstmals als CD-ROM
1998 erstmals im Internet
2001 erstmals als Taschenbuch (weitere 2002 und 2004)
2005 als CD-ROM on demand
2009 als reines Internetangebot
2013 mit Nutzer-Eingabemöglichkeit

Angebot

12 Sparten mit den Kulturprofilen der Städte und Gemeinden, Musik, darstellende und bildende Kunst, Literatur, Medien, Brauchtum, Museen, Wissenschaft und Bildung, Veranstalter, Veranstaltungsorte, Service
2.000 Einträge mit 60 Unterregistern.
1.700 E-Mail-Adressen für die schnelle Kontaktaufnahme
1250 Bilder, 200 Tonbeispiele
Herausgeber: Kreis Siegen-Wittgenstein, Der Landrat
Redaktion: Stefanie Bertelmann, Ralf Gerecht, Christel Hellermann, Daniel Neubauer,
Helga Treude, Thomas Wolf
Konzeption: Ralf Gerecht und Wolfgang Suttner

Quelle: Pressemitteilung Kultur!Büro, 20.11.2013

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