Workshop „Schatzungs- und Steuerlisten als Quellen der landesgeschichtlichen Forschung“

Wer sich mit der älteren Landesgeschichte Westfalens beschäftigt, wird mit zahlreichen, heute fremdartig erscheinenden Quellengattungen konfrontiert. Dabei gibt es in diesen Aufzeichnungen sowohl für Historiker als auch für Familienforscher vieles und auch noch viel Neues zu entdecken. Mit einer Reihe quellenkundlicher Workshops möchte die Historische Kommission für Westfalen die Scheu vor der Benutzung altertümlich erscheinender Quellen abbauen, zu ihrer Lektüre und Auswertung einladen. Nach den Amtsbüchern im Jahr 2011 stehen in diesem Jahr Schatzungs- und Steuerlisten im Mittelpunkt der Veranstaltung.

In sechs Vorträgen werden die Eigenarten der Schatzungs- und Steuerlisten vorgestellt, ihre Erkenntnismöglichkeiten näher beleuchtet. Auf den ersten Blick handelt es sich um eher statistische Angaben, die sich aber für vielfaltige Forschungsansätzen eignen. So lässt sich aus den Aufstellungen die wirtschaftliche Situation einer Region ebenso erkennen wie die soziale Gliederung, die Verwaltungsabgrenzung kann ebenso untersucht werden wie die Geschichte einzelner Höfe und die Namen ihrer Bewohner. Erläutert werden die einzelnen Aspekte von sachkundigen Referenten aus verschiedenen westfälischen Archiven und Institutionen.

Vorträge:
Prof. Dr. Wilfried Reininghaus (Erster Vorsitzender der Historischen Kommission für Westfalen): Finanzsysteme westfälischer Territorien vor 1806
Dr. Mechthild Black-Veldtrup (Landesarchiv NRW, Abt. Westfalen, Münster): Schatzungslisten als Quellengattung
Michael Gosmann (Leiter des Stadtarchivs Arnsberg): Die Steuerregister des Herzogtums Westfalen im Stadtarchiv Arnsberg
Dr. Wolfgang Bockhorst (LWL-Archivamt für Westfalen) Schatzeinnehmer und Rezeptor in Kriegszeiten – an Beispielen aus dem Siebenjährigen Krieg
Dr. Ralf Klötzer (Stadtarchiv Münster): Der Quellenwert der Schatzungslisten für die Erstellung der Häuserbücher der Stadt Münster
Dr. Friedel Helga Roolfs (Kommission für Mundart- und Namensforschung Westfalens): Die namenskundliche Auswertung von Schatzungslisten

Der Workshop „Schatzungs- und Steuerlisten als Quellen der landesgeschichtlichen Forschung“ am 26. Juni wird ausgerichtet von der Historischen Kommission für Westfalen, dem LWL-Archivamt für Westfalen und dem Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Die Veranstaltung findet am 26. Juni 2013 in von 9.30 bis 17 Uhr im Kapitelsaal des ehemaligen Klosters Wedinghausen in Arnsberg statt. Die Veranstaltung steht allen Interessierten offen, die Teilnahme ist kostenlos. Um Anmeldung bis zum 10. Juni wird gebeten.

Flyer: Workshop_Arnsberg_Prospekt

2 Gedanken zu „Workshop „Schatzungs- und Steuerlisten als Quellen der landesgeschichtlichen Forschung“

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