Von den Stadtprivilegien zur Standeserhebung

Stadtarchiv Siegen widmet sich der Verleihung der Fürstenwürde für drei Grafen von Nassau-Siegen vor 350 Jahren

Die Bestätigung der Stadtprivilegien Siegens durch den regierenden Landesherrn Wilhelm Moritz Graf (ab 1664 Fürst) zu Nassau-Siegen. (Stadtarchiv Siegen, Best. Urkunden, Nr. 311)

Die Bestätigung der Stadtprivilegien Siegens durch den regierenden Landesherrn Wilhelm Moritz Graf (ab 1664 Fürst) zu Nassau-Siegen. (Stadtarchiv Siegen, Best. Urkunden, Nr. 311)

Rechtzeitig zum 350jährigen Jubiläum zweier wichtiger Ereignisse für Siegen widmet sich das Stadtarchiv in einem ausführlichen Onlineartikel der Erneuerung städtischer Privilegien am 7. Januar 1664 und der Erhebung dreier Grafen von Nassau-Siegen in den Reichsfürstenstand am 6. Mai 1664.

Besucher der Homepage www.stadtarchiv-siegen.de können ab sofort die Biografien zweier Angehöriger des Hauses Nassau-Siegen und deren Verdienste für die Niederlande im 17. Jahrhundert nachlesen. Nachdem bereits zwölf Jahre zuvor Johann Moritz als Regent des reformierten Landesteils und dessen Neffe Johann Franz Desideratus als Landesherr des katholischen Territoriums von Nassau-Siegen durch Kaiser Ferdinand III. (1608-1657) mit dem Prädikat “Hochgeboren“ am 25. November 1652 in den Fürstenstand des Heiligen Römischen Reiches erhoben worden waren, ließ Kaiser Leopold I. (1640-1705) die Fürstenwürde am 6. Mai 1664 auch auf die reformierten Grafen Georg Friedrich, Wilhelm Moritz und Friedrich Heinrich von Nassau-Siegen übertragen – übrigens mit dem Prädikat “Wohlgeboren“ und mit ausdrücklichem Verweis auf deren „angeborenen heroischen Tapferkeit und vortrefflichen Qualitäten“, wie es in der kaiserlichen Fürstungsurkunde heißt, die im Königlich Niederländischen Hausarchiv in Den Haag aufbewahrt wird.

Begleitend zum Internetauftritt können sich Besucherinnen und Besucher des Stadtarchivs im Siegener KrönchenCenter ausgewählte Exponate ansehen, die in einer Glasvitrine im Lesesaal präsentiert werden. Im Vordergrund steht neben Kreideporträts von Fürst Georg Friedrich (1606-1674) und Fürst Wilhelm Moritz (1649-1691) die erwähnte Pergamenturkunde vom 7. Januar 1664, als der damals noch im Grafenstand befindliche regierende Landesherr Wilhelm Moritz den Bürgermeistern, Schöffen und Ratsmitgliedern Siegens wie auch der ganzen Gemeinde sämtliche Privilegien und Freiheiten bestätigte, die seit 1538 ausgesprochen worden waren.

Im Fokus des Onlineartikels auf der Website des Stadtarchivs steht jedoch die Verleihung der Fürstenwürde vor 350 Jahren, etwa an Georg Friedrich, der bereits im Jahr 1627 in den Militärdienst der Republik der Vereinigten Niederlande  getreten war. Sechs Jahre später avancierte er zum Rittmeister einer 100 Mann starken Kavallerie. Hierauf folgte die Ernennung zum Major der Infanterie und am 8. Januar 1642 schließlich die Beförderung zum Oberst im Dienst der Generalstaaten. Am 4. Juni 1647 heiratete er in Den Haag Mauritia Eleonora Prinzessin von Portugal (1609-1674) und wurde 1648 niederländischer Gouverneur von Rheinberg. Ab 1658 fungierte der 1649 zum Ritter des Königlich Dänischen Elefantenordens und 1671 zum Ritter des Königlich Dänischen Danebrogordens gekürte Georg Friedrich als Gouverneur der strategisch bedeutsamen Festungsstadt Bergen op Zoom an der Küste der heutigen niederländischen Provinz Nordbrabant. Nähere Infos und spannende Hintergründe zur Siegener Adelsfamilie und deren Erhebung in den  Reichsfürstenstand vor 350 Jahren erfahren Geschichtsinteressierte bei dem neuen “Klick in die Vergangenheit“ des Stadtarchivs. Der Besuch der begleitenden Vitrinenpräsentation ist wie immer kostenlos!

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