Siegener Graphiker Ludwig Kirchhoff (1913-1965).

 

L. Kirchhoff, Die Bibliothekarin

Das Bild zeigt Kirchhoffs Holzschnitt “Bibliothekarin” aus dem Jahr 1959. (Quelle: Bilderkammer des Kreises Siegen-Wittgenstein)

Ludwig Kirchhoff wurde am 16. Januar 1913 in Iserlohn geboren. Seine Familie, Gutsbesitzer, unterstützte seine künstlerischen Ambitionen nicht. Nach einer Ausbildung zum Gebrauchsgraphiker und Maler kam er ca. 1933 in das Siegerland. Hier heiratete er und wurde sesshaft.
Ab 1939 nahm Kirchhoff als Soldat am Zweiten Weltkrieg teil; u. a. war er in Finnland als Frontzeichner eingesetzt. Er geriet in russische Kriegsgefangenschaft. Seine Entlassung erreichte er eigenen Angaben zufolge durch ein Porträt des russischen Lagerkommandanten.
Die Bandbreite seiner Ausdrucksformen und Techniken reicht von Zeichnungen, Pastellen, Aquarellen über sein eigentliches graphisches Werk mit Linol-, Holzschnitten, Monotypien, Schieferschnitten zu der in seiner letzten Schaffensphase intensiv experimentierten Öltechnik. Stilprägend waren neben seiner formalen Experimentierfreudigkeit die “Bildeindrücke ´aus dem Leben´ auf ein Wesentliches einzuschränken”. Studienreisen führten ihn nach Italien, Monaco und Südfrankreich.
Die Qualität seiner Werke führte bald zu ersten Erfolgen, z. B. die Aufnahme seiner Werke in die großen Kunstausstellungen des Landes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. 1956 erhielt er den Preis der Siegerländer Presse. Als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Siegerländer Künstler war er an deren Jahresausstellungen beteiligt.
Am 02. Juli 1965 starb der als geradlinig und humorvoll geltende Maler und Graphiker in Siegen.

Quellen:
Irle, Lothar: Siegerländer Persönlichkeiten- und Geschlechterlexikon, Siegen 1974, S. 175
Manskopf, Hermann: Ludwig Kirchhoff 1913-1965, in Siegerland Bd. 43 (1966) S. 66-67.
Müller, W.: In memoriam Ludwig Kirchhoff, in: Siegerländer Heimatkalender 1968, S. 64 – 67
Städtische Galerie Haus Seel: Ludwig Kirchhoff. Gedächtnisausstellung 14. Juni bis 6. Juli 1975.
Vitt, Hans Rudi: Siegerländer Bibliograhie, Siegen 1972 (Nr. 5832-5835)

Siegener Zeitung 04.04.1964, 05.07.1965, 30.12.1965,
Siegerländer Monatspiegel Nr. 1 1955, S. 4
Westfälische Rundschau 10.07.1965

11 Gedanken zu „Siegener Graphiker Ludwig Kirchhoff (1913-1965).

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  2. Meine Frau und ich waren befreundet mit Ludwig Kirchhoff und haben einige Bilder von ihm.
    Wir wären interessiert zu erfahren, wo Bilder von ihm ausgestellt werden.

    Mit freundlichem Gruss

    Heinz Werner

    • Hallo Heinz Werner,
      wir haben von den Eltern ein Bild von Ludwig Kirchhoff geerbt. Dahlien. Auf Holz gemalt. Ölgemälde.
      Können sie uns ein Signum von Kirchhoff zusenden, da wir nicht wisse, ob es der Ludwig Kirchhoff ist.
      Vielen Dank.
      Grüße aus Köln.
      Christel Bülow

      • Hallo Heinz-Werner,
        Ich habe ein mit Kirchhoff signiertes Ölgemälde auf Holz aus dem Jahr 1946 von meinen Eltern, die im Sauerland lebten, geerbt. Es stellt Hortensien in brauner Kugelvase dar. Ich würde gern die Signatur mit der von Ludwig Kirchhoff vergleichen. Können Sie mir weiter helfen?
        Liebe Grüße aus Mainz
        Margit Bode

  3. Hallo Leute,
    in Siegen gab es auch einen Arbeitsdienstführer Dr. Ludwig Kirchhoff, welcher die Arbeitsdienstgruppe 209 leitete und am 30. Juni 1937 ausgeschieden ist.
    Wer hat dazu weitere Informationen?

  4. Hallo liebe Leser,
    hier noch einmal die Daten mit den Quellen:

    Kirchhoff, Dr. Ludwig
    18.12.1935: Ern. v. Arbf./NSAD z. Arbeitsführer/RAD
    (Vbl. 35 Nr. 869 S. 343 Oz. 93)
    01.01.1937: Stichtag: 209 Siegen Gruppenführer – RDA 18.12.35/99
    (DAL I v. 01.01.1937 S. 16 Lfd.Nr. 72)
    30.06.1937: Ausgeschieden – 209(1)
    (PV 38 v. 24.07.37 S. 9 Lfd.Nr. 1)

    Vbl. = Verordnungsblatt für den Reichsarbeitsdienst
    DAL = Dienstaltersliste
    PV = Personalveränderungen für den Reichsarbeitsdienst
    RDA= Rangdienstalter

  5. Hallo Leute,
    von der “Arbeitsgauleitung XXB Westfalen-Süd” (Gaustab in Dortmund)
    wurde eine Broschüre mit dem Titel “Der Arbeitsdienst Westfalen-Süd” herausgegeben. Sie erschien 1934, 1936 und 1939.
    Wer stellt mir gegen Kostenerstattung von diesen Broschüren Fotokopien zur Verfügung?

  6. Noch eine Ergänzung zum Arbeitsführer Dr. Kirchhoff.
    Der Stab der Arbeitsdienstgruppe 209 befand sich zuerst in Hilchenbach. Wann er nach Siegen wechselte ist mir noch unbekannt (vermutlich 1935).
    Vielleicht stammt Dr. Kirchhoff aus Hilchenbach?

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