Siegener Beiträge – Jahrbuch für regionale Geschichte 21/2016 erschienen

Ab sofort sind die von der Geschichtswerkstatt Siegen e.V. herausgegebenen „Siegener Beiträge“ Nr. 21/2016 erhältlich! Das neue Jahrbuch wartet auf rund 240 Seiten abermals mit einem breiten Spektrum regionalgeschichtlicher Themen auf und ist zum Preis von 20,00 Euro überall im Buchhandel und im Stadtarchiv Siegen erhältlich.
Zum Inhalt:

Dr. Jens Friedhoff: „Hermann von Hatzfeldt-Werther, Herr zu Wildenburg, Amtmann zu Schönstein und Balve (1527-1600)“

Dr. Jens Friedhoff, Historiker und Stadtarchivar von Hachenburg, porträtiert mit Hermann von Hatzfeldt-Werther (1527-1600) einen Angehörigen der Wildenburger Adelsfamilie. Als Amtmann zu Schönstein bei Wissen an der Sieg und zu Balve füllte er im Zeitalter des konfessionellen Wandels im 16. Jahrhundert unterschiedliche Ämter in der Region zwischen Westerwald und Sauerland aus. Dr. Friedhoff stellt überdies den Siegerländer Adel als wichtigen Forschungsgegenstand dar.

Elisabeth Nöhring: Der Tiergarten in Siegen – mehr als nur ein Jagdpark?

Die Umweltplanerin Elisabeth Nöhring setzt sich in ihrem Artikel mit der hierzulande gerne diskutierten Vermutung auseinander, ob Johann Moritz Fürst von Nassau-Siegen den hiesigen Tiergarten nicht doch als eine großzügige Parkanlage mit diversen gartenbaulichen Raffinessen geplant habe, kommt aber anhand zahlreicher Beispiele zu dem Schluss, dass der Tiergarten letztlich doch „nur“ ein Jagdpark war, der allerdings die die Ansprüche des Fürsten auf eine angemessene Repräsentation erfüllte.

Peter Kunzmann: „Einige Quellen zur Siegerländer Haubergswirtschaft“

Ein Thema der Regionalgeschichte, das seit etlichen Jahrzehnten eher zur Mythologisierung als zur Quellenbefragung angeregt hat, ist die Haubergswirtschaft. Der Autor, Bibliothekar an der Universitätsbibliothek Siegen, hat zahlreiche historische Quellen zur Haubergswirtschaft aufgespürt und dokumentiert, wobei er meint, dass die einst von den Zeitgenossen wahrgenommenen Realitäten dem aktuellen Verständnis dieses Kulturerbes zugute kommen, auch wenn das entstehende Bild nicht immer deckungsgleich mit dem im kollektiven Bewusstsein vieler Siegerländer verankerten Idealtypus ist. In diesem Sinne möchte der Aufsatz zu einer ausbaufähigen Materialsammlung beitragen.

Dr. Bernd D. Plaum: „Holzhausen – ein Dorf im Wandel (Teil 1)“

Bernd D. Plaum zeichnet in seinem Beitrag die Entwicklung des im Hickengrund gelegenen Dorfes Holzhausen im langen 19. Jahrhundert nach. Neben Landwirtschaft und Handwerk stellten Handel und Fuhrwesen wesentliche Erwerbsquellen dar, deren Gewichte sich im Laufe des Jahrhunderts zueinander verschoben. Außerdem widmet sich der Verfasser den Vereinen und den Spinnstuben als Ausdruck neuer und alter kultureller Einflüsse sowie der Politik im Dorf.

Christian Brachthäuser: „Hungern und Hamstern an der Heimatfront“

Christian Brachthäuser vom Stadtarchiv Siegen beleuchtet als Nachbetrachtung zu der erfolgreichen Ausstellung zum Ersten Weltkrieg vom 17. April bis 19. Juni 2016 im Siegerlandmuseum im Oberen Schloss die katastrophale Lebensmittelversorgung im Kreis Siegen von 1914 bis 1918. Dass ein Frontsoldat Ende September 1916 in der Siegener Bahnhofstraße mit den drastischen Worten: „Werft doch alles weg, werft doch alles nieder, wir haben ja hier doch nichts mehr zu fressen!“ von einer aufgebrachten Passantin attackiert wurde, steht sinnbildlich für die Hungerkatastrophe im Siegerland vor einhundert Jahren.

Prof. Dr. Gabriele Weiß: „Diesterwegs Popularisierung“

Mit diesem Beitrag thematisiert die Autorin, Professorin für Erziehungswissenschaften an der Universität Siegen, die Vergrößerung des Bekanntheits- und Beliebtheitsgrades des Siegener Reform-pädagogen auf drei Ebenen: Zum einen ist diejenige Popularisierung gemeint, die Diesterweg selbst betrieben hat. Dabei liegt der Fokus auf seinem Einsatz für den Unterricht der „Realien“ für alle Menschen und die entsprechende volkstümliche Einführung in Naturwissenschaften und Astronomie. Dann stellt sich die Frage, wann Diesterweg selbst popularisiert wurde, von wem und warum? So wurde er nach seinem Tode von den von ihm selbst initiierten Lehrervereinen zum Patron der Lehrerbildung stilisiert. Der abschließende Ausblick fragt danach, wie eine heutige Popularisierung Diesterwegs aussehen könnte.

Almut Ochsmann: „Fritz und Adolf Busch und der Komponist Max Reger“

Max Reger gehörte zu den großen Komponisten seiner Zeit. Anhand zahlreicher Archivalien aus dem BrüderBuschArchiv beleuchtet die Karlsruher Musikwissen-schaftlerin Almut Ochsmann die intensive Zusammenarbeit der jungen Siegener Künstler Fritz und Adolf Busch mit dem wesentlichen älteren Kollegen. Beide konzertier-ten viele Male mit Reger, führten aber auch nach seinem frühen Tod weiterhin dessen Musik auf bearbeiteten seine Werke und waren an Reger-Festen beteiligt. Diese enge Verbindung mit Reger und seinem Werk führte dazu, dass das BrüderBuschArchiv seit 1999 im Max-Reger-Institut/Elsa-Reger-Stiftung e.V. untergebracht ist und diesem 2003 zugestiftet wurde.

Drei weitere Kurzartikel der Autoren Hartmut Prange und Olaf Wagener sowie einige Rezensionen beschließen das Jahrbuch.

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