Geschichte des Weidenauer Amtskrankenhauses

Foto des Monats

 

Amtskrankenhaus Weidenau 1921

In seiner neuen Ausgabe der Ausstellungsreihe “Foto des Monats“ widmet sich das Stadtarchiv Siegen in einer Vitrinenpräsentation der Geschichte des Kreisklinikums Siegen-Weidenau im Zeitraum von 1891 bis 1966.  


Bis Ende des 19. Jahrhunderts waren das Stadtkrankenhaus am Obergraben und das katholische St. Marienkrankenhaus die einzigen medizinischen Einrichtungen für die Siegener Bevölkerung und das nähere Umland. Beide Institutionen waren jedoch schnell an ihre Aufnahmefähigkeit gelangt. Im November 1889 hatte es die Stadt Siegen sogar abgelehnt, weiterhin Kranke und Hilfsbedürftige aus dem Weidenauer Raum im städtischen Krankenhaus behandeln zulassen, „weil die beschränkten Räume des Stadtkrankenhauses es verbieten, eine weitere Verpflichtung wegen der Aufnahme auswärtiger Kranker zu übernehmen.“ Engagierte Wirtschaftsvertreter und Industrielle aus dem Amt Weidenau hatten daraufhin beschlossen, durch finanzielle Zuwendungen den Bau eines eigenen Krankenhauses zu ermöglichen. Das Interesse an dem Bauprojekt wuchs auch innerhalb der übrigen Gemeinden des Amtes Weidenau, sodass die Amtsversammlung am 10. Juni 1890 beschloss, das Krankenhaus als kommunale Einrichtung zu übernehmen. Am 8. Mai 1891 erfolgte dann die Grundsteinlegung für den Krankenhausbau, in dem erstmals ab dem 5. April 1893 Kranke und medizinische Notfälle betreut werden konnten. Sowohl die steigenden Bevölkerungszahlen des Amtes Weidenau (im Jahre 1893 lebten hier noch 12.823 Menschen; mehr als dreißig Jahre später hatte sich die Einwohnerzahl 1925 bereits auf 23.704 Personen verdoppelt) als auch die zunehmende Weiterentwicklung auf medizinisch-technischem Gebiet boten in den folgenden Jahrzehnten Anlass zu notwendigen baulichen Erweiterungen und Modernisierungen. Bis 1938 wurde die Bettenzahl sukzessive auf 180 erhöht.

Kurz nach Kriegsende betrug die Bettenzahl 160, im Jahr 1953 waren es durch einen weiteren Ergänzungsbau wieder 305 geworden. Eine wichtige Neuerung brachte dann das Jahr 1959, als ein fünfgeschossiger Neubau feierlich eingeweiht wurde. Die chirurgische Ambulanz und die Röntgenabteilung  sowie Behandlungsräume und Labor konnten so aus den inzwischen völlig unzulänglichen und beengten Verhältnissen des Hauptgebäudes herausgenommen werden.

In seiner Glasvitrine präsentiert das Stadtarchiv Siegen Innenaufnahmen des Krankenhauses, die ein anschauliches Bild vom Arbeitsalltag und medizinischer Ausstattung im Jahre 1968 vermitteln, bevor die klinische Versorgung zum 1. Januar 1971 durch Übernahme der städtischen Krankenhäuser Siegen und Hüttental unter Obhut des Kreises gestellt wurde. Ergänzt durch historische Ansichtskarten, Luftbildaufnahmen und informative Texttafeln können sich Interessierte einen Überblick über die Geschichte des unlängst modernisierten Kreisklinikums verschaffen.

Zu sehen sind die Exponate während der Öffnungszeiten des Stadtarchivs Siegen im KrönchenCenter vom

3. April bis zum 31. Mai 2012.

Der Eintritt ist selbstverständlich frei!

Quelle: Stadtarchiv Siegen, Foto des Monats April 2012

Fotografischer Eindruck der Glasvitrine zum „Foto des Monats“:

Präsentation im Stadtarchiv Siegen

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