Galerieausstellung zum 125. Geburtstag: Carmen Klein (1890-1978)

29. März bis 3. Mai 2015
Siegerlandmuseum, Oberes Schloss Siegen

CarmenKleinCarmen Klein wurde 1890 in Siegen, Hohler Weg, geboren. Der großbürgerliche Hintergrund der Familie ermöglichte es ihr, mit 21 Jahren eine berufliche Ausbildung an der Kölner Kunstgewerbeschule zu beginnen. Nach zwei Jahren wechselte sie nach Berlin, wo sie acht Jahre lang dekorative Malerei studierte. Dort erlernte sie auch die verschiedenen Techniken der Grafik, mit denen sie sich immer wieder auseinandersetzte. Ihre besondere Vorliebe galt jedoch der Aquarellmalerei. 1922 kehrte Carmen Klein nach Siegen zurück. Sie verbrachte aber bis 1933 jedes Jahr mehrere Wochen in der Hauptstadt und verfolgte die Entwicklung der modernen Malerei in den großen Berliner Kunstausstellungen. Eine Gemeinschaftsausstellung 1928 mit dem Malerehepaar Hans und Hanna Achenbach wurde zum Grundstein der späteren „Arbeitsgemeinschaft Siegerländer Künstler”. Neben zahlreichen Ansichten der Stadt Siegen spielte das intensive Beobachten und Gestalten von Pflanzen eine große Rolle in ihrem Gesamtwerk.

Nicht nur die einzelne Pflanze in ihrem organischen Wachstum, auch das Zueinander verschiedener Blüten und Knospen, der Ausgleich von Farbe und Form bestimmen ihre Ergebnisse. Prof. Dr. Karl Koetschau (1868 – 1949), 1909 bis 1913 Direktor des Kaiser Wilhelm-Museums in Berlin und 1913 bis 1934 Leiter der Städtischen Kunstsammlung Düsseldorf (heute Museum Kunstpalast), würdigte ihre Blumenmalerei in einem persönlichen Schreiben vom Januar 1944: „Ich freute mich zunächst zu beobachten, dass Sie die Technik der Aquarellmalerei vollkommen beherrschen, ihr nichts zumuten, was sie nicht hergeben kann, aber alles aus ihr herausholen, was in dieser Kunstart liegt, die viel schwieriger ist, als der Laie gewöhnlich annimmt, und eine vollkommene Beherrschung der Zeichnung zur Voraussetzung hat. Insbesondere interessierte mich die Behandlung der Hintergrundfläche, vor der Ihre Blumen stehen. Sie erreichen damit etwas, was die Blume zu ihrem Gedeihen wie zur Entfaltung der ihr eigenen Pracht gebraucht, den Eindruck der freien Luft. Von ihr sind sie wahrhaft umflutet, und so wird alles Gekünstelte in der Anordnung von vorne herein unterbunden. (…)”

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