Räumung des Asylarchivs bei der Stadt Freudenberg ist abgeschlossen

Materialien aus Köln werden künftig im den Räumen des ehem. Hauptstaatsarchiv Düsseldorf bearbeitet.

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Das Zuhause auf Zeit für das geschädigte Archivgut ist ausgeräumt: Fast sieben Jahre lang waren die 30 kleinen und 1106 großen Kartons sowie 38 Sonderobjekte mit den beschädigten Archivalien in Freudenberg auf 300 Regalmeter untergebracht. Sie wurden vom 15.-24. Februar 2016 mit sieben Transporten nach Düsseldorf transportiert, um dort erfasst zu werden. Am Mittwoch dem 24. Februar wurden die letzten Kartons abgeholt.

Die beschädigten Dokumente stammen u.a. aus den Kölner Schützenwesen des Stadtmilitärs der französischen Verwaltung Kölns sowie Haushaltsrechnungen des 17. Jahrhunderts.

Nach dem Einsturz des Kölner Archivs im Jahre 2009 hat die Stadt Köln seit August 2009 etwa 300 laufende Meter Archivgut im Rathaus der Stadt Freudenberg eingelagert. Am Tag nach dem Unglück hatte der Archivar, der Stadt Freudenberg, Detlef Köppen den Kölner Kolleginnen und Kollegen seine Hilfe angeboten. Unentgeltlich stellte die Stadt Freudenberg Raum für die geborgenen Archivalien zur Verfügung.

Die Direktorin des Kölner Historischen Archivs würdigt die Unterstützung in Freudenberg: „Ich danke der Bürgermeisterin der Stadt Freudenberg, Nicole Reschke, und dem Stadtarchivar Detlef Köppen herzlich für Ihre wertvolle Hilfe. Es war für die Mitarbeitenden des Historischen Archivs der Stadt Köln und der Stadt Köln insgesamt von entscheidender Bedeutung, nach dem Einsturz rasch und unbürokratisch Hilfe aus der Archivwelt zu erhalten. Das unentgeltliche Bereitstellen wertvoller Magazinfläche hat uns ganz praktisch geholfen, aber auch ideell unterstützt und die Solidarität der Archive untereinander demonstriert.”
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Auch der stellvertretende Leiter des Historischen Archivs der Stadt Köln, Dr. Ulrich Fischer sowie die Projektkoordinatorin der Asylarchive Frau Lisa Arnold bedankten sich bei der Stadt Freudenberg für die fachgerechte Verwahrung des Archivguts. Es sei nach dem Einsturz des Archivs am 03.03.2009 wichtig gewesen zügig kompetente Unterstützung zu erhalten. Dabei sei die Stadt Köln von einer weltweiten Welle der Solidarität überrollt worden. Freudenberg war Teil dieser solidarischen Hilfe.
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Die heutige Freudenberger Bürgermeisterin Nicole Reschke erinnerte sich selbst noch gut an den Einsturz in Köln. Sie lebte in Köln und arbeitete damals in der Redaktionsleitung einer Kölner Tageszeitung.

Das Archivgut liegt nun im früheren Staatsarchiv in Düsseldorf. Hier hat das Historische Archiv der Stadt Köln schon seit März 2015 Räume zur Lagerung und Sortierung des Archivguts angemietet. Von den ursprünglich 20 Asylarchiven sind derzeit noch 7 belegt, die bis zum Jahre 2017 geräumt werden. Im Einzelnen sind dies: Stadtarchiv Bonn, Historisches Archiv des Erzbistums Köln, Landesarchiv NRW in Münster, LVR- Archivberatungs- und Fortbildungszentrum Brauweiler, Militärarchiv in Freiburg und das Landesarchiv Schleswig-Holstein in Schleswig.

Quelle: Pressemitteilung Stadt Freudenberg, 25.2.2016

s.a. freudenberg-online, 24.2.2016, Westfälische Rundschau, 25.2.2016, Siegener Zeitung, 25.2.2016

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