Festschrift „Die Gründung und die Gründer-

– ein Rückblick auf die Anfänge der Universität Siegen 1972-1980“

Die Sozialpädagogin Prof. Dr. Sabine Hering verfasste die Festschrift „Die Gründung und die Gründer – ein Rückblick auf die Anfänge der Universität Siegen 1972-1980“. 18 „Gründer“ – vom Gründungsrektor über den Gründungskanzler bis hin zum seinerzeitigen Studierenden, Ministerialdirigenten und Vorsitzenden des Fördervereins – berichten aus ihren Erinnerungen. Die Interviews mit den „Gründern“ geben tiefe, persönliche Einblicke in Abläufe, Geschehnisse, Entscheidungen und Perspektiven aus der Anfangszeit der Universität Siegen.
Die Idee, eine Festschrift zum 40. Geburtstag der Universität Siegen zu verfassen, entstand vor gut drei Jahren mit Blick auf die 2012 anstehenden Feierlichkeiten. Sie ging einher mit dem Bestreben, zum runden Wiegenfest auch über ein Universitätsarchiv zu verfügen, das aktuell in der Universitätsbibliothek untergebracht ist. Ein Beirat aus Professorinnen und Professoren der damals zwölf Fachbereiche wurde ins Leben gerufen, um bei den Vorbereitungen zu helfen.
Schließlich war es an Prof. Dr. Sabine Hering, die Recherchearbeiten für die Festschrift zu übernehmen und diese zu verfassen. Sabine Hering: „Ich habe größere Recherchen durchgeführt, bin viel gereist und habe Interviews mit 18 Zeitzeugen geführt.“ Das Glossar zur Festschrift stellte Dr. Kurt Schilde zusammen. Die Festschrift erscheint in einer Auflage von 800 Exemplaren und ist ab dem 14. Juni 2012 erhältlich.
Zum Inhalt der Festschrift: Es war keine wirklich leichte Geburt. Die Rede ist von der Gründung der Gesamthochschule Siegen im Jahr 1972. Aus Sicht der Landesregierung war das Siegerland seinerzeit bildungspolitisches Entwicklungsland. Und das ungeachtet einer vorhandenen Vielfalt an Schulen und Ausbildungseinrichtungen. Die Region befand sich inmitten eines tiefgreifenden Strukturwandels. Die Ära des Bergbaus war zu Ende gegangen, in der Stahlregion gab es Probleme, Veränderungen schienen unabdingbar. Und dennoch stieß das Angebot, die vorhandenen Fachhochschulen und die Pädagogische Hochschule in eine umfangreichere Gesamthochschule zu integrieren, nicht auf einhellige Zustimmung. Die Anwohner eines möglichen Hochschulstandorts bangten um ihre Wohnqualität, die Vorgängereinrichtungen fühlten sich übergangen, die Skepsis gegenüber dem Reformmodell war groß. Erst ein vom Kreis Siegen-
Wittgenstein in Auftrag gegebenes und Ende 1970 vorliegendes Gutachten unterstrich, dass eine wirksame Urbanisierung und Modernisierung in der Region nur stattfinden könne, wenn die Stadt durch die Ansiedlung einer Reformhochschule an Anziehungskraft gewinnen würde. Die Stadt Siegen konnte sich nicht entschließen, einen geeigneten Bauplatz zur Verfügung zu stellen. Hingegen bot Hans-Georg Vitt als Landtagsabgeordneter und Bürgermeister von Hüttental/Weidenau den Standort Haardter Berg an. Gründungsrektor der offiziell am 1. August 1972 ins Leben gerufenen Gesamthochschule Siegen wurde der Gießener Nationalökonom Prof. Dr. Dr. h.c. Artur Woll.
Ziel der Gesamthochschulen (der seinerzeitige NRW-Wissenschaftsminister Johannes Rau gründete fünf) war seinerzeit, insbesondere bildungsferneren Schichten den Zugang zu einer Hochschulbildung zu ermöglichen. Fachoberschüler und Abiturienten sollten gleiche Startchancen haben, Theorie und Praxis einheitlicher Gegenstand wissenschaftlicher Ausbildung und Forschung sein. Die Gesamthochschulen in NRW dienten zudem der Regionalisierung des Hochschulbaus und des Studienangebots. Die sogenannten integrierten Studiengänge basierten auf dem Y-Modell. Dieses Modell ging von der Vorstellung aus, dass es den Studierenden möglich sein sollte, erst nach einem gemeinsamen Grundstudium die Entscheidung zu fällen, ob sie einen kürzeren, berufsbezogenen, oder einen längeren akademisch ausgerichteten Abschluss anstreben wollten. In leicht abgewandelter Form fand das Y-Modell im Zuge des Bologna-Prozesses (Umstellung der Studiengänge auf Bachelor und Master) wieder Bedeutung.
Auch nach der Gründung hatte die GH Siegen mit Widrigkeiten zu kämpfen. Zuerst war die Ausstattung gut. Doch bereits Mitte der 70er Jahre geriet der Aufbauprozess ins Stocken. Vor allem wegen finanzieller Engpässe wurde die Hochschule weder baulich noch personell wie geplant aufgestellt. Vor allem der personelle Mittelbau war von den Restriktionen betroffen. Eigentlich waren nur die neuberufenen Hochschullehrer mit Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter ausgestattet. Das sorgte für Unstimmigkeiten. Als nicht konfliktfrei erwies auch die Verteilung der Aufgaben unter den Hochschullehrern. Das Y-Modell war eigentlich nicht so konzipiert, dass der kürzere Zweig den Fachhochschullehrern (sogenannte B-Professoren) und der längere Zweig den Universitätsprofessoren (sogenannte A-Professoren) zugedacht gewesen wäre.
Intern gab es in den ersten Jahren nach der Gründung viele Dinge zu regeln und zu organisieren. Und auch das Verhältnis zur Region musste sich erst entwickeln. Erste Meilensteine waren 1976 die Gründung des Gesamtfördervereins mit seinem damaligen Vorsitzenden Dr. Henning Schleifenbaum sowie die Gründung eines Kuratoriums aus Vertretern der politischen Öffentlichkeit und der Hochschule 1973.
….. Die Festschrift ist für 19,90 Euro über die Pressestelle der Universität Siegen – presse@uni-siegen.de – zu erwerben.
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