Franz Josef Freiherr von Lipperheide – Berleburger Verleger und Mäzen.

Am 20 Juli 1838 wurde Franz Josef Lipperheide als Sohn des Rendanten Theodor Hermann Lipperheide und der Lousie geb. Löser wohl in Berleburg geboren.

Lipperheide absolvierte in Hamm und Leipzig eine Buchhändlerlehre. 1862 kam er nach Berlin und fand eine Anstellung im Verlag von Louis Schäfer, dem Herausgeber der damals in Berlin führenden Modenzeitschrift “Bazar”.1865 heiratete er in Berlin Frieda Gestefeld (1840 –1896). Gemeinsam mit seiner seit 1860 ebenfalls im Schäferschen Verlag tätigen Frau beschloss er, sich selbstständig zu machen. Am 15. August 1865 errichteten sie die Verlagsbuchhandlung Franz Lipperheide. Noch im selben Jahr edierten sie ihre eigene Zeitschrift “Die Modenwelt. Illustrirte Zeitung für Toilette und Handarbeiten”. Inhalt der bebilderten Zeitschrift war die Darstellung der neuesten Mode und Anweisungen zu Handarbeiten – sie war damit die erste reine Modezeitschrift in Deutschland. Das vierzehntägig erscheinende Blatt erreichte schnell hohe Auflagen und bereits nach wenigen Jahren konnte man es unter verschiedenen Titeln in zwölf Sprachen in fast allen europäischen Ländern sowie in Nord- und Südamerika beziehen. 1874 kam die “Illustrirte Frauen-Zeitung” als “Ausgabe der Modenwelt mit Unterhaltungsteil” hinzu, die ebenfalls florierte und bis 1943 fortbestand. Die Redaktion der Zeitschriften führte seine Frau mit Geschick und Umsicht bis zu ihrem Tode. Sie traf mit ihren praktischen Modeberichten und den Vorlagen für die häusliche Handarbeit den Geschmack ihrer Leser.

Weitere mit der Mode-Thematik zusammenhängende Werke wie die “Blätter für Kostümkunde” (1874-1891), oder die “Lehrbücher der Modenwelt” (1885-1892) publizierte Lipperheides Verlag.

Ferner verwertete sie eine Sammlung von Spitzen, Stickereien u. dgl. zur Reform der Handarbeit in den “Musterbüchern für weibliche Handarbeit” (1878 – 1890). Ihre technischen Erläuterungen der verschiedenen Techniken textiler Handarbeit, die sie für die Einleitungen verfasste, fanden u. a. in kunsthistorischen Kreisen Beachtung.

Das Geschäft verfügte seit 1881 über eine Filiale in Wien. Zuletzt unterhielt man in 12 europäischen Ländern eigene Vertretungen, auch in New York und Buenos Aires. Fast 400 Angestellte arbeiteten für das Unternehmen. Eine Pensions-, Witwen- und Waisenkasse wurde 1890 mit einem Grundkapital von 200.000 RM eingerichtet. 1909 übernahm F. Bruckmann in München den Verlag.

Lipperheide erhielt 1892 den erblichen, königlich preußischen Freiherrentitel. 1898 heiratete Freiherr von Lipperheide in Gießen Elisabeth verw. Eckstein (1867-1932).

Der Erfolg seiner Verlagstätigkeit brachte Lipperheide in die Lage ein Sammler und Mäzen zu werden. Sein Hauptanliegen galt dem Aufbau einer Bibliothek zur Kostümforschung. Seit etwa 1870 erwarb er Literatur über alle Aspekte der Mode und des Handarbeitens. 1899 schenkte Lipperheide diese heute noch bedeutende Fachbibliothek dem preußischen Staat. Heute ist die Bibliothek eine Abteilung der Kunstbibliothek Berlin. Unter den 5.500 Büchern befinden sich zahlreiche bibliophile Kostbarkeiten. Ergänzt wird der Bücherbestand durch eine große Anzahl von insgesamt 30.000 Handzeichnungen, Holzschnitten, Radierungen, Lithographien und Photographien sowie durch 686 Gemälde.

Dem Berliner Kupferstichkabinett erwies sich Lipperheide als großzügiger Mäzen. Er ermöglichte den Ankauf von 28 Rembrandt-Radierungen.

1905 ging die etwa 100 Stück umfassende Sammlung antiker Helme in den Besitz des preußischen Staates über. Die Helme sind heute im Antikenmuseum aufbewahrt.

Am 30. Juli 1906 ist Franz Josef Freiherr von Lipperheide in München gestorben.

Quelle: Intranet der KReisverwaltung Siegen-Wittgenstein, CC-BY-30, http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/
Link zum Wikipedia-Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_von_Lipperheide

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