Hedwig Finger (1899 – 1974)

 – die erste CDU-Landtagsabgeordnete aus Siegen und eine entschiedene Friedensaktivistin.

Werdegang
Am 5. Januar 1899 wurde Maria Elisabeth Hedwig Schwunk als Tochter eines katholischen Tabakwarenhändlers[1] in Siegen geboren.[2] Sie besuchte in Siegen die Katholische Volksschule und anschließend die Handelsschule. [3] Fünf Jahre arbeitete sie als Kontoristin.[4] Zu dieser Zeit wohnte sie auf dem Hainer Weg 2.[5] 1923, am 10. April, heiratete sie Schneidermeister Engelbert Johann Josef Finger in Siegen.[6] Aus der Ehe gingen sieben Kinder hervor.[7] Ab etwa 1940 wohnt die Familie in der Gustav-Mevissen-Str. 21.[8] Zusammen mit ihrem Mann, betrieben sie das Bekleidungshaus für Herren Josef Finger (Marburger Tor 13). Hedwig Finger unterstützte ihn im Laden.[9] Dieses Haus wurde allerdings von den letzten Kriegsbomben getroffen und nach dem Krieg nicht mehr wieder aufgebaut.[10]

Sie engagierte sich in der Caritas und war ab 1930 deren Vorsitzende.[11] Von 1923 bis 1933 war Hedwig Finger Mitglied in der Zentrumspartei.[12]

Provinzialratsmitglied und Landtagsabgeordnete

Nach 1945 fühlte Hedwig Finger sich berufen, am Aufbau mitzuarbeiten, schnell griff sie ihr politisches Engagement wieder auf. An der Gründungsversammlung der CDU in Siegen am 4. Januar 1946 nahm sie teil.[13] Seit 1947 gehört sie dem Vorstand der Siegener CDU-Ortsgruppe an.[14]

Dem westfälischen Provinzialrat, der lediglich am 30. April 1946 tagte, gehörte sie an und war für dessen Ausschuss für Flüchtlingsfürsorge vorgesehen. Automatisch wurde sie als Provinzialratsangehörige Mitglied des ersten ernannten Landtags des Landes Nordrhein-Westfalen.[15]

Vom 2. Oktober 1946 bis zum 4. Juli 1954 gehörte Hedwig Finger in der 1. und 2. Ernennungsperiode sowie direkt gewählt in der 1. und 2. Wahlperiode im Wahlkreis 90 (Recklinghausen-Land-Nordost), dem Landtag an. In der ersten Wahlperiode galt sie als einzige weibliche Abgeordnete der CDU in Westfalen. Sie widmete sich besonders dem Flüchtlings-, Sozial und Ernährungswesen, wie ihre Ausschusstätigkeit u. a. belegt. Denn in den beiden Ernennungsperioden (2. Oktober 1946 – 19. April 1947) gehörte Finger dem Ernährungsausschuss als ordentliches Mitglied an (6. November 1946 – 19. April 1947). Ferner gehörte sie in dieser Zeit dem Verkehrsausschuss als stellvertretendes Mitglied an (6. Februar 1947 – 19. April 1947).

Nachdem Hedwig Finger ihren Wahlkreis mit 12.428 Stimmen gegen die SPD (10.402 Stimmen), die KPD (5.030 Stimmen), das Zentrum 4.357 Stimmen) und die FDP (940 Stimmen) gewonnen hatte[16], gehörte sie in der ersten Wahlperiode (20. April 1947 – 17. Juni 1950) folgenden Ausschüssen als ordentliches bzw. stellvertretendes Mitglied an: Ausschuss für Ernährung Landwirtschaft und Forsten, Flüchtlingsausschuss, Sozialausschuss und Bevölkerungspolitischer Ausschuss. Vom 18. März 1949 bis zum 29. März 1950 gehörte sie als Stellvertreterin dem Sonderausschuss zur Beratung der Gemeinde-, Amts- und Kreisordnung an.[17]

Unter der sehr hohen Wahlbeteiligung von 80 % wurde Hedwig Finger 1950 erneut in den Landtag gewählt.[18] In der zweiten Wahlperiode des Landtags (5. Juli 1950 – 4. Juli 1954) gehörte sie folgenden Ausschüssen als ordentliches bzw. stellvertretendes Mitglied an: Flüchtlingsausschuss, Sozialausschuss und Wirtschaftsausschuss. In der 2. Wahlperiode fällt auf, dass Hedwig Finger drei längere Stellungnahmen zu gesundheitspolitischen Fragestellungen abgegeben hat (Entschädigung bei Impfschäden, Anwendung einer Heilmethode bei Kinderlähmung, Krebsbekämpfung).[19]

Hedwig Finger war CDU-Vertreterin in der zweiten Bundesversammlung, die am 17. Juli 1954 in der Ostpreußenhalle in Berlin den amtierenden Bundespräsidenten Theodor Heuss im Amt bestätigte.[20]

Wirken im und für das Siegerland

Waldrich-Demontage[21]

Mit einer engagierten Rede forderte die damals 48-Jährige Hedwig Finger 1946, die geplante Rest-Demontage der Maschinenfabrik Dr. Waldrich in Siegen einzustellen. Mit Rücksicht auf die ungeheuren wirtschaftlichen Folgen bat sie den Ministerpräsident deshalb bei der englischen Militärregierung vorstellig zu werden. „Sie haben wohl das falsche Manuskript.“ Mit diesen Worten wurde Hedwig Finger von einem Kollegen am Vormittag des 6. März 1947 im in den “Henkel-Werken” in Düsseldorf rüde unterbrochen. Die Abgeordnete Hedwig Finger ließ sich durch den Zwischenruf nicht verunsichern und führte weiter aus:

„Wir Frauen und Mütter unseres Landes fordern die Länder auf, die uns helfen können, gebt uns die Möglichkeit des Einkaufs von Fetten auf dem Weltmarkt, liefert mehr Getreide für Brot und Nährmittel für die unterernährten Kleinkinder. Wir Frauen und Mütter sehen keinen Ausweg. Kein Licht in einer seit langem währenden Leidenszeit. Wo bleibt das Gewissen der Welt?“

Bald kam sie zum eigentlichen Thema ihres Antrages:

„Die Militärregierung möchte ich dringend bitten, doch von der Demontage der Firma Waldrich in Siegen abzusehen. Es ist im Interesse des ganzen Landes, dass die restlich verbliebenen Spezialmaschinen zur Instandsetzung und zur Reparatur vieler Werke und vieler Fabriken verwandt werden können. Die englische Arbeiterregierung sollte auch bedenken, was sie mit dieser Demontage in Deutschland den deutschen Arbeitern zufügt. Wir wollen die Friedenswirtschaft aufbauen, im Handel und Wandel mit allen Völkern das Nötigste heranschaffen. Wir deutschen Menschen, die wir in einer Welt von Trümmern leben, wollen mit unseren Kindern arbeiten und leben, und die Besatzungsmächte haben die Pflicht, uns dieses zu erleichtern.“

Nach der sehr eindringlichen Rede, die Hedwig Finger am 6. März 1947 im Landtag hielt, meldete sich die SPD mit dem Bedauern, dass der Landtag mit diesem „lokalen Kolorit“ nicht weiter belastet werden dürfte, stimmte aber dem Antrag der CDU zu. Der Präsident leitete dieses Votum an die zuständige englische Regierung weiter.

Vertriebene in Siegen[22]

Am 7. Oktober 1947 berichtet die Westfalenpost über ein Erntedankfest, zu dem die CDU die Ostvertriebenen der Stadt Siegen in die Jahnhalle eingeladen hatte. Die Rede Hedwig Fingers wurde wie nachstehend wiedergegeben:

„ ……Frau Landtagsabgeordnete Finger, die bei der Abend-Veranstaltung sprach, forderte von jedem Deutschen Verantwortungsgefühl für den Mitmenschen. Aus den zwölf Jahren Knechtschaft müssen wir gelernt haben, den Wert und die Würde des Menschen wieder zu schätzen. Erfüllen wir in Einigkeit und Brüderlichkeit unsere Pflicht und bewahren wir das Gottvertrauen, dann werden sich eines Tages die Nebel über unserm Vaterland wieder lichten. Frau Finger machte in ihrer Ansprache nähere Ausführungen über das Flüchtlingsgesetz, das in diesen Tagen im Landtgsausschuß beraten wird und das den Vertriebenen eine feste rechtliche Grundlage geben soll. Sie sprach weiter über das Möbelbeschaffungsprogramm – viele Fabriken werden Möbel bestellen, die auf raschestem Wege durch Sonderbezugscheine verteilt werden sollen – und über die Hausratbeschaffungsaktion, zu der alle, die unbeschädigt blieben, beisteuern sollen. Die CDU, so betonte die Rednerin, werde niemals von der Forderung auf Rückgabe der Ostgebiete ablassen. Solange dieser Wunsch nicht erfüllt werde, hätten die Ostdeutschen volles Heimatrecht im Westen, sie dürfen nicht als lästige Almosenempfänger angesehen werden und sich nicht als solche fühlen. ….“

Friedensbewegung

Seit 1924 gehörte sie vermutlich der Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit (IFFF) an.[23]

Am 14. Oktober 1951 nahm Hedwig Finger am „Kongreß der Frauen und Mütter für den Frieden“, dem Gründungskongress der Westdeutsche Frauenfriedensbewegung (WFFB), in Velbert teil.[24] Etwa 900 Teilnehmerinnen waren der Einladung der Zentrumspolitikerin Henriette Rühl gefolgt. Einstimmig wurde ein Manifest verabschiedet, in dem es u. a. heißt:

„ …. Der Friede ist unser Leben, darum muß unser Vaterland, sechs Jahre nachdem Kriege, einen richtigen Friedensvertrag erhalten. Nur im Frieden können die schweren sozialen Probleme, mit denen wir und die ganze Welt ringen, ihrer Lösungen entgegengeführt werden. Diese soziale Neuordnung ist der beste Verteidigungsbeitrag. Die Entmilitarisierung Deutschlands soll der Anfang sein für internationale Verständig und Abrüstung…..“[25]

In einigen WFF-Flugschriften wird Hedwig Finger jedoch nicht aufgeführt. Sie gehörte auch nicht dem WFF-Präsidium an.[26]

Gemeinsam mit der WFF-Präsidentin, der damals bekannten Pazifistin Klara-Marie Fassbinder, zählte Finger dann allerdings zu den Mitbegründern des „Ständigen Kongresses aller Gegner der atomaren Aufrüstung in der Bundesrepublik“, der sich im Juni 1958 in Gelsenkirchen konstituierte. Finger war auch Mitglied des Präsidiums des „Ständigen Kongresses“, dem u. a. die damalige Münsteraner Studentin Ulrike Meinhof angehörte.[27]

Zahlreiche Mitglieder dieses „Ständigen Kongresses“ zählten dann zu den Mitbegründern der „Deutschen Friedens-Union“ (DFU), die sich nach diversen Vorgesprächen am 17. Dezember 1960 in Stuttgart als Wahlpartei konstituierte. Hedwig Zimmer Finger engagierte sich ebenfalls in der DFU, war allerdings zunächst nicht Mitglied des DFU-Landesvorstandes von Nordrhein-Westfalen, der im Februar 1961 ins Leben gerufen wurde.[28] Für eine Teilnahme an den Wahlen zum vierten Deutschen Bundestag im September 1961 musste in kürzester Zeit eine flächendeckende Organisationsstruktur aufgebaut werden. Entsprechend den eingeteilten Wahlkreisen gründete die DFU im Frühjahr 1961 ihre Bezirksverbände. Dem DFU-Bezirksvorstand Siegen-Wittgenstein gehörte auch Hedwig Finger an, die dann auf Platz Nr. 25 der DFU-Landesliste NRW für die Bundestagswahl platziert wurde.[29] Auf Vorschlag der geschäftsführenden Leitung des DFU-Bundesvorstandes wurde Hedwig Finger auf dem Außerordentlichen Unionskongress (Bundesparteitag) am 28. Oktober 1962 in Frankfurt/M. mit 443 von 461 Stimmen in den Bundesvorstand gewählt. Zu diesem Zeitpunkt musste sie bereits dem nordrhein-westfälischen Landesvorstand angehört haben, da diese Funktion in den Wahlvorschlägen des geschäftsführenden Bundesvorstandes vermerkt war. Fest steht, dass sie auf der fünften Ordentlichen Delegiertenkonferenz des NRW-Landesverbandes nicht (mehr?) in den Landesvorstand gewählt wurde.[30] Eine Wiederwahl Hedwig Fingers in den DFU-Bundesvorstand erfolgte auf dem dritten Ordentlichen Unionskongress am 14. März 1965 in Duisburg. Eine erneute Wahl auf dem vierten Unionskongress im Juni 1968 in Dortmund ist nicht mehr nachweisbar.[31]

Später Im Frühjahr 1946 trat sie der Deutschen Friedensgesellschaft (DFG) bei.[32]

Privatleben

Nachdem Hedwig Finger ihren Mann um 1952 verloren hatte, führte sie das Geschäft weiter fort.[33] 1966 verzog sie in die Oranienstr. 16, wo sie bis zu ihren Tod lebte.[34] Hedwig Finger starb am frühen Nachmittag des 29. Juli 1974 im Haus ihrer Tochter.[35]

Quellen- und Literaturverzeichnis:

  • Archive:

Archiv Landtag Nordrhein-Westfalen, Biographische Kompendien A 208/183

Stadtarchiv Siegen, Standesamt Siegen, Sterberegister 1974, Urk. Nr. 765/1974

  •  Zeitungen:

Siegener Zeitung 20.6.1950, 152, Nr. 173, 30.07.1974 (Sterbeanzeige)

Westfalenpost 22.04.1947

  •  Adressbücher:

Adressbuch für die Stadt und den Kreis Siegen 1919/20, 1923, 1925, 1927/28, 1929/30, 1931/32, 11935, 1940, 1947, 1952, 1956/57, 1966

Fernsprechbuch Siegen 1941, 1943

  •  Literatur:

Appelius, Stefan: Pazifismus in Westdeutschland: Die deutsche Friedensgesellschaft 1945-1968, Aachen 1999, S. 421

Blanchet, Philippe: Ein Aspekt des Neubeginns des politischen Lebens im Siegerland 1945 – 1949: Die CDU, [Hausarbeit Universität Lille], Siegen, 1979, S. 14 – 15, 42.

Häming, Josef: Die Abgeordneten des Westfalenparlaments 1826–1978 (Westfälische Quellen und Archivverzeichnisse, Bd. 2), Münster 1978, S. 270 (Nr. 408)

Hervé, Florence: Frauenbewegung und revolutionäre Arbeiterbewegung: Texte zur Frauenemanzipation in Deutschland und in der BRD von 1848 bis 1980, Frankfurt/Main1981, S. 205

Irle, Lothar: Siegerländer Persönlichkeiten- und Geschlechterlexikon, Siegen 1974, S. 87-88

Kraushaar, Wolfgang: Die Protest-Chronik 1949-1959. Eine illustrierte Geschichte von Bewegung, Widerstand und Utopie. Band 1: 1949-1952, Hamburg 1996, S. 500.

Landtag Nordrhein-Westfalen: Stenographischer Bericht über die 5. Vollsitzung des Landtages Nordrhein-Westfalen vom 4. bis zum 6. März 1947 in den Henkel-Werken in Düsseldorf-Holthausen, Düsseldorf 1947, S. 87.

Landtagshandbuch (1. WP), S. 274

Luke, Christiane: Hedwig Finger, einzige Frau der CDU im ersten Landtag (1946) kam aus Siegen: „Wo bleibt das Gewissen der Welt?“, in Westfälische Rundschau/SI vom 30.01.2009

Opfermann, Ulrich Friedrich: Siegerland und Wittgenstein im Nationalsozialismus. Personen, Daten, Literatur. Ein Handbuch zur regionalen Zeitgeschichte, Siegen 2001, S. 221

Paul, Johannes: Debatten über Nationalsozialismus und Rechtsextremismus im Landtag Nordrhein-Westfalen von 1946 bis 2000, Schriftenreihe des Landtags Nordrhein-Westfalen Band 14, Düsseldorf 2003, S. 30.

Pfau, Dieter / Seidel, Hans Ullrich (Hg.): Nachkriegszeit in Siegen 1945 – 1949. Flüchtlinge und Vertriebene zwischen Integration und Ausgrenzung. Ein Quellenband zur Regionalgeschichte, Siegen 2004, S. 234 – 235

Präsident des Landtages Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Fünfzig Jahre Landtag Nordrhein-Westfalen. Das Land und seine Abgeordneten, (=Schriften des Landtages Nordrhein-Westfalen 9), Düsseldorf 1996, S.212.

Schiemer, Hansgeorg: CDU und Zentrumspartei im Siegerland 1945 – 1949 – ein Beitrag zur Parteiengeschichte des Siegerlandes, [Magisterarbeit Universität Bonn], Frankfurt/Main 1985, S. 246

Schiemer, Hansgeorg: 50 Jahre CDU im Siegerland und in Wittgenstein, Schriftenreihe des CDU-Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein e. V.. Heft 12, Siegen 1996, S. 133.

Schiemer, Hansgeorg: 60 Jahre CDU im Siegerland und in Wittgenstein, Schriftenreihe des CDU-Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein e. V.. Heft 19, Siegen 2006, S. 133.

Schumacher, Martin: M.d.B. – Die Volksvertretung 1946–1972, Online-Publikation auf http://www.kgparl.de/online-volksvertretung/pdf/mdb-f.pdf (Stand: 16.02.2009), S. 304

Siegerländer Heimatkalender 1975, S. 46.

  •  Auskünfte

Prof. Stefan Appelius, Fritz-Küster-Archiv (Universität Oldenburg), E-Mail vom 17.02.2009

Erika G., Siegen (Tochter), Telefonat vom 20.02.2009

Dr. Ulrich F. Opfermann, Wiehl, E-Mail vom 09.02.2009

Christoph Stamm, Berlin, E-Mail v. 19.02.2009

 

 


[1] Luke, Christiane: Hedwig Finger, einzige Frau der CDU im ersten Landtag (1946) kam aus Siegen: „Wo bleibt das Gewissen der Welt?“, in Westfälische Rundschau/SI vom 30.01.2009

[2] Stadtarchiv Siegen, Standesamt Siegen, Sterberegister 1974, Urk. Nr. 765/1974

[3] Präsident des Landtages Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Fünfzig Jahre Landtag Nordrhein-Westfalen. Das Land und seine Abgeordneten, (=Schriften des Landtages Nordrhein-Westfalen 9), Düsseldorf 1996, S.212

[4] s. Anm 3

[5] Adressbuch für die Stadt und den Kreis Siegen 1923

[6] s. Anm. 2

[7] Siegerländer Heimatkalender 1975, S. 46. Lt. Erika G., Telefonat v. 20. Feburar 2009, verstarb ein Sohn im Zweiten Weltkrieg, zwei weitere Kinder verstarben früh.

[8] Adressbuch für die Stadt und den Kreis Siegen 1940

[9] s. Anm 7

[10] s. Anm 1

[11] s. Anm 3

[12] Johannes Paul notiert einen Zwischenruf Hedwig Fingers in der Landtagsdebatte über den Haushalt des Kultusministeriums am 17. Juni 1952. Sie pflichtet dort, dem CDU-Abgeordneten Hans Spiecker bei, der den katholischen Widerstand gegen das NS-Regime als „das einzige öffentlich-sichtbare Widerstandszentrum“ beschreibt. Ob sich daraus eine Beteiligung Fingers am katholischen Widerstand in Siegen herleiten läßt, gilt es zu überprüfen; s. Paul, Johannes: Debatten über Nationalsozialismus und Rechtsextremismus im Landtag Nordrhein-Westfalen von 1946 bis 2000, Schriftenreihe des Landtags Nordrhein-Westfalen Band 14, Düsseldorf 2003, S. 30

[13] Blanchet, Philippe: Ein Aspekt des Neubeginns des politischen Lebens im Siegerland 1945 – 1949: Die CDU, [Hausarbeit Universität Lille], Siegen, 1979, S. 14 – 15. Blanchet vermutet dort einen Beitritt Fingers nach der Ernennung als Landtagsabgeordnete.

[14] Schiemer, Hansgeorg: CDU und Zentrumspartei im Siegerland 1945 – 1949 – ein Beitrag zur Parteiengeschichte des Siegerlandes, [Magisterarbeit Universität Bonn], Frankfurt/Main 1985, S. 246

[15] Archiv Landtag Nordrhein-Westfalen, Biographische Kompendien A 208/183, Häming, Josef: Die Abgeordneten des Westfalenparlaments 1826–1978 (Westfälische Quellen und Archivverzeichnisse, Bd. 2), Münster 1978, S. 270

[16] Westfalenpost Ausgabe Siegen v. 22. April 1947

[17] Archiv Landtag Nordrhein-Westfalen, Biographische Kompendien A 208/183

[18] Siegener Zeitung 20. Juni 1950

[19] Archiv Landtag Nordrhein-Westfalen, Biographische Kompendien A 208/183

[20] Schumacher, Martin: M.d.B. – Die Volksvertretung 1946–1972, Online-Publikation auf http://www.kgparl.de/online-volksvertretung/pdf/mdb-f.pdf (Stand: 16.02.2009), S. 304

[21] Dieser Absatz folgt Anm. 1 und Landtag Nordrhein-Westfalen: Stenographischer Bericht über die 5. Vollsitzung des Landtages Nordrhein-Westfalen vom 4. bis zum 6. März 1947 in den Henkel-Werken in Düsseldorf-Holthausen, Düsseldorf 1947, S. 87.

[22] Dieser Absatz folgt Pfau, Dieter / Seidel, Hans Ullrich (Hg.): Nachkriegszeit in Siegen 1945 – 1949. Flüchtlinge und Vertriebene zwischen Integration und Ausgrenzung. Ein Quellenband zur Regionalgeschichte, Siegen 2004, S. 234 – 235

[23] s. Anm. 3; frdl. Hinweis Prof. Stefan Appelius, E-Mail v. 17.02.2009

[24] Hervé, Florence: Frauenbewegung und revolutionäre Arbeiterbewegung: Texte zur Frauenemanzipation in Deutschland und in der BRD von 1848 bis 1980, Frankfurt/Main 1981, S. 205; frdl. Hinweis Prof. Stefan Appelius, E-Mail v. 17.02.2009

[25] zitiert nach Kraushaar, Wolfgang: Die Protest-Chronik 1949-1959. Eine illustrierte Geschichte von Bewegung, Widerstand und Utopie. Band 1: 1949-1952, Hamburg 1996, S. 500

[26] Christoph Stamm, Berlin, E-Mail v. 19.02.2009

[27] Christoph Stamm, Berlin, E-Mail v. 19.02.2009

[28] Dem ersten DFU-NRW-Landesvorstand gehörten aus Siegen Rolf Hustedt sowie Herbert Randolf an. Lt. Christoph Stamm, Berlin, E-Mail v. 19.02.2009

[29] Christoph Stamm, Berlin, E-Mail v. 19.02.2009; s. a. Schumacher, Martin: M.d.B. – Die Volksvertretung 1946–1972, Online-Publikation auf http://www.kgparl.de/online-volksvertretung/pdf/mdb-f.pdf (Stand: 16.02.2009), S. 304

[30] Aus: „Die Übersicht aus NRW. Meinungen, Kommentare Berichte“, Nr. 6/67 vom 23.6.1967, hrsg. vom DFU-Landesverband NRW, Privatarchiv Christoph Stamm. Wann sie in den NRW-LV gewählt worden war, konnte ich leider nicht ermitteln. Eine schrifliche Überlieferung des DFU-LV in NRW scheint leider nicht mehr zu existieren. Lt. Christoph Stamm, Berlin, E-Mail v. 19.02.2009

[31] Christoph Stamm, Berlin, E-Mail v. 19.02.2009

[32] Opfermann, Ulrich Friedrich: Siegerland und Wittgenstein im Nationalsozialismus. Personen, Daten, Literatur. Ein Handbuch zur regionalen Zeitgeschichte, Siegen 2001, S. 221. Lt. E-Mail von Ulrich F. Opfermann vom 09.02.2009 war Hedwig Finger ausweislich einer undatierten Mitgliederliste (1963/64 ?) der DFG, Gruppe Siegerland Mitglied der DFG und dort Vorstandsmitglied [ferner unklare „BK“-Zugehörigkeit]

[33] Adressbuch für die Stadt und den Kreis Siegen 1952

[34] Adressbuch für die Stadt und den Kreis Siegen 1966

[35] s. Anm. 2 und Siegener Zeitung 30. Juli 1974

7 Gedanken zu „Hedwig Finger (1899 – 1974)

  1. Quelle zu Anmerkung 12: Plenarprotokoll 2/56
    http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMP02-56.pdf
    S. 2073 rechts oben
    Spiecker: „Man kann doch wohl behaupten, daß damals gerade die Kirchen das einzige öffentlich-sichtbare Widerstandszentrum gebildet haben!“
    (Frau Finger (CDU): „Sehr richtig!“)
    Mehr gibt die Stelle nicht her.

    Zur Demontage:
    http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMPEP5.pdf
    S. 87
    Dazu Landtagsdrucksache I-129
    „Antrag der CDU-Fraktion betr. Rest-Demontage der Maschinen-Fabrik Dr. Waldrich, Siegen“
    http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMDEP129.pdf

    P.K.

  2. Ein kleiner Hinweis: Die Fußnotenverlinkung ist kaputt, alle Links führen zu „file:///I:/KREISARC/Texte/Maria%20Elisabeth%20Hedwig%20Finger%20geborene%20Schwunk.doc#_ftnref33“
    Weiterhin gibt es auch Fußnotenplugins für WordPress, welche die Fußnoten wie üblich hochstellen. Das sieht irgendwie gewohnter aus.Ebenfalls fände ich es nett, wenn im Text nicht unbedingt allgemeinbekannte Gruppierungen verlinkt werden, sofern sie einen Wikipedia-Artikel haben. Die Westdeutsche Frauenfriedensbewegung wäre ein Beispiel und wenn man ein „neues Genre“ etabliert, hat man ja die Freiheit, dieses Genre etwas zu prägen. Aber ich mecker einfach zu gerne zu viel, der Artikel ist extrem gelungen und ich bemäkle einige Kleinigkeiten. Weiter so!

    • Danke fürs Mäkeln!
      1) Ich werde mich um ein Fußnoten-Plugin bemühen. In diesem Fall habe ich den Text nur schnell aus Word herüber geschaufelt. Hochstellen könnte ich zur Not auch mit den Editor …..
      2) Entgegen meiner Gewohnheit zu verlinken findet sich hier im Text gar nichts. Asche auf mein Haupt! Ich persönlich gehe gerne großzügiger mit Links um. Die Zielgruppe des Blogs sind ja nicht nur Historiker und Archivare, sondern auch, vielleicht sogar eher, regionalgeschichtlich „Erstinteressierte“.

  3. Seit nunmehr drei Jahren befasse ich mich mit der Deutschen Friedensgesellschaft, Bezirk Sieg-Lahn-Dill. Da ich nun zu Ende komme, begegnet mir auch Frau Hedwig Finger. Dazu der Hinweis, auf S. 4 steht irrtümlich Hedwig „Zimmer“.
    Das unter Anmerkung 32 von Dr. Opfermann aufgeführte Mitgliederverzeichnis (Nachlass meines Vaters) ist nicht aus den Jahren 1963/64. Es ist aus den ersten Nachkriegsjahren, denn es enthält einen großen Teil der Mitglieder, die bereits vor 1933 Mitglied der DFG waren. Auch der Hinweis: Karl Ley, Freusburg, spricht dafür. Ley war bis 1950 „Herbergsvater“ auf der Freusburg. In dem Mitgliederverzeichnis von 1961 der DFG Siegen (NL W. Fries) ist der Name Hedwig Finger nicht mehr enthalten. Es sind immerhin noch 24 Namen enthalten. Mir liegt das Rundschreiben Nr. 3 der Aktionsgruppe Siegerland der Notgemeinschaft für den Frieden Europas v.. 31.7.1952 vor. (Das ist die von Dr. Dr. Gustav Heinemann 1950 gegründete Gruppe.) Dazu gibt es die Einladung gleichen Datums für die öffentliche Versammlung am 5.8.1952 im Kaisergarten. Frau Hedwig Finger, Landtagsabgeordnete, war mit dem Thema: „Die Wiederaufrüstung und die Frau“ vorgesehen. Der Student Dieter Zitzlaff wollte die Frage: „Ist die heutige Jugend unpolitisch?“ beantworten. Es darf also nicht heißen „Später trat sie der DFG bei.“ Vermutlich trag Hedwig Finger der im Frühjahr 1946 wieder gegründeten Ortsgruppe Siegen der DFG bei. (Es existiert ein Artikel vom 10. Mai 1946, vermutlich der „Feiheit“. Ein Datum der Versammlung ist nicht angegeben. Die Versammlung könnte schon im März stattgefunden haben. da in einer Resolution dem Präsidenten der DFG, Freiherr von Schoenaich, Gruß und Glückwünsche zum 80. Geburtstag (16.2.1946) übermittelt wurden.

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