
Quelle: Aktives Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein (Stand: 2008)
„Die Erkenntnisse sind wesentlich umfangreicher als gedacht. Denn als 2008 die Stolpersteine für die Familie Gonsenhäuser verlegt wurden, lagen die Erkenntnisse von Thomas Kemper noch nicht vor. Er hat sich mit der Geschichte der Familie befasst – und inzwischen wesentlich weitreichendere Unterlagen zum Schicksal der Gonsenhäusers zur Verfügung gestellt. Mit einer weiteren Verlegung wollen die Verantwortlichen nun diesen Erkenntnissen gerecht werden. Die Klasse 9a – inzwischen 10b – der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule in Bad Berleburg hat sich im vergangenen Schuljahr unter Leitung von Lehrerin Ute Bänfer umgehend bereit erklärt, eine Neuverlegung der Stolpersteine für Auguste Gonsenhäuser und ihre Familie umzusetzen.
Intensiv mit jüdischer Geschichte auseinandergesetzt
Die Schülerinnen und Schüler haben sich intensiv mit der jüdischen Geschichte in Bad Berleburg und insbesondere dem Leben von Auguste Gonsenhäuser und ihrer Familie beschäftigt. Mehrere Stolpersteine finden daher am Dienstag, 24.09.2024, um 11.00 Uhr in der Jacob-Nolde-Straße 5 in Bad Berleburg ihren Platz – fünf Stolpersteine tauschen die Verantwortlichen aus, zwei weitere setzen sie neu. Dank des Engagements von Thomas Kemper besteht der Kontakt zu den Nachfahren der Familie Gonsenhäuser, die sich über Verlegung der Stolpersteine freuen. Insgesamt 14 Personen aus den USA und Südafrika – Enkel und Urenkel von Auguste Gonsenhäuser – nehmen daher an der Verlegung teil. Zur Stolperstein-Verlegung sind alle Interessierten herzlich eingeladen.“
Quelle: Stadt Bad Berleburg, Aktuelles vom 20.9.2024

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Das System der Zwangsarbeit ist eines der größten Massenverbrechen des Nationalsozialismus. Zwangsarbeiter*innen mussten in den Betrieben ebenso arbeiten wie in der Landwirtschaft und den Haushalten. Mit Beginn des Überfalls der Wehrmacht auf die benachbarten Staaten stieg die Zahl ausländischer Arbeitskräfte bis zum Kriegsende stetig an. Insgesamt spricht die Forschung von bis zu 13,5 Millionen Opfern der Zwangsarbeit in Deutschland. Allein 3,3 Millionen Kriegsgefangene aus der Sowjetunion starben dabei als Zwangsarbeiter*innen im Deutschen Reich. Ohne Zwangsarbeiter*innen wäre die deutsche Wirtschaft kollabiert. Gleichzeitig war dieses System Ausdruck nationalsozialistischer Rassenideologie. 