Ausstellung: „Reinhold Koehler. Eine Retrospektive“

Siegerlandmuseum, ab dem 15. September 2019

Decollage Imprime in Orange (1966, 104 x 78 cm), Quelle: Kreis Siegen-Wittgenstein, Bilderkammer Nr. 194

„Sir Anthony Thwaites schrieb 1964: „Koehler ist besonders für eine Erfindung bekannt: die Décollage oder das Abreiß-Bild. Mit dieser Erfindung, mit ihren Möglichkeiten und verschiedenen Formen, befasst er sich seit 1948. Hinzukommt jetzt eine weitere Erfindung: die Contre-Collage oder das Bild aus zerschmettertem Glas. (…) Auf solche neuen Techniken gibt es meistens zwei Reaktionen. Entweder man lässt sich von der Technik fangen und behauptet, sie sei die eigentliche Bedeutung, oder man erklärt, mit einer solchen hemmenden Technik könne man zu keinem Resultat kommen. Man vergisst eins: jeder bedeutende Künstler erfindet die Technik von neuem…“

Die Ausstellung wird sich auf Konservendrucke, zerschlagene Teller und Flaschen sowie Contratexte konzentrieren. Die Arbeiten kommen schwerpunktmäßig aus dem Nachlass des Künstlers und werden durch Leihgaben aus Privatbesitz ergänzt.“

Jubiläumsausstellung „original bauhaus“

bis zum 27. 1. 2020 in der Berlinischen Galerie, Alte Jakobstraße 124 – 128, Berlin

Links: Haus Am Horn, Weimar, Architekt: Georg Muche, Foto: Atelier Hüttich-Oemler, 1923, Bauhaus-Archiv Berlin, rechts, Landhaus Ilse, Gemeinde Burbach

Das Bauhaus bestand in Deutschland nur 14 Jahre, seine Ideen werden jedoch seit 100 Jahren weitergetragen, seine Produkte neu aufgelegt, imitiert oder weiterentwickelt. Anlässlich des 100. Gründungsjubiläums des Bauhauses zeigt die Ausstellung des Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung in der Berlinischen Galerie über 1.000 berühmte, bekannte und vergessene Bauhaus-Originale und erzählt die Geschichte hinter den Objekten. Zu sehen sind Kunst und Design aus den Beständen des Bauhaus-Archivs, besondere Leihgaben aus internationalen Sammlungen und künstlerische Positionen, die das Bauhaus-Erbe neu betrachten.
Ausgehend von 14 Schlüsselobjekten entfaltet die Ausstellung 14 Fallgeschichten: Wie wurde die Sitzende im Stahlrohrsessel zur berühmtesten Unbekannten des Bauhauses? Hat das Haus Am Horn in Weimar einen heimlichen Zwilling? Wieso blieb Marianne Brandts Tee-Extraktkännchen, als Prototyp für die Industrie
geschaffen, immer Unikat? original bauhaus beleuchtet, wie Unikat und Serie, Remake und Original in der Geschichte des Bauhauses unzertrennlich verbunden sind. Denn für die Bauhaus-Künstler*innen waren Kunst und Technik keine Gegensätze. Vielmehr haben sie technische Innovationen genutzt, um einzigartige Kunstwerke zu schaffen, und die serielle Fertigung bei ihren Gestaltungsentwürfen von Anfang an mitgedacht. Weiterlesen

Lehrer*innen zwischen 1933 bis 1945 im Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein – eine Überarbeitung.

Seit 2012 sind biographische Einträge zu Lehrer*innen, die in der Zeit des Nationalsozialismus im Kreisgebiet gewirkt haben, ein fester Bestandteil auf siwiarchiv – so z. B. 2012 Simon Grünewald, 2013 Lothar Irle, 2014 Lotte Friese-Korn und Adolf Wurmbach, 2015 Otto Krasa, 2016 Ernst Dieckmann, 2018 Hedwig Heinzerling und Reinhard Lüster sowie zuletzt Josef Kloth. Einige der Einträge wurden intensv diskutiert und ergänzt.

2014 hat siwiarchiv eine erste Lehrerdokumentation vorgelegt und eine Gruppenbiographie vorgeschlagen; übrigens immer noch eine Desiderat, wie z. B. dieses zeitgenössische Publikation zeigt. Dazu wurden damals lediglich die Angaben des regionalen Personenlexikon zum Nationalsozialismus in den Altkreises Siegen und Wittgenstein ausgewertet. Diese Zusammenstellung hat einen deutlichen Fokus auf die „Täter*innen“ unter den Pädagog*innen.

Für die Einarbeitung der zwischenzeitlich existierenden Onlineangebote zu regionalen „Opfern“ des Nationalsozialismus und zum regionalen „Widerstand“ im Nationalsozialismus sowie die der vor mehr als 2 Jahren auf siwiarchiv vorgestellen Preußische Lehrerdatenbank der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung, Abteilung des Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation in Berlin, fehlte bislang die Zeit.

Die Einarbeitung der drei genannten Datensammlungen in die bestehende Liste ist nun im Rahmen eines Praktikums im Kreisarchiv erfolgt: Lehrer3345Aug2019 Danke an M.C.!

Wie muss es nun weitergehen? Weiterlesen

Ausstellung : „Käferträume & Schlossbesuche – Experimente zu Franz Kafka in Bild und Buch“

Eine Ausstellung von Marianne Demmer und Christian W. Thomsen, gezeigt in der Passage der Teilbibliothek Unteres Schloß (US) der Universität Siegen bis 27. September 2019

Mit seinem Werk hat der deutschsprachige Schriftsteller Franz Kafka nicht nur Weltruhm und Aktualität bis auf den heutigen Tag erlangt, seine Erzählungen und Romane provozierten sogar die Entstehung eines eigenen Adjektivs: ‚kafkaesk‘ beschreibt – so der Duden – Schilderungen, die „auf unergründliche Weise bedrohlich“ wirken.
Es ist dieses Unergründliche, was Marianne Demmer, Künstlerin und Mitglied des Hochschulrats der Universität Siegen, und den langjährigen Anglistikprofessor und ehemaligen Gründungssenator der Universität Christian W. Thomsen bereits 2018 reizte, sich mit dem Werk Franz Kafkas zu beschäftigen und gemeinsam in Kreuztal eine Ausstellung zu realisieren.
Im Mittelpunkt standen zunächst Kafkas „Brief an den Vater“ (1919) und die Erzählung „Die Verwandlung“ (1912), die Demmer als Traumschilderung interpretierte und in immer neue, groteskere Verwandlungs- und Käferbilder zu transformieren wusste. Ihre Assoziationen, die sie als digitale Computerbearbeitungen – als sogenannte DigiArt – mit hellen, warmen und kräftigen Tönen umsetzt, erlauben einen kraftvollen, positiven und bisweilen humoristischen Blick auf Kafka und sein Werk. Ihr differenzierter Blick auf Kafka sieht in ihm nicht nur den Schmerzensmann, sondern auch den analysierenden und sezierenden rebellischen Geist. Weiterlesen

100 Jahre Bauhaus – und auch in der Gemeinde Burbach wird gefeiert!

Ein kleines Fest für die ganze Familie am Landhaus Ilse

Das Landhaus Ilse, verwandt mit dem Weltkulturerbe „Haus am Horn“ in Weimar, stellt sich der Öffentlichkeit im Rahmen eines kleinen Festes für die ganze Familie vor. Als großzügige Spende erhielt die Gemeinde Burbach im Jahr 2017 das „Landhaus Ilse“ von dem damaligen Eigentümer-Ehepaar Adenauer.
Das Haus in Burbach wird in seinem derzeitig ursprünglichen Zustand gezeigt, da dies die Geschichte des Hauses am ehesten deutlich macht. In den Räumen rund um den zentralen Wohnraum, welcher dem Landhaus Ilse seinen unverwechselbaren Charakter verleiht, wird es am Festwochenende verschiedene Vorträge angelehnt an das Thema Bauhaus geben.
Am Samstag, 07.09.2019 eröffnet Katrin Mehlich, Kulturbeauftragte der Gemeinde Burbach, um 13 Uhr den Reigen der Vorträge und Führungen mit einer Darstellung „Zur Geschichte des Landhauses Ilse“. Um 14.00 Uhr wird ein Vertreter des Adlerclub Deutschlands die Besucherinnen und Besucher mit dem Vortrag zu „Walter Gropius – ein Architekt als Autodesigner? Die Wiederauferstehung des Gropius Adler erfreuen. In diesem Jahr wird der von Gropius für die Autofirma Adler konzipierte „Standard 8“ wieder auferstehen. Danach wird um 16.00 Uhr Dr. Marlies Obier, Konzeptkünstlerin und Bauhaus-Enthusiastin einen Vortrag zu „Frauen am Bauhaus“ halten. Dabei geht es auch um Alma Siedhoff-Buscher, die in Kreuztal geborene Bauhäuslerin! Weiterlesen

Stadtrundgang: »Wiederaufbau in Siegen«

8.9.2019 11:00, Fissmer-Anlage, Siegen, Michael Stojan

„Während des Bombenhagels am 16. Dezember 1944 und dem darauf folgenden Feuersturm wurde das historische Siegen nahezu vollständig zerstört. Die Stadtrundgang zeigt die Erfolgsgeschichte des Wiederaufbaus Siegens, der aus heutiger Sicht als beispielhafte Lösung im traditionellen Stil betrachtet werden kann. Die Beibehaltung des Stadtgrundrisses, der Parzellierung aber auch die Erhaltung der prägenden Merkmale der Architektur – die steilen Schieferdächer und weißen Wandflächen waren wesentliche Prinzipien der Planungen. Auch die Rekonstruktion der Schlösser, der Kirchen und des Rathauses haben wesentlich zum positiven Image des heutigen Siegens beigetragen.
Der Stadtrundgang am »Tag des offenen Denkmals« wird von Stadtbaurat Michael Stojan begleitet.
Die Teilnehmer können Informationen über die Geschichte des Wiederaufbaus und die aktuellen Auswirkungen der Gestaltungssatzung erwarten.“
Quelle: VHS Siegen, Programm

Wittgenstein 2/2019 erschienen

Inhalt:
Dieter Bald: Caspar und Coridon – Erinnerung an zwei „Mohren“ der Residenzstadt Berleburg im 18. Jahrhundert
Gina Burgess Winning: Die Familie Buchheim in Schwarzenau (Teil III – Schluss)
Georg Braun: Die Vogtei Elsoff
Volker Hirsch/Johannes Burkardt: Das Personenstandsarchiv Westfalen-Lippe übernimmt große Datenbank zur Wittgensteiner Familiengeschichte von Jochen Karl Mehldau

Buchbesprechung:
Ulf Lückel: Christian Brachthäuser, Inventarien dero Closterbücher so zu Siegen. Buchkultur und Spiritiualität der Franziskaner am Beispiel einer spätmittelalterlichen Klosterbibliothek in der Grafschaft Nassau, Groß Gerau 2019.

Linktipp: „Neues Bauen im Westen“

Wohnhaus Meyer

Die Online-Plattform der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen und der beiden Landschaftsverbände stellt anhand von 35 Beispielen das sog. „Neue Bauen“ in Nordrhein-Westfalen vor. Neben dem Landhaus Ilse in Burbach wird auch das Wohnhaus Meyer in Siegen vorgestellt.

Zum Gebäude s. a. Olaf Peterschröder: Strategie der Verhinderung? Zur Partizipation des Neuen Bauens in der Provinz Westfalen 1918 – 1933, Karlsruhe 2012.
Zum Bauherren Hermann Meyer s. Traute Fries/Hartmut Prange: „Hier geschieht niemanden Unrecht!“ Zur Geschichte von Dr. Artur und Else Sueßmann und der Familie ihrer Tochter Annemarie Meyer. Eine Dokumentation, Siegen 2010.

11. Detmolder Sommergespräch

Unter dem Titel „Namen, Häuser, Höfe. Traditionsbildung und Traditionsbrüche“ findet am 4. September 2019 das 11. Detmolder Sommergespräch statt , veranstaltet vom Landesarchiv NRW, Abteilung Ostwestfalen-Lippe. Das Tagungsprogramm finden Sie hier. In zwei Sektionen werden die folgenden Aspekte behandelt:

– Namen – Zeichen gesellschaftlichen Wandels. Mit dem Beitrag „Dokumentation von Namen. in deutschen Personenstandsregistern im Wandel der Zeit“ von Monika Treude, Standesamt Bad Laasphe
– Namen – Gegenstand und Problem der Familienforschung

Die Tagung ist kostenlos, es wird eine verbindliche Anmeldung zur Tagung und zur Führung im LWL-Freilichtmuseum gebeten. Anschrift: Willi-Hofmann-Str. 2, 32756 Detmold, E-Mail: owl@lav.nrw.de.

Literaturhinweis zur regionalen, kolonialen Geschichte

Das Stadtarchiv Kreuztal hatte hier unlängst zur Mitarbeit an diesem Aspekt regionaler Kolonialgeschichte aufgerufen. Nun ist Hermann Josef Bauschs umfangreicher Aufsatz „Neu-Dortmund“ in Honduras. Deutsche Kolonialschwärmerei und Bananenanbau an der Mosquitoküste oder: Die Sucht, schnell und bewquem reich zu werden.“, in den Beiträgen zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark, Bd. 109 (2018) erschienen. Eine Leseempfehlung!